anieder hat geschrieben: So 1. Sep 2024, 23:45
Hallo Henning
Ist aber physikalisch nicht schlüssig für den Fall den Tom und Pit meinen.
Ersetzte im Gedankenexperiment die ölsäule durch eine Solide Stange die den Wagen hochfährt.
Das hätte dann auf die Gasfeder keine Auswirkung.
Gruß
Andreas
Das stimmt schon, aber ein hydraulischer Zylinder mit Ein- und Auslassventil ist eben keine starre mechanische Verbindung.
Ich beziehe mich in meinen Ausführungen auf die dynamische Situation innerhalb des hydraulischen Systems, wenn die Höhenkorrektoren öffnen und das Druckgefälle zum Tragen kommt.
Gehen wir nochmals von den Screenshots mit den C6-Werten aus (hier die Werte von der Vorderachse):
Niedrige Position = 102,20 bar (nicht minimale Position)
Normale Position = 130,31 bar
Erhöhte Position = 143,54
Maximale Position = 155,67
Eine gemessene Höhendifferenz von 103,24 mm bedeutet demnach 53,47 bar Unterschied.
Das System arbeitet mit Maximaldrücken um 165
bis 180 bar.
Gehen wir davon aus, dass wir uns in der normalen Position befinden.
Auf der Federungsseite haben wir ~130 bar.
Auf der anderen Seite liegen ~180 bar an.
Wird beispielsweise die Zwischenstellung gewählt, öffnet nun das Korrektorventil (egal, ob mechanisch oder elektrisch betätigt) den Zulauf zur Federung, und die Flüssigkeit ist bestrebt, die Druckdifferenz auszugleichen. Aus diesem Bestreben resultiert eine entsprechende Erhöhung der Flüssigkeitsmenge im Federzylinder.
Das ist der Ausgleich des Druckverhältnisses: Der Druck in der Federung steigt, während er auf der Seite der Druckquelle sinkt. Der (intakte) Druckspeicher hilft dabei, das Druckgefälle sanft auszugleichen.
Wird der untere Regelwert (~135 bar) erreicht, springt die Pumpe an, fördert Flüssigkeit nach und baut entsprechend
Druck auf.
Vor Erreichen des Maximalwertes schließt das Korrektorventil der Federung in der Zwischenstellung.
Der statische Wert beträgt nun ~144 bar,
also 14,4 bar mehr als in der Normalstellung.
Auf der Seite der Druckquelle wird der Druck weiter bis auf 180bar erhöht. Damit ist das Druckgefälle wieder stabil.
Würden die Anstellwinkel der Quer- oder Längslenker den größten Anteil haben, müsste sebastians Theorie zutreffen:
sebastianklaus hat geschrieben: Di 27. Aug 2024, 22:19
Bei erhöhter Fahrzeugposition (nicht: Höchststellung !!) muss der Druck im Federsystem sogar geringer sein als in Normalstellung
(…)
Also: bei normaler Fahrzeughöhe: maximaler Druck im System ! Das ist einfache Mechanik.
Die Werte sagen aber das Gegenteil.
Pit hat geschrieben: Di 27. Aug 2024, 20:10
Die Verhärtung kommt durch die Anschläge
Auch das ist falsch, wie wir anhand der versteiften Federung in Zwischenstellung sehen können.
Robert hat geschrieben: Sa 31. Aug 2024, 00:21
Wenn nun Systemdruck einschiesst, bewegt sich der Kolben, zu keinem Zeitpunkt ändert sich der Druck im Zylinder.
Dir ist die Widersprüchlichkeit dieser Aussage bewusst, oder? Ohne Druckänderung kein Einschiessen von Flüssigkeit und keine Verschiebung des Kolbens (- dem Pascalsches Theorem: „Flüssigkeiten im Ruhezustand übertragen die Druckschwankungen, denen sie ausgesetzt sind, vollständig und an alle Punkte.“
Robert hat geschrieben: Sa 31. Aug 2024, 00:21
Bei dieser Betrachtung ist es auch egal, ob das andere Ende des Zylinders mit einer Federkugel oder einem Stopfen verschlossen ist, denn der Druck auf die Membrane ist ja auch konstant, so dass auch deren Position sich mit unterschiedlicher Höhe nicht verändert, solange kein Anschlag erreicht wird.
Ob ein Gaspolster am Ende des Federzylinders vorhanden ist, hat tatsächlich keine Auswirkung auf den Druck im System, sondern lediglich minimal auf eine Verzögerung der Niveauänderung. Man kann beobachten, dass bei defekten Federkugeln das Anheben etwas zügiger erfolgt als bei intakten.
Ansonsten verändert die Membrane ihre Lage sehr wohl
entsprechend der Druckverhältnisse im System, denn die verwendeten Gase und Flüssigkeiten unterliegen denselben physikalischen Gesetzen.
Eure Argumentation ist meiner Ansicht nach nicht schlüssig. Eine befreundete Physikerin, die vorhin getroffen habe, bestätigte das.
Hydraulische Grüße
Henning