Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

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rsa404
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Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von rsa404 »

Anbei mal ein paar Fotos aus dem Horrorkabinett. Das originale NOS Startrelais habe ich vor gerade einmal ca. 10 Wochen verbaut. Natürlich habe ich auch reichlich Polfett verwendet.
[attachment 9868 L1140282w.jpg]
[attachment 9869 L1140284w.jpg]
Mit Sulfatierung an Batteriepolen habe ich noch niemals irgendwelche Probleme gehabt, sprich ist mir eigentlich gänzlich unbekannt.

Der Regler arbeitet korrekt und die Batterie ist erst zwei Jahre alt, hat mir allerdings von Begin an den Eindruck vermittelt, dass irgendwas was mit ihr nicht stimmt. Messwerte sind alle in Ordnung.

Ich bin in den letzten Wochen mehrere Strecken mit jeweils ca. 300 Kilometern Autobahnetappen gefahren, auch hier alles bestens. Die Batterie wird nicht gekocht und der Flüssigkeitsstand musste nicht korrigiert werden.

Nun stellt sich mir die Frage, was geht hier ab? Ist eventuell die Batterie undicht (vergossenes Hartgummigehäuse), oder liegt es vielleicht an der Anschlussklemme vom Startrelais, da diese lediglich verkupfert anstatt verzinkt ist?
[attachment 9870 L1140288w.jpg]
Gruß,
Ralf
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L1140288w.jpg
L1140284w.jpg
L1140282w.jpg
DS 19, 29. Jan. 1958 - http://rsa-rgs.blogspot.de / AMI 8 Break Okt. 1976 / Renault Megane Grandtour TCe 140 EDC, 06.25, Titanium-Grau /BMW 2er Active Tourer 218i, 03.2025, Alpinweiß, adaptives Fahrwerk / Mini Cooper Cabrio, 03.2022 Chili Red, 7-Gang DKG
M. Ferchaud
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von M. Ferchaud »

Hallo Ralf,

hattest Du nicht auf 12V umgebaut? Sieht irgendwie noch nach 6V aus!?

In sehr viel schwächerer Form habe ich an selber Stelle bei meiner 58er ein ähnliches Phänomen beobachtet - mir richtig harter Sulfat-Verkrustung am Pol. Ich habe Pole und Klemmen gereinigt und mit Polfett eingestrichen - mal sehen, ob das mittel- bis langfristig hilft.

Viele Grüße
Henning
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maldini Verified
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von maldini Verified »

Hallo Ralf,

nach meinem Chemibaukastenwissen ..

;-))

Das hellblaue Salz ist vermutlich Kupfersulfat. Es ist entstanden, da die Kupfereanteile der Befestigung (Bronze?) mit der Schwefelsäure der Batterie reagieren.
Ich würde vermuten, dass die Batterie nicht ganz dicht ist? und durch (Adhäsion?) Schwefelsäure am Pol hochsteigt - und dann mit dem Kupfer das Salz bildet.

also - Batterie ist mechanisch nicht ganz in Ordnung.
Vielleicht gezielt den Polfuß reinigen und mit Fett abdichten?

Aber alles nur eine Vermutung ..

,-))

Grüße!
Karl
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rsa404
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von rsa404 »

[quote="M. Ferchaud"]
Hallo Ralf,

hattest Du nicht auf 12V umgebaut? Sieht irgendwie noch nach 6V aus!?

In sehr viel schwächerer Form habe ich an selber Stelle bei meiner 58er ein ähnliches Phänomen beobachtet - mir richtig harter Sulfat-Verkrustung am Pol. Ich habe Pole und Klemmen gereinigt und mit Polfett eingestrichen - mal sehen, ob das mittel- bis langfristig hilft.

Viele Grüße
Henning[/quote]

Nein, Henning, ich habe noch nicht auf 12 V umgebaut. Das hätte ich zeitlich in diesem Jahr nicht mehr geschafft, steht aber für kommendes Jahr auf dem Programm.

Komisch ist, in all den knapp 30 Jahren habe ich niemals ein derartiges Problem gehabt. Nicht einmal im Ansatz. Daher habe ich gedacht, es hätte was mit der verkupferten Anschlussklemme des Startrelais zu tun. Man verwendet Kupfer ja auch nicht selten als Opferanode.

Viele Grüße,
Ralf
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rsa404
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von rsa404 »

[quote=maldini]
Hallo Ralf,

nach meinem Chemibaukastenwissen ..

;-))

Das hellblaue Salz ist vermutlich Kupfersulfat. Es ist entstanden, da die Kupfereanteile der Befestigung (Bronze?) mit der Schwefelsäure der Batterie reagieren.
Ich würde vermuten, dass die Batterie nicht ganz dicht ist? und durch (Adhäsion?) Schwefelsäure am Pol hochsteigt - und dann mit dem Kupfer das Salz bildet.

also - Batterie ist mechanisch nicht ganz in Ordnung.
Vielleicht gezielt den Polfuß reinigen und mit Fett abdichten?

Aber alles nur eine Vermutung ..

,-))

Grüße!
Karl[/quote]

Hallo Karl, so ist auch meine Vermutung. Eigentlich würde ich jetzt sofort eine neue Batterie ordern. Da jedoch der Umbau auf 12 V im Raume steht, möchte ich mir die dann eher unnötige Investition ersparen, zumal die 6 V Batterien ja nicht gerade preiswert sind.

Schöne Grüße,
Ralf
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Langhuber Verified
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von Langhuber Verified »

Den Effekt habe ich bei meiner neuen Oldtimerbatterie auch. Auch am Plus-Pol. Der einzige Unterschied, die Kristalle sind bei mir (noch) nicht grün/blau sondern rein weiss.
Ich habe die Batterie nach dem Füllen und vor dem Einbau sorgfältig mit Wasser abgespült, getrocknet und alles mit Polfett eingeschmiert. Inzwischen habe ich die Anschlussklemme zweimal im 3-Wochenabstand gereinigt, und danach jedesmal wieder Polfett draufgeschmiert.
Ich habe zunächst natürlich auch einen Haarriss an der Durchführung +Pol - Gehäuse vermutet. Merkwürdigerweise beginnen bei mir die Kristalle aber nicht von unten am Pol nach oben zu wachsen, sondern aussen in einem Gürtel um die Spannbacke des Pluskontaktes. Natürlich wird das immer breiter und wächst dann nach oben und unten.
Vielleicht liegt die Ursache an einer anderen Stelle? Eventuell gast die Batterie doch etwas, und es kommen feinste Schwefelsäuretröpfchen zu den Entlüftungsbohrungen aus den Schraubstöpseln raus, die durch die Ventilation im Motorraum aussen am Pluspol landen? Nach der jetzt wieder anstehenden Reinigung des Pluspols werde ich über den Stöpseln mal eine Abdeckung aus saugfähigem Papier plazieren um zu schauen, ob die Batterie was auf diesem Weg ausspuckt.
Zum Gasen der Batterie: Mein Amperemeter zeigt im normalen Fahrbetrieb einen Ladestrom von 2-5 A an, da sollte sie nicht kochen.

Klemens
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Sensenmann
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von Sensenmann »

Ich kann mir denken, daß durch das Lösen des Alten, und Anschrauben des neuen Startrelais, sich eine Undichtigkeit am Pol gebildet hat. Ich kenne das leider selber auch von den 6V Batterien mit den gelben Schraubverschlüssen.
Langhuber Verified
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von Langhuber Verified »

[quote=Senesenmann]
Ich kann mir denken, daß durch das Lösen des Alten, und Anschrauben des neuen Startrelais, sich eine Undichtigkeit am Pol gebildet hat.
[/quote]
Habe ich auch gedacht, aber die Sulfatierung beginnt bei mir eben nicht unten, sondern in der Mitte.

Klemens
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Carsten_SM
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von Carsten_SM »

Vielleicht biödet sich eine Atmosphäre in/mit der Höhe der Dicke des Gürtels aus, die im Gürtel keine Luftfeuchte hat bzw. nur am oberen Rand arbeitet ?

Oder es steckt ein elektrisches Feld dahinter, dass mittig am Stärksten ist und daher geht es dort los ?

Carsten
Langhuber Verified
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Re: Sulfatierung Anschlussklemme Startrelais am Pluspol

Beitrag von Langhuber Verified »

[quote=Carsten]
Vielleicht bildet sich eine Atmosphäre in/mit der Höhe der Dicke des
[/quote]
irgendein Mechanismus muss es wohl sein. Dass das am Pluspol passiert, kann man sich so erklären, dass da das fette Startrelais dran hängt, das durch Vibrationen für feine Risse in der Vergussmasse sorgt. Um da für Abhilfe zu sorgen, könnte man eventuell etwas Entlastendes/Vibrationshemmendes zwischen den Batterierahmen und der Brücke zwischen Plusklemme und Startrelais schieben. Spontan fällt mir dazu ein Radiergummi ein.
Aber gesetzt den Fall, es haben sich bereits Risse im Verguss der Batterie gebildet, wird man die wohl kaum wieder richtig schliessen können: die sind ja mit der herausdrängeden Schwefelsäure gefüllt.
Ich werde es aber doch probieren: Wenn das so weitergeht, werde ich die Batterie demnachst mal rausnehmen und mit Lupe und Heissluftfön was versuchen.

Zwei hypothetische Gründe für die Sulfatierung oben: unter der Klemme sammelt sich dick das Polfett, die Säure kriecht darunter durch, irgandwann in der Mitte des Pols ist die Fettschicht dünner und es kommt der für die Reaktion notwendige Sauerstoff dazu. Der andere wäre die schon früher geäusserte Möglichkeit, dass ein feiner Schwefelsäurenebel aus den Entlüftungslöchern der Batterie nach hinten geweht wird und an dem dort liegenden Plusklemme hängen bleibt.

Klemens
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