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Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mo 3. Jan 2022, 20:06
von MarcM
Ein gesundes 2022 zusammen!
Jetzt komme ich auch mal zum Antworten…
maldini hat geschrieben:Hallo Marc,
was ich nicht verstehe - Ich habe mir vor Jahren einen Klarlack mit dem Namen „Metallsiegel“ gekauft - und zufrieden genutzt. War lösemittelbasiert, seidenmatt abtrocknend - und insgesamt schnell trocken. Sowas finde ich nicht (mehr)!
Gibt es aber durchaus noch! Aber die wasserbasierten Produkte sind im Hobby-Bereich tatsächlich inzwischen dominant und eben auch beliebter. Die Vorteile der lösemittelhaltigen Produkte werden von den Bastlern weniger gesehen oder erkannt und es überwiegen die (teils vermeintlichen) Vorteile der wasserbasierten. Ganz unabhängig von Umwelt-Aspekten oder Verordnungen, welche die VOC-haltigen Produkte limitieren.
Auch der Tonkinois wird ausschließlich als holzversiegelung beworben
Dann hast Du nicht gründlich gelesen - der ist ganz ausdrücklich zur Beschichtung von Metallen freigegeben. https://www.letonkinois.net
Oder schau mal hier auf Deutsch. Da findest Du die verschiedenen Tonkinois-Produkte und bei jedem Produkt gibt es das TM als Download.
Gibt es lösemittelbasierte Klarlacke zur metallversiegelung nicht mehr?
Doch, doch
.. was ist denn sowas? Leider glänzend
der hier verlinkte von Hornbach zum Beispiel, wobei dies kein UA sondern ein Acrylatlack ist. Ist auch nur im Innenbereich für Eisen freigegeben und außen nur auf NE-Metallen. Steht aber alles im TM, welches (sogar) Fa. Hornbach zum Download anbietet
Für den Tonkinois gibt es auch eine Mattierung, die beigemischt wird, wenn das Anstrich nicht glänzen soll.
Ich will mit einem Klarlack die Fuge zwischen Glas und Scheinwerferbecher zusätzlich versiegeln
Für die Anwendung eignet sich der beschriebene Alkydharz-Lack oder auch durchaus ein reiner Öllack absolut! (Und auch besser, als der Acrylat-basierte von Hornbach). Zumal hier eine gewisse Elastizität hilfreich sein könnte - immerhin gibt es Bewegung durch Temperaturschwankungen. Allerdings auch hier in mehreren Lagen arbeiten, da diese Lacke überhaupt nicht mit dicken Schichten klar kommen. Obendrein haben sie eher wenig Füllkraft - sacken beim Härten also ordentlich ab. Aber Geduld zahlt sich aus und 3 hauchdünne Aufträge könnten hier sicherlich den erwünschten Effekt bringen. Und hier darf es dann ja wohl auch ein glänzender Lack sein, oder?
scardale hat geschrieben: Halo,
also im Bootsbau Zubehör gibts schon noch transparente Lacke, z.B. "Hamburger Lack-Profi 2K Klarlack - Strapazierfähig", allgemein sind die Bottslacke mit Sicherheit ne Überlegung wert.
Gruß
Stefan
Der hier angesprochene 2-K Lack hat gänzlich andere Eigenschaften. Er wäre für etliche Anwendungen der Schuss mit Kanonen auf Spatzen. In der Anwendung eher umständlich und nur erforderlich, wenn sehr hohen Ansprüche an die Abriebfestigkeit gestellt werden. Härte und Zähigkeit stehen bei Lacken etwas im Widerspruch: Sehr harte (z.B. 2K-Lacke) sind tendenziell spröde und kommen daher mit Bewegungen weniger zurecht und neigen dann zu Mikro-Rissen. Die zäheren Kunstharzlacke machen Bewegungen in einem gewissen Maße mit, sind dafür aber wenige hart und abriebfest. Der Begriff "Bootslack", wenn auch kein Fachbegriff, wird eigentlich traditionell für die erwähnten (1-K) (Öl-) Kunstharzlacke und nicht für 2-K Lacke verwendet.