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Motorwäsche und danach

Verfasst: Do 21. Sep 2006, 20:03
von Tom-HH
Moin liebe Gemeinde,

so ich hab ein ausgefallenes Problem, oder auch nicht, hm, sagts mir.

Da mein Wagen irgendwoher Öl verliert und ich wissen möchte wo es herkommt, hab ich eine Motorwäsche machen lassen.

Dummerweise hat der "Gute" voll auf den Ventildeckel gehalten, so dass die ganzen Kerzenschächte mit Wasser voll waren.

Nachdem ich alles Trockengelegt hatte, mit Pressluft und Lappen und laufen lassen,..... hab ich auch gleich ne neue Verteilerkappe draugesetzt.
Die Kabelverteilung ist meiner Ansicht nach richtig,.... ich habe die Ducellier Verteilerkappe und fange mit dem 2ten Zylinder an, dann kommt der 1te dann das Spulenkabel, dann der 3te dann der 4te.

Die Finger der Kappe stehen zur Windschutzscheibe, und die Zählrichtung ist von Motormitte nach außen, im Uhrzeigersinn.

So viel zur Vorgeschichte.

Ich hab den Wagen laufen lassen, ca 2-3 Stunden, danach hab ich ncohmals die Deckel der Kerzenschächte weggenommen um ihn besser trocknen zu lassen. Im Stand hatte er anfangs noch ein paar Zucker, aber nach ner gewissen Zeit nicht mehr, dann nur noch beim Fahren, hörte sich also an als ob er nur auf drei Töpfen läuft, oder unter Wasser, oder wie man das auch immer beschreiben will.
Bei hohen und bei niedrigen Drehzahlen (seeehr gemütlichem Beschleunigen) hatte er keine Probleme, nur bei normaler Fahrt.

Am Abend wollte ich ihn dann in die Garage fahren und da hörte das dann garnicht mehr auf,... ich dachte mir na ja vielleicht doch noch Feuchtigkeit, aber heute morgen war der Lauf sogar im Stand sehr unruhig, er hat auch nicht viel Leistung, eher garnicht.....

Hatte jemand schonmal dieses Phänomen, oder hat jemand nen Tipp was es noch sein könnte? (kabel, kerzen, stecker, kappe, finger,... alles schon untersucht, und für ok empfunden)

Hilfe ich brauch den Wagen am WE :-( Also schreibt dass die Tastatur raucht, und ich ne lösung hab :-)


Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Do 21. Sep 2006, 22:19
von karlmalden
hey tom,

vielleicht sind die Zündkabel hinüber? - vielleicht gibt immer noch irgendwo etwas Feuchtigkeit - was trocken einwandfrei läuft, ist feucht oft nich zu gebrauchen...

Citroën verbaute serienmäßig irgend etwas mit einer brüchigen Grafitseele - wenn ich mich nicht irre....

Als grundlegender Tip - aber vermutlich weisst Du es jetzt auch selber - eine "Motorwäsche" ist eine völlig überflüssige Erfindung der Automobilen Neuzeit - was will man an dem Klumpen "waschen"?

Bild

jedenfalls verträgt ein DS Wasser - zumal unter druck - unter der Haube nur sehr schlecht ...

;-))


solong maldini

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Do 21. Sep 2006, 22:33
von Tom-HH
Hi maldini,

seh ich eigentlich auch so, warum muß der denn blitzen,... wo was ölt kann schon nichts verkanten oder wie war der Spruch,....?

Aber um den Ölverlust zu finden muss es halt leider sein, kommt aber auch nicht mehr vor, außer zum TÜV, die Männer in den blauen Kitteln sind ja da total geil drauf. :-)

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 01:40
von patric
Hi Mr. malden,

> Citroën verbaute serienmäßig irgend etwas mit
> einer brüchigen Grafitseele - wenn ich mich nicht
> irre....

Du irrst: read.php?1,8088,8327#msg-8327

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 01:47
von patric
Tom,

> Da mein Wagen irgendwoher Öl verliert und ich
> wissen möchte wo es herkommt, hab ich eine
> Motorwäsche machen lassen.

Motorwäsche mit Druck und Wasser ist immer eine schlechte Idee - lieber Bremsenreiniger aus der Sprühflasche und dann mit viel Zeit und Mühe per Hand alles reinigen.

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 07:56
von karlmalden
ZÜNDKABEL GRAPHIT-SEELE:
Also, das mit dem Bleistift war schon toll. Nur.... es gibt garkeine Zündkabel mit Graphit-Seele. Wenn Du z.B. ein sog. Graphitkabel (rotes Kabel) zerlegst, wirst du folgenden Kabelaufbau sehen:
1. Die Seele besteht aus einem hochflexiblen, nichtleitenden Kunststoffkern.
2. Um diese Kunststoffseele ist ein nichtleitender (!), graphithaltiger, weicher und flexibler Mantel angebracht.
3. Um, bzw. auf diesen Mantel wird der eigentliche elektrische Leiter gewickelt. Dieser flexible, metallische Leiter (Widerstandsdraht) ist ca. 0,1 mm dick und wird spulenförmig gewickelt. Der Leiter/Draht bettet sich in den "weichen" Mantel ein und gleichzeitig werden dadurch die einzelnen Windungen untereinander isoliert.
Ca. 3 cm Spulenlänge, also Zündkablelänge brauchen da etwa 70 cm Draht. Mit anderen Worten, ein Graphit-Zündkabel ist eine sehr lange und flexible Spule.
Das erklärt auch, daß ein "Graphit-Kabel" solch einen hohen Widerstand besitzt. Die Spule hat dann zusätzlich auch noch eine entsprechend hohe Induktivität. Diese wirkt dann den hohen Störfrequenzen dämpfend entgegen. In einer steilen Ein/Auschalt-Flanke befinden sich praktisch alle Frequenzen.
Viel wichtiger bei einem solchen Zündkabel ist ihre Oberflächenbeschaffenheit. Ist das Kabel porös, rissig, verletzt, vom Marder angeknabbert usw., dann dringt leitende Feuchtigkeit/Schmutz in die Isolierung-Ummantelung. Das gibt dann Nebenschlüsse und Störkapazitäten. Diese Kapazität liegt parallel zu dem langen Draht und erzeugt einen langsamen Spannungsaufbau (Strom eilt voraus). Erstens muß diese Energie von der Zündspule zusätzlich aufgebracht werden und zweitens gibt es "Zündhemmungen" und Zünzeitpunktverschiebungen bei hohen Drehzahlen.


jau - genau diese Zündkabel meine ich!
Die Kabel haben schon beim 2CV und VISA keine Motorwäsche vertragen....


solong maldni

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 11:51
von marin ohne ip
maldini:

eine super Erklärung!

Viele Grüße
marin

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 19:59
von Waldemar
Warum denkt in diesem Fall niemand an das Trockeneisstrahlen? Das gehr sehr schnell. Kein Wasser das irgendetwas zerstören könnte, der Schmutz kann hinterher mit dem Staubsauger aufgesaugt werden. Hatte selbst so ein Gerät, geschäftlich.
Die DS ist nun einmal nicht zum Tauchen geeignet.
Grüße Waldemar.

Re: Motorwäsche und danach

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 23:32
von patric
Hallo marin,

> eine super Erklärung!

...die Erklärung ist von Hans-Uwe-Fischer nicht von maldini.



jau - genau diese Zündkabel meine ich!

Verfasst: Fr 22. Sep 2006, 23:38
von patric
Hi maldini,

entgegen Hans-Uwes Aussage, im Ersten Satz des obigen Zitats, gab es früher tatsächlich Zündkabel mit Graphit-Seele, die auch brüchig waren. Die Blindwiderstandskabel der D-Modelle sind aber ganz anders aufgebaut (wie Hans-Uwe ja zutreffend beschreibt):
Bild
http://www.ngkntk.de/Zuendkabel_mit_Bli ... 353.0.html und auch nicht brüchig.