Hydrauliker Vita Kap 6

Hier kann nach Herzenslust abgeschweift werden.
hydropneumaticker
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Registriert: Di 20. Apr 2021, 18:04

Hydrauliker Vita Kap 6

Beitrag von hydropneumaticker »

Kapitel 6

DS21ie, Winterurlaub und der Berlin Raid.
Die HD Pumpe wurde ausgetauscht und das Auto lief wieder, eine kleine Macke hatte es noch, beim ruckartigen Gasgeben ging ein rotes Lämpchen an, Ladekontrollleuchte der Drehstromlima, jedesmal war die entsprechende Sicherung durch, keine Ahnung warum, einfach die Sicherung gewechselt und etwas zahmer mit dem Gas dann ging es wieder eine zeitlang.
Im Winter fuhren wir in den Westerwald, weil da pfiff der Wind so kalt, Schnee lag auch reichlich, aber kein Problem, die D-Modelle waren im Schnee immer Klasse, und mit den vielen Pferden unter der Haube ging es bergauf wie nix, bergab sowieso.
Jetzt muß ich etwas vom Thema abschweifen um den Zusammenhang hin zubekommen.
Ich hatte damals noch ein anderes Hobby Schrauberauto.
Ein Arbeitskollege fragte mich eines Tages: „Willst du nicht einen japanischen Sportwagen kaufen, billig“?
Kurz überlegt, billig war schon mal gut, japanische Sportwagen?
Da gab es eigentlich nur Datsun 240Z, coole Karre, also warum nicht.
Die Besichtigung ergab etwas anderes, es war kein Datsun, sondern so eine Art Jaguar E-Type für Zwerge, auf gut deutsch Honda S800 Coupe.
Niedliches Auto Baujahr 1970, äußerlich etwas herunter gekommen, dafür der Motor eine Augenweide, wassergekühlter Reihenvierzylinder in Aluminium, Hubraum 800ccm, 67PS bei 8500 U/min, 2 obenliegende Nockenwellen kettengetrieben, 4 Keihin Unterdruckvergaser, elektrische Mitsuba Benzinpumpe, Drehstromlima, da war an nichts gespart worden.
Aber schließlich verdiente der alte Soichiro Honda seine richtigen Brötchen eher mit dem Motorradbau und hatte dafür bei dem kleinen Auto garantiert zugebuttert.
Der Motor war leider defekt, er wieherte beim Startversuch wie ein Gaul und wollte auch nicht laufen, trotzdem gekauft, Sofortkaufpreis 100,-DM.
Was da wieherte war natürlich nicht Fury sondern die defekte Starterkupplung, war wie bei allen japanischen Hobeln eine Art Freilaufkupplung, aber leicht reparierbar.
Der Motor mußte dazu raus, war im Gegensatz zu den DS Monstern ein Leichtgewicht (Alu).
Bild 1: S800 Motor

Verglichen damit sahen die Citroën Motoren steinalt aus, wie Vorkriegsmodelle, na ja, waren sie ja letztlich auch.
Nun der Zusammenhang zum Citroën, in Berlin stand ein zum Coupe passendes Cabrio zum Verkauf, das war etwas teurer als üblich dafür aber mit jeder Menge Gebrauchtteile, Bedingung war abholen, das Cabrio auf eigener Achse mit rotem Kennzeichen, die Teile im großen Anhänger.
Das sollte kein Problem sein, der DS21 hatte eine AHK.
Ein großer Anhänger wurde geliehen, Doppelachser, angepickt und flott nach B gedüst, durch die „sowjetische Besatzungszone“, klar.
Wegen der Anhängerzieherei hat das Auto alle meine Reservesicherungen „aufgefressen“, d.h. zum Reiseende fuhren wir auf Batterie.
Wir haben das ganze Zeug aufgeladen, der Anhänger war voll bis an den Kragen und starteten am frühen Abend wieder Richtung Heimat. Tankpause an der letzten Tankstelle vor der Grenze (Dreilinden?), kurz überlegt, Reservebatterie kaufen für alle Fälle?
Ach Quatsch, an der Tanke viel zu teuer und außerdem war es dahin gut gelaufen. Ab nach hause, der Honda vorneweg, DS hinterher, immer noch auf Batterie, fatalerweise wurde es langsam dunkel und ganz ohne Licht konnte ich nun auf der Autobahn doch nicht fahren, Standlicht sollte reichen, Stromsparen war angesagt. Trotzdem, Standlicht plus Rückleuchten plus Anhängerbeleuchtung plus Armaturen plus ie, das summierte sich.
So fing es irgendwann mit etwas Ruckelei an, steigerte sich und mit Einfahrt in den Kontrollpunkt Marienborn war die Maus dann aus.
Die Batterie war endgültig platt.
Ein Schleppversuch mit dem kleinen Honda Coupe scheiterte am fehlenden Drehmoment.
Die VoPo wollten mich mit meinem ganzen Schrott wohl unbedingt schnellstens loswerden und fischte nach Augenmaß ein passendes drehmomentstarkes Auto aus der Warteschlange.
Es wurde nicht diskutiert, Befehl „Abschleppen“. Protest wurde gar nicht erst erhoben, wäre auch völlig zwecklos gewesen.
Auf die Kontrolle meiner Ladung nach Republik Flüchtlingen wurde verzichtet, man gut, das hätte mir noch gefehlt, den ganzen Kram abladen.
Der Abschlepper war ein Ford Transit Diesel, der hatte es gerade so geschafft und wurde mit 10,-DM honoriert, waren ja auch nur maximal 500m.
Wieder im Westen, an der ersten Tankstelle kauften wir dann doch eine neue Batterie und während der Ladezeit derselben nahmen wir in der Raststätte eine kleine Verstärkung.
Der Restweg nach Hause natürlich wieder mit Standlicht (streckenweise auch ohne Licht) auf Batterie, Reiseende so etwa 3Uhr.
An einem der nächsten Tage, nachdem alle Teile im Keller gelagert waren, machte ich mich auf die Suche nach der Ursache für die Ausfälle der Ladekontrollleuchten Sicherung, so konnte es wirklich nicht weitergehen.
Rückblende, als ich das Auto kaufte trat der Fehler nicht auf, also was hatte ich in der Zwischenzeit gemacht?
Diverse Motor / Getriebe Ausbauten mit den entsprechenden „Umzu“ Arbeiten.
Lange Rede kurzer Sinn, der Übeltäter war der Schalter des Rückfahrscheinwerfers vorn oben links am Getriebe, ich hatte die beiden Stecker vertauscht., einer der beiden führte +12Volt vom Zündschloß, der gehörte nach unten, vertauscht lag er also oben, bei ruckartigem Gasgeben kippte der Motor in den Aufhängungen leicht nach rechts, das Getriebe natürlich auch und dabei berührte der Stecker des RFS den großen Alu Kühlerluftschacht, der lag an Masse. Sicherung durch. So einfach war das also, wie immer. Stecker umgewechselt und gut wars.
Dr. No Verified
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Registriert: Fr 25. Okt 2019, 23:47

Re: Hydrauliker Vita Kap 6

Beitrag von Dr. No Verified »

coole story :)
OLAF
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