Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Hier kann nach Herzenslust abgeschweift werden.
Hans-Uwe Fischer
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Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27

Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

chriscross hat geschrieben:
Hans-Uwe Fischer hat geschrieben: [...]
Mahlzeit,

... auch Rauchzeichen haben sich bewährt. Trotzdem ist es kein Grund, nicht nach "Bewährterem" zu suchen. Gott sei Dank ist dem so.

Selbstverständlich spielt ein Stromausfall (meistens) keine Rolle. Aber das setzt Wissen statt poltern voraus.

HUF
"Wieso spielt das keine Rolle?
Lass mich (uns) an deinem Wissen teilhaben![/quote]"



Ich versuche es mal sehr kurz zu fassen und nehme mal ein Beispiel heraus. Und ich beziehe mich auf einen typischen Anwendungsfall und lasse Politik usw. aussen vor:

BEISPIEL: In einer Grossstadt sind 80 ÖPNV_Busse unterwegs. Ein einzelner Bus steuern pro Tag 100 mal zugehörige Halteplätze an. Aufgrund der Hartgeld-Barzahlungen anstelle einer Chipkarte dauern die Kauf- und Abrechnungsvorgänge der zusteigenden Fahrgäste im Schnitt 4 Minuten pro Haltestelle länger.

Ergebnis: 80Busse x100 Haltestellen x 4 Minuten = 3.200 Minuten = 53 Stunden x € 15,- Lohnkosten = € 795,-
Also e 795,- / Tag x 350 = € 278.250,- pro Jahr.

Also ganz grob gesagt, ca. 'ne viertel Million Euro Ersparnis. Rechnet man noch S- und U-Bahnen, Öffentliche Einrichtungen, Stadien usw. usw, kommt eine Stadt locker auf eine Million Euro Einsparungen. Mal ganz davon abgesehen, dass der Fahrgast nach 15 Haltestellen eine Stunde eher am Ziel ist.

Die Infrastruktur ist akkugestützt und völlig offline. Zu jeder Zeit können jetzt die einzelnen Transaktionssätze im Kartenleser-System ausgelesen werden (mehrfach gesichert) und zur Evidenzzentrale überspielt werden. Völlig egal wann. Und völlig egal wie. Ob auf einen Bierdeckel von Hand aufgeschrieben, oder per SMS, LAN, Funk usw. usw.

Die Sicherheit dieser Daten können auch abgehört, geklaut oder verfälscht werden.

Die Daten lassen sich weder knacken, hacken oder missbrauchen.

Ich könnte das alles bis in's letzte Detail erklären, habe aber im Moment nicht die Zeit.

Meine Fa. hat etwa 40.000 Kartenterminals verkauft und viele davon auch selber installiert.

ÖPNV
Stadien
Fährschiffe
Schwimmbäder
Kurkarten
Eishockey-Stadien
Kurtaxe
Autobahnraststätten
Und, und, und

HUF

(kann leider nicht Korrektur lesen)
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hgk Verified
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von hgk Verified »

Man könnte auch den ÖPNV kostenlos machen und anders umlegen ...
MsG
Hans

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Hans-Uwe Fischer
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

hgk hat geschrieben: Man könnte auch den ÖPNV kostenlos machen und anders umlegen ...
Klar..., und obendrein auch noch Hubschraubergeld verteilen. Wir sollten aber beim Thema bleiben. Wie wär's mit einem Beispiel aus der Fussball-Bundesliga: Da treiben sich 'zig Tausende am Wochenende in den Stadien. Und in der Pause muss dieser Mob gefüttert werden. Jetzt kann ja mal jeder die Anzahl der Zuschauer mit den Bezahl- und Wechselgeldvorgängen multiplizieren und das in die Halbzeitpause hineinrechnen. Um den Buchungsvorgang der Geldkarte von ca. 9 Sekunden auf ca. 4 Sekunden zu beschleunigen*, hat uns 'zig Tausende Euros gekostet. Dafür bekamen wir aber den Auftrag.

Es gibt da sehr viele Beispiele, das Bargeld auf die Karte zu bringen. Mach dich mal selbstständig und führe eine Gaststätte mit 200 Essen / Tag. Dann beobachte mal, wie lange ein Bargeldbezahlungsvorgang dauert.

Ich bin schon ja froh, wenn zumindest mal das Thema Bargeld nicht nur durch die "linke" Brille gesehen wird. ;-)

Und noch etwas: Könnt ihr euch vorstellen, was an Millionenbeträgen aus den Selbstbedienungsautomaten geklaut und vandaliert wird? Nein, das sind nicht schon wieder rechte Wählerschichten. Sämtliche Bezahlsysteme an Universitäten sind bargeldlos. Ein Euro in den Münzschlitz eines Wäschetrockners geworfen, würde höchstens bis zur nächsten Party dort verbleiben. ;-)

HUF

*) Bei den Zeiten bin ich mir nicht mehr ganz sicher.
Joe
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Joe »

Cool, so s schaffen wir es den Tag noch voller zu machen. Ich finde es angenehm, wenn nicht alles "getaktet" und effizienter gestaltet wird.... Irgendwann bekommt jeder nen digitalen Furzzähler, damit der Staat für die willkürlichen Emissionen kassieren kann. HUF würdest den Entwicklungsauftrag annehmen?
Kuhno
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Kuhno »

Erleichterungen hin, Erleichterungen her, für den Einzelnen nur Marginalien.

Ohne Bargeld sind wir der absolut gläserne, amputierte und kontrollierte Mensch, alles ist unter Kontrolle, den Nutzniessern ist Tür und Tor geöffnet.

Nicht nur - das, Staats(zwangs)anleihen sind Tür und Tor geöffnet, Negativzinsen zack von heute auf morgen durchsetzbar, missliebigen Personen (nicht nur Kriminelle) kann man den Boden unter den Füßen wegziehen, Bankenrettung auf usw. usw.

Wer hat Vorteile (wirkliche, nicht diese Marginalien die gerne genannt werden) Der Staat mit all seinen Organen, die komplette Finanzwirtschaft, Marketingunternehmen etc.

Nein - Bargeld ist Freiheit - hört sich populistisch an, ist aber die volle Wahrheit auf einen Punkt gebracht.
Hans-Uwe Fischer
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Joe hat geschrieben: Cool, so s schaffen wir es den Tag noch voller zu machen. Ich finde es angenehm, wenn nicht alles "getaktet" und effizienter gestaltet wird.... Irgendwann bekommt jeder nen digitalen Furzzähler, damit der Staat für die willkürlichen Emissionen kassieren kann. HUF würdest den Entwicklungsauftrag annehmen?

Ja.
Hans-Uwe Fischer
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Kuhno hat geschrieben: Erleichterungen hin, Erleichterungen her, für den Einzelnen nur Marginalien.

Ohne Bargeld sind wir der absolut gläserne, amputierte und kontrollierte Mensch, alles ist unter Kontrolle, den Nutzniessern ist Tür und Tor geöffnet.

Nicht nur - das, Staats(zwangs)anleihen sind Tür und Tor geöffnet, Negativzinsen zack von heute auf morgen durchsetzbar, missliebigen Personen (nicht nur Kriminelle) kann man den Boden unter den Füßen wegziehen, Bankenrettung auf usw. usw.

Wer hat Vorteile (wirkliche, nicht diese Marginalien die gerne genannt werden) Der Staat mit all seinen Organen, die komplette Finanzwirtschaft, Marketingunternehmen etc.

Nein - Bargeld ist Freiheit - hört sich populistisch an, ist aber die volle Wahrheit auf einen Punkt gebracht.
Zum letzten Satz: Ja und nein

Nochmal: Nicht alles in einen Topf werfen.

HUF
chriscross Verified
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von chriscross Verified »

Guten Abend,

Wenn es um die Dezimierung des im Umlauf befindlichen Hartgeldes geht, also um niederpreisige Zahlungsabläufe zu vereinfachen und somit Kosten zu sparen stimme ich HUF zu.
Wie schon geschrieben, den bargeldlosen Zahlungsverkehr zum Bargeld erweitern!

Was ich aber nicht möchte das ist die vollkommene Abhängigkeit von einem Bankunternehmen das mein „Guthaben“ verwaltet.

Weitere Argumente die mittlerweile genannt wurden will ich nicht weiter ausführen.
Nur sollte hier nicht differenziert werden, diese Argumente gehören mitunter zur Diskussion.

Gruß
Christian
ID19B, Bj.68
Kuhno
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Registriert: Mo 12. Jan 2015, 13:21

Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von Kuhno »

jeder kann mit Kreditkarte u.ä. zahlen wie er will, niemand hindert ihn, aber die Abschaffung des Bargelds komplett, ist der Einstieg in die Diktatur

Gerd (Barzahler)
bernd67
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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!

Beitrag von bernd67 »

Ich frage mich gerade, wie ich dann auf einem privaten Teilemarkt zahlen soll.

Es stimmt natürlich, dass elektronische Zahlungsmittel so manches vereinfachen, für die Wirtschaft. Es muss aber auch von den Menschen angenommen werden. Schon vor zehn Jahren hatten wir den aufladbaren Kartenchip. Zur Zahlung von Kleinbeträgen. (Parkuhr, Bäcker, Kiosk....) Ein totaler Flop. Ich fürchte, das es dem Nachfolger Giro go nicht besser ergehen wird.
Ein schöner Anfang zur Verringerung der Münzgeldflut wäre es doch, es den Holländern nachzumachen und die Preise an der Ladenkasse auf-, bzw. abzurunden. Dort wurden die 1 und2 Cent Stücke abgeschafft.

Mit der Einstellung der Produktion des 500 € Scheins, soll Geldwäsche, aber auch Steuerbetrug bekämpft werden. Ich wage mal zu bezweifeln, dass das die gewünschte Wirkung erzielt. Geldwäsche funktioniert auch auf andere Wege recht gut und Menschen waren schon immer erfinderisch, wenn es ihnen zum Vorteil gelangte.

Aber es gibt durchaus schon Länder, bei denen das Bargeld quasi verschwunden ist. Finnland, Dänemark, z.B..

Grüße
Bernd
Lebe deinen Traum. Jetzt.
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