Jint Nijman hat geschrieben:
Ich habe die fehlende Servolenkung auch nicht echt vermisst, ich meine mich aber errinern zu können, das meine Frau die Lenkung schon ein wenig gestört hat.
Niemand, der einen 2CV fährt / gefahren ist, hat jemals etwas an diesem Auto vermisst, weder den Bremskraftverstärker noch die Lenkunterstützung und schon gar nicht den Intervallwischer oder die Blinkerrückstellung. Im Gegenteil, gerade die Reduktion aufs Wesentlichste war das Geniale am 2CV. Das Motto lautete: Was nicht vorhanden ist, kann auch nicht kaputt werden. Und so wurden auch mit keinem anderen Fahrzeug so viele Abenteuerreisen rund um die Welt in die entferntesten Winkel der Geographie unternommen als ausgerechnet mit diesem Minimalauto.
PS: Selbst in meinem alten MB Campingbus habe ich die Servolenkung noch nie vermisst, ganz im Gegenteil: Ich beglückwünsche mich noch heute, den Aufpreis für die Lenkunterstützung seinerzeit besser in eine Differenzialsperre investiert zu haben.
lg
Um auf die Ergonomie des GS zurückzukommen – als grosse Person kann man schon komfortabel im GS sitzen, wie es allerdings mit 200 cm aussieht – da wäre ich mir nicht so sicher. Förderlich für die Beinfreiheit, besonders beim Einsteigen, ist sicher das Lenkrad mit seinem relativ kleinen Durchmesser, was ich immer angenehm fand. Allerdings müssen die Sitzpolster in gutem Zustand sein, sonst sinkt man elendig darin ein. Überhaupt sitzt man im GS tiefer als im D-Modell – insofern nimmt man also auch eine eher „moderne“ Sitzhaltung ein. Ein GS ist von innen betrachtet sehr übersichtlich und lässt sich wie ich finde auch einfacher oder intuitiver bedienen als ein D-Modell. Ein Stück weit natürlich auch konventioneller. Wenig praktisch finde ich die Beladung der GS Berline mit ihrer senkrecht stehenden Heckklappe. Ich habe mich vom GS verabschiedet, aber vor der Wahl gestellt würde ich einen Break nehmen, den ich auch von seinen Linien her wesentlich gelungener finde als manch andere Break Variante anderer Citroën-Modelle
Der Beinfreiheit zuträglich ist sicher auch die verhältnismäßig flache Stellung des Lenkrades - die eben zu jenem erwähntem Kontakt mit der Abdeckhutze führt...
Hilft alles nichts, ich muss mir so ein Auto mal ansehen und mich reinsetzen. Aber immerhin weiss ich jetzt, dass ein Versuch nicht völlig sinnlos wäre.
Gruss
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Nicht, dass es mich stört, ein D-Modell fahren zu müssen - im Gegenteil. Aber einen GS bzw GSA vermisse ich schon...
Ich hatte beides, jeweils als Break mit der besseren Ausstattung, und den GSA fand ich besser. Auffallend war der deutlich bessere 2-Stufen-Vergaser mit gleich großen Saugrohren; der GS hatte eine sehr kleine 1. Stufe. Der GSA lief mit der Abstimmung erheblich harmonischer. Und sparsamer. Bei langen Landstraßenstrecken leicht unterhalb der zul Geschwindigkeit waren unter 7l drin. Gewöhnungsbedürftig waren die Schalter in den beiden "Satelliten" rechts und links neben dem Lenkrad. Stockhebel wie beim D-Modell oder beim GS lassen sich besser bedienen, gerade der Blinker, der sich beim Zurücklenken mit dem leicht gestreckten Finger ausschalten lässt; bei der Wippe des GSA muss man gezielt zulangen. Die Sitzposition fand ich erheblich besser als im CX, in dem man wirklich lang ausgestreckt liegen kann/muss. Und richtig sensationell ist die Straßenlage und der Umstand, dass sich das Auto durch gar nichts davon abhalten lässt, geradeaus zu fahren, wenn es das soll: kein Seitenwind, keine Straßenbahnschienen, keine Längsrillen, keine Nagelreihen, die es früher in Autobahnbaustellen gab und die so manch Auto zur einem spontanen Richtungswechsel veranlassten. Und im Winter war er unschlagbar, außer vom CX, aber der Unterschied war marginal.