"Trowalisieren" hatten wir ja weiter oben bereits geklärt. "Tempo oder Labello" verstehe ich nicht ganz… Ist das irgendwie eine Entgegnung auf meinen Post?anieder hat geschrieben:Trowalisieren = Gleitschleifen mit Gleitschleifmaschinen der Firma Trowal.
Ist wie Tempo oder Labello…
Gruß
Andreas
Solche Öle können eigentlich überall angewendet werden, wo gewisse Poren vorhanden sind, sicher nicht nur auf Holz. Solange Öle nicht schichtbildend angewendet werden, sind die sehr unkritisch und universell. Wie gesagt ist ja Owatrol auch kaum etwas anderes. Öle für Steinfußböden und andere offenporige, mineralische Oberflächen sind ebenfalls auf Basis härtender (übrigens nicht "trocknender", wie so gerne gesagt wird) Öle. Natürlich werden die Eigenschaften je Anwendungsfall ein wenig anders eingestellt. Aber die Hauptbestandteile sind immer sehr ähnlich.Andreas B. hat geschrieben: Hallo Marc,
ich bin auch ein Freund härtender Öle, allerdings nur bei Holz und verwandten Werkstoffen. UV-Schutz bieten natürliche Öle nicht (er lässt allerdings auch bei Klarlacken peu à peu nach). Problematischer finde ich zudem, dass Leinöl im laufe der Zeit zur Vergilbung neigt - gerade unter Lichtabschluss und gerade das trifft sicher für die "Aufbewahrungsbedingungen" vieler alter Autos zu.
Gruss Andreas
Von UV-Schutz hat bisher ja niemand gesprochen. Gibt es Kunststoffpfleger, die dies für sich in Anspruch nehmen?
Die Angst vor dem Vergilben von Leinöl ist in den allermeisten Fällen unbegründet, wenngleich sie mit großer Beharrlichkeit vorgetragen wird. Im vorliegenden Fall ging es um matt gewordene Kunststoffe, bei welchen man mit einem hauchdünnen Auftrag die Poren füllen und die Farbe auffrischen kann. Bei einem weißen Dach einer DS/ID würde ich das tatsächlich auch nicht machen. Aber bei den roten Blinker-Trompeten oder jedem anderen Kunststoff mit einem eher satten, dunkleren Farbton klappt das wunderbar und eine eventuelle leichte Vergilbung wird nicht zu sehen sein. Der Ursprung des Vergilbungs-Vorwurfs gegenüber Leinöl liegt in zwei gänzlich anderen Anwendungen, die allerdings sehr verbreitet sind und wo diese Eigenschaft wirklich stört. Das sind zum einen die klassischen "ölmodifizierten Urethan-Alkydharz Lacke", mit dem Trivialnamen "Kunstharzlacke". Diese enthalten (was viele nicht wissen) einen nicht unerheblichen - nach Anwendungsfall variierenden - Anteil härtender Öle, meist Leinöl. Sind diese nun (vorwiegend), weiß, so macht sich ein Vergilben einzelner Komponenten natürlich besonders bemerkbar. Und wer nicht gerade in einem Neubau wohnt, kennt auch die typische gelbliche Anmutung alter Anstriche. Auch Bootslacke, also Klarlacke gehören zu dieser Kategorie. Da sie besonders zäh sein sollen, ist hier der Ölanteil sogar recht hoch. Dass hier ein Vergilben sichtbar wird, ergibt sich vor allem aus der Schichtstärke, also der Auftragsmenge. Ein guter Lackaufbau aus meist 3 Schichten hat gerne mal 300-400g/m2. Das ist natürlich etwas ganz anderes als die beschriebene Imprägnierung, wo etwa ein Zehntel der Menge zum Einsatz kommen dürfte (Auf sehr saugenden Oberflächen sind es um die 100g/m2). Der zweite Fall ist das Gilben von Öl-Gemälden. Auch hier sind in Malschicht und Firnis größer Mengen Leinöl vorhanden.
Im Übrigen betrifft das alles hauptsächlich das Leinöl. Wer sich seine Öle selbst mischen möchte, sollte dann vielleicht zu Tungöl (aka "Holzöl") greifen, was deutlich weniger zum vergilben neigt und dem Leinöl auch in einigen anderen Aspekten überlegen ist. Das verlinkte PDF klärt auf.