Grund genug der Heimat für ein paar Tage den Rücken zu kehren.
Nein, ich bin kein Faschings-Fan, konnte ehrlich gesagt mit dem merkwürdigem Fest noch nie etwas anfangen.
Und während alle so im Trouble der Tage aufgingen, haben sich zwei Sauerländer in den Zug gesetzt um vor dem Verkleidungswahn zu flüchten.
Ihr Fluchtpunk : Ein Dorf im schönen Süden Frankreichs.
Die Abfahrtszene läßt erahnen worum es geht

Jawohl, wird sind in göttlicher Mission unterwegs !
Dazu muß ich zunächst mal beichten, das ich unsere schöne DS, die ihr ja schon hier aus dem Forum kennt ( siehe read.php?1,17583,page=1 ) verkauft hab.
Dieser Zustand konnte natürlich nicht längerfristig getragen werden. Und so machten wir uns auf die Suche nach einer neuen Göttin.
Das war zunächst mal garnicht so einfach, denn wenn schon, denn möchte man ja auch aufsteigen. Die DSuper mit 5-Gang Handschaltung hat zwar schon mächtig Spaß gemacht, aber die Halbautomatik reizt mich sehr. Und ein bischen mehr Ausstattung - in Gestallt der Pallas Version - wäre natürlich auch nicht schlecht.
Vom Einspritzer IE wurde mir abgeraten, zu schwer zu warten, zu zickig in Verbindung mit der HA ... namentlich stand also nun eine DS 21 Pallas HA auf unserem Wunschzettel. Nach einem DS-Desaster in Belgien und der Erkenntinss, das es in Holland zwar auch ne Menge schöner Göttinen gibt, diese aber zumeist simpelst ausgestattet und eher in mäßigem Blechzustand verkehren, konzentrierten wir die Suche auf Frankreich.
Dort tauchte vor längerer Zeit schon eine Goldmetallicfarbene DS 21 Pallas HA auf. Offenbar toller Zustand, braune Ledersessel, Technisch durchrepariert - Herz was willst Du mehr.
Fortan hing dieses Angbot überm Schreibtisch, und je länger die Suche andauerte, um so attraktiver wurde es. Irgendwann hab ich dann ausgesprochen was eigentlich schon längst klar war :"Vadder, "unsere" DS steht in Süd-Frankreich, da müßen wir jetzt halt irgendwie hin, alles andere wäre nur ein Kompromiss!". Der Verkäufer zeigte großes Verständniss für unser Ansinnen, und so nahm die Planung konkrete Formen an und führte letztendlich dazu das wir am Karnevals-Samstag mit großen Erwartungen in Richtung Süden gestartet sind. Zugegeben, über 1300km für ein Auto zurück zu legen, von dem man lediglich ein paar Bilder im Computer gesehen hat, ist vielleicht etwas .... verrückt ... aber das lasse ich mir gefallen
Ab jetzt gibts kein zurück mehr

Für entsprechende Lektüre war gesorgt

Den Rest gaben uns die freundlichen Thalys-Bediensteten. Wein, Kaffee, Mittagessen ... alles all-in so man denn die 1.Klasse gebucht hat - angesichts von 10Euro Mehrpreis wäre man blöde wenn man´s nicht machen würde

Vorm Fenster prescht die Landschaft vorbei, während man sich dem Leibeswohl hingibt

Und ehe man sichs versieht ist man auch schon in Paris ...

... um dort vor dem einzigem funktionierenden Metro-Ticketautomaten zu boebachten wie die Zeit immer knapper wird, den Bahnhof mit dem Anschlusszug zu erreichen
Ab Paris gings dann im TGV weiter. Immernoch schnell, aber mit deutlich weniger Verwöhnaroma als im Thalys ... obwohl

Nach 10 Stunden auf der Schiene, wurden wir dann überaus freundlich von unserem Geschäftspartner am Bahnhof empfangen.

Leider lebt Patrick mit seiner Familie gute 60 Landstraßenkilometer vom Bahnhof entfernt. Bei der Bewältigung dieser Strecke hab ich ihm natürlich überaus gern geholfen.

Dafür durfte ich dann aber auch tanken - und zwar verbleites Super !

In einem kleinen romantischem 400 Jahre alten Haus inmitten hübscher Gegend endete unser Trip dann. Wir waren froh endlich da zu sein, und hätten es wirklich nicht besser antreffen können !
Die DS top, soweit man das am Abend noch sehen konnte, und die Verkäufer suuuper nett, gastfreundlich, zuvorkommend ... wir waren einfach überwältigt ! Zum Abendessen wurden wir gar wunderbar bekocht. Ich hab vergessen wie viele köstliche Gänge es waren. Mein Erinnerungsvermögen verabschiedete sich während der Disskussion ( incl. praktischer Analyse am Objekt ) welcher Pastis, Wein bzw. Calvados zu bevorzugen ist. Der nächste Morgen begann also mit ein wenig eigenmedikation, und das für 8 Uhr verabredete Frühstück ließ sich freilich nicht ganz einwandfrei einhalten, was aber niemanden wirklich störte.


Hier zu sehen : Der Grund für den Verkauf der DS : Diese DS gehörte Patrick schon vor knapp 30 Jahren einmal. Als ihm der Wagen nun wieder über den Weg lief konnte er verständlicherweise nicht ablehnen.

Behutsam aber bestimmt werde ich in das Wesen der alten Dame eingeführt

Nachdem klar war das mein Herz ebenso an alten Daf´s hängt, fiel Patrick ein das da noch ein 33 irgendwo in der Nachbarschaft auf dem Feld steht.
Auf dem Weg dorthin kamen wir an dem Hof seiner Mama vorbei, dort steht in einer Scheune ein toll erhaltener CX 2,5 IE Pallas ( mit Vinyldach !). Der Kenner weiß das es sich hierbei um ein seltenes Modell der ersten Serie handelt. Der 2,5 IE Motor wurde nämlich eigentlich erst in der zweiten CX Serie populär - und zwar als Gti. Im Bild hinten rechts zu erahnen : Eine Ente aus den fünfziger Jahren in herrlichem Scheunenfund-Zustand ... da soll man trockene Mundwinkel behalten ...

Hier schlummerte bis vor kurzem der 33 - inzwischen war aber ein "Collecionneur" uns zuvor gekommen ... merde

Dafür gings nun ab zu Patricks Arbeitsplaz, einer Iveco LKW-Werkstatt. Dort konnten wir der alten Madame mal hübsch unters schöne Blechkleid schauen, und genossen einen ebenso überzeugenden Anblick wie von oben : R O S T F R E I ! ! !
Ganz im Gegensatz zu diesem Citroën HY mit Kühlkoffer den ich auf dem Werkstattgelände entdeckte.
Hier hat die Natur ganz klar gesiegt - ein traumhafter Anblick


Gegen Mittag haben wir uns dann verabschiedet und steuerten über schöne Landstraßen unserem Tagesziel entgegen.


Es fällt schwer, bei all den Occassionen am Straßenrand standhaft zu bleiben

Selbst vorm Formule1 Billighotel sieht unser Goldstück noch goldig aus.

Da wir keine Lust hatten fürs Abendessen noch groß durch die Gegend zu fahren, beließen wir es bei rudimentären Zutaten ...

Am nächsten Tag wurde für die entsprechenden Assessoires gesorgt

Einen kleinen Mitfahrer hatten wir auch
Neben einer hübschen DS haben wir nun auch noch liebe Freunde in Frankreich gewonnen.

Da wir die DS mit H-Kennzeichen zulassen wollen, frage ich mich nun ob eine Warnblinkanlage nachgerüstet werden muß ? Hat da jemand - auch praktische - Erfahrungen ? Aus der Schlacht-DS hab ich ja noch den Schalter und ggf. Relais. Hat vielleicht schon mal jemand soetwas gemacht und weiß wie man das am einfachsten anschließt ? Seit kurzem geht sie aus wenn man auf der Bremse steht und anhält bzw. runterschaltet. Dem hab ich nun erstmal provisorisch entgegengewirkt indem ich das Standgas eine Idee erhöht hab. Was aber ja nicht Sinn der Sache ist, denn eigentlich sollte die Drehzahl ja in Neutralstellung angehoben werden, richtig ?
Ich glaub, da muß ich mich mal näher mit beschäftigen.
salü,
Benny
