Mit welchen Folgeschäden bzw. -kosten ist bei einer DS mit LHS-System zu rechnen, die ca. 2,5 Jahre unbenutzt in der Garage stand?
- Neue Reifen - ok
- Neue Federkugeln - wohl auch
- Alle Flüssigkeiten tauschen - klar
Ferndiagnose ist schwierig, ich weiß, aber kann man bei dieser Standzeitlänge damit rechnen, dass alle relevanten Komponenten des hydraulischen Systems aufgrund der aggressiven LHS-Eigenschaften zu erneuern sind?
Drucküberprüfung (in Höchststellung ca. 15 Minuten laufen lassen) war bis jetzt noch nicht möglich. Aber auch wenn dieser positiv sein sollte, was wird einem wahrscheinlich auf den nächsten 500km blühen?
Danke im Voraus für eure Beiträge!
Standschäden DS mit LHS - wie stark?
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Sensenmann
- Beiträge: 1029
- Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Also als ich meine 59er mit ca. 20 Jahren Standzeit bekam, ging ich davon aus das sämtliche Hydraulikteile nur noch rostige Klumpen sind.
Jetzt zeigt sich daß die Befürchtung anscheinend unberechtigt war.
Ich glaube inzwischen daß LHS nicht das hochagressive Teufelszeug ist, als das es immer dargestellt wird.
Und deswegen, (Hans Uwe lies das) bleibt mein System auch so rot wie meine politische Überzeugung
Jetzt zeigt sich daß die Befürchtung anscheinend unberechtigt war.
Ich glaube inzwischen daß LHS nicht das hochagressive Teufelszeug ist, als das es immer dargestellt wird.
Und deswegen, (Hans Uwe lies das) bleibt mein System auch so rot wie meine politische Überzeugung
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Nach 2,5 Jahren Standzeit muss man nicht zwangsläufig von Schäden ausgehen es sei den das LHS ist uralt und voll Wasser.
Aufschluss darüber erhält man zB wenn man die hintere Federzylindermanschette mal über den Anschluss der Leckleitung entleert.
Sieht die Flüssigkeit gut aus würde ich nichts machen ausser das LHS zu wechseln.
Die Reifen dürften wohl hin sein da stimme ich zu.
Aufschluss darüber erhält man zB wenn man die hintere Federzylindermanschette mal über den Anschluss der Leckleitung entleert.
Sieht die Flüssigkeit gut aus würde ich nichts machen ausser das LHS zu wechseln.
Die Reifen dürften wohl hin sein da stimme ich zu.
- Michael Klette
- Beiträge: 1395
- Registriert: Mo 21. Apr 2003, 10:58
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Die Meinung meines Vorredners kann ich nicht bestätigen. Meine 58er ID, die ich von '84 bis '90 fuhr hatte nach einer Standzeit von 20 Jahren erhebliche Standschäden. Die Revision hat schon damals über 7500,-DM gekostet. Nach den Winterpausen gab es immer kleinere Probleme mit der Hydraulik und das trotz der Revision. LHS-Autos müssen bewegt werden!
Nichtsdestotrotz denke ich, dass nach 2,5 Jahren Stillstand keine Korrosionsschäden zu erwarten sind, aber kleinere Probleme werden ziemlich sicher zu erwarten sein.
Gruß Michael
Nichtsdestotrotz denke ich, dass nach 2,5 Jahren Stillstand keine Korrosionsschäden zu erwarten sind, aber kleinere Probleme werden ziemlich sicher zu erwarten sein.
Gruß Michael
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Sensenmann
- Beiträge: 1029
- Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Natürlich zerlege ich alles und wechsele die Gummis. Ich habe auch gerade erst angefangen die Teile zu zerlegen.
Sagen wir mal: Ich habe Glück gehabt!
Andererseits: Jedes normale Auto hat Hydraulikbremsen mit hygroskopischer Bremsflüssigkeit. Da ist es nach 2,5 Jahren Standzeit in der Regel auch mit einem Bremsflüssigkeitswechsel getan. Ausnahmen kenne ich nur vom Trabbi wo die Bremskolben so tief in den Zylindern liegen, daß der obere Teil des Bremszylinders frei liegt, aufrostet und der Wagen dann nicht mehr bremst.
Sagen wir mal: Ich habe Glück gehabt!
Andererseits: Jedes normale Auto hat Hydraulikbremsen mit hygroskopischer Bremsflüssigkeit. Da ist es nach 2,5 Jahren Standzeit in der Regel auch mit einem Bremsflüssigkeitswechsel getan. Ausnahmen kenne ich nur vom Trabbi wo die Bremskolben so tief in den Zylindern liegen, daß der obere Teil des Bremszylinders frei liegt, aufrostet und der Wagen dann nicht mehr bremst.
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Hallo Fliege,
ich habe meine ID 19 nach 5 Jahren Standzeit in einer feuchten Garage übernommen. Meine DS 19 hatte 25 Jahre in einer Scheune hinter sich. Bei der ID sah es zunächst ganz gut aus, die Bremsen waren fest, die Korrektoren waren total verdreckt, aber sonst schien erstmal alles ok. Die Kugeln hatten zu wenig Druck und mussten nachgefüllt werden. Dieser Eindruck relativierte sich innerhalb der ersten paar Tankfüllungen: Die HD-Pumpe wurde undicht, die Lenkung begann zu sabbern, die Gelenkleitungen sonderten LHS ab usw. Nach 10000 km waren an Organteilen nur noch die Federzylinder, das Bremsventil und der Sicherheitsschieber die alten, alle anderen Teile musste ich überholen. Die genannten Teile funktionieren auch nach 60000 km immer noch einwandfrei. Der Befund bei der DS nach der viel längeren Standzeit war übrigens ganz ähnlich, auch hier konnten sich Bremsventil und Federzylinder (und die Niederdruckpumpe) gegen die Zeit behaupten. Die vorderen Bremsen, die ich als erstes gemacht hatte, gingen schon im Laufe der Restaurierung wieder fest. Besonderes Augenmerk solltest Du auf die Schaltzylinder richten, die werden gerne undicht und das LHS ergiesst sich völlig unbemerkt ins Getriebe, was zu erheblichen Schäden führen kann.
Gruss
Robert
ich habe meine ID 19 nach 5 Jahren Standzeit in einer feuchten Garage übernommen. Meine DS 19 hatte 25 Jahre in einer Scheune hinter sich. Bei der ID sah es zunächst ganz gut aus, die Bremsen waren fest, die Korrektoren waren total verdreckt, aber sonst schien erstmal alles ok. Die Kugeln hatten zu wenig Druck und mussten nachgefüllt werden. Dieser Eindruck relativierte sich innerhalb der ersten paar Tankfüllungen: Die HD-Pumpe wurde undicht, die Lenkung begann zu sabbern, die Gelenkleitungen sonderten LHS ab usw. Nach 10000 km waren an Organteilen nur noch die Federzylinder, das Bremsventil und der Sicherheitsschieber die alten, alle anderen Teile musste ich überholen. Die genannten Teile funktionieren auch nach 60000 km immer noch einwandfrei. Der Befund bei der DS nach der viel längeren Standzeit war übrigens ganz ähnlich, auch hier konnten sich Bremsventil und Federzylinder (und die Niederdruckpumpe) gegen die Zeit behaupten. Die vorderen Bremsen, die ich als erstes gemacht hatte, gingen schon im Laufe der Restaurierung wieder fest. Besonderes Augenmerk solltest Du auf die Schaltzylinder richten, die werden gerne undicht und das LHS ergiesst sich völlig unbemerkt ins Getriebe, was zu erheblichen Schäden führen kann.
Gruss
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Danke für eure Rückmeldungen. Wie fast erwartet erinnert mich das Ganze ein wenig an russisches Roulette - man kann Glück haben oder ins Verderben gestürzt werden (ok, ganz so schlimm wahrscheinlich doch nicht).
@ Robert: Das mit den Schaltzylindern kannte ich noch nicht. Bezog sich dein Beitrag auf die klassische Variante mit Halbautomatik oder auf die manuelle Schaltung?
@ Robert: Das mit den Schaltzylindern kannte ich noch nicht. Bezog sich dein Beitrag auf die klassische Variante mit Halbautomatik oder auf die manuelle Schaltung?
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Sensenmann
- Beiträge: 1029
- Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01
Re: Standschäden DS mit LHS - wie stark?
Schaltzylinder gibt es nur bei der Halbautomatik.