Die Familienautos waren während meiner Kindheit und Jugend 1VW Karmann, 1Audi 100, 1 Mercedes /8 und 2 Mercedes 123.
Franzosen waren in der Familie absolut tabu! Vater war da recht konservativ.
In meiner Kindheit war ich geprägt durch Daktari und Lassie und somit war mein Traumwagen ein Allrad-Pickup. Deren hatte ich drei von 1997 bis 2013. Herrlich unkonventionell, provokant, individuell und praktisch (eigentlich genau wie die DS, oder?)
Aber wie kommen nun die Franzosen im Allgemeinen und die D-Baureihe im Besonderen ins Spiel...?
Unterschwellig schlich sich bei mir der Citroën ein:
Eines meiner Lieblingspielzeuge war ein DS-Modell.
Sehr spannend fand ich einen CX-Break-Firmenwagen der Firma meines Vaters, den CX unseres Hausarztes und den GSA eines Lehrers. Sie waren so herrlich anders.
Irgendwann lief mir ein Schlüsselanhänger in Form eines CX-Reliefs zu, der mich lange begleitete.
Später kam ich an DS-Literatur irgendwie nicht vorbei, da ich diese Fahrzeuge genauso faszinierend, wie aber auch unerreichbar fand.
Diverse Frankreich-Urlaube und die einschlägigen Filme haben mich sicher auch geprägt. Tatsächlich aber in Sachen DS mehr "Der Schakal" als die De Funès-Filme.
Mit einem Umzug vor 3 Jahren in ein Haus mit ausreichend großer Garage rückte die Möglichkeit, mir einen Oldtimer zuzulegen, in greifbare Nähe.
Dann kam der Besuch bei einer auf die D-Modelle spezialisierten Werkstatt in meiner Nähe, um etwas mehr Informationen und Eindrücke zu bekommen.
Der Rest war wie "Welpen angucken". Hundebesitzer wissen, was ich meine. Eine wunderschöne 1971er ID stand da zum Verkauf. Da war es um mich geschehen.
Eigentlich seltsam, denn seit Jahren tendiere ich eher zu rustikaleren Allrad-Fahrzeugen. Vielleicht ist es der Kontrast?
Und was ist das Besondere an der D-Reihe?
Ganz einfach: alles! Diese Autos sprengen alle Normen und Klischees, sind schwer einzuordnen, also quasi klassenlos und deshalb wohl auch so sympathisch. Ich habe seither niemanden getroffen, der nicht positiv auf dieses Auto reagiert hätte.
Eine Nachbarin sah den Wagen das erste Mal und berichtete ihrem Mann voller Begeisterung, ich hätte mir einen "Sportflitzer" zugelegt
Ein anderer Bekannter begriff erst, als er die leicht verschlissenen Sitzbezüge sah, daß das kein Neuwagen ist. Er hat wohl wenig Interesse für Autos, war aber doch von der ID angetan.
Jeder ist von Form, Technik, Komfort und Platzangebot begeistert.
Ich natürlich sowieso!
Aber das Allrad-Virus war nach wie vor aktiv und so teilt sich meine ID nun noch die Garage mit einem weiteren Franzosen, der allerdings das komplette Gegenteil davon ist.
Es ist ein Renault R2067 aus dem Jahr 1956. Noch ruppiger und karger geht es kaum.
Es lebe der Kontrast!