Steuerkette falsch eingebaut?
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Frank S.
Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo,
Der Motor meiner DS20 Break wurde gerade komplett überholt. Früher fuhr der Wagen mal mindestens 170 km/h (Mehr hatte ich damals nicht ausprobiert). Zwischendurch stand der Wagen 11 Jahre, fährt seit drei Jahren wieder und nun wie gesagt die Motorüberholung. Leider kommt der Wagen jetzt mal gerade auf 130.
Ich habe eine klemmende Klappe der 2.Vergaserstufe entdeckt (der Vergaser wurde nicht überholt; war aber vorher eigentlich okay und hatte ein neues Schwimmernadelventil) und den Mangel behoben. Es war aber kein Unterschied zu bemerken. Dann wurde der Vergaser gegen einen anderen gleichen Typs getauscht. Hat auch nix gebracht. Von daher schließe ich verstopfte Düsen erstmal aus. Auch der Verbrauch liegt statt 11,5 bei über 14 Litern. Die Handbremse habe ich gelöst. Klar.
Nun will mir jemand weismachen, eine niedrige Endgeschwindigkeit und ein hoher Verbrauch wären die typischen und einzigen Symptome, wenn beim Einsetzen der Steuerkette die Ritzel um einen Zahn verstellt seien. Ist das dummes Geschwätz oder könnte das eine mögliche Ursache sein?
Viellecht muß ja nach der umfangreichen Operation nur der Motor neu eingefahren werden, wegen neuer Kolbenringe, Lager und Dichtungen??? Eigentlich verstehe ich darunter eine "behäbige" Fahrweise, aber nicht, das da einfach nix kommt.
Weiß jemand Rat?
Viele Grüße,
Frank
Der Motor meiner DS20 Break wurde gerade komplett überholt. Früher fuhr der Wagen mal mindestens 170 km/h (Mehr hatte ich damals nicht ausprobiert). Zwischendurch stand der Wagen 11 Jahre, fährt seit drei Jahren wieder und nun wie gesagt die Motorüberholung. Leider kommt der Wagen jetzt mal gerade auf 130.
Ich habe eine klemmende Klappe der 2.Vergaserstufe entdeckt (der Vergaser wurde nicht überholt; war aber vorher eigentlich okay und hatte ein neues Schwimmernadelventil) und den Mangel behoben. Es war aber kein Unterschied zu bemerken. Dann wurde der Vergaser gegen einen anderen gleichen Typs getauscht. Hat auch nix gebracht. Von daher schließe ich verstopfte Düsen erstmal aus. Auch der Verbrauch liegt statt 11,5 bei über 14 Litern. Die Handbremse habe ich gelöst. Klar.
Nun will mir jemand weismachen, eine niedrige Endgeschwindigkeit und ein hoher Verbrauch wären die typischen und einzigen Symptome, wenn beim Einsetzen der Steuerkette die Ritzel um einen Zahn verstellt seien. Ist das dummes Geschwätz oder könnte das eine mögliche Ursache sein?
Viellecht muß ja nach der umfangreichen Operation nur der Motor neu eingefahren werden, wegen neuer Kolbenringe, Lager und Dichtungen??? Eigentlich verstehe ich darunter eine "behäbige" Fahrweise, aber nicht, das da einfach nix kommt.
Weiß jemand Rat?
Viele Grüße,
Frank
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Nils Oehler
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Wenn der Motor den Wagen nur noch auf 130 km/h bringt, dann bringt er wohl nur noch ca. 50 PS
. Hast Du vielleicht vergessen, in den 5. (bzw. 4.) Gang zu schalten? Aber Spaß beiseite, ich habe vor ein paar Jahren den Motor meiner DS 23 überholt. Der Wagen lief auch direkt nach der Überholung (bzw. den 1000 km Einfahrzeit, die ich Ihm gegönnt habe) nach Tacho ca. 190 km/h (probiere ich auch nur selten aus), am Einfahren liegt es bestimmt nicht. Die Erklärung mit den falschen Steuerzeiten klingt plausibel, habe aber selbst keine Erfahrung damit.
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Frank,
Dummes Geschwätz ist das durchaus nicht. Ich hatte mal das gleiche Problem mit einem 15/six von 1951, was aber nicht auf Unwissen meiner Werkstatt zurück zuführen war.
Die eingeschlagenen Markierungen auf den Zahnräder der Steuerkette waren falsch! Da konnte mein Mechaniker aber nix dafür, er hatte die Steuerkette gemäss Anleitung richtig eingebaut. Bemerkt hat man das natürlich erst beim ersten Probefahren. Wie das kommen konnte weiss ich nicht. Ich könnte mir nur vorstellen, dass ein Zahnrad im 15/six von einem frühen Modell (links- anstatt rechtsdrehend) stammte, welches bei einer früheren Motorenrevision sich in den Motor reingeschlichen hatte.
Tip noch: Nockenwelle? Wurde ev. eine todgeschliffene Nockenwelle eingesetzt?
Gruss, Mike
Dummes Geschwätz ist das durchaus nicht. Ich hatte mal das gleiche Problem mit einem 15/six von 1951, was aber nicht auf Unwissen meiner Werkstatt zurück zuführen war.
Die eingeschlagenen Markierungen auf den Zahnräder der Steuerkette waren falsch! Da konnte mein Mechaniker aber nix dafür, er hatte die Steuerkette gemäss Anleitung richtig eingebaut. Bemerkt hat man das natürlich erst beim ersten Probefahren. Wie das kommen konnte weiss ich nicht. Ich könnte mir nur vorstellen, dass ein Zahnrad im 15/six von einem frühen Modell (links- anstatt rechtsdrehend) stammte, welches bei einer früheren Motorenrevision sich in den Motor reingeschlichen hatte.
Tip noch: Nockenwelle? Wurde ev. eine todgeschliffene Nockenwelle eingesetzt?
Gruss, Mike
Mike (CH)
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Frank S.
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Mike,
kannst Du mir das mit der Nockenwelle erklären?
Davon abgesehen werde ich mich wohl erstmal für 1.000 km oderso Gedulden und den Wagen schonender bewegen. Bestimmt kommt mit der Zeit dann auch mehr Leistung.
Viele Grüße und Danke für Eure Beiträge, Nils und Mike.
Frank
kannst Du mir das mit der Nockenwelle erklären?
Davon abgesehen werde ich mich wohl erstmal für 1.000 km oderso Gedulden und den Wagen schonender bewegen. Bestimmt kommt mit der Zeit dann auch mehr Leistung.
Viele Grüße und Danke für Eure Beiträge, Nils und Mike.
Frank
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Frank S.
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Ach ja,
und sollte es sich herausstellen, daß es doch etwa mit der Steuerkette zu tun hat...... Wie aufwendig wäre es dieses Maleur zu korrigieren? Doch bitte nicht alles schon wieder raus???
Frank
und sollte es sich herausstellen, daß es doch etwa mit der Steuerkette zu tun hat...... Wie aufwendig wäre es dieses Maleur zu korrigieren? Doch bitte nicht alles schon wieder raus???
Frank
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Frank,
doch, genau so isses. Ohne Motorausbau kommst Du an die Steuerkette nicht ran. Wenn Du an der Riemenscheibe eine oT-Markierung hast, kannst Du ja mit einem Stöckchen im Kerzenloch prüfen, ob die mit dem wirklichen oT übereinstimmt. Kannn natürlich auch sein, dass auf der Riemenscheibe der Zünzeitpunkt markiert ist und der Motorüberholer das für den oT gehalten hat…
Grüsse
Robert
doch, genau so isses. Ohne Motorausbau kommst Du an die Steuerkette nicht ran. Wenn Du an der Riemenscheibe eine oT-Markierung hast, kannst Du ja mit einem Stöckchen im Kerzenloch prüfen, ob die mit dem wirklichen oT übereinstimmt. Kannn natürlich auch sein, dass auf der Riemenscheibe der Zünzeitpunkt markiert ist und der Motorüberholer das für den oT gehalten hat…
Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Frank
Nockenwelle:
Wenn die Nocken auf der Welle Frass oder Abnützungsspuren hat, wird die oft überarbeitet. Das heisst die wird überschliffen. Die Nocken werden so lange geschliffen, bis kein Frass/Spuren mehr da ist und dann wieder in die Grundform überdreht. Da nun der Nocken kleiner ist, ist logischerweise der Stösselhub auch kleiner: Die Ventile machen später auf/früher zu und sind zudem weniger weit offen. Also kann weniger Gemisch/Abgas ein/austreten. Sprich die Leistung ist schlechter.
Gruss Mike
Nockenwelle:
Wenn die Nocken auf der Welle Frass oder Abnützungsspuren hat, wird die oft überarbeitet. Das heisst die wird überschliffen. Die Nocken werden so lange geschliffen, bis kein Frass/Spuren mehr da ist und dann wieder in die Grundform überdreht. Da nun der Nocken kleiner ist, ist logischerweise der Stösselhub auch kleiner: Die Ventile machen später auf/früher zu und sind zudem weniger weit offen. Also kann weniger Gemisch/Abgas ein/austreten. Sprich die Leistung ist schlechter.
Gruss Mike
Mike (CH)
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Mike,
Du bist leider Opfer eines verbreiteten Irrtums: Kleinerer Nockenumfang = geringerer Stösselhub. Wennn Du Dir mal die Bewegung des Stösselbechers auf dem Nocken vor Augen führst, ist diese ja nicht vom absoluten Durchmesser abhängig, sondern von den relativen Änderungen der Kurvenbahn, auf der sich der Stößel bewegt. Solange sich diese Differenz beim Schleifen nicht ändert, ist alles ok. Wäre es anders, könnte man die Nockenwelle ja überhaupt nicht bearbeiten, ohne die Steuerzeiten zu verändern. Fehler beim Schleifen der Nockenwelle sind nach meiner Erfahrung selten.
Grüsse
R.Kruse
Du bist leider Opfer eines verbreiteten Irrtums: Kleinerer Nockenumfang = geringerer Stösselhub. Wennn Du Dir mal die Bewegung des Stösselbechers auf dem Nocken vor Augen führst, ist diese ja nicht vom absoluten Durchmesser abhängig, sondern von den relativen Änderungen der Kurvenbahn, auf der sich der Stößel bewegt. Solange sich diese Differenz beim Schleifen nicht ändert, ist alles ok. Wäre es anders, könnte man die Nockenwelle ja überhaupt nicht bearbeiten, ohne die Steuerzeiten zu verändern. Fehler beim Schleifen der Nockenwelle sind nach meiner Erfahrung selten.
Grüsse
R.Kruse
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Robert
Verstehe ich nicht ganz...weniger Nockenhöhe ergibt doch weniger Hub?
Uebertrieben formuliert: z.B. ein Straussenei (Originalform) anstelle eines Hühnereis (Bearbeitete Form) an der Nockenwelle wäre dann besteht doch eine Differenz im Hub?
Ich weiss, Ostern sind vorbei.
Viele Grüsse, Mike
Verstehe ich nicht ganz...weniger Nockenhöhe ergibt doch weniger Hub?
Uebertrieben formuliert: z.B. ein Straussenei (Originalform) anstelle eines Hühnereis (Bearbeitete Form) an der Nockenwelle wäre dann besteht doch eine Differenz im Hub?
Ich weiss, Ostern sind vorbei.
Viele Grüsse, Mike
Mike (CH)
Re: Steuerkette falsch eingebaut?
Hallo Mike,
die Nockenwelle ist keine Kurbel, der Stössel überschreitet die Ebene der Mittelachse nicht, daher herrschen hier andere Verhältnisse als etwa an der Kurbelwelle, wo eine Veränderung des Hubs den wirksamen Hubraum verändert. Spielen wir es mal mit angenommenen Massen durch: Kleinster Halbmesser des Nockens vor dem Schleifen drei cm, grösster (also die Spitze des Eis) 5 cm. Dreht sich dieser Nocken, wird der Stössel um 2 cm angehoben bzw. abgesenkt. Jetzt schleifen wir den Nocken gleichmässig ab und haben einen kleinsten Halbmesser von 2 cm, der grösste ist nun nur noch 4 cm. Die Differenz, die der Stössel durchläuft, ist aber weiterhin 2cm! Der Abstand vom Mittelpunkt der Welle (also das absolute Mass) spielt dabei keine Rolle, er muss natürlich durch Nachstellen der Ventileinstellschraube ausgeglichen werden. Es funktioniert natürlich nur in bestimmten Grenzen, wenn etwa Dein Straussenei eine Halbmesserdifferenz von 10cm hat, lässt sich diese nicht mehr auf einem Hühnerei von 5cm Halbmesser (am höchsten Punkt) abbilden.
Grüsse
Robert
die Nockenwelle ist keine Kurbel, der Stössel überschreitet die Ebene der Mittelachse nicht, daher herrschen hier andere Verhältnisse als etwa an der Kurbelwelle, wo eine Veränderung des Hubs den wirksamen Hubraum verändert. Spielen wir es mal mit angenommenen Massen durch: Kleinster Halbmesser des Nockens vor dem Schleifen drei cm, grösster (also die Spitze des Eis) 5 cm. Dreht sich dieser Nocken, wird der Stössel um 2 cm angehoben bzw. abgesenkt. Jetzt schleifen wir den Nocken gleichmässig ab und haben einen kleinsten Halbmesser von 2 cm, der grösste ist nun nur noch 4 cm. Die Differenz, die der Stössel durchläuft, ist aber weiterhin 2cm! Der Abstand vom Mittelpunkt der Welle (also das absolute Mass) spielt dabei keine Rolle, er muss natürlich durch Nachstellen der Ventileinstellschraube ausgeglichen werden. Es funktioniert natürlich nur in bestimmten Grenzen, wenn etwa Dein Straussenei eine Halbmesserdifferenz von 10cm hat, lässt sich diese nicht mehr auf einem Hühnerei von 5cm Halbmesser (am höchsten Punkt) abbilden.
Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS