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Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 20:28
von KW
Hallo David,
was die Teilnehmer hier schreiben ist alles vollkommen richtig und wichtig!
Du solltest unbedingt Fragen stellen, hier ist man sehr hilfsbereit.
Aber auch sich selbst Fragen stellen: Was kann ich selbst machen? Garage vorhanden? Reichen meine technischen Fertigkeiten oder muß ich immer zur Werkstatt?
Kaufst Du neu ist es getreu. Gibst Du zu wenig Geld aus, zahlst Du später doppelt oder Dein Projekt überfordert dich.
Meine Meinung zum Alltag. Dafür sind heute gebaute Autos wohl ideal. Ein Fahrzeug, vor 60 Jahren konzipiert und gebaut, ist
ein Liebhaberfahrzeug! Das liebt man, will gepflegt und gehegt werden.
Frage auch bei Stammtischen oder Treffen. Der DS Stammtisch in Deiner Region ist ein idealer Treffpunkt um die richtigen Leute fragen zu können. Die Teilnehmer haben i.d.R. reiche Erfahrungen mitzuteilen.
Wenn Du kein Fachmann bist, unbedingt beim Kauf Einen mitnehmen. Kostet weniger als es einbringt.
Alles was ich schreibe, habe ich nicht gemacht. Leider!
Viele Grüße
KW

DS 23, HA, Bj. 73. (jetzt im Winterschlaf)

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 22:40
von Michael Klette
Hallo,
hmm, tja, also, als ich meine erste DS gekauft habe, war ich ungefähr so alt wie du jetzt. Nun liegen tatsächlich 31 Jahre dazwischen, in denen wir grad mal ein halbes Jahr ohne D-Modell lebten. Das war ein hartes halbes Jahr. Vermutlich würde ich heute noch meine erste ID fahren, wenn da nicht 5 Kinder zwischen gekommen wären. Wie's so ist, musste irgendwann ein Kombi her. Zwar fuhren in den 60ern Familien mit Kind und Kegel im Goggo über die Alpen, aber ich gehörte schon nicht mehr zu diesen unerschrockenen Abenteurern. Es wurde eine ID20 Break. Nach einer Scheidung musste ich den Wagen verkaufen (dachte ich) und schloss mit dem Thema D-Modell ab. Zu teuer, unerschwinglich und unvernünftig. Aber das Jagdfieber ließ nicht nach. Und so wollte es der Zufall, dass ich 2002 eine 67er ID in der Oldtimer-Markt für offerierte 500,-€ erstand. Mit TÜV, technisch tip top,617000 Kilometer gelaufen, allerdings mit den Alltagsspuren der letzten 35 Jahre. So hatte uns die D-Gemeinde wieder. Nach 4 Jahren verkaufte ich die ID und wollte wieder einen Break. Das hat leider trotz intensiver Suche und beschränktem finanziellem Rahmen nicht geklappt. So dehnten wir die Suche auf Limousinen aus und wurden schließlich fündig. Kerngesunde 67er ID19, verbeult und technisch etwas vernachlässigt. Das Auto steht heute, gut 7 Jahre später technisch sehr gut da, trägt ihre Beulen aber immer noch mit Würde. Geht auch! Wenn unsere Kinder ihren Führerschein haben (momentan machen drei den Führerschein), Schule, Studium und Berufsstart hinter sich haben und ich dann noch lebe...gibt's noch ne beulenfreie Karosserie. Muss aber eigentlich auch nicht.
Heute vergleiche ich meine ID scherzhalber immer mal mit der Anspruchslosigkeit eines B-Kadett. Da ist aber was dran, die ID kenne ich heute in- und auswendig. Ein schöner Spaß und eine echte Bereicherung fürs Leben.
Ja,also ich sach jetz...TRAU DICH!
Gruß Michael

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 22:47
von Fritz-J
Also bei aller (berechtigter) Begeisterung:
Ich habe mir damals mit 28, aber "in Arbeit und Brot stehend" eine auch 28 Jahre alte Amazone als Alltagsauto gekauft. Von Technik und Rostanfälligkeit eher einfacher/problemloser als eine DS/ID. Sie war alltagstauglich und auch die Sache mit dem Werterhalt galt damals schon. Ich war allerdings auf einen fahrbaren Untersatz (täglich ca 90 km) angewiesen, egal bei welchem Wetter. Nach einem Jahr mochte ich das Auto einfach nicht mehr über die frisch gestreute, aber immer noch Schnee(matsch)bedeckte A7 scheuchen und abends ohne was machen zu können, abstellen - man kann dann zusehen, wie das Auto rostet. Ich habe mir dann im Herbst ein Winterauto bis max 1000,- DM(!) zugelegt und im Frühjahr zu Semesterbeginn wieder verkauft. Das ist für mich bis heute die Lösung. Man kann Oldie fahren - muß aber nicht um jeden Preis.
Das muß man sich allerdings "leisten" können und wollen, nicht nur finanziell, sondern auch den (Park)Platz, Schraubermöglichkeiten und Aufwand. Ohne jetzt Davids finanzielle, professionelle, technische und sonstige Hintergründe zu kennen, bin ich doch der Ansicht, daß für die meisten eine DS/ID als alleiniges Alltagsauto nur geeignet ist, wenn es auch Alternativen (ÖPVN, Fahrgemeinschaft etc) gibt.

Gruß,

Fritz-Jörg

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 22:54
von priusb78
Hallo David,
ich bin selber Neuling mit meinem D Super 5, den ich im August gekauft habe, aber ich kann jetzt schon alle meine Vorredner bestätigen.

Zusammengefasst solltest Du - aus meiner Sicht - am besten ein "einfacheres" D-Modell mit neuer Front (Scheinwerfer hinter Glas) ab ca. 1968 bis zum Auslauf 1975 nehmen. Diese wurden unter den Namen ID20 und dann D Super, D Special, D Super 5 verkauft. Alle haben die gleiche schöne Federung wie auch die DS-Modelle, aber sind technisch einfacher durch Vergaser statt Einspritzer und manuelles Schaltgetrieb (4-Gang bzw. 5-Gang) statt Halbautomat (HA) oder gar Automatik.

Etwas investieren solltest Du schon, außer Du möchtest als Anfänger gleich mit einem Restaurationsobjekt beginnen... Ich würde schätzen, dass mind. 10 - 12.000 Euro für ein halbwegs vernünftiges Fahrzeug zu bezahlen sind.

Danach solltest Du noch genügend "Kleingeld" - ich würde mal 500 - 1.000 Euro pro Jahr schätzen, je nachdem, was Du schon an Werkzeug hast - für Teile, Material und Werkzeug haben, wenn Du Zeit, Können und Platz für eigene Reparaturen hast. Da sind dann keine größeren Reparaturen, z.B. Austausch der Lenkung, dabei.

Falls Du alles in einer Werkstatt - die musst Du erstmal in Deiner Nähe (siehe Werkstattliste im Forum) finden - machen lassen willst oder musst, würde ich eher mal von mind. 1.000 Euro pro Jahr ausgehen.
O.k., auch neuere Autos haben ihren Wertverlust...

Unbedingt solltest Du eine Garage zum Abstellen und Schrauben haben. Und auch ein Alltagsauto für "Sauwetter" und den Winter würde ich als notwendig sehen.

Zuletzt: Ohne eigene Erfahrung im Schrauben würde ich Dir eher abraten, außer Du hast viel Geld!

Gruß Thorsten

PS: Bei den meisten Versicherungen ist die jährliche Fahrleistung auf 5 - 10.000 km p.a. begrenzt.

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Mo 25. Nov 2013, 23:10
von Carsten_SM
Ich hab damals einen 23 Break gekauft, mit Anfang 20. Den bin ich 2 Jahre gefahren, hat 6500 Mark gekostet.

Dann hab ich die Wahl gehabt- zerlegen + Vollresto oder Schrott. Schrott ging nicht, also aufm Dorf Scheune gemietet, da bin ich heute noch drin, und und hab angefangen.

Nach 3 Jahren war ich fertig.... geiles Projekt, ich hab richtig viel gelernt, und es hat mich nie mehr losgelassen.

Das wird dann eine Lebenseinstellung: Warum eine Waschmaschine wegwerfen oder gar jemanden kommen lassen, wenn man es doch selber machen kann ?

Repair it....

Carsten

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Di 26. Nov 2013, 00:49
von Bernhard(Süd)
Hallo,

...und wenn Du mutig übern Tellerrand schauen magst, bekommst Du in Frankreich noch immer technisch gute ID für ca. 4000-6000 Euritos (auch dort sind aber gute Autos in den letzten Jahren örtlich sehr teuer geworden). Aber-Also teutsche Saftpreise müssen nüchtern gesehen auch heutzutage nicht sein. Wobei Du (wie hier mehrfach erwähnt) genau jhinschauen oder durch einen Kenner hinschauen lassen solltest.

Ich würde von einem hydraulischem Getriebe auch für den "Anfänger" nicht grundsätzlich abraten. Schalten lernen, Einstellen anlesen und gut is`...

Jau, mach Dich mittels der einschlägigen DS-Bücher kundig. Aber ich "warne" aus eigener Erfahrung: Die machen zwar einigermassen fachkundig, vor allem aber... süchtig!!!! :-) !!
Fruchtbarer ist wohl das sehr zeitaufwendige Studieren der Beiträge "leid"geprüfter DS-Schrauber hier im Forum.

Und keine Angst: Die Mechanik ist echt simpel, nur stellenweise ungewohnt, weil anders als beim Golf 1... UNd die 40 Meter Hydraulikleitungen kannst Du fast alle sehen und anfassen -sehr im Gegensatz zum Innenleben der eektonischen black boxes der "modernen" Kisten...

Viel Glück und Geduld, be

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Di 26. Nov 2013, 17:58
von MenrathU
Hallo,

aus eigener bitterer Erfahrung kann ich nur einen der bereits genannten Punkte unterstreichen: Gerade eine Pallas mit den nachträglich eingebrachten Bohrungen zur Befestigung der zahllosen Zierleisten ist kein Fahrzeug für winterliche Straßenverhältnisse, auch wenn sich das Fahrwerk hier nahezu vorbildlich verhält.

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Di 26. Nov 2013, 19:45
von Eric
Haben wir den dsfan jetzt sprachlos gemacht ;-)

Eigentlich alles gesagt, man sollte nur nicht auf einen billigen Studentenwagen hoffen, außer man kann den Großteil der Schweiß und Lackierarbeiten selber leisten.

Eric

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Di 26. Nov 2013, 20:12
von DS20_break
ohne unserem neuen Kollegen zu nahe treten zu wollen und man verzeihe einem alten Mann großzügig:
gibt's ihn wirklich? Ich bin nun mal skeptisch, wenn sich jemand total anonym meldet, ohne Name, email und Adresse.

Auf jeden Fall hat er uns mal wieder vereint in unserer Schwärmerei.

Re: Ds Pallas Alltagstauglich?

Verfasst: Di 26. Nov 2013, 20:21
von radel56
[quote=DS20_break]
ohne unserem neuen Kollegen zu nahe treten zu wollen und man verzeihe einem alten Mann großzügig:
gibt's ihn wirklich? Ich bin nun mal skeptisch, wenn sich jemand total anonym meldet, ohne Name, email und Adresse.

Auf jeden Fall hat er uns mal wieder vereint in unserer Schwärmerei.[/quote]


freuen wir uns, daß dieses doch so alte Auto immer wieder jugendliche Freunde findet. Es ist wie ein Jungbrunnen: setz Dich rein, schwebe los und Du bist glücklich, egal wie alt man oder frau ist.

Gruß