Zündspule
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Reinhard Nicolaus
Zündspule
Hallo DS-Freunde!
Wollte kürzlich meiner DS etwas Gutes antun und habe ihr eine Motorwäsche gegönnt. Trotz aller Vorsicht scheinen dabei auch elektrisch sensible Teile etwas Feuchtigkeit abbekommen zu haben: danach wollte sie absolut nicht mehr anspringen. Der schließlich herbeigerufene ADAC-Dienst stellte fest, daß (bei abgeklemmter und direkt mit der Batterie intermittierend verbundener Zündspule) kaum noch Zündfunken entstanden, und empfahl mir den Einbau (irgend-) einer neuen Zündspule (leider hatte er keine bei). Meine daraufhin konsultierte KFZ-Werkstatt (spezialisiert auf DS) widersprach und meinte, es müsse ein ganz spezielle, u.a. mit Vorwiderstand versehene Spule sein, die sie bei Sassen bestellen wolle. - Wer hat recht? Welche Funktion hat der Vorwiderstand? Wie kann die Zündspule durch Feuchtigkeit den Geist aufgeben? Reicht es evtl. aus, sie einfach trocknen zu lassen?
Grüße an alle, Reinhard
Wollte kürzlich meiner DS etwas Gutes antun und habe ihr eine Motorwäsche gegönnt. Trotz aller Vorsicht scheinen dabei auch elektrisch sensible Teile etwas Feuchtigkeit abbekommen zu haben: danach wollte sie absolut nicht mehr anspringen. Der schließlich herbeigerufene ADAC-Dienst stellte fest, daß (bei abgeklemmter und direkt mit der Batterie intermittierend verbundener Zündspule) kaum noch Zündfunken entstanden, und empfahl mir den Einbau (irgend-) einer neuen Zündspule (leider hatte er keine bei). Meine daraufhin konsultierte KFZ-Werkstatt (spezialisiert auf DS) widersprach und meinte, es müsse ein ganz spezielle, u.a. mit Vorwiderstand versehene Spule sein, die sie bei Sassen bestellen wolle. - Wer hat recht? Welche Funktion hat der Vorwiderstand? Wie kann die Zündspule durch Feuchtigkeit den Geist aufgeben? Reicht es evtl. aus, sie einfach trocknen zu lassen?
Grüße an alle, Reinhard
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H-U Fischer
Re: Zündspule
Hallo Reinhard,
grundsätzlich hat eine Zündspule nur etwas mit den ihr angeschlossenen Zündkerzen zu tun. Ist also nicht citroentypisch. Solange irgendwelche Standard-Zündkerzen zum Einsatz kommen, solange genügt auch eine Standardzündspule.
Testen läßt sich eine Zündspule wie folgt:
1. Intaktes Zündkerzenkabel mit Kerze und Zündspule DIREKT verbinden.
2. Elektrodenabstand der Kerze auf =/> 0.7 mm
3. Bordspannung auf ca. 14 Volt halten. Also NICHT nur Akku nehmen. Der hat evtl. ja nict einmal 12Volt. Einfach zweites KFZ daneben stellen und Akku mit Starterkabel vom 2. Fahrzeug verbinden. Das 2. KFZ aber mit laufendem Motor, wobei die Drehzahl deutlich über Leerlauf gehalten werden sollte (sonst git´s keine ca. 14Volt Betriebsspannung bzw. Akkuladespannung).
4. Der Zündspulenanschluß zum Unterbrecher lösen und von Hand an Minus/Masse halten. Wenn jetzt der Unterbrecheranschluß von Masse entfernt wird, muß die Zündkerze kräftig und hörbar funken. Das entspricht dem Öffnen des Unterbrecherkontaktes.
Falls die Zündspule feucht geworden ist (die ist doch verkapselt?), müste sie aber nach dem austrocknen wieder funktionieren.
Der Vorwiderstand hat eine wichtige Funktion beim Starten: Während der normalen Fahrt beträgt die Bordspannung ja ca. 14 Volt. Während dieser Zeit wird die START-Batterie geladen. Die Ladespannung eines 12 Volt-START-Akkus beträgt eben diese ca. 14 Volt.
Beim Starten gibt der Drehstromgenerator/LIMA aber keine Leistung/Spannung/Volt ab. Jetzt muß der Akku mit seiner Betriebsspannung herhalten. Diese beträgt aber höchstens ca. 12 Volt. Durch den enormen Startstrom des Anlasser ( < 100 Ampere!) bricht die Akkuspannung über seinen Innenwiderstand aber deutlich zusammmen. D.h., der Akku liefert der Zündspule nur noch ca. 8 bis 10 Volt.
Und genau für diesen Wert ist die Zündspule spezifiziert!! Da beim Starten der temperaturabhängige Vorwiderstand noch kalt ist, hat er auch nur einen geringen Widerstand. Somit bekommt die Zündspule trotz aller Widrigkeiten ihre Nennspannung.
Steigt die Bordspannung nach dem Starten von ca. 8 Volt auf ca. 14 Volt, erwärmt sich der Vorwiderstand und damit geht eine Widerstandserhöhung einher. Am warmen Vorwiderstand fällt dann soviel Spannung ab, daß die Zündspule jetzt wiederum ihre Nennspannung erhält.
Aus dieser etwas komplexen Situation heraus erkannt man, daß man nicht einfach nur die Spule an den Akku anschließt und lostestet.
Sollte einmal ein warmer Motor schlecht anspringen, dann einfach den ebenfalls warm gewordenen Vorwiderstand überbrücken. Das hilft.
Grüße
Hans-Uwe fischer
grundsätzlich hat eine Zündspule nur etwas mit den ihr angeschlossenen Zündkerzen zu tun. Ist also nicht citroentypisch. Solange irgendwelche Standard-Zündkerzen zum Einsatz kommen, solange genügt auch eine Standardzündspule.
Testen läßt sich eine Zündspule wie folgt:
1. Intaktes Zündkerzenkabel mit Kerze und Zündspule DIREKT verbinden.
2. Elektrodenabstand der Kerze auf =/> 0.7 mm
3. Bordspannung auf ca. 14 Volt halten. Also NICHT nur Akku nehmen. Der hat evtl. ja nict einmal 12Volt. Einfach zweites KFZ daneben stellen und Akku mit Starterkabel vom 2. Fahrzeug verbinden. Das 2. KFZ aber mit laufendem Motor, wobei die Drehzahl deutlich über Leerlauf gehalten werden sollte (sonst git´s keine ca. 14Volt Betriebsspannung bzw. Akkuladespannung).
4. Der Zündspulenanschluß zum Unterbrecher lösen und von Hand an Minus/Masse halten. Wenn jetzt der Unterbrecheranschluß von Masse entfernt wird, muß die Zündkerze kräftig und hörbar funken. Das entspricht dem Öffnen des Unterbrecherkontaktes.
Falls die Zündspule feucht geworden ist (die ist doch verkapselt?), müste sie aber nach dem austrocknen wieder funktionieren.
Der Vorwiderstand hat eine wichtige Funktion beim Starten: Während der normalen Fahrt beträgt die Bordspannung ja ca. 14 Volt. Während dieser Zeit wird die START-Batterie geladen. Die Ladespannung eines 12 Volt-START-Akkus beträgt eben diese ca. 14 Volt.
Beim Starten gibt der Drehstromgenerator/LIMA aber keine Leistung/Spannung/Volt ab. Jetzt muß der Akku mit seiner Betriebsspannung herhalten. Diese beträgt aber höchstens ca. 12 Volt. Durch den enormen Startstrom des Anlasser ( < 100 Ampere!) bricht die Akkuspannung über seinen Innenwiderstand aber deutlich zusammmen. D.h., der Akku liefert der Zündspule nur noch ca. 8 bis 10 Volt.
Und genau für diesen Wert ist die Zündspule spezifiziert!! Da beim Starten der temperaturabhängige Vorwiderstand noch kalt ist, hat er auch nur einen geringen Widerstand. Somit bekommt die Zündspule trotz aller Widrigkeiten ihre Nennspannung.
Steigt die Bordspannung nach dem Starten von ca. 8 Volt auf ca. 14 Volt, erwärmt sich der Vorwiderstand und damit geht eine Widerstandserhöhung einher. Am warmen Vorwiderstand fällt dann soviel Spannung ab, daß die Zündspule jetzt wiederum ihre Nennspannung erhält.
Aus dieser etwas komplexen Situation heraus erkannt man, daß man nicht einfach nur die Spule an den Akku anschließt und lostestet.
Sollte einmal ein warmer Motor schlecht anspringen, dann einfach den ebenfalls warm gewordenen Vorwiderstand überbrücken. Das hilft.
Grüße
Hans-Uwe fischer
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Reinhard Nicolaus
Re: Zündspule
Hallo Hans-Uwe,
danke für Deine prompte und informative Antwort! - Zusatzfragen: Was ist der Unterschied zwischen "normalen" und Hochleistungszündspulen? Welche Spannungen erzeugen sie? Brauchen auch normale einen Vorwiderstand?
Gruß, Reinhard
danke für Deine prompte und informative Antwort! - Zusatzfragen: Was ist der Unterschied zwischen "normalen" und Hochleistungszündspulen? Welche Spannungen erzeugen sie? Brauchen auch normale einen Vorwiderstand?
Gruß, Reinhard
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H-U Fischer
Re: Zündspule
Hallo Reinhard,
ich möchte das mal so beantworten: Der Vorwiderstand hängt von zwei Situationen ab:
Bricht bei einem bestimmten Fahrzeugtyp die Akkuspannung während des Startens stark ein, dann ist ein Vorwiderstand hilfreich. Also "schwergängiger" Motor, geringe Akku-Startleistung (NICHT Kapazität!), hoher Spannungsabfall (Akku befindet sich z.B. im Kofferaum) usw. usw.
Ein schwergängiger großer Motor hat z.B. die Start-Drehzahl von 10 U/Min und ein Fiat-Punto (ich hab´einen) dreht da fast schon in Leerlaufdrehzahl. Der letzter hat also weniger Spannungseinbrüche.
Ein weiterer Aspeckt ist die Zündspule selber. Hochleistungszündspulen haben einen weiten Spannungseingangsbereich. Die arbeiten also schon ab einer niedrigen Eingansspannung. Im Betrieb erzeugen diese Dinger auch eine deutlich höhere Zündspannung ( ca. 40 kV). D.h., Übergangswiderstände auf dem Weg von der Zündspule zur Zündkerze werden einfacher "überwunden". Das können sein: Schlechte Kontakte, brüchiges Graphitzündkabel, defekte Entstörwiderstände, defekte Kerzenstecker, abgebrannte Verteilerfinger, zu große Verteilerfingerabstände (Abbrand), lose sitzende Zündkerzenverlängerungs-Anschlüsse (!!!!!), zu große Kerzenkontaktabstände usw. usw.
Auch "Ableitwiderstände/Übergänge" wie Feuchtigkeit, Risse in der Isolierung, Wasser oder/und Dreck im Kerzenschacht (!!!!!), fehlende Isolierröhrchen über den DS-Kerzenkontaktverlängerungen (!!!!!) wirken sich nicht so negativ bei Hochleistungszündspulen aus. Hier ist es allerdings weniger die hohe Zündspannung, sondern mehr dessen Leistung/Strom.
Eine interessante site dazu ist: www.pertronix.com. Ich glaube Patric heizt seinen DS-Motor mit solch einem "Flam Thrower" in verchromter Ausführung
Grüße
Hans-Uwe
ich möchte das mal so beantworten: Der Vorwiderstand hängt von zwei Situationen ab:
Bricht bei einem bestimmten Fahrzeugtyp die Akkuspannung während des Startens stark ein, dann ist ein Vorwiderstand hilfreich. Also "schwergängiger" Motor, geringe Akku-Startleistung (NICHT Kapazität!), hoher Spannungsabfall (Akku befindet sich z.B. im Kofferaum) usw. usw.
Ein schwergängiger großer Motor hat z.B. die Start-Drehzahl von 10 U/Min und ein Fiat-Punto (ich hab´einen) dreht da fast schon in Leerlaufdrehzahl. Der letzter hat also weniger Spannungseinbrüche.
Ein weiterer Aspeckt ist die Zündspule selber. Hochleistungszündspulen haben einen weiten Spannungseingangsbereich. Die arbeiten also schon ab einer niedrigen Eingansspannung. Im Betrieb erzeugen diese Dinger auch eine deutlich höhere Zündspannung ( ca. 40 kV). D.h., Übergangswiderstände auf dem Weg von der Zündspule zur Zündkerze werden einfacher "überwunden". Das können sein: Schlechte Kontakte, brüchiges Graphitzündkabel, defekte Entstörwiderstände, defekte Kerzenstecker, abgebrannte Verteilerfinger, zu große Verteilerfingerabstände (Abbrand), lose sitzende Zündkerzenverlängerungs-Anschlüsse (!!!!!), zu große Kerzenkontaktabstände usw. usw.
Auch "Ableitwiderstände/Übergänge" wie Feuchtigkeit, Risse in der Isolierung, Wasser oder/und Dreck im Kerzenschacht (!!!!!), fehlende Isolierröhrchen über den DS-Kerzenkontaktverlängerungen (!!!!!) wirken sich nicht so negativ bei Hochleistungszündspulen aus. Hier ist es allerdings weniger die hohe Zündspannung, sondern mehr dessen Leistung/Strom.
Eine interessante site dazu ist: www.pertronix.com. Ich glaube Patric heizt seinen DS-Motor mit solch einem "Flam Thrower" in verchromter Ausführung
Grüße
Hans-Uwe
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Robert Kruse
Re: Zündspule
Die Ausführungen von HUF sind wie gewohnt profunde. Zu ergänzen wäre allenfalls, dass man, wenn man "irgendeine" Zündspule einbaut, zusätzlich zur Vorwiderstandsfrage darauf achten muss, ob es sich um eine Spule für normale oder für elektronische Zündung handelt. Sie haben je unterschiedlichen Innenwiderstand.
Gruss
Robert
Gruss
Robert
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Claude-Michel
Re: Zündspule
Hallo Robert,
welche hat den geringeren Innenwiderstand, die für elektronische oder die für "normale" Zündung.
Ich stelle diese Frage weil ich an meiner DS eine elektronische Zündung eingebaut habe. Der mechanische Unterbrecher ist aber geblieben sowie die original Zündspule. Hätte ich letztere durch eine für elektronische Zündung wechseln sollen oder kann ich die originale drin lassen?
Muß vieleicht der Vorwiderstand gewechselt werden?
Claude-Michel
D Super 5, 1973
welche hat den geringeren Innenwiderstand, die für elektronische oder die für "normale" Zündung.
Ich stelle diese Frage weil ich an meiner DS eine elektronische Zündung eingebaut habe. Der mechanische Unterbrecher ist aber geblieben sowie die original Zündspule. Hätte ich letztere durch eine für elektronische Zündung wechseln sollen oder kann ich die originale drin lassen?
Muß vieleicht der Vorwiderstand gewechselt werden?
Claude-Michel
D Super 5, 1973
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Robert Kruse
Re: Zündspule
Hallo Claude-Michel,
welche Spule welchen Innenwiderstand hat, kann ich im Moment mit Sicherheit nicht sagen. Wenn Du eine elektronische Zündung nachrüstest, steht es aber meist in der Anleitung, ob Du die Zündspule wechseln musst. Ob die Zündung kontaktgesteuert ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Gruss
Robert
welche Spule welchen Innenwiderstand hat, kann ich im Moment mit Sicherheit nicht sagen. Wenn Du eine elektronische Zündung nachrüstest, steht es aber meist in der Anleitung, ob Du die Zündspule wechseln musst. Ob die Zündung kontaktgesteuert ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
Gruss
Robert
Re: Zündspule
Moin Hans-Uwe,
bist du dir sicher, dass der Zündspulen-Vorwiderstand temperaturabhängig ist? Meines Wissens wurde er in den Primärstromkreis eingefügt, um in Verbindung mit der hierdurch möglichen Spule mit niedriger Primärinduktivität die reziproke Abhängigkeit der Zündfunkenenergie von der Motordrehzahl etwas abzumildern. Natürlich kann man ihn auch zur Anhebung der Zündspannung beim Anlassen heranziehen. Dies erfordert jedoch seine Überbrückung durch ein Relais oder einen separaten Kontakt am Anlasser-Magnetschalter während des Startvorgangs.
Beste Grüße
Uwe
bist du dir sicher, dass der Zündspulen-Vorwiderstand temperaturabhängig ist? Meines Wissens wurde er in den Primärstromkreis eingefügt, um in Verbindung mit der hierdurch möglichen Spule mit niedriger Primärinduktivität die reziproke Abhängigkeit der Zündfunkenenergie von der Motordrehzahl etwas abzumildern. Natürlich kann man ihn auch zur Anhebung der Zündspannung beim Anlassen heranziehen. Dies erfordert jedoch seine Überbrückung durch ein Relais oder einen separaten Kontakt am Anlasser-Magnetschalter während des Startvorgangs.
Beste Grüße
Uwe
Beste Grüße, Uwe
Re: Zündspule
hallo HUF und Uwe,
ich glaube es gibt beide Möglichkeiten, wobei die mit dem Relais wohl die häufigere ist. Nach meinem Wissen dient er, wie HUF schreibt, dazu, die Arbeitsspannung bei ca. 8-9V zu halten.
Wie die Schaltung bei der DS ist und welche Modelle einen Vorwiderstand haben sollten, würde mich auch interessieren. Meine DS hat keinen VW.
Zur Schaltung mit Relais hier ein link:
http://www.02-club.de/technik/elektrik.htm
Viele Grüße
Pit
ich glaube es gibt beide Möglichkeiten, wobei die mit dem Relais wohl die häufigere ist. Nach meinem Wissen dient er, wie HUF schreibt, dazu, die Arbeitsspannung bei ca. 8-9V zu halten.
Wie die Schaltung bei der DS ist und welche Modelle einen Vorwiderstand haben sollten, würde mich auch interessieren. Meine DS hat keinen VW.
Zur Schaltung mit Relais hier ein link:
http://www.02-club.de/technik/elektrik.htm
Viele Grüße
Pit