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Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: Di 30. Mai 2023, 20:39
von M. Ferchaud
Thomas Held hat geschrieben: Di 30. Mai 2023, 15:41
Neu abgeschmiert hattest du das NOS-Teil aber?
Gruss

Tom
Klar!

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: Di 30. Mai 2023, 21:40
von M. Ferchaud
Doctor-D hat geschrieben: Sa 27. Mai 2023, 11:16 Ja, deckt sich mit meinen Erfahrungen, deshalb ist dieses Langhuberdasein so ambivalent.
Ich hab einige NOS verbaut, aber teilweise zeigte sich zwischen 1000 und 5000 Spiel, nicht erheblich, aber fühlbar und immer auch vom TÜV toleriert.
Wurde dann auch nicht mehr Spiel, naja.
Die Reproduktion hab ich auch schon ein paar mal verbaut, musste das drehende Lager immer nachsetzten, nach eher 100km, ärgerlich, aber dafür war der Rest spielfrei.
Antriebswellen ist genau so ein Thema.Selbst gefühlt gute klappern eine Woche später.
Kennst Du das "Wir fragen 1000 Fahrer" Delius Klasing Verlag?64 hat das Noelle Neumann Institut DS Fahrer gefragt, interessanterweise war die Vorderachse mit dem Motor vor der Hydraulik schadhaft.Da ist das Kurzhuberfahrwerk schon enorm stabil.
Danke übrigens für Deine Ausführungen, Frank!

Ambivalenz trifft‘s sehr gut: Einerseits bin ich froh, dass ich eine plausible Erklärung für das Symptom des Klapperns habe, andererseits nervt es, dass es trotz aller Anstrengungen klappert.
Mit meiner 65er ID19 mit mechanischer Lenkung hatte ich an dieser Stelle in 20 Jahren der Benutzung übrigens nie Probleme.

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: So 27. Aug 2023, 17:50
von M. Ferchaud
Habe heute noch mal den Stabi und dessen Peripherie inspiziert, da ich nicht glauben mag, dass das Klappern ausschließlich von der NOS-Spurstange kommt. Auch die andere Seite ist nicht spielfrei, von dort ist allerdings kein Poltern zu vernehmen.
Ich habe erneut die DS vorn aufgebockt und jeweils so getestet, dass ein Rad mittels untergeschobenem Keil in Normalstellung gehalten wird und das andere Rad entsprechend hängt. Dann am hängenden Rad Federbewegungen simuliert. Abseits der Stösselstangen und fern deren Anschlagens im Federkolben lässt sich ein relativ leises „Klonkern“ provozieren, da eindeutig rechts verortet ist.
Ein abhören mittels Stetoskop ergab tendenziell Geräuschauskopplung an der rechten Stabi-Schubstange.

Ich habe aus Auschlussgründen die mit Federn nachgerüsteten Gelenke mittels Schraubstopfen so weit unter Spannung gesetzt, dass eine deutliche Schwergängigleit spürbar war. Das Klonkern blieb.

Ein zusätzliches Abhören von Spurstangengelenken, Kugelbolzen und Schwingarmlagern ergab dort keine messbare Geräuschbildung.

Es findet sich allein am linken Stabilager Spiel (wie am bearbeiten rechten Lager). Ich werde auch hier das Spiel einstellen und dann erneut analysieren.

Das Phänomen wird doch wohl zu finden sein, denn ansonsten fährt die DS nach Motorwartung mit Einstellen des Ventilspiels sehr schön!

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: So 3. Sep 2023, 13:06
von M. Ferchaud
Neuer Stand: Alle Koppelstangenlager sind mit Federn versehen und sowohl spielfrei als auch freigängig. Das linke Stabilager habe ich analog zur rechten Seite bearbeitet (Lagerschale bündig mit Halter abgeschliffen, Distanzscheiben rausgenommen, Spiel jetzt wie rechts nahe Null.
Wenn ich das rechte Vorderrad bei aufgebocktem Bug auf „Normalniveau“ hochdrücke, ist beim Auf- und Ab-Bewegen des linken Rades ein Klonkern tendenziell von rechts hörbar. Umgekehrt hört man dieses bei linkem angehobenem Rad ebenfalls , aber deutlich leiser.

Trotz verschiedenster Konstellationen aktuiert der Fühler vom Stabi den Korrektor nach wie vor Ruckartig und verzögert.

Schlussendlich habe ich das Klonkern sowie mit Stetoskop ein Knarren direkt an der Bride mittig am Stabi ermittelt. Ich bin jetzt sicher, dass der Fühlstab nicht fest mit der Bride verbunden ist, obwohl man mit bloßem Auge weder Spiel, noch ein Verdrehen des Fühlstabes um Verhältnis zu Bride sehen kann.
Die Bride an sich ist fest mit dem Stabi verbunden, ein probeweises lösen und erneutes Festziehen bestätigte dies.

Frage an die Spezialisten: Bekomme ich den Fühlstab ausgebaut? Vermutlich muss er nach rechts zum Rad hin herausgezogen werden, nachdem die Verbindung zum Verstellgestänge entfernt, der Korrektor gelöst (oder ausgebaut?) sowie die äussere Stabilagerschale abgenommen sind.

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: So 3. Sep 2023, 13:33
von M. Ferchaud
Ach noch was: Kleiner Durchmesser der Schneckenfeder nach innen Richtung Lagerschale? So wird es zumindest hier dokumentiert:

https://www.id-20.de/schneckenfeder-sta ... austausch/

Ich habe sie aktuell anders herum eingesetzt, da die Feder nur so mit dem kleinen Durchmesser in der Vertiefung der Mutter liegt. Ansonsten bekomme ich die Mutter bei Aufrechterhaltung einer guten Leichtgängigkeit des Gelenks nicht weit genug hineingedreht, um den Sicherungssplint einsetzen zu können, und auch so bekomme ich nur einen Draht des Splints hindurch.

Übrigens werden die Federn nach dem Einbau bereits deutlich verformt, kehren also nicht vollständig in ihre Ausgangsstellung zurück.

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: Mi 6. Sep 2023, 18:36
von M. Ferchaud
Vielleicht sind meine beiden letzten Fragen untergegangen, daher hier erneut:

1. Bekomme ich den Fühlstab ausgebaut?
2. Kleiner Durchmesser der Schneckenfeder nach innen Richtung Lagerschale?

Viele Grüße
Henning

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: Mi 6. Sep 2023, 22:06
von Doctor-D
1.Ja, man kann den Stab herausziehen.Ich muss gestehen, das ist ein Automatismus, ich glaube man löst die Schelle/Bride und zieht den dann einfach auf der Fahrerseite heraus..Es geht auf jeden Fall.
Hat Dein Auto eigentlich die Stabifedern, die den Stabi links und rechts andrücken?Wenn die Dinger fehlen, dann klingt das wie eine angeschlagene Gitarrensaite.
2.Ja, so vorgefunden und auch immer montiert.

Schwank aus meinem Leben:Karre macht Geräusche, über unsere Torführung.Donk.
Das Fahrwerk war fest, ich hab alles, wirklich alles nochmal in die Hand genommen.
Am Ende war ein Stossdämpfer der geteilten Kugel falsch zusammengebaut.Ich hab den Dämpfer kurzerhand gegen einen anderen getauscht und das Poltergeräusch war weg.Zugstufe/Druckstufe kaputt.Auto federt leise und perfekt.
Andere Baustelle war eine ID, die alte von Klette.Der Nachbesitzer orderte neue Kugeln vorne.Auto federt nicht.Kugeln zurück, Händler prüft den Tarierdruck, alles ok.Kugeln zurück zum Kunden.Auto federt nicht.
Hm.
Am Ende Stossdämpfer zerlegt, gemessen, mit richtigem DREHMOMENT festgeschraubt.
Wölkchen.
Der Dampfer wahl wohl so festgeknallt, dass die Plättchen sich nicht wölben konnten.
Crazy shit.
Wer hat wann was gemacht?
Denke um die Ecke.Gehe in die Tiefe.
Zen and the art of DS maintenance.

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: Do 7. Sep 2023, 00:39
von M. Ferchaud
Danke für die Antworten, Frank!

Dann ziehe ich den Stab raus, prüfe und löte ggf., falls er lose ist.
Die Federn werde ich umdrehen und nochmals den richtigen Kompromiss aus Spielfreiheit und Leichtgängigkeit ermitteln sowie die Mutter der Lagerschalen-Bügel etwas lockern.

Mit Stabifedern meinst Du die von hinten kommenden Bleche mit den angenieteten „Lagerschalen“? Ja, die sind vorhanden. Vermutlich sollte man die auch reinigen und fetten?

Die Stoßdämpfer sind ein guter Tipp, wenngleich ich ziemlich sicher bin, dass ich sie in korrekter Anordnung montiert, die richtigen Federplättchen (der ersten, weichsten Abstimmung) verwendet habe und das Drehmoment nicht mit Schlüssel, aber nach bestmöglichem Gefühl eingestellt habe.

Die Querlenker-Böcke habe ich auch bereits auf korrekte Verschraubung geprüft.

Ich berichte weiter.

Viele Grüße
Henning

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: Sa 9. Sep 2023, 20:28
von M. Ferchaud
Zen and the art of DS maintenance - das war der Tipp schlechthin! Heute früh erst mal beim Rasenmähen abreagiert, dann in die Kühle Scheune zur Meditation.

Stabifühler komplett gelöst (nicht ausgebaut) und alle Lötverbindungen geprüft: Kein Spiel, kein Geräusch. Aber: Die Bride sass viel zu weit links (bzw. außen). Das führte einerseits zu Spiel am unteren Fühlstift-Lager und erzeugte zudem Spannung am Kugelkopf des Korrektor-Schiebers. Also habe ich den Fühlstab so ausgerichtet, dass das Bronzelager unten (nach sorgfältiger Reinigung und anschließendem Einfetten) möglichst spielfrei in der Führung des Stabilager-Deckels sitzt. Kugelkopf und Führung oben ebenfalls gereinigt und geschmiert. Den Korrektor habe ich gelöst und dessen Leichtgängigkeit geprüft - kein Klemmen, keine Hartpunkte.
Dann alles wieder zusammengeschraubt, Bride nach zuvor angebrachter Markierung festgezogen. Die Feinjustage am Übertragungshebel des Fühlstifts (die Schlitzschraube mit der M12er-Kontermutter) habe ich so eingestellt, dass ein wenig Spannung Richtung Korrektor-Auslass anliegt. Abschließend habe ich noch den Stift des manuellen Verstellgestänges gefettet, so dass auch dort keine Tendenz zum Klemmen entsteht.

Die Muttern der Haltebügel der unteren Stabilagerschalen habe ich nochmals geprüft, aber die waren bereits nur mäßig angezogen. Die Federn an den Kugelköpfen der Stabischubstangen habe ich zunächst verkehrt herum belassen, das wird aber noch geändert, wird aber zunächst sicherlich keine massiven Negativ-Effekte haben.

Dann den Motor gestartet, Heck hebt sich, Front hebt sich - soweit alles okay. Aber: Der Korrektor wird nun nicht mehr ruckartig betätigt, sondern der Hebel bewegt sich mit weichenr, "feinfühliger" Charakteristik. Die Korrektur vollzieht sich beim Anheben und Niederdrücken gewohnt spontan, aber die Nervosität ist weg. Zudem pegelt sich die Federung nunmehr deutlich präziser auf dem eingestellten Niveau ein. Das sieht alles vielversprechend aus. Sogar die Höhe scheint zu stimmen (präzise Messung habe ich heute nicht durchgeführt).

ABER: Immer noch dieses vermaledeite "Klönk, Klönk" beim Hoch- und Runterdrücken. Verdammt! Stetoskop ins Ohr und abhören: Schubstange links ruhig, Schubstange rechts ruhig - aber am Stabi dröhnt's! Von unten weiter gehorcht: Mittig am Stabi wieder "Klönk- klönk" und das bereits zuvor wahrgenommen Knarren... kann doch nicht wahr sein!

Letzte Möglichkeit: Die Stabifedern. M5-Muttern von unten gelöst, aber kaum Bewegung. Die Dinger müssen zur Demonstage offenbar seitlich rausgeschoben werden. Vermutlich gehören dazu die Stabilager wieder gelöst. Echt jetzt!? Erst mal die Gleitflächen gefettet und die Dinger festgezogen - ui, die waren vorher ziemlich locker, die Muttern lassen sich ne ganze Ecke weiter auf die Gewinde drehen. Sollte etwa...?

Den Bug Nochmal hoch- und runtergedrückt, und siehe da: KEIN KLÖNK-KLÖNK mehr - Heureka!

Probefahrt erfolgt morgen, ich werde über das Fahrverhalten und die Reaktionen der Niveauregulierung unter dynamischen Bedingungen berichten.

Re: Stabilisator und Höhenkorrektur

Verfasst: So 10. Sep 2023, 12:09
von M. Ferchaud
Probefahrt: Zunächst stand die Front noch etwas zu hoch. Trotzdem erst mal zur Boulangerie gefahren und Brot geholt. Aufmerksames Lauschen: Gespenstische Ruhe an der VA.

Zurück nach Hause und auf die Rampen, Bride am Stabi leicht korrigiert, runter von den Rampen - Höhe stimmt jetzt nach Augenmaß, Federung regelt sauber und spontan, kein Fahrstuhl-Effekt, kein Übersteuern!

Noch ‘ne Runde - durch Petites Villages, Gullideckel genommen, Bodenwellen passiert, schlechte Nebenstrecken gefahren - war da was?

Bild

Fazit: 200%ige Verbesserung, die Vorderachse ist jetzt wirklich sehr ruhig. Ein bisweilen entfernt vernommenes leises Klappern mag tatsächlich von der rechten Spurstange herrühren, aber ich bin durch die vergangenen Erfahrungen mittlerweile auch hypersensibiliert.

Ob der Höhenkorrektor unter bestimmten Bedingungen den Bug noch immer auf die Anschlagpuffer plumpsen lässt, werde ich auf einer ausgedehnteren Fahrt ob’s G‘schäft (zur Arbeit) eruieren. Vorhin ist mir in dieser Richtung nix aufgefallen.

Bild

Zusammenfassend scheinen tatsächlich die Federbleche des Stabis die Hauptursache gewesen zu sein. Am Ende war es aber wohl die Summe aus Spiel, Montagefehlern und fehlendem Fett.

Als nächstes steht die Kontrolle der großen Überwurfmuttern der Antriebswellen an, da bei Lastwechseln ein leichtes Klackern zu vernehmen ist. Das ist aber sekundär.

Schönen Sonntag Euch allen!
Henning