Federung im Hochniveau

Diskussionen rund um's Thema...
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von M. Ferchaud »

maldini hat geschrieben: Fr 13. Sep 2024, 22:35
Möglicherweise geht es aber auch um die bewegten Volumen?
Ob die Druckzufuhr zunächst aus dem Speicher oder direkt über die Pumpe erfolgt, ist egal, die Volumina sind die gleichen.
Der Speicher entlastet lediglich die Pumpe und das System, es funktioniert aber auch ohne, beispielsweise, wenn der Speicher leer ist.
Benutzeravatar
Robert Verified
Beiträge: 3586
Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von Robert Verified »

Hans-Uwe Fischer hat geschrieben: Fr 13. Sep 2024, 14:17 PS: Eine Druckmessung würde für Aufklärung sorgen.
100% Zustimmung, und wenn ich meine Werkstatt noch hätte, wäre das auch längst geschehen, aber in der Tiefgarage, wo meine Autos jetzt stehen, mag ich nicht mit LHM/LHS herumsauen. Es ist ja wirklich kein grosser Aufwand, mal ein T-Stück mit einem Manometer in die Zuführung eines Federzylinders einzusetzen, müsste doch mal jemand hier gebacken kriegen.

Viele Grüsse,
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Hans-Uwe Fischer
Beiträge: 1834
Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Robert hat geschrieben: Sa 14. Sep 2024, 00:58 Es ist ja wirklich kein grosser Aufwand, mal ein T-Stück mit einem Manometer in die Zuführung eines Federzylinders einzusetzen, müsste doch mal jemand hier gebacken kriegen.
Richtig! Und u.a. Firma ist äußerst zu empfehelen. Sehr preisgünstig, kompetente Beratung und schnelle Lieferung. Auch bei Kleinstmengen. Über eine einfach zu bedienende App auf deren Seite sind kpl. Schlauchkonfigurationen schnell erstellt. Dadurch wurden meine Hydraulikprojekte zu Plug & Play Projekten.

https://www.hytec-hydraulik.de/


huf
Benutzeravatar
maldini Verified
Beiträge: 3575
Registriert: Do 18. Mai 2006, 00:23

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von maldini Verified »

Hallo Henning,

.. ob die Druckzufuhr zunächst aus dem Speicher oder direkt über die Pumpe erfolgt, ist egal, die Volumina sind die gleichen.
Der Speicher entlastet lediglich die Pumpe und das System..


Das ist mir schon klar.
Aber wenn ich mir die viel dünneren Leitungen und das sofortige und spontane Anspringen der elektrischen Pumpe ansehe - vermute ich viel geringere Volumina die bewegt werden (um den gewünschten Effekt zu erzielen) - und unterstelle, dass es dabei höhere Spitzen und grössere Schwankungen geben könnte.

.. und die hydraulischen Systeme C5/6 und ID/DS darum nicht gut zu vergleichen sind.
Aber wie gesagt - ich kann das nicht beurteilen.


Grüße Karl
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von M. Ferchaud »

maldini hat geschrieben: Sa 14. Sep 2024, 11:07 Aber wenn ich mir die viel dünneren Leitungen und das sofortige und spontane Anspringen der elektrischen Pumpe ansehe - vermute ich viel geringere Volumina die bewegt werden (um den gewünschten Effekt zu erzielen) - und unterstelle, dass es dabei höhere Spitzen und grössere Schwankungen geben könnte.

.. und die hydraulischen Systeme C5/6 und ID/DS darum nicht gut zu vergleichen sind.
Aber wie gesagt - ich kann das nicht beurteilen.
Selbst wenn die Leitungen beim C5 dünner sind wären, hätte dies keine gravierenden Auswirkungen.
Dass die Pumpe sofort anspringt, dürfte vor allem an deren elektronischer Ansteuerung liegen. Das mechanische System der Zentralhydraulik reagiert prinzipbedingt träger.

Wenn bei H3 tatsächlich geringere Volumina bewegt würden, müsste das Anheben der Karosse deutlich langsamer vonstatten gehen als bei Zentralhydrauliken, dies ist aber nicht der Fall.
Zudem gibt es bei D-Modellen neben der Siebenkolben- auch die kleine Einkolbenpumpe mit weniger Leistung. Aucch dort gelten dieselben physikalischen Gegebenheiten.
anieder Verified
Beiträge: 3286
Registriert: Fr 22. Mär 2013, 12:39

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von anieder Verified »

maldini hat geschrieben: Sa 14. Sep 2024, 11:07 Hallo Henning,

.. ob die Druckzufuhr zunächst aus dem Speicher oder direkt über die Pumpe erfolgt, ist egal, die Volumina sind die gleichen.
Der Speicher entlastet lediglich die Pumpe und das System..


Das ist mir schon klar.
Aber wenn ich mir die viel dünneren Leitungen und das sofortige und spontane Anspringen der elektrischen Pumpe ansehe - vermute ich viel geringere Volumina die bewegt werden (um den gewünschten Effekt zu erzielen) - und unterstelle, dass es dabei höhere Spitzen und grössere Schwankungen geben könnte.

.. und die hydraulischen Systeme C5/6 und ID/DS darum nicht gut zu vergleichen sind.
Aber wie gesagt - ich kann das nicht beurteilen.


Grüße Karl
Über dynamische Effekte in der Strömungslehre möchtest du bestimmt nichts wissen….. ;) zumindest bin ich im Studium dran verzweifelt..-
Das ist nämlich überaus komplex.

Wir reden ja hier über über rein statische Zustandsbeschreibungen.

Gruß

Andreas
Benutzeravatar
hgk Verified
Beiträge: 2521
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 20:03

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von hgk Verified »

Das mit dem T-Stück und dem Manometer hat Jürgen auf dem Treffen sehr anschaulich vorgeführt:
viewtopic.php?p=149075#p149075
MsG
Hans

Bild
Jürgen Verified
Beiträge: 1152
Registriert: Fr 24. Jan 2003, 18:29
Wohnort: Braunschweig

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo,

auf dem letzten Jahrestreffen am 29.6.24 in Naumburg habe ich anlässlich des 70jährigen Jubiläums der Hydropneumatik bei Citroën einen Workshop zu den grundsätzlichen Eigenschaften der Federung durchgeführt.
Zum Zeigen der Funktion habe ich in den Kamerawagen ein Manometer eingebaut, das den Druck in der hinteren Federung anzeigt.
Normalhöhe nahezu ohne Beladung mit 61 bar:
DSP04520s.jpg
Anzeige größer:
DSP04521s.jpg
Normalhöhe mit Belastung (~105 bar):
4IMG_20240629_150449b.jpg
Danke an Hans für das Bild.

Höchststellung (141 bar):
DSP04524s.jpg
In Tiefstellung ist kein Druck in der Federung. Wenn man in Normalstellung schaltet, steigt der Druck schnell auf 37 bar (Fülldruck der hinteren Kugeln bei diesem Auto). Gleichzeitig hebt sich das Auto etwas, die unteren Anschläge werden entlastet und ein Teil des Gewichts wird von der Hydraulik getragen.
Der Druck steigt auf 61 bar und das Auto hebt sich weiter bis auf die Normalhöhe, dann schließt der Höhenkorrektor den Ölzustrom und die Höhe bleibt konstant.
Mit zusätzlicher Beladung federt das Auto ein, der Höhenkorrektor öffnet wieder, das Auto steigt wieder auf Normalhöhe bei in diesem Fall ~105 bar Druck.
Bei dieser Höhe ist dieses Auto knapp unter dem oberen Anschlag.
Für die angehobenen Zwischenstellungen habe ich keine Druckwerte dokumentiert, sie sind aber höher als 61 bar. Schon in der ersten Zwischenhöhe ist die Federung deutlich härter, sie wird schon in den oberen Anschlag gedrückt. Die 2. Zwischenhöhe unterscheidet sich kaum von der Höchststellung.
In der Höchststellung bleibt der Korrektor in der Füllstellung und in der Federung ist der Systemdruck von 135 bar bis 165 bar.
Bei diesem Auto sind alle Anschlaggummis neu und noch nicht plattgedrückt.
Gruß Jürgen
Benutzeravatar
Thomas Held Verified
Beiträge: 5067
Registriert: Do 22. Jul 2004, 12:11

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von Thomas Held Verified »

Danke, Juergen! :)

:happy-cheerleaderkid:
Gruß

Tom
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Federung im Hochniveau

Beitrag von M. Ferchaud »

Jürgen hat geschrieben: So 15. Sep 2024, 09:22 Hallo,

auf dem letzten Jahrestreffen am 29.6.24 in Naumburg habe ich anlässlich des 70jährigen Jubiläums der Hydropneumatik bei Citroën einen Workshop zu den grundsätzlichen Eigenschaften der Federung durchgeführt.
Zum Zeigen der Funktion habe ich in den Kamerawagen ein Manometer eingebaut, das den Druck in der hinteren Federung anzeigt.
Normalhöhe nahezu ohne Beladung mit 61 bar:
DSP04520s.jpg
Anzeige größer:
DSP04521s.jpg
Normalhöhe mit Belastung (~105 bar):
4IMG_20240629_150449b.jpg
Danke an Hans für das Bild.

Höchststellung (141 bar):
DSP04524s.jpg

In Tiefstellung ist kein Druck in der Federung. Wenn man in Normalstellung schaltet, steigt der Druck schnell auf 37 bar (Fülldruck der hinteren Kugeln bei diesem Auto). Gleichzeitig hebt sich das Auto etwas, die unteren Anschläge werden entlastet und ein Teil des Gewichts wird von der Hydraulik getragen.
Der Druck steigt auf 61 bar und das Auto hebt sich weiter bis auf die Normalhöhe, dann schließt der Höhenkorrektor den Ölzustrom und die Höhe bleibt konstant.
Mit zusätzlicher Beladung federt das Auto ein, der Höhenkorrektor öffnet wieder, das Auto steigt wieder auf Normalhöhe bei in diesem Fall ~105 bar Druck.
Bei dieser Höhe ist dieses Auto knapp unter dem oberen Anschlag.
Für die angehobenen Zwischenstellungen habe ich keine Druckwerte dokumentiert, sie sind aber höher als 61 bar. Schon in der ersten Zwischenhöhe ist die Federung deutlich härter, sie wird schon in den oberen Anschlag gedrückt. Die 2. Zwischenhöhe unterscheidet sich kaum von der Höchststellung.
In der Höchststellung bleibt der Korrektor in der Füllstellung und in der Federung ist der Systemdruck von 135 bar bis 165 bar.
Bei diesem Auto sind alle Anschlaggummis neu und noch nicht plattgedrückt.
Großartig, Jürgen - genau das, was wir gesucht hatten.

Demnach wäre die Konklusion (wie von einigen bereits angeführt), dass die höheren Drücke in den Zwischenstellungen ausschließlich von der mehr oder weniger starken Überdrückung der Anschlagpuffer herrühren.

Danke für die Beweiserbringung und somit für die klare Beantwortung der initialen Fragestellung!

Schönen Sonntag miteinander
Henning
Antworten