22:25 Uhr
Dolby

Der Japaner und die Göttin
(The Goddess of 1967)
Spielfilm, Hongkong/Australien 2000
Regie: Clara Law
Länge: 115 Minuten
Erstausstrahlung
(englisch/japanische Originalfassung mit Untertiteln)
Blindes Mädchen Rose Byrne
Japaner Rikiya Kurokawa
Vater/Großvater Nicholas Hope
Marie Elise MacCredie
Auf der Suche nach seinem Traumwagen Citroën DS trifft ein Japaner in Australien auf ein 17-jähriges blindes Mädchen, das ihn auf eine Reise quer durch den Kontinent mitnimmt und ihn zugleich tief in ihre dramatische Familiengeschichte hineinzieht. - Das stilistisch eindrucksvolle Roadmovie von Clara Law erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die für das Mädchen zur Chance wird, ihre Vergangenheit zu überwinden.
Ein junger, stilbewusster Japaner sucht per Internet seinen Traumwagen, einen Citroën DS, der von seinen Fans als "Göttin" bezeichnet wird. Er findet in Australien ein besonders schönes, pinkfarbenes Exemplar aus dem Jahr 1967 und reist unverzüglich hin, um es zu kaufen. Doch statt des Mannes, mit dem er in Online-Kontakt war, trifft er auf ein 17-jähriges blindes Mädchen. Der Wagen ist zwar bei ihr, doch um den Kauf abzuschließen, muss der Japaner sich mit dem Mädchen auf eine Reise quer durch den australischen Kontinent zum Wohnort ihres Vaters machen. Unterwegs nähern sich die beiden gegensätzlichen Menschen an und verlieben sich ineinander. Doch je mehr sie sich dem Vater des Mädchens nähern, desto unausweichlicher wird der Mann in die leidvolle, von Inzest und Missbrauch geprägte Familiengeschichte des Mädchens hineingezogen. Diese Geschichte erzählt der Film in vier Rückblenden, die immer weiter in die Vergangenheit führen.
Die aus Hongkong stammende und in Australien lebende Regisseurin Clara Law, die sich mit Filmen wie "Autumn Moon" (Goldener Leopard, Locarno 1992) und "Floating Life - Das Leben geht weiter" (1996) einen Namen machte, verwandelt den Citroën DSzu einem mythischen Fahrzeug, das die blinde Frau und den Japaner in eine fremde Welt versetzt. Law zitiert am Anfang des Films Roland Barthes, der über das Auto schrieb, dass es "alle Wesenszüge eines jener Objekte hat, die aus einer anderen Welt herab gestiegen sind". Die Reise führt durch archaisch anmutende Landschaften, die Kameramann Dion Beebe in streng komponierten Bildern von großer Symbolkraft und formaler Geschlossenheit einfängt. Der Film wurde 2000 bei denFilmfestspielen in Venedig uraufgeführt, wo Rose Byrne für ihre eindrucksvolle Darstellung des blinden Mädchens einen Goldenen Löwen als Beste Hauptdarstellerin erhielt. Clara Law wurde ebenfalls 2000 für ihre Regieleistung beim Filmfestival in Chicago ausgezeichnet. Zuletzt drehte Clara Law 2004 den Dokumentarfilm "Letters to Ali".
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solong maldini