Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 HA

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ACCM Alex
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Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 HA

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo,

es geht um meine 74er DS 23 Pallas HA. Ich liege mittlerweile sozusagen in den letzten Zügen der Technikrestauration und habe nun alles soweit zusammen, dass ich an einen Startversuch dachte. Heute sollte der grosse Tag sein. Bevor man drauf hinweist: Ich habe schon den Motor ausreichend ohne Zündkerzen drehen lassen und konnte mich davon überzeugen, dass sowohl die Öldrucklampe ausgeht wie auch das Öl ordnungsgemäß bis oben in den Zylinderkopf kommt. Nun gut. Also Kerzen rein, die Zündung, es ist eine 123- Ignition, nach Anleitung voreingestellt. Dann provisorisch, da der Tank noch nicht wieder drin ist, die Pumpe den Sprit aus einem Kanister saugen lassen. Dann der erste, der zweite, der dritte Startversuch: leider NICHTS! Anlasser dreht wunderbar schnell, reicht locker zum anlaufen. Nachgeschaut: Zündfunken ist auch da. Nur: (und hier kommt das erste Problem) die Pumpe fördert den Sprit nicht. Hm, da sie neu ist, eher ungewöhnlich. Ich musste den Pumpenstössel aus meinem alten Motor in den "neuen" (also überholten) übernehmen, da ich den, der ursprünglich drin war, nicht mehr fand... Gut, ich kenne die Sache mit den, ich glaube drei, unterschiedlich langen Stösseln, aber bei zwei Motoren eines selben Baujahres und nach den Motornummern nicht soweit voneinander entfernt? Zu kurzer Stössel? Okay, die Pumpe baue ich nochmal aus.
Daher die erste Frage:

Wie weit muss der Stössel denn bei maximalem Hub der Nockenwelle herausstehen?

Daraufhin am Vergaser kurz den Deckel ab, mit der Spritze Benzin in die Schwimmerkammer gegeben. Dann die nächsten Versuche: wieder nichts!
Daher Frage Nummer zwei:

Was könnte den Motor noch am anspringen hindern? Er macht noch nicht mal den Versuch, gar nichts.

Dazu noch wichtige Infos:

- kompletter Kabelbaum ist NEU (Christian Fahrig)
- Zündkabel NEU
- Zünspule praktisch auch NEU
- 123- Ignition hat vor der Restauration funktioniert, ebenso Lichtmaschine, Regler, Vergaser
- Zündkerzen sind auch neu, wenn auch NOS und deutlich älter. Aber dass alle 4 kaputt sind, ist ja wohl eher unwahrscheinlich...

Ich habe den kompletten Kabelbaum streng nach der Nummerierung wie auch den Stromplänen im Handbuch angeschlossen. Bisher keine Probleme. Die relevanten Sicherungen sind auch alle drin.
Was mich noch stutzig macht, eventuell hängt alles zusammen:
Bei Zündung an KEINE Ladekontrolle! Und: der Anlasser dreht NUR, wenn man auf den Knopf am Anlasserrelais an der Batterie drückt, beim Wählhebel tut sich nichts. Dazu passend: Drückt man den Wählhebel bei Zündung AN in Richtung anlassen, passiert, wie gesagt, nichts. Macht man das aber bei Zündung AUS, leuchtet die Ladekontrolllampe!!!
Vielleicht ist das ein Hinweis: am Anlasserrelais habe ich noch ein gelbes Kabel mit grüner Markierung frei, wo muß das hin? Das Handbuch kennt dieses Kabel nicht. Eventuell ist die Markierung des Anlasserrelais auch eher zufällig (also das gelb und grün evtl. wurscht?), es ist das bei z.B. Sassen angebotene, habe ich vor ca. 2 Jahren gekauft.

Nun gut, vielleicht wissen ja die absoluten Elektrik. Cracks unter Euxh spontan eine Lösung oder es ist etwas falsch, an das ich noch gar nicht gedacht habe...

Danke im voraus und Grüße


Alex
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Thomas Held Verified
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 H

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hallo Alex,

> Bei Zündung an KEINE Ladekontrolle! Und: der
> Anlasser dreht NUR, wenn man auf den Knopf am
> Anlasserrelais an der Batterie drückt, beim
> Wählhebel tut sich nichts.

Das passt in soweit zusammen, als der Massekontakt fuer die Spule des Anlasserrelais (ueber den Kontakt am Waehlhebel geschaltet) der gleiche ist, wie der fuer die Ladekontrollampe. Leuchtet die Kontrolllampe nicht, d.h. Lima laedt aufgrund drehenden Motors ist kein Anlassen ueber die Relaisansteuuerung moeglich.

> Dazu passend: Drückt
> man den Wählhebel bei Zündung AN in Richtung
> anlassen, passiert, wie gesagt, nichts. Macht man
> das aber bei Zündung AUS, leuchtet die
> Ladekontrolllampe!!!

Das duerfte nicht passieren, da die Ladekontrollampe erst durch einen Schalter im Zuendschloss mit + 12 V versorgt wird. Offensichtlich liegen aber 12 V auch ohne Zuendschlossbetaetigung an.
Das hoert zusammen mit der Fehlfunktion bei gedrehtem Zuendschloss so an, als wuerdest Du mit dem Zuendschloss die 12 V-Versorgung des Ladereglers ABschalten...!?

> Vielleicht ist das ein Hinweis: am Anlasserrelais
> habe ich noch ein gelbes Kabel mit grüner
> Markierung frei, wo muß das hin?

Nirgends. Das Kabel fuehrt Dauerplus, z.B. fuer die Versorgung eines Kompressorhorns.
Gruss,

Tom




Gruß

Tom
ACCM Alex
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 HA

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo Tom,

danke für Deine schnelle Antwort.

Tja, es ist wohl wirlklich so, dass ich anscheinend beim Zündung EINSCHALTEN die 12V- Versorgung des Reglers ABschalte und beim AUSSCHALTEN wohl EIN... Aber wie kann das sein? Was ich beim Kabelbaum- Anschluß am Zündschloß jedoch machen musste, ist folgendes:
Der neue Kabelbaum hatte als Stecker zum Zündschlossanschluss den bekannten weissen 6- fach- Stecker, der alte Kabelbaum hatte direkt die Verbindung schwarze runde "Steckmuffe" auf runden Zündschlossstecker. Daraufhin musste ich den Anschluss derart modifizieren, dass ich mir ein anderes, passendes Zündschloss besorgte, dass diesen weißen Stecker direkt am Schloss hat. Dann habe ich alle Kabel nach und nach getrennt und mit meiner schwarzen Steckermuffe wieder verbunden. Die dann wieder an das Zündschloss im Wagen und den nun angearbeiteten weißen Stecker an den neuen Kabelbaum. Dabei bin ich aber streng der Reihe nach gegangen und habe die Kabel wieder passend angeschlossen. Zudem waren die Farbkennzeichnungen alt wie neu dieselben und passten sowohl vorher wie auch nachher. Daher denke ich, dass darin der Fehler bezüglich Ladekontrollleuchte nicht liegen kann... Oder etwa doch???

Grüße

Alex
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Thomas Held Verified
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 H

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hi Alex,

ich glaube auch nicht, dass es an der Zuendschlossverkabelung liegt. Deshalb schrieb ich ja auch, es scheint so, als ob...
Da die drei Schaltkontakte im Zuendschloss einfache Einschalter und keine Umschalter sind, kann ein versehentliches Ein- statt Ausschalten der Zuendung und umgekehrt gar nicht vorkommen.
Funktionieren denn andere zuendschlossgeschaltete Verbraucher (z. B. Blinker) wie vorgesehen nach dem Schluesseldreh und vorher nicht? Und unter welchen Umstaenden hast Du, wie oben geschrieben, Zuendfunken sehen koennen (Zuendung ein?)?
Man muss sich mal das Schaltbild ansehen (habe es nicht zur Hand), dann kommt man bestimmt noch drauf...
Gruss,

Tom
Gruß

Tom
pauli
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 H

Beitrag von pauli »

Riecht irgendwie verdaechtig nach Masseproblem. Sind alle Masseverbindungen ordentlich angeschlossen? Motor UND Karosserie auch?
ACCM Alex
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 HA

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo Tom, hallo Pauli,

ja, ich bin mittlerweile auch bei Masseproblemen. Der Regler bekommt wohl, so ich dass noch weiss, ZWEI Massekabel. Eins wird in Form eines Flachsteckers am Reglerfuß angesteckt, dass war auch im Kabelbaumteil enthalten, kein Problem. Dann muss da aber noch eines sein von einer Deckelverschlussschraube an die Batterie, richtig? Das werde ich morgen mal provisorisch einbauen und weiterschauen. Ansonsten fehlt mir wohl auch noch ein Massekabel von Batterie direkt an die Karosserie (das dicke zur Wasserpumpe ist natürlich angeschlossen). Ich glaube, dass soll an einer der Befsetigungsschrauben des Batteriehalterahmens befestigt werden, so jedenfalls meine graue Erinnerung... Diesbezüglich geben auch die Schaltpläne nichts her, dort sind auch nicht alle Masseverbindungen enthalten, leider. Da werde ich aber mehrmals hinein- und wieder herausschrauben, da sich noch Reste des neuen Lacks in den Gewinden des Chassis befindet bzw. befinden könnten.

Was meint Ihr zur Benzinpumpe? Ist schon kurios, oder? Ich habe vorhin mal nachgeschaut, die 3 verschiedenen Stössel haben jeweils eine Abstufung von ca. einem halben Millimeter (48,06mm, 48,57mm und 49,08mm), dass kann ja wohl nicht ausmachen, dass die Pumpe gar nichts fördert. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Eventuell werde ich es mal mit "anfüttern" durch den Schlauch probieren, wie man es bei der Hydraulikpumpe auch macht. Ich melde mich wieder.

Grüße,

Alex

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pauli
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 H

Beitrag von pauli »

Leg einfach provisorisch (z.B. mit einem Starthilfekabel) eine Masseverbindung vom Motor an einen leitenden Karosserieteil.

Ich hatte letzthin bei meinem daily driver ein aehnliches Problem. Man wuerde nicht glauben, was fuer eigenartige Dinge dann passieren koennen...
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Thomas Held Verified
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 H

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hallo Alex,

ich habe mir mal ein Schaltbild von einem D-Modell nach 1972 angesehen. Zum einen scheint der Blinker da gar nicht mehr zuendschlossgeschaltet zu sein, so dass mein vorgeschlagener Test des Zuendschlosses gar keiner waere...
Zum anderen denke ich auch, dass es ein Masseproblem ist. Falls der Laderegler keine Masse sieht, sind die Symptome genau die, die Du beobachtest, d.h. bei eingeschalteter Zuendung kein Aufleuchten der Ladekontrolle und kein Ausloesen der Anlasserrelaisspule, weil beiden die selbe Masseverbindung fehlt.
Schaltest Du jetzt die Zuendung aus, so liegen beim Betaetigen des Anlasskontaktes 12 V ueber der Reihenschaltung aus Anlasserrelaisspule, der Ladekontrolllampe und moeglicherweise noch eines anderen leistungsstarken Verbrauchers, der an der gleichen 12 V-Versorgung, wie die Ladekontrolllampe liegt, in Reihe gegen Masse. Das kann zum Beispiel der eingeschaltete Lueftermotor sein. Relaisspule und vor allem Lueftermotor haben eine hoehere Lesitungsaufnahme, als die 2 oder 3 W-Ladekontrollampe, so dass deren Widerstand entsprechend gering ist. Die meisste Spannung faellt also ueber der Gluehlampe der Ladekontrolle ab, waehrend die geringen Spannungsabfaelle an Spule und Lueftermotor diese nicht zum Ansprechen bringen. Die 12 V kommen also bei diesem Szenario quasi von hinten ueber die Anlasserrelaisspule, waherend der eigentliche 12 V-Anschluss der Ladekontrolle als Masseanschluss ueber den genannten starken Verbraucher fungiert.
Die Ladekontrollleuchte muesste dabei eigentlich etwas schwaecher leuchten als normal, da nicht die vollen 12 V ueber der Lampe abfallen.
Gruss,

Tom
Gruß

Tom
Doctor-D
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 HA

Beitrag von Doctor-D »

Der Flachstecker am Regler auf der Klemme BOB(Bobine) hat 12V geschaltetes Plus, keine Masse.
Das mit der Pumpe ist kurios.Pumpe neu oder gebraucht?Ist der Saugschlauch wirklich dicht, mit einem Leck zieht die Pumpe keinen Sprit.Besorge Dir eine Blasenspritze aus der Apotheke und zieh den Sprit durch die Pumpe hoch.Hartgesottene ziehen mit dem Mund, aber Sprit ist karzinogen, nicht gesund und schmeckt zum speien.Zur Not mit Bremsenreiniger in den Vergaser, ist aber in dem Fall nicht ungefährlich.Denn:

Ich vermute fast, daß der Verteilerantrieb 180° verdreht ist, dann zündet der Motor in die Überschneidung und es knallt und kann einen Rückschlag aus dem Vergaser geben.Also nicht ´reinschauen, sonst siehts Du aus wie Naddel frisch von der Sonnenbank.
Nimm die Ventilhaube mal ab und stell den Motor auf 1.Zylinder Zündung OT, 4.Zylinder Überschneidung.Wo schaut dann der Verteilerfingerfinger hin?Wenn ok, Sprit und es müsste laufen, da die LED in der 123 leuchtet.Somit hasst Du auch auf BAT/Klemme 15 12V.
Wenn nicht den Verteilermitnehmer am Verteiler umdrehen oder schlicht die Zündreihenfolge der Kabel an der Kappe kehren.


ACCM Alex
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Re: Probleme nach/ bei Restaurierung: DS 23 HA

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo,

danke für Eure Tips.
Also, ich habe heute folgende Masseverbindungen überprüft:

- Batterie zu Wasserpumpe
- Batterie zur oberen Befestigungschraube des Reglers
- Batterie zur Karosserie über eine Befestigungsschraube des kleinen dreieckigen Bleches unter der Lenkung am linken Träger

Alle da und auch alle okay, zum Teil von mir neu gemacht. Daher bin ich weiter ratlos. Ich habe nun auch mal Lichtmaschine und Regler gegen zwei andere Exemplare nacheinander getauscht, ohne Erfolg. Nach dem Reglertausch hatte ich dann das Phänomen, dass sich an der roten Klemme (+) des Reglers kurz nach dem einschalten der Zündung leichte Rauchwolken zeigten... Ich hoffe nur, ich habe ihn nicht gleich geschrottet. Eventuell ist das ein Hinweis? Nun habe ich noch einige andere mechanische Regler hier herumliegen. Ich habe einen provisorisch angeschlossen, er hat die Klemmen +, - und EXC, dürfte für die Ente o.ä. sein. Ich habe nur die drei Schraubklemmen angeschlossen, den Flachstecker für geschaltetes 12V Plus habe weggelassen. Damit war der Effekt so, dass beim Zündungseinschalten die Ladekontrolle an war! Als ich nun den Ganghebel in Anlassstellung brachte, ging die Ladekontrolle aus! Für mich sieht das so aus, als wäre vielleicht eine Leitung zum Schalter am Wählhebel defekt, falsch angeschlossen o.ä.?! Wobei ich davon bei einem NEUEN Kabelbaum nicht ausgehe.

Zur Benzinpumpe:
Also die ist wie gesagt NEU. Ebenso alle Schläuche. Zur Zeit ist der Tank noch nicht wieder drin, daher soll die Pumpe den Sprit direkt aus einem Kanister, der neben dem Wagen steht, ziehen. Das mit dem Sprit durch die Pumpe hindurchziehen kann ich probieren, vielleicht hilfts.

Beim Verteiler bin ich mir sehr sicher, dass dieser richtig drin ist. Nach dem Zusammenbau der ganzen Geschichte habe ich sowohl die Markierung auf der Riemenscheibe neu angebracht wie auch den Verteiler an sich streng nach Anleitung eingebaut. Aber klar, schaue ich auch nochmal nach. Mich wundert halt nur, dass der Motor nicht mal den leisesten Versuch macht, anzuspringen. Wohlgemerkt mit Benzin in der Schwimmerkammer, was augenscheinlich auch den Weg durch den Vergaser findet, das sieht und riecht man...

Wie gehabt, ich melde mich wieder!

Grüße,

Alex
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