Zylinderlaufbuchsen demontieren

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ACCM Alex
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Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo,

im Rahmen meiner DS Restaurierung bin ich zur Zeit dabei, den Motor zu bearbeiten. Das zerlegen hat problemlos geklappt bis auf eine Sache.
Wie demontiere ich schonend die Laufbuchsen aus dem Motorblock um sie nicht zu beschädigen? Ich hatte eventuell daran gedacht, sie von unten mit einem zwischengelegten Holzstück leicht mit dem Hammer zu bearbeiten. Kann man das so machen oder wie habt Ihr das Problem gelöst?

Danke und Grüße

Alex
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MenrathU Verified
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Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von MenrathU Verified »

Moin,

sind die denn soo fest? Normalerweiose nimmt man die Pleuellagerdeckel ab und zieht Buchsen samt Kolben einfach nach oben aus dem Block.
Beste Grüße, Uwe
Frank T.
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Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von Frank T. »

Nein, sie kommen nicht immer einfach so heraus.Sie rosten bei französischem Ursprung gerne fest, deshalb ist die Hartholzmethode da nicht so schlecht.
ACCM Alex
Beiträge: 871
Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo,

da liegt der Frank nicht schlecht, das hatte ich so auch vermutet. Denn der Wagen kam ursprünglich aus Frankreich...
Mit der Hartholzmethode hatte ich Bedenken, da die Laufbuchsen ja sehr empfindlich sind. Ich meine mal gelesen zu haben, daß man sie in ausgebautem Zustand mit der bloßen Hand leicht zusammendrücken kann. Natürlich nicht viel und nicht sichtbar aber wohl soviel, daß man es mit den geeigneten Meßinstrumenten sehen kann...
Aber ich würde ja von unten vorsichtig immer im Kreis nach und nach probieren, sie mit leichten Schlägen zu lösen, natürlich mit zwischengelegtem Hartholz.
Nur will ich eben nichts kaputtmachen, da noch nicht sicher ist, ob ich Kolben und Buchsen doch weiterverwende, da sie eigentlich alle noch super aussehen. So kann man z.B. in den Buchsen noch die Spuren vom hohnen deutlich sehen. Die Kolben sehen ebenfalls sehr gut aus, ebenso alle Kolbenringe. Daher die Überlegung, zumindest diese Teile wieder einzubauen. Alles andere, alle Lager und auch die Steuerkette mit Peripherie usw. kommen neu.
Wie ist Eure Meinung?
Auch Kolben/ Buchsen praktisch auf Verdacht hin tauschen? Ich werde mal alles genauestens auf Verschleiß untersuchen und messen, dann gut überlegen, was ich mache.

Grüße

Alex
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Frank T.
Beiträge: 78
Registriert: Di 27. Aug 2002, 11:59

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von Frank T. »

Ich würde die Buchsen und Kolben mal vermessen(lassen).Hast Du eine Bügelmessschraube und einen Innentaster zur Verfügung?Das Zeug ist nicht ganz billig, wenn man das neu kaufen muss.Du solltest die Einbaulage der Buchsen markieren.Sehr wichtig ist der Ringspalt der Kolben, wenn der Ring zu sehr flext, der gräbt sich ein Trapez in den Kolben, dann neigt er zum Brechen oder schlechter Abdichtung.
Letztlich steht der Aufwand zur Revision der alten Kolben und Büchsen in keinem Verhältnis zum Preis eines neuen Satzes.Zumindest bei 21er läuft das bisher ganz gut, nur keine PerfectCircle mit Hologrammsticker kaufen, die sind übel.Echter Reproshit.
Zusammendrücken kann man die Büchsen nicht, ist ja keine Coladose, aber trotzdem aufpassen, den Rand unten nicht zu zerschlagen.Wenn Du oben an der Büchse einen Absatz fühlst, also in OT im Bereich des obersten Kolbenrings,
dann ist ist das eh ein fall für die Tonne, genauso wie bei "wie Polierten" Laufflächen oder Rost, so wie feine Äderchen.
Von zehn Motoren war bisher nur ein Satz gebrauchte brauchbar.
Louis de Funes
Beiträge: 219
Registriert: Sa 10. Nov 2007, 18:45

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von Louis de Funes »

Hallo Frank,
falls Du das noch unter Deinem alten Pseudonym liest....
Leider sind nirgends die Verschleißmaße oder auch nur die xakten Neumaße von Kolben und Zylinder angegeben... Was schlägst Du vor?

Meine Laufbüchsen sind bombenfest gerostet. Ich weiß zur Zeit noch nicht wie ich die rausbekomme. Hat jemand neue kreative Ideen???

Gruß

bernd
Gerhard Trosien
Beiträge: 1055
Registriert: Mi 5. Dez 2007, 07:04

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von Gerhard Trosien »

Eiin passend zugerichteter Holzklotz von unten gegen die Laufbüchse, dann mit dem Hammer von unten nach oben rausschlagen. Am besten mit einem mittelschweren bis schweren Gummihammer. Wichtig beim Zurichten des Klotzes und beim Schlagen ist, dass die Kraft gleichmäßig wirkt. Aber nicht zu vorsichtig sein: sooo schnell, wie mancher hier fürchtet, ist das Ding auch nicht hin.
Es gibt 2 Stellen, wo die Büchse festrosten kann: einmal oben, und dann natürlich unten, wo sie aufliegt. Außerdem kann (selten) der Wasserraum um die Büchse mit allerlei Zersetzungsprodukten gefüllt sein. Gerade bei Autos aus Frankreich...
Wer Zeit hat (wir schaffen glücklicherweise nicht gegen die Uhr und haben selten feste Fertigstellungstermine) sprüht die Stellen, wo die Laufbüchsen den Motorblock berühren, reichlich mit einem Rostlösemittel (Caramba, Berner ...) ein und läßt das Zeug wirken. Das eine oder andere Produkt hilft wirklich!
Louis de Funes
Beiträge: 219
Registriert: Sa 10. Nov 2007, 18:45

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von Louis de Funes »

Hallo Gerhard,
die Buchsen sind raus. Der entscheidende Tip war der Rostlöser oben am Buchsenkragen, denn nur dort kann die Büchse festrosten da Wasserkontakt. Unten schwimmt die Passung in Öl da die Büchse wasserseitig gedichtet ist.

Weichholz: in Stücke geschlagen. Hartholz dito. Dann 30mm Alurund weich genommen, ok.
Gummihammer: Zwecklos. Rückschlagfeier Kunststoffhammer (der bringt ein gutes Impuls-Weg-Verhältnis) mittelschwerer Größe ist die Lösung.
Leichte Schläge ohne Wirkung. Schwere Schläge zumindest am Anfang erforderlich.
Die Büchsen wurden beim Ausbau nicht beschädigt, allerdings habe ich darauf geachtet, daß der Alustab immer flächig auflag.
Die Buchsen sind so verkalkt oder verrostet das man sie anfangs nicht aus dem Gehäuse rausbekam. Erst nach gegenseitigem Abschleifen durch drehen ließen sie sich entnehmen.
Fahrzeuge ohne Frostschutmittel und lange gestanden: brisante Mischung, da nützt ein neuer Kühler ohne durchgespülten Motor nix. Ich werde die Soße jetzt mit Zitronensäure rausätzen.
MenrathU Verified
Beiträge: 1490
Registriert: Do 2. Jan 2003, 01:53

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von MenrathU Verified »

Louis de Funes schrieb:
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> Fahrzeuge ohne Frostschutmittel und lange
> gestanden: brisante Mischung, da nützt ein neuer
> Kühler ohne durchgespülten Motor nix. Ich werde
> die Soße jetzt mit Zitronensäure rausätzen.

Hallo Gendarm von St. Tropez,

die Zitronensäure funktioniert übrigens am besten und einfachsten in einem komplett, allerdings ohne den Thermostaten, montierten Kühlsystem bei betriebsbereitem Motor. Ca. 2 kg Zitronensäure in 5 l Wasser lösen (Obacht, das dauert...), einfüllen, mit Wasser komplett auffüllen und den Motor eine Weile laufen lassen. Man kann zumindest im Sommer auch eine Zeit lang mit diesem »Kühlmittel« fahren. Anschließend die Brühe ablassen und das System mit klarem Wasser aus dem Schlauch so lange spülen, bis wieder klares Wasser austritt. Wieder komplett entleeren, Thermostat einbauen und mit der richtigen Mischung auffüllen. Fertig.

Beste Grüße, Uwe
Jochen
Beiträge: 45
Registriert: Sa 23. Dez 2006, 00:58

Re: Zylinderlaufbuchsen demontieren

Beitrag von Jochen »

Hallo Uwe,

wie das geht echt? Eine Zitronensäure-Lösung in den normal montierten Motor einfüllen und dann entkalken?

Und wo füllst Du da ein? Ganz normal über den Kühlerdeckel?

Und was bringt das dann? Löst das dann das gesamte System frei? Auch so fingernagelgrosse Bröckchen aus Kalk? Und falls ja - warum sollte man sich dann überhaupt noch einen neuen Kühler oder Kühlernetz kaufen?

Viele Grüsse,
Jochen
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