Citroën Hydraulikflüssigkeiten

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Cardano
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Cardano »

Ekki hat geschrieben:
DS20_break hat geschrieben: Hi Ekki,
vegetable oil base und der Rest? Kenne ich nur in Verbindung mit den damaligen Bremsflüssigkeiten.

Höchstwahrscheinlich Butylalkohol

Da ist der Eingangstext wie Ralf schon sagte auch total falsch. LHV war auf keinen Fall eine Mischung aus Rizinusöl und hygroskopischer Bremsflüssigkeit.

Rizinusöl WAR nämlich damals die Bremsflüssigkeit. Diese wurde mit Butanol & Co. gemischt, um sie Temperaturstabiler zu bekommen.

Ich glaube, das ist die richtige Fährte.


Gruß,
Ekki


Vielleicht ist es dieses Produkt . Stammt von der ARAL Seite.


[attachment 8854 ButanolARAL2014-10-07um05.09.32.png]
Dateianhänge
Butanol ARAL 2014-10-07 um 05.09.32.png
Ekki
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Ekki »

@Hardy
Supi, ich werde mal versuchen, diesen "Vlad" zu kontaktieren ;-)


@all
Wie ist eigentlich die Erfahrung mit "LMA", also "Low Moisture Absorbing" Bremsflüssigkeiten?
Die sind zwar auch Glykol basierend, aber ziehen angeblich viel langsamer Feuchtigkeit? Da gibt es verschiedene Fabrikate von.

Wenn man die mit 10% Rizinus mischt, müsste man doch eigentlich eine Art "LHS2+" mit weniger Hygroskopie und gleichwertiger Schmierung erhalten?

Hat das schonmal wer getestet?

Gruß,
Ekki
Langhuber Verified
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Langhuber Verified »

Was mich jetzt bei dieser ganzen Hygroskopie-Diskussion langsam wundert:
Meist wird die Hygroskopie der Flüssigkeiten als etwas Unerwünschtes dargestellt, welches man durch Umstieg auf nichthygroskopisches LHM beseitigen wollte.
In der Diskussion über LHV und LHS-2 schimmerte aber der Tenor durch, dass die Hygroskopie jedoch durchaus erwünscht ist:

Zwar begrenzt Hygroskopie die Lebensdauer der Flüssigkeit und fördert Korrosion innerhalb des Systems. Wobei zu sagen ist, dass zm Rost nicht nur Wasser, sondern auch Sauerstoff benötigt wird.

Andererseits soll die Hygroskopie anscheinend dazu dienen, dass sich die Luftfeuchtigkeit, die beim Absenken des LHx-Spiegels im Vorratsbehälter in diesen reingesaugt wird, als Wasserpfütze unten im Behälter ansammelt.

Eigentlich müsste man dieses Wasser ja getrennt absaugen oder ablassen können? Man müsste nur dafür sorgen, dass sich das Ansaugrohr für das LHx weit genug oberhalb der Pfütze am Boden befindet, um das Wasser nicht ins System reinzusaugen.


Noch ein Nebengedanke: Dann heisst LHS-2 nicht, wie man vermuten könnte LHS der 2. Generation, sondern Synthetische dot-2-Flüssigkeit?


Klemens
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maldini Verified
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von maldini Verified »

Hallo Klemens,

die Hygroskopie der Hydraulikflüssigkei sorgt dafür, das sich die chemische Zusammensetzung und die technischen Eigenschaften ändern. Da ist nichts abzuschneiden - das Wasser ist in der Flüssigkeit gelöst.
Darum sollte (bei konventionellen Wagen) z.B. Bremsflüssigkeit auch regelmäßig gewechselt werden.
Hygroskopie ist sicher kein Vorteil.

Grüße
Karl
Cardano
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Cardano »

[quote=maldini]
Hallo Klemens,

die Hygroskopie der Hydraulikflüssigkei sorgt dafür, das sich die chemische Zusammensetzung und die technischen Eigenschaften ändern. Da ist nichts abzuschneiden - das Wasser ist in der Flüssigkeit gelöst.
Darum sollte (bei konventionellen Wagen) z.B. Bremsflüssigkeit auch regelmäßig gewechselt werden.
Hygroskopie ist sicher kein Vorteil.

Grüße
Karl[/quote]

Wasser in der brems-/hydraulikflüssigkeit ist unerwünscht, voralem in seiner natürlichen form. Einzelne tropfen können zum beispiel gefrieren, oder
punktuelle rostschäden verursachen. Wo Wassertropfen sind befindet sich auch Sauerstoff.
Um diese nicht gewünschten effekte zu verhindern wird der wassertropfen aufgelöst und mit der flüssigkeit vernetzt.
Soviel zu "Hygroskopie ist sicher kein Vorteil".
Grundsätzlich muss jede hydraulikflüssigkeit (betrifft auch kühlflüssigkeiten) nach einer gewissen gebrauchsdauer ersetzt werden. Was natürlich die beutelschneider unter den autofahrern arg trifft.
Denn der gebrauch und die alterung im system, sowie die verunreinigung durch abriebteilchen, verändern die "technischen eigenschaften" genauso
wie das gelöste wasser im LHS-2.
Die chemiker bei Citroën waren sicherlich keine trottel (die sind anderswo zu suchen).
Die haben sich auch etwas überlegt in dieser angelegenheit.
Der wechsel von der ursprünglichen flüssigkeit LHS zu LHS-2 wird sicherlich nicht erfolgt sein um die lebenserwartung des hydrauliksystems zu verringern
Wer so etwas denkt ist meines erachtens ein vp.
Für den flüssigkeitswechsel werden wohl welche chemischen und technische gründe im spiel gewesen sein.

Vielleicht findet sich irgendwo ein C-mechaniker aus der anfangszeit der DS. Der wird einiges erzählen können in dieser Angelegenheit.
Was ich früher gehört habe über das hydrauliksystem, resp. die flüssigkeit war nicht gerade friede, freude, eierkuchen.
Das hat sich erst mit der (entwicklung)zeit ergeben.

In alten zeitungen war z.b. zu lesen das Citroën in Paris etliche autotransporter zirkulieren hatte um die gestrandeten DSen zu bergen.
Ekki
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Ekki »

Hallo zusammen,

1) Hygroskopie ist nur für herkömmliche Bremssysteme vom Vorteil, denn da wäre "stehendes" Wasser vor allem in Bremsbackennähe absolut tödlich. Dann besser gelöst in der Bremsflüssigkeit.


2) Für unsere Zitronen allerdings ist nicht hygroskopisches Öl von Vorteil: Der hohe System-Hydraulikdruck verhindert versagende Bremsen und große Korrosionsprobleme bei halbwegs gewarteten LHM Systemen sind mir zumindest nicht bekannt. Schon gar nicht im LHM-Fass. In meinem SM ist durch das nicht hygroskopische LHM alles prima versiegelt und das Fass sieht nach 40 Jahren aus wie neu. Kann also nicht das Problem sein, oder? Hygroskopie braucht bei Citroën kein Mensch!


3) Ich hatte es schon in diesem Thread erwähnt: Das LHV auf Rizinusbasis hat vor allem Nachteile bei großen Temperaturschwankungen. Es ist nicht für extrem hohe Temperaturen geeignet und noch weniger für sehr kalte. LHS2 ist in dieser Hinsicht besser. Citroën hat sicherlich nicht -wegen- der Hygroskopie auf LHS2 gewechselt, sondern -trotz- der Hygroskopie. Als kleineres Übel im Vergleich zum Temperaturproblem. Dass das auch nur ein Kompromiss war, zeigt ja der recht zeitnahe Wechsel auf LHM, das nicht hygroskopisch und noch temperaturstabiler als LHS2 ist.


4) Die meisten Ur-DS Fahrer unter uns sind in sehr gemäßigten Klimazonen unterwegs (z.B. Rheinland) und die DS sind keine Alltagswagen mehr wie noch in den 50ern. Von daher ist uns die Temperaturanfälligkeit von LHV ziemlich egal, denn unter Extrembedingungen bewegen wir die Damen eh nicht mehr. Dadurch überwiegen wiederum die Vorteile von LHV (Schmierung, Korrosionsschutz etc.) und deshalb wäre "neues" LHV sinnvoll.


Das hatten wir aber alles in diesem Thread schon erklärt.

;-)

Gruß,
Ekki
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Langhuber Verified »

Hallo Karl,
maldini hat geschrieben: Da ist nichts abzuschneiden - das Wasser ist in der Flüssigkeit gelöst.
Du hast natürlich absolut recht. In der Begeisterung über meinen eigenen Gedankenblitz habe ich das Wörtchen "nicht" vergessen. Es hätte natürlich heissen müssen:
Andererseits soll die Hygroskopie anscheinend dazu dienen, dass sich die Luftfeuchtigkeit, die beim Absenken des LHx-Spiegels im Vorratsbehälter in diesen reingesaugt wird, nicht als Wasserpfütze unten im Behälter ansammelt.


Aber mein Gedanke war halt, dass man das Wasser, welches sich bei nichthygroskopischer Bremsflüssigkeit am Boden des Behälters ansammelt, durch einen kleinen Hahn unten ablassen könnte. Es gibt doch auch Blasinstrumente (Tuba, Sousaphon?), die unten einen kleinen Ablasshahn haben, wo die gesammelte Spucke rausläuft.


Klemens
(der sich, wenn die Freigabe durch die hier versammelten Früh-DSler erfolgt ist, durchaus auch für die Umstellung seiner Madame auf russisches Rinozeros-Öl begeistern könnte.)
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von maldini Verified »

Hey Klemens,

.. ich bin deiner Meinung
jeden guten Idee/DS könnten Teile einens Sousaphons bereichern!

;-))

Ich glaube aber leider, dass so ein Hahn in jedem Fall keine Funktion hätte.
In dem einen Fall wird das Wasser (der Wasserdampf) in der Hydraulikflüssigkeit gelöst. (und verändert langsam Eigenschaften und Funktion derselben)
Im anderen Fall (z.B. bei LHM) reichert sich kein Wasser irgendwo an (weil eben nicht hydroskopisch) die Hydraulikflüssigkeit kein Wasser zieht - weil sie eigentlich nur ein Öl ist.

;-)

Grüsse an Dich
karl
Ekki
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von Ekki »

[quote=Langhuber]
Aber mein Gedanke war halt, dass man das Wasser, welches sich bei nichthygroskopischer Bremsflüssigkeit am Boden des Behälters ansammelt, durch einen kleinen Hahn unten ablassen könnte. Es gibt doch auch Blasinstrumente (Tuba, Sousaphon?), die unten einen kleinen Ablasshahn haben, wo die gesammelte Spucke rausläuft. [/quote]


Übertreibt Ihr nicht ein wenig?
Also die Problematik "durchgerosteter LHM Fässer" ist mir jetzt ehrlich gesagt noch nie wirklich begegnet.
Bei halbwegs gewissenhafter Wartung passiert das ja wohl nicht bei LHM Fahrzeugen.

Oder ist das etwa ein großes Thema???
Ich check bei meinem SM das LHM eher sporadisch und trotzdem gibt es absolut keine Korrosionsprobleme.

Und bei der Ur-DS kamen die Korrosionsprobleme ja erst mit LHS2 (siehe Erfahrungen von UrDS Fahrern).

Gruß,
Ekki
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Re: Citroën Hydraulikflüssigkeiten

Beitrag von wettem Verified »

[quote=Ekki]
4) Die meisten Ur-DS Fahrer unter uns sind in sehr gemäßigten Klimazonen unterwegs (z.B. Rheinland) und die DS sind keine Alltagswagen mehr wie noch in den 50ern. Von daher ist uns die Temperaturanfälligkeit von LHV ziemlich egal, denn unter Extrembedingungen bewegen wir die Damen eh nicht mehr. Dadurch überwiegen wiederum die Vorteile von LHV (Schmierung, Korrosionsschutz etc.) und deshalb wäre "neues" LHV sinnvoll.
[/quote]
Ich möchte dazu nur anmerken, daß die Umgebungstemperatur warscheinlich den kleineren Einfluß auf die Erwärmung der Hydraulikflüssigkeit hat. Bei den Systemen mit Niederdruckpumpe dürfte sich die Flüssigkeit dort ganz schön erwärmen.

viele Grüße
MichaelW
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