Gleichstrom-LiMa
Verfasst: Mo 29. Jun 2015, 11:29
Um dieses Thema etwas aus dem Spekulativen herauszuholen, habe ich, da meine Elektrik im Moment perfekt funktioniert, mal ein paar Messungen gemacht, damit ich im Fall, dass es mal nicht mehr tut, weiss wie es tat, als es tat.
Vorab: Nach meinem WHB 465 gab es 4 verschiedene 12V-LiMan:
Ducellier 7219 G, Ducellier 7256 G, Paris-Rhone G11-C5, Paris-Rhone G10-C10. Allen vier Lichtmaschinen gemeinsam ist, dass sie ab 2000U/Min aufwärts einen Strom von 22A abgeben können, was bei einer Nennspannung von 13V einer Leistung von 286W entspricht. Das ist mehr, als die serienmässige Elektrik einer 12V DS aufnimmt, es ist also auch noch Reserve vorhanden, um die Batterie laden zu können.
Die im WHB genannten Drehzahlen von 2000, bzw 2500 U/Min sind natürlich nicht mit der Motordrehzahl identisch: Sie werden bestimmt durch das Verhältnis der beiden Riemenscheiben auf der Nockenwelle und der LiMa. Ich habe bei mir gemessen (relativ ungenau): Durchmesser Nockenwellenscheibe: 200mm, Durchmesser LiMascheibe: 64mm. Das ergibt ein Übersetzungsverhältnis von 1:3,125. Da sich die NWS mit der halben Motordrehzahl dreht, also ein Gesamtverhältnis von 1:1,5.
Ein Plausibilitätscheck mit der Handkurbel ergab: Eine Drehung der Kurbel von 12:00 Uhr auf 12:40 Uhr bewirkt eine volle Umdrehung der LiMa. Damit stimmt das über die Scheiben gemessene und berechnete Übersetzungsverhältnis gut überein.
Ich vermute, dass die Scheiben jeweils zur LiMa gehören und eventuell die Duc 7256G etwas höher übersetzt ist und ihre Nennstrom deshalb auf 2500U/Min bezogen ist.
Sodann habe ich das Fernlicht eingeschaltet, das 9,8A braucht. Zusätzlich die Zündung, die im Leerlauf 2A zieht. Gesamtverbrauch im Leerlauf (650U/Min) also 12A. Da dreht die LiMa bereits mit 975U/Min.
Es ergab sich folgende Meßreihe:
U/Min A
650 -10
800 -8
850 -5
1000 0
1300 7
Das heisst, ab einer Motordrehzahl von 1000U/Min übernimmt meine Lichtmaschine bereits den grössten Teil der Stromversorgung.
Ich habe eine Aufstellung gemacht:
[attachment 9538 ds19_watt.jpg]
In der Spalte "Strom" habe ich die Ströme gemessen, die die einzelnen Verbraucher bei Motorstillstand aus der Batterie ziehen. Beim Abblend- und Fernlicht ist natürlich auch das Standlicht, sowie die Instrumentenbeleuchtung mit enthalten. Aus den Strömen habe ich die Leistung in der 3. Spalte berechnet, durch Multiplikation mit angenommenen 12,6V Bordspannung. In der nächsten Spalte habe ich die theoretische Leistung nach Angabe der Glühbirnenleistung aus dem WHB übernommen.Für die Werte,die ich nicht im WHB gefunden habe (Zündung, Scheibenwischer, Ventilator) habe ich die gemessenen Werte kursiv aus der 3. Spalte übernommen.
Für den Blinker, der ja nicht konstant die 30W zieht, habe ich eine reduzierte Leistung von 20W angesetzt.
Ursprünglich ist das ganze ein Spreadsheet, so dass ich in der 5. Spalte einen Multiplikator eingesetzt habe, mit dem die unten aufsummierten Einzelleitungen in der Summe erscheinen, je nachdem, ob der entsprechende Verbraucher eingeschaltet ist, oder nicht.
Fazit: bei dem von mir angenommenen pessimistischen Szenario, Fahrt mit Fernlicht, Frontscheibenventilator und Scheibenwischer kann die Lichtmaschine die Batterie immer noch laden. In der Tabelle ist versehentlich sogar das Bremslicht mit dabei. Nimmt man das raus, bleibt als Gesamtleistungsaufnahme sogar nur noch 212W über, was einem Stromverbrauch von knapp 17A entspricht. D. h. zum Laden der Batterie bleiben dann sogar noch 5A über.
Wer es also schafft, im Normalbetrieb seine Batterie leer zufahren, sollte mal nach defekten Komponenten in der Elektrik suchen.
Und: Lässt man die Innenbeleuchtung oder Standlicht versehentlich an, dann ist eine 60Ah-Batterie nach rechnerisch 25 Stunden leer. Eine über Nacht angelassene Innenbeleuchtung sollte am nächsten Morgen immer noch das Anlassen des Motor ermöglichen.
Klemens
Vorab: Nach meinem WHB 465 gab es 4 verschiedene 12V-LiMan:
Ducellier 7219 G, Ducellier 7256 G, Paris-Rhone G11-C5, Paris-Rhone G10-C10. Allen vier Lichtmaschinen gemeinsam ist, dass sie ab 2000U/Min aufwärts einen Strom von 22A abgeben können, was bei einer Nennspannung von 13V einer Leistung von 286W entspricht. Das ist mehr, als die serienmässige Elektrik einer 12V DS aufnimmt, es ist also auch noch Reserve vorhanden, um die Batterie laden zu können.
Die im WHB genannten Drehzahlen von 2000, bzw 2500 U/Min sind natürlich nicht mit der Motordrehzahl identisch: Sie werden bestimmt durch das Verhältnis der beiden Riemenscheiben auf der Nockenwelle und der LiMa. Ich habe bei mir gemessen (relativ ungenau): Durchmesser Nockenwellenscheibe: 200mm, Durchmesser LiMascheibe: 64mm. Das ergibt ein Übersetzungsverhältnis von 1:3,125. Da sich die NWS mit der halben Motordrehzahl dreht, also ein Gesamtverhältnis von 1:1,5.
Ein Plausibilitätscheck mit der Handkurbel ergab: Eine Drehung der Kurbel von 12:00 Uhr auf 12:40 Uhr bewirkt eine volle Umdrehung der LiMa. Damit stimmt das über die Scheiben gemessene und berechnete Übersetzungsverhältnis gut überein.
Ich vermute, dass die Scheiben jeweils zur LiMa gehören und eventuell die Duc 7256G etwas höher übersetzt ist und ihre Nennstrom deshalb auf 2500U/Min bezogen ist.
Sodann habe ich das Fernlicht eingeschaltet, das 9,8A braucht. Zusätzlich die Zündung, die im Leerlauf 2A zieht. Gesamtverbrauch im Leerlauf (650U/Min) also 12A. Da dreht die LiMa bereits mit 975U/Min.
Es ergab sich folgende Meßreihe:
U/Min A
650 -10
800 -8
850 -5
1000 0
1300 7
Das heisst, ab einer Motordrehzahl von 1000U/Min übernimmt meine Lichtmaschine bereits den grössten Teil der Stromversorgung.
Ich habe eine Aufstellung gemacht:
[attachment 9538 ds19_watt.jpg]
In der Spalte "Strom" habe ich die Ströme gemessen, die die einzelnen Verbraucher bei Motorstillstand aus der Batterie ziehen. Beim Abblend- und Fernlicht ist natürlich auch das Standlicht, sowie die Instrumentenbeleuchtung mit enthalten. Aus den Strömen habe ich die Leistung in der 3. Spalte berechnet, durch Multiplikation mit angenommenen 12,6V Bordspannung. In der nächsten Spalte habe ich die theoretische Leistung nach Angabe der Glühbirnenleistung aus dem WHB übernommen.Für die Werte,die ich nicht im WHB gefunden habe (Zündung, Scheibenwischer, Ventilator) habe ich die gemessenen Werte kursiv aus der 3. Spalte übernommen.
Für den Blinker, der ja nicht konstant die 30W zieht, habe ich eine reduzierte Leistung von 20W angesetzt.
Ursprünglich ist das ganze ein Spreadsheet, so dass ich in der 5. Spalte einen Multiplikator eingesetzt habe, mit dem die unten aufsummierten Einzelleitungen in der Summe erscheinen, je nachdem, ob der entsprechende Verbraucher eingeschaltet ist, oder nicht.
Fazit: bei dem von mir angenommenen pessimistischen Szenario, Fahrt mit Fernlicht, Frontscheibenventilator und Scheibenwischer kann die Lichtmaschine die Batterie immer noch laden. In der Tabelle ist versehentlich sogar das Bremslicht mit dabei. Nimmt man das raus, bleibt als Gesamtleistungsaufnahme sogar nur noch 212W über, was einem Stromverbrauch von knapp 17A entspricht. D. h. zum Laden der Batterie bleiben dann sogar noch 5A über.
Wer es also schafft, im Normalbetrieb seine Batterie leer zufahren, sollte mal nach defekten Komponenten in der Elektrik suchen.
Und: Lässt man die Innenbeleuchtung oder Standlicht versehentlich an, dann ist eine 60Ah-Batterie nach rechnerisch 25 Stunden leer. Eine über Nacht angelassene Innenbeleuchtung sollte am nächsten Morgen immer noch das Anlassen des Motor ermöglichen.
Klemens