Ich habe nochmal über das Thema "Nachbauten" nachgedacht. Es gibt da wohl hauptsächlich zwei Situation:
1. Die Einen bauen nach, um als Zweitlieferant in den Markt zu kommen. Da müssen in dieser Konkurrenzsituation die Produkte i.d.R. besser oder/und billiger sein. Davon habe ich oft profitiert.
2. Die Anderen bauen nach, weil dieses Produkt nicht mehr produziert, aber nachgefragt wird. Das sind dann oft unqualifizierte Firmen. Das spiegelt sich dann in der Qualität wieder. Und diese Ministückzahlen erzwingen hohe Kosten und somit hohe Verkaufspreise.
Letzteres dürfte in der Oldtimerszene wohl öfters die Situation sein. Somit sind obige Aussagen wohl passend.
huf
Frage zu Verteilerkappe, Verteilerfinger
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Hans-Uwe Fischer
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- Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27
Re: Frage zu Verteilerkappe, Verteilerfinger
Hallo HUF, dass die Kontakte nicht mehr mit "Sehr gut" zu beurteilen sind, ist klar. Rund 20.000 km habe alleine schon ich mit diesen Verteilerkappen zurückgelegt, wie viele Km zuvor, entzieht sich meinen Kenntnissen. Wie gesagt, Einbrennspuren auf den geraden Flächen weist er auf, die Peripherie (Halbzylinderform) ist jedoch in gutem Zustand. Da der Unterbrecherfinger weitestgehend berührungslos an den Kontakten vorbei rotiert, dürften die Abbrandspuren derzeit noch keine Beeinträchtigungen verursachen. Jedenfalls behalte ich, solange die Kontakte noch so einigermaßen OK sind, lieber die original SEV als einen Nachbau zu kaufen. Selbst über den von Valeo habe ich schon enttäuschte Kommentare vernommen.
Apropos Nachbau- Qualität: Heute Nachmittag habe ich den Zündverteiler zerlegt, die Fliehgewichte gereinigt und deren Achsen geschmiert, um im Anschluss neue neuen Unterbrecherkontakte einzubauen. Da damals die SEV kurz - Originalkontakte nicht mehr verfügba waren, musste ich mich für den Nachbau entscheiden. Heute beim Einbau: Das Anschlusskabel rund 5 cm zu kurz, ich musste das alte (verpresste) Kabel erst behutsam auslösen, um es anschließend am Nachbaukontakt anlöten zu können. In einer Werkstatt hätte mich die sinnlose Einsparung von 5 cm Anschlusskabel rund eine halbe Mechanikerstunde mehr gekostet...
LG ...hannes
Apropos Nachbau- Qualität: Heute Nachmittag habe ich den Zündverteiler zerlegt, die Fliehgewichte gereinigt und deren Achsen geschmiert, um im Anschluss neue neuen Unterbrecherkontakte einzubauen. Da damals die SEV kurz - Originalkontakte nicht mehr verfügba waren, musste ich mich für den Nachbau entscheiden. Heute beim Einbau: Das Anschlusskabel rund 5 cm zu kurz, ich musste das alte (verpresste) Kabel erst behutsam auslösen, um es anschließend am Nachbaukontakt anlöten zu können. In einer Werkstatt hätte mich die sinnlose Einsparung von 5 cm Anschlusskabel rund eine halbe Mechanikerstunde mehr gekostet...
LG ...hannes
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Hans-Uwe Fischer
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- Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27
Re: Frage zu Verteilerkappe, Verteilerfinger
Hallo Hannes, genau das ist der Punkt. Die Kontakte berühren sich nicht. Um diesen "Kontaktabstand" aber gering zu halten, muss auch die gesamte Lagerung des Zündverteilers praktisch "spielfrei" sein. Der Abbrand aber, möge er noch so gut aussehen, addiert sich zum Zündkerzenabstand. Ähnlich einer Widerstands-Serienschaltung.
Im Klartext: Hat die Zündkerze 0,7mm und der Verteilerfinger zu seinen Kontakten z.B. 1,0mm, dann muss die Zündspannung 1,7mm überwinden. Und beim Anlassen zählt jedes Zehntelchen.
Auch sollte der mittlere Kontakt gewölbt sein. Also eine punktuelle Kontaktierung. Hat dieser sich schon platt geschliffen, und der Federandruck ist auch schon schlaff, kann es bei hohen Drehzahlen zu Kontaktprellungen/Flattern führen.
Und zu guter Letzt auch auf Risse und Feuchtigkeit achten. Die dabei entstehenden Kriechströme/Überschläge sind in der Nacht wunderschön zu erkennen.
huf
Im Klartext: Hat die Zündkerze 0,7mm und der Verteilerfinger zu seinen Kontakten z.B. 1,0mm, dann muss die Zündspannung 1,7mm überwinden. Und beim Anlassen zählt jedes Zehntelchen.
Auch sollte der mittlere Kontakt gewölbt sein. Also eine punktuelle Kontaktierung. Hat dieser sich schon platt geschliffen, und der Federandruck ist auch schon schlaff, kann es bei hohen Drehzahlen zu Kontaktprellungen/Flattern führen.
Und zu guter Letzt auch auf Risse und Feuchtigkeit achten. Die dabei entstehenden Kriechströme/Überschläge sind in der Nacht wunderschön zu erkennen.
huf
Re: Frage zu Verteilerkappe, Verteilerfinger
Danke für die aufschlussreichen Erläuterungen!
lg ...hannes
lg ...hannes