Fortführung Diskussion Marktwert

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Manfred Heck

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Manfred Heck »

Man kann sich fürs gleiche Geld auch einen neuen Golf kaufen, ist aber eben nur ein Golf. Während der Golf mit jedem Tag an Wert verliert, sieht das beim D-Modell umgekehrt aus. Kontinuierliche Pflege und Erhaltung vorausgesetzt.

Gruß, Ralf


Da scheint mir ein gedanklicher Fehler vorzuliegen. Der gewöhnliche Golf ist nun mal ein Alltagsauto und ziemlich gewöhnlich, also der Kontrapunkt zur DS. Wenn aber die Aussage stimmt, dass eine DS nicht mehr (ausschließlich) im Alltagsbetrieb gefahren werden sollte, sondern ca. 5.000 km jährlich bei gutem Wetter, dann kann ich beide Autos doch nicht miteinander vergleichen, sondern muß mir den Einsatzzweck ansehen. Offensichtlich scheint ein Alltagsauto neben der DS für gutes Wetter und für beschränkte Jahres-km nötig zu sein. Dies wird von einigen ja auch praktiziert. Und weil ich viel fahre(n muß), wenig Zeit und keine Schrauberkenntnisse habe, schrecke ich noch immer davor zurück, eine DS anzuschaffen. Und irgendwie wehre ich mich dagegen, zwei Autos vor der Türe zu haben, obwohl ich nur mit einem fahren kann. Deshalb habe ich vor einiger Zeit hier die Frage der Alltagstauglichkeit einer DS gestellt und dazu extrem unterschiedliche Meinungen gelesen.

Meine Meinungsbildung ist hierzu noch nicht abgeschlossen. Aber: Auch wenn ich den C6 wegen seines Gesamtkomforts erwäge, so ertappe ich mich dabei, den Anschaffungspreis mit den Kosten für eine gute, angeblich alltagstaugliche (gibt es das?) DS zu vergleichen, obwohl dies (siehe oben die Sache mit dem Golf) eigentlich nicht möglich ist, es sei denn, man ist bereits Rentner und bewegt sich nur gelegentlich im öffentlichen Straßenverkehr.

Gruß aus Mannheim
Manfred Heck
...hannes
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Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von ...hannes »

Man sollte gerade diesbezüglich nicht alle euphorischen Äußerungen als bare Münze nehmen. Sieh es lieber als Hobby, in das du zB. 10.000.- € investierst, und kalkuliere nicht mit Nutzwert bzw. Gebrauchswert.
Ralf Sassen

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Ralf Sassen »

Hallo Manfred,

das ist zunächst mal meine ureigene Meinung. Meine D-Modelle befinden so ziemlich im Neuzustand. Da das auch so bleiben soll, fahre ich mit jedem maximal ca. 5.000 Km jährlich. Regen ist mir egal, mit Streusalz sieht das anders aus. Dieses Zeugs versaut einfach alles und verwandelt ein D-Modell innerhalb kürzester Zeit vom 1er in einen 2-3 Zustand.

Als Vielfahrer kann ich Dir zu einem D nur als Zweitfahrzeug raten. Lange strecken schnell und stressfrei absolvieren kann ein C5 zum Beispiel deutlich besser. Bedenke, der D ist relativ laut, hat in aller Regel keine Klima, schlechtes Licht, usw. Die heute üblichen Wartungsintervalle von 30.000 Kilometern kannst Du beim D natürlich auch getrost vergessen.

Der D ist ein traumhafter Gleiter. Nichts für jeden Tag, sondern wenn einem gerade danach ist. Sicherlich kann man auch noch problemlos 15 bis 20.000 Km jährlich damit machen. Das hinterlässt aber wie bei jedem Auto die entsprechenden Gebrausspuren.

Wie gesagt, meine persönliche Meinung

Gruß, Ralf
...hannes
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Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von ...hannes »

Stichwort Alltagstauglichkeit: Dazu gehört nicht zuletzt auch eine für den Notfall in erreichbarer Nähe liegende Werkstätte, die sich mit diesem Fahrzeug noch auskennt und wenigstens die wichtigsten Verschleißteile bevorratet hat. Nicht immer hat man schließlich den zeitlichen Spielraum, unerwartet anfallende Arbeiten durchzuführen.
Manfred Heck

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Manfred Heck »

Danke Ralf für die Ergänzung. Ich muss mich wohl oder bin gerade dabei, mich davon zu verabschieden, dass eine DS für den Alltagsbetrieb als Alleinfahrzeug machbar ist. Bisher bin ich davon u.a. auch deshalb zurück geschreckt, weil ich eine DS nicht einfach so runter schrubben möchte, z. B.: Mein jetziger C5 wurde im Januar 2003 zugelassen und hat rd. 95.000 km drauf.

Nur bei den gelegentlichen Vergleichen mit einem Golf o.ä. wird suggeriert, man könne das problemlos machen. Es gilt aber wohl nur für ausgesprochene Wenigfahrer oder für Leute, die einen Alltagswagen besitzen und sich für die Reisen in die Kindheit usw. eine Göttin halten. Letzteres wird wohl auch meine Lösung dieses "Problems" sein (müssen).

Gruß aus Mannheim
Manfred Heck
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Stephan J.
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Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Stephan J. »

Hallo Manfred,

ich habe Deine Einträge hier - und auch Deine schon älteren Anfragen - zum Thema "Alltagstauglichkeit der DS" gelesen.

Gut erhaltene und mit Sachverstand gewartete D-Modelle sind - wie hier schon mehrmals erwähnt - wesentlich zuverlässiger und alltagstauglicher als ihr Ruf. Trotzdem würde ich Leuten, die beruflich viel unterwegs sind oder eine weitere Strecke zum Arbeitspaltz pendeln müssen (also Leuten, die jederzeit auf ihr Auto angewiesen sind), keine DS als einziges Fahrzeug empfehlen.

Ich selbst habe meine ID 19 etwa acht Jahre lang das ganze Jahr über mit einer Jahresfahrleistung von etwa 20.000 km benutzt, war aber in der glücklichen Situation, dass ich sie nicht für den Weg zur Arbeit brauchte und es daher kein Problem war, wenn zwei- oder dreimal im Jahr irgendein Aggregat kaputtging und eine Reparatur fällig war (ein defektes Aggregat hieß auch nur in den wenigsten Fällen "Panne am Straßenrand" (die gab´s in der ganzen Zeit nur drei- oder viermal), sondern meistens nur "da tropft was - muss ich gelegentlich mal in Ordnung bringen" oder "Lichtmaschine macht Geräusche - ich brauche demnächst eine neue"). Dies als Anhaltspunkt, was meiner Meinung nach bei Alltagsnutzung zu erwarten ist.

Zum Thema "Wagen durch Dauernutzung ´runterschrubben": Nach den acht Jahren Sommer- und Winterbetrieb war eine Totalrestauration des Chassis nötig - und das ist sehr aufwendig und sehr teuer, wenn man zu einer der Fachwerkstätten geht.
Zum Thema Ganzjahresbetrieb: Am Ende der acht Jahre habe ich den Wagen nach einem kleinen Unfall im Winter mit versalzener Karosserie in einer - wie sich hinterher ´rausstellte - nicht ganz trockenen Scheune abgestellt, um ihn im Frühjahr wieder in Ordnung zu bringen - und habe ihn nach fünf Monaten nicht wiedererkannt, so hatte das Streusalz die Karosserie zerfressen.

So sind also auch die Einwände der Clubmitglieder, die hier eine Lanze dafür brechen, gut erhaltene Wagen zu schonen, nachvollziehbar - wenn ich persönlich auch nie und nimmer auf die praktisch tägliche Nutzung meiner ID (Technik, Karosserie und Innenausstattung wahrscheinlich etwa im Zustand 3) verzichten möchte (außer wie gesagt bei Schnee, Streusalz, Transporten, Stress und Eile etc.). Gegen Regen und Feuchtigkeit hilft aber eine gute Hohlraumversiegelung.

Seit der Restauration halte ich mir daher für die Winterzeit, für Transporte und "Dreckarbeit" und die wenigen Tage, an denen die ID vielleicht einmal wegen fälliger Reparaturen nicht zur Verfügung steht, nun als Ersatzwagen einen 1990er BX - die BX werden einem heute nachgeworfen, sie haben keinerlei Wert, daher auch keinen Wertverlust, und sind robust und zuverlässig.
Das heißt nicht, dass die ID jetzt nur noch geschont wird: sie läuft weiterhin jährlich knapp 20.000 km, der BX unter 5.000 km. Aber mein Gefühl dabei ist jetzt wesentlich besser. Ich brauche nicht in Panik zu verfallen, wenn mit der ID mal etwas ist, und bin bei Schnee und Salz mit ruhigem Gewissen mit dem BX unterwegs.

Eine solche oder ähnliche Zweitwagen-Lösung würde ich jedem empfehlen, der auf sein Auto täglich angewiesen ist und jedem, der mehr als 25.000 km im Jahr fährt - vorausgesetzt natürlich, der Geldbeutel gibt das her.

Wenn Du noch "in der Entscheidungsfindung" bist, ob Du dir eine DS anschaffen sollst, kann ich nur empfehlen: tu´s! Aber angesichts deiner Fahrleistungen: nicht ohne Zweitwagen! Und auch nicht ohne Mitgliedschaft in einem der großen Automo0bilclubs!

Wenn Du dir eine DS oder ID anschaffst, wirst Du sehen, dass sich mit dem Wagen dein "automobiles Empfinden" und die Art und Weise, wie Du Auto fährst, sehr verändern wird. Ein solches Auto ist ein Luxus nicht nur automobiler sondern auch "emotionaler" Art - jede Erfüllung eines automobilen Traums ist das.

Eine buchhalterische Kosten-/Nutzungsrechnung kann man für einen Klassiker meiner Meinung nach nicht aufmachen, da zu viele Faktoren nicht prognostizierbar sind. Natürlich sind auch die eine oder andere Reparatur und auch entsprechende Kosten zu erwarten.

Du wirst aber sehen, das der Wagen dir das, was Du an Aufmerksamkeit, Pflege und auch Geld in ihn investierst, auf jeden Fall in irgendeiner Form von Energie zurückgeben wird: in Form von emotionaler Ausgeglichenheit, Freude und Begeisterung, wenn man mit einem gut laufenden, zuverlässigen Auto unterwegs ist. In Form von allgemeiner Zufriedenheit, Spaß am Beheben kleinerer Defekte, automobilem Sachverstand (fast alles was ich heute über Autotechnik weiß, habe ich an meiner ID gelernt), neuen Kontakten, Bekannt- und Freundschaften, Aufmerksamkeit und Anerkennung anderer etc. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu esoterisch - was ich sagen will ist einfach: Die Lebensqualität ist mit einem solchen Auto einfach anders.

Und das zählt für mich wesentlich mehr als die reine Höhe der Unterhaltskosten - die aber dank H-Zulassung, Oldtimer-Versicherung, problemloser Teileversorgung und auch relativ günstiger Ersatzteilpreise so hoch auch nicht sind.

Und zum Thema Golf-Vergleich: Warum sehe ich auf den Pannenspuren der deutschen Autobahnen immer so viele liegengebliebene Gölfe? Liegt das nur daran, dass so riesige Mengen von denen auf den Straßen unterwegs sind?

Gruß,
Stephan J.
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Citroën ID 19 B, EZ 19.05.1969 ("Der Frosch")
Citroën C5 Break 2.0i 16V, EZ 16.05.2006
Opel Olympia Rekord P1, EZ 18.02.1959
http://www.buch-jaenicke.de
Manfred Heck

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Manfred Heck »

Hallo Stephan,
solche Zeilen zu lesen, auch von Ralf Sassen, ist ein Genuss. Bekanntlich befasse ich mich ja schon länger mit dem Thema und es gibt bei mir zwei wesentliche Entwicklungen oder Möglichkeiten. Zum einen ist auch aus anderen Gründen sehr weit angedacht, das Pendlerdasein zu verlassen und - ich habe eine mittelgroße Hausverwaltungsfirma mit z. Zt. 10 Mitarbeitern, arbeitsnäher zu wohnen (jetzt rd. 45 km einfache Wegstrecke) oder ein Wohn- und Geschäfts zu kaufen. Dann sind wenigstens die Zwangsfahrten eines Pendlers weg incl. Zeitaufwand hierfür.

Zum anderen spricht ja nichts dagegen, z. B. den jetzigen C5 Kombi über das Ende der Leasingzeit hinaus zu fahren, mit den gesparten Pendler-km hält der noch eine ganze Weile. Außerdem sind in meiner Firma C3, C4 und Berlingo angekommen (für Mitarbeiter), auf die ich notfalls auch zugreifen könnte.

Von daher sieht es ganz danach aus, dass ich mich an eine guterhaltene DS/ID mache und lediglich den einen Aspekt ändern muß, nämlich, sie als Alleinfahrzeug zu fahren. Die Ratschläge, für die ich wirklich ausgesprochen dankbar bin, gehen ja in die ähnliche Richtung, auf jedem Fall eine DS/ID, möglichst mit einem wirklichen Fachmann ausgesucht, aber genauso auf jeden Fall mit einem "Begleitfahrzeug" für alle und besonders die versalzenen Widrigkeiten des Autofahrerdaseins. So wird es wohl werden (müssen), ich freue mich sehr auf das, was kommt. Ihr, also Stephan, Ralf und aus früheren Beiträgen Marin habt da einen erheblichen, maßgeblichen Anteil. Dafür ganz herzlichen Dank. Es war doch richtig, diesem Club beigetreten zu sein und mit Euch über diese Pläne bzw. Wünsche zu diskutieren.

Gruß aus Mannheim
Manfred Heck

- sicher bald mit einer DS/ID unterwegs -

Anfrage an Leser dieses Threads aus Mannheim oder näherer Umgebung: Ich würde gerne mal wieder eine Fahrt in einer DS/ID machen. Gibt es hierzu eine Möglichkeit?
Frank R.
Beiträge: 88
Registriert: So 2. Nov 2003, 17:56

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Frank R. »

Hallo Stephan,

Dein Beitrag vom 24. Oktober 2005 - 16:45 war inhaltlich und sprachlich sehr schön. Hat Spaß gemacht ihn zu lesen. Stimme inhaltlich voll überein.

Gruss
Frank
(DS 21 Pallas HA, 07/1967, rouge de grenade/noir)
Piepenbrink
Beiträge: 67
Registriert: Di 7. Jun 2005, 13:58

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Piepenbrink »

@ Stephan sehr schöne Worte.

Ich finde, dass sich der Wert einer DS an den Vorstellungen des jeweiligen Besitzers orientiert. So genügt es dem einen, eine nach 70er DSuper im Alltagszustand zu fahren und er ist glücklich damit und die DS ist es ihm wert. Genauso legitim ist die Einstellung, eine 1er DS Pallas zu besitzen. Allerdings sollte es nicht dazu führen, dass die zweitgenannten auf die DSuper, DSpezial und ID-Fahrer herabschauen, was sich aus der Aussage von Michael im Ursprungsbeitrag ableiten lässt. Die Aussage „DSuper hat jeder und will keiner“ finde ich daneben, da die Unterschiede bei einer voll ausgestatteten DSuper relativ gering sind. Es soll doch jeder die DS fahren die er sich leisten kann und will. Wo ich mich anschließen kann, ist dass es nichts bringt sich eine ausgelutsche Grotte für wenig Geld zu kaufen Ich habe mir einige angesehen und es wäre fast immer ein Aufwand von 2. – 3.000 Euro notwendig gewesen um einen einigermaßen tauglichen Zustand herzustellen.

Aus meiner Sicht grenzwertig ist dieser Engländer der seine weiße DSuper auf Neuzustand poliert hat und auf allen Treffen herumzeigt, ohne damit zu fahren. Legitim finde ich es wenn Händler Geld verlangen, wenn die Autos entsprechend hergerichtet wurden. Ätzend finde ich Händler die einem Fahrzeuge anbieten, wie es mir passiert ist als ich auf der Suche war: „67 DS auf eigener Achse von Marseille nach Deutschland überführt, super Zustand ( Beulen und Schweißarbeiten im Schwellerbereich erforderlich) ohne größere Chance auf H-Zulassung für über 6.000 Euro. Preis wurde mit Verweis auf D. Sassen begründet bei dem Zustand 3 Autos bei 8.000 Euro anfangen. Ich bin froh, dass es seriöse Teilehändler und Werkstätten gibt die sich um die DS kümmern und die dazu beitragen, dass diese schönen Fahrzeuge erhalten bleiben.
Gruß aus Heidelberg
Stefan (DSuper 72 beige Albatros)

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Michael Klette
Beiträge: 1394
Registriert: Mo 21. Apr 2003, 10:58

Re: Fortführung Diskussion Marktwert

Beitrag von Michael Klette »

Hallo Stefan,
da hast Du mein Statment aber vollkommen falsch verstanden! Ich will hier gar nicht werten und das läßt sich aus dem Kontext auch erkennen.Ich bin 25 Jahre ID gefahren und habe nun eine DS.Dabei war mir der Zustand immer wichtiger als das Modell.
Worauf ich aber hinweisen wollte,ist,das unglaublich viele ihre D-Modelle aufrüsten,soll heißen aus D-Super wird DS oder gar Pallas.Woher rührt das?
Das kann doch nur bedeuten,das die D-Super ungeliebt sind,oder was sollte es ansonsten für Agumente geben,eine D-Super zu "pallasieren"?
Egal,jedenfalls wurde hier ja der Vergleich zwischen früher ID und D-Super in der Hinsicht gesucht,das der ersteren ein geringerer Wert unterstellt wurde.Und das ist das Einzige,was ich nicht nachvollziehen konnte.
So war mein Kommentar dazu auch eher kritisch gemeint.

Gruß Michael
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