Funktion der Lenkung
Re: Funktion der Lenkung
Vor Urzeiten hatte ich mich mal neben der Restauration meiner damaligen DS19 von Mai 56 mit der Hydraulikanlage der DS befasst in dem Sinn, dass ich rein anhand der Geometrie der Achsen und Achslasten die Hydraulikdrücke in den Federkugeln errechnet hatte, die nötig sind, um den Wagen „in Stellung“ zu halten. Und das ergab sich alles von selbst und deckte sich dann auch mit den vorgefundenen Drücken. Und erklärte die mittige Membranlage bei den vorgefundenen Maßen der Federkugeln und Federzylinder.
Die relativ ausführliche Betrachtung mit Messungen und Rechnungen wurde mal in einer „Hydraulischen Presse“ des DS-Clubs ( ich glaube es war Heft 4/98) unter der Überschrift „Soviel Druck muss sein!“ veröffentlicht.
Direkt anschließend hatte ich dann eine ähnliche Betrachtung mit analogen Methoden für die Lenkung durchgeführt. Aber nie final in druckfertige Form gebracht.
Einen Titel hatte der Kram schon. „Wieviel „bringt“ die DS-Servolenkung?“
Jetzt habe die damaligen Rechnungen wieder gefunden. Gesucht, weil Pit das Problem der „2 Finger“ ansprach und nach Werten fragte von Zylinder und Kolben.
Es ging mir damals darum, die maximal mögliche Servunterstützung zu errechnen bei einer DS mit optimistischsten Annahmen wie 180bar Abschaltdruck und Null Reibung strömungsmäßig und mechanisch in den Übertragungsgelenken.
Mein Ergebnis der Rechnungen begleitet von Messungen an der Geometrie des Wagens war:
„Die Hydraulikunterstützung der Lenkung ist bestmöglich so, als würde man die Gewichtskraft von 24kg Masse tangential an die Außenseite des Lenkrads wirken lassen.“
Die hydraulische Lenkung kann also maximal 240Newton Armkraft ersetzen.
Realistisch ist also eine Kraft am Lenkrad sparen vom Gewicht von 2 Eimern Wasser.
Einige Details dazu:
Zum Messen hatte ich eine „rote“ Lenkung benutzt.
Mein angehängtes Foto zeigt die „Antriebsstelle“ der Lenkung mit den Maßen Stange 19mm und Zylinder 25,4mm Durchmesser alias 1 Zoll.
Das ergab eine wirksame Fläche von 2,23cm^2 und eine Hydraulikkraft von 4KiloNewton.
Und einen Flüssigkeitsbedarf von knapp 40cm^3 bei Kurbeln von Anschlag zu Anschlag.
Und für den Lenkraddurchmesser an der Außenseite benutzte ich 40cm, wie das bei den frühen DS-Lenkrädern war.
Hört sich nach viel an. Ist auch viel auf dem glatten verölten Betonboden in einer Autowerkstatt. Aber draußen kann es Reibungssituationen geben, wo es einem eher zuwenig vorkommt. Also ist das mit den „2 Fingern“ ziemlich relativ...
Foto: Die zentrale „Antriebsstelle“ der Lenkhydraulik:
http://home.arcor.de/djjulian/uli/lenk.jpg
Uli
Die relativ ausführliche Betrachtung mit Messungen und Rechnungen wurde mal in einer „Hydraulischen Presse“ des DS-Clubs ( ich glaube es war Heft 4/98) unter der Überschrift „Soviel Druck muss sein!“ veröffentlicht.
Direkt anschließend hatte ich dann eine ähnliche Betrachtung mit analogen Methoden für die Lenkung durchgeführt. Aber nie final in druckfertige Form gebracht.
Einen Titel hatte der Kram schon. „Wieviel „bringt“ die DS-Servolenkung?“
Jetzt habe die damaligen Rechnungen wieder gefunden. Gesucht, weil Pit das Problem der „2 Finger“ ansprach und nach Werten fragte von Zylinder und Kolben.
Es ging mir damals darum, die maximal mögliche Servunterstützung zu errechnen bei einer DS mit optimistischsten Annahmen wie 180bar Abschaltdruck und Null Reibung strömungsmäßig und mechanisch in den Übertragungsgelenken.
Mein Ergebnis der Rechnungen begleitet von Messungen an der Geometrie des Wagens war:
„Die Hydraulikunterstützung der Lenkung ist bestmöglich so, als würde man die Gewichtskraft von 24kg Masse tangential an die Außenseite des Lenkrads wirken lassen.“
Die hydraulische Lenkung kann also maximal 240Newton Armkraft ersetzen.
Realistisch ist also eine Kraft am Lenkrad sparen vom Gewicht von 2 Eimern Wasser.
Einige Details dazu:
Zum Messen hatte ich eine „rote“ Lenkung benutzt.
Mein angehängtes Foto zeigt die „Antriebsstelle“ der Lenkung mit den Maßen Stange 19mm und Zylinder 25,4mm Durchmesser alias 1 Zoll.
Das ergab eine wirksame Fläche von 2,23cm^2 und eine Hydraulikkraft von 4KiloNewton.
Und einen Flüssigkeitsbedarf von knapp 40cm^3 bei Kurbeln von Anschlag zu Anschlag.
Und für den Lenkraddurchmesser an der Außenseite benutzte ich 40cm, wie das bei den frühen DS-Lenkrädern war.
Hört sich nach viel an. Ist auch viel auf dem glatten verölten Betonboden in einer Autowerkstatt. Aber draußen kann es Reibungssituationen geben, wo es einem eher zuwenig vorkommt. Also ist das mit den „2 Fingern“ ziemlich relativ...
Foto: Die zentrale „Antriebsstelle“ der Lenkhydraulik:
http://home.arcor.de/djjulian/uli/lenk.jpg
Uli
Re: Funktion der Lenkung
Hallo Uli,
von dir war das also! Dein sehr interessanter Bericht von 4/89 ist natürlich in meinem "Technikordner" enthalten. Damals gab es noch solche Berichte in der HP!
Ich würde gerne meine Berechnungen zur Lenkung noch vervollständigen. Nicht um dich zu kontrollieren, sondern aus Spaß an der Physik und deren Anwendung in der DS. Hast du vielleicht den Durchmesser der Kolben im Lenkkopf gefunden?
Ich bin dann später aus dem Club ausgetreten, da der Hauptanteil des Geldes in die HP fließt und dort fast nur noch Reiseberichte zu finden waren, die mich nicht so interessieren. Ich fände es gut, wenn es eine Clubmitgliedschaft mit geringerem Beitrag ohne HP gäbe.
Viele Grüße an den Physiker,
pit
von dir war das also! Dein sehr interessanter Bericht von 4/89 ist natürlich in meinem "Technikordner" enthalten. Damals gab es noch solche Berichte in der HP!
Ich würde gerne meine Berechnungen zur Lenkung noch vervollständigen. Nicht um dich zu kontrollieren, sondern aus Spaß an der Physik und deren Anwendung in der DS. Hast du vielleicht den Durchmesser der Kolben im Lenkkopf gefunden?
Ich bin dann später aus dem Club ausgetreten, da der Hauptanteil des Geldes in die HP fließt und dort fast nur noch Reiseberichte zu finden waren, die mich nicht so interessieren. Ich fände es gut, wenn es eine Clubmitgliedschaft mit geringerem Beitrag ohne HP gäbe.
Viele Grüße an den Physiker,
pit
Re: Funktion der Lenkung
Diese Lenkung scheint sehr gut zu funktionieren. Der lenkt mal fast im Stand und das sieht leicht aus:
https://www.youtube.com/watch?v=o_grW1oApBo
https://www.youtube.com/watch?v=o_grW1oApBo
Re: Funktion der Lenkung
[quote=Pit]
Hallo,
da ich noch beim "theoretisieren" bin, benötige ich ein paar Daten. Weiß jemand den Durchmesser der Ventilkolben im Lenkkopf?
Für die Kolbenstange in der Lenkung habe ich ab 7/76 eine Wert von 19mm. Als Zylinderdurchmesser des Servozylinders finde ich den Durchmesser des Teflonringes mit 25,7mm. Ist das dann auch der Zylinderdurchmesser oder ist der kleiner?
Vielen Dank,
pit
hast du schon die maße? für die kolben etc?
habe hier eine zerlegte lenkung, kann gerne für dich messen.
erik
Hallo,
da ich noch beim "theoretisieren" bin, benötige ich ein paar Daten. Weiß jemand den Durchmesser der Ventilkolben im Lenkkopf?
Für die Kolbenstange in der Lenkung habe ich ab 7/76 eine Wert von 19mm. Als Zylinderdurchmesser des Servozylinders finde ich den Durchmesser des Teflonringes mit 25,7mm. Ist das dann auch der Zylinderdurchmesser oder ist der kleiner?
Vielen Dank,
pit
hast du schon die maße? für die kolben etc?
habe hier eine zerlegte lenkung, kann gerne für dich messen.
erik
Re: Funktion der Lenkung
[quote=Pit]
Diese Lenkung scheint sehr gut zu funktionieren...
[/quote]
Erachte ich für den Normalzustand, Pit, schlechter sollte die Lenkunterstützung jedenfalls nicht sein.
Einmal abgesehen von lenkungsimmanenten Faktoren wie Systemdruck, Durchflussmenge und Lenkkolben- Druckangriffsfläche: Alleine zwischen einem 180er XAS (der ja in Wirklichkeit einer Reifenbreite 175 entspricht) und dem 185er XVS (der im Gegensatz zum XAS mit einer geraden Tragschulter statt einer gerundeten ausgestattet ist), werden differierende Lenkkräfte zu beobachten sein...
Mit einer Federwaage tangential an einem genau definierten Ansatzpunkt (Übergang Lenkkranz/Speiche) in Geradeausposition und auf definiertem Untergrund Vergleichsmessungen zwischen unseren D- Modellen durchzuführen und in einer Liste einsehbar zu machen, wäre sicherlich interessant - und vielleicht sogar als Programmpunkt im Rahmen eines DS- Treffens durchführbar...
lg
Diese Lenkung scheint sehr gut zu funktionieren...
[/quote]
Erachte ich für den Normalzustand, Pit, schlechter sollte die Lenkunterstützung jedenfalls nicht sein.
Einmal abgesehen von lenkungsimmanenten Faktoren wie Systemdruck, Durchflussmenge und Lenkkolben- Druckangriffsfläche: Alleine zwischen einem 180er XAS (der ja in Wirklichkeit einer Reifenbreite 175 entspricht) und dem 185er XVS (der im Gegensatz zum XAS mit einer geraden Tragschulter statt einer gerundeten ausgestattet ist), werden differierende Lenkkräfte zu beobachten sein...
Mit einer Federwaage tangential an einem genau definierten Ansatzpunkt (Übergang Lenkkranz/Speiche) in Geradeausposition und auf definiertem Untergrund Vergleichsmessungen zwischen unseren D- Modellen durchzuführen und in einer Liste einsehbar zu machen, wäre sicherlich interessant - und vielleicht sogar als Programmpunkt im Rahmen eines DS- Treffens durchführbar...
lg
Re: Funktion der Lenkung
Der Fahrer war auch ein echter Profi, hat immer nur gelenkt, wenn die Fuhre schon ganz, ganz leicht am rollen war, dann gehts schon deutlich leichter.
MsG
Hans

Hans
Re: Funktion der Lenkung
Naja, für mich sieht es schon so aus, als ob die Lenkung recht leicht geht, z.B. beim Anfahren bei 1:06.
Dafür scheint seine Schaltung etwas schwergängig...
Gruß Thorsten
Dafür scheint seine Schaltung etwas schwergängig...
Gruß Thorsten
D Super 5, Bj. '74, brun-scarabée aus Italien
Re: Funktion der Lenkung
1:06 meinte ich auch. Lange Schaltpausen - sehr früh hochgeschaltet - schlechte Synchronisation?
Grüße,
pit
Grüße,
pit
Re: Funktion der Lenkung
.. da ist der wagen noch kalt - anschliessend schaltet er rascher.
ich fahre auch so untertourig...
)
grüsse karl
ich fahre auch so untertourig...
grüsse karl
Re: Funktion der Lenkung
Ich finde
Der fährt mit viel Gefühl.
Lässt den Zahnräder Zeit sich zu finden.
Uwe
Der fährt mit viel Gefühl.
Lässt den Zahnräder Zeit sich zu finden.
Uwe
C6,Pluri,DS 21 Cabrio,DSuper5