i.e. säuft und zieht nicht...

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Jürgen Verified
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Registriert: Fr 24. Jan 2003, 18:29
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Re: i.e. säuft und zieht nicht...

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo Hans-Uwe,

jetzt lasse ich mal den Besserwisser raushängen:
10% mehr Druck = 110% des Solldrucks macht bei Strömung von Flüssigkeiten nur Wurzel aus (1,1) ~5% mehr Durchsatz, weil in einer Drossel (das Einspritzventil) der Strömungswiderstand mit dem Quadrat der Strömungsgeschwindigkeit ansteigt.

Hallo Christoph,

häufige Ursachen für hohen Verbrauch sind auch:
- abgefallener oder undichter Schlauch zum Volllastschalter, zum Testen kannst du den Stecker abziehen, dann hast du nie die Volllastanreicherung.
- Übergangswiderstände in der Verkabelung für den Wassertemperaturfühler, das Steuergerät sieht dann einen zu kalten Motor und macht eine zu hohe Kaltanreicherung.
- eine falsch eingestellte Zündung, da suchst du ja schon, die kann auch für deinen Leistungsmangel verantwortlich sein.
- ausgewaschenen Einspritzventile, die sind von außen nicht zu erkennen.
Auf deinem Bild ist es nicht eindeutig sichtbar, es macht aber den Eindruck, das du nicht mehr die originalen Ventile hast, die originalen haben das kurze Schlauchstück mit einer etwa 15mm hohen Presshülse befestigt, bei den Ersatzteilen ist diese Hülse nur noch etwa 5mm hoch.
- Die Auslösekontakte für die Einspritzanlage unten im Verteiler können verschlissen sein und für gelegentliche Aussetzer sorgen.
- Die Potieinstellung am Steuergerät (wenn vorhanden) wirkt sich nur im Leerlauf und unterer Teillast aus, zu mager ruckelt nur, ist aber keine Gefahr für den Motor. Poti "reindrehen" im Uhrzeigersinn magert ab.
- es sind noch "1000" andere Ursachen denkbar, die Fehlersuche kann mühsam werden.
Gruß Jürgen
Hans-Uwe Fischer
Beiträge: 1834
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Re: i.e. säuft und zieht nicht...

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Hallo Christoph,

Die Rücklaufleitung, ohne die absolut keine Druckregelung möglich wäre, ist praktisch die "3."Leitung. Bei der el. Benzinpumpe saugt eine vom Tank an, die zweite drückt den Sprit in die Ringleitung ( also zu den 4 Ventilen ), und die dritte Leitung gibt alles was über den eingestellten Druck ist, zum Tank zurück. Das gleiche gilt auch für den Druckregler der Ringleitung (2.0 bar).
Patric kann bestimmt eine 33Kb-Skizze dazu liefern.
Messen tut man den Druck ganz einfach am Kaltstartventil. Schlauch abziehen (dieser kommt ja von der Ringleitung) und Manometer aufstecken..... fertig. Motor starten.
Auf dem "Ringregler" ist eine M5-Schraube mit Kontermutter zum Einstellen.
Beim Schneider-Treffen kann ich das gerne mal vorführen; max. 5 Minuten.
Zum Prüfen der Rücklaufleitungen kann man wie folgt vorgehen:
1. Rücklaufschlauch abziehen.
2. Ersatzschlauch aufziehen und anderes Ende in Behälter.
3. Nach Motorstart muß Sprit herausfließen.
4. Original-Rücklaufleitung kräftig durchpusten. Falls zu, Verstopfung, bzw. Quetschung suchen.

TIPP: An dem Kaltstartschlauch lassen sich sehr einfach Einspritzventile auf Dichtheit prüfen.

Schnellen Durchblick wünschend

Hans-Uwe
Hans-Uwe Fischer
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Re: i.e. säuft und zieht nicht...

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Hallo Jürgen,

das der Strömungswiderstand mit dem Quadrat der Geschwindigkeit steigt ist wahr. Das ist übrigens auch bei Gasen der Fall.
Das ist aber im Gesamtzusammenhang nur ein Teil der Wahrheit. Bei dem zu stark angereicherten Gemisch geht zusätzlich noch der "Wirkungsgrad" ( ich vereinfache hier ) zurück. Im Ergebnis braucht der Motor vermutlich sogar noch mehr als 10%.
In Erinnerung ist bei mir noch, daß ich früher bei meinem Moped die Hauptdüse aufbohrte. Das Ergebnis: Langsamer und spritsaufend. Klar!

Grüße
Hans-Uwe
Jürgen Verified
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Re: i.e. säuft und zieht nicht...

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo Hans-Uwe,

ich meinte auch nur den Spritdurchsatz durch das Ventil. Der verhält sich wie beschrieben.
Bei Gasen hängt auch die Dichte vom Druck ab, der Massendurchsatz wird dann etwa proportional zum Druck, es gibt da aber noch einige weitere Einflußgrößen.
Und alles nicht so ernst nehmen, siehe die 48cm.
Gruß Jürgen
Hans-Uwe Fischer
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Re: i.e. säuft und zieht nicht...

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Hallo Jürgen,

mit dem "nicht so ernst nehmen" hast Du völlig Recht. Habe ich auch nicht. Die 48cm beunruhigen mich aber schon etwas.

Grüße
Hans-Uwe

PS: Eine weitere wichtige Einflußgröße habe ich heute in 10.000 ft erlebt. Ich habe mit der Checkliste den Reif innen von der Cockpithaube kratzen müssen. Am Boden war die Lufttemp. bereits nur - 17,5°C
patric
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10000 ft

Beitrag von patric »

Wow,
läuft ja prima Deine Zündung! Aber für die 10000 hast'e doch sicher heimlich das ganze Flame Thrower Paket installiert, oder?
Gruß
patric
Hans-Uwe Fischer
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Re: 10000 ft

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

......könnte man meinen. Sind immerhin zwei getrennte kpl. Magnetzündungen im ROTAX-912.

Grüße
Hans-Uwe

PS: Ein Flame Thrower brauche ich demnächst zum Enteisen.
Christoph Muthers

Re: 10000 ft

Beitrag von Christoph Muthers »

Jetzt aber mal zurück zum Thema:-)

Hallo,

ich habe jetzt die Einspritzdüse mit neuen Gummiringen (der kleine war beim Ausbau gar nicht montiert) wieder eingebaut (das Reparaturhandbuch hat mich sehr amüsiert: Einbau eines Einspritzventils: Mit der Ringleitung verbinden, und Stecker anschließen. Haha, wie kleine Hände soll man da haben? Naja, hat aber Spaß gemacht.)

Dann habe ich den Benzindruck gemessen, er lag bei 1,8 Bar. Jetzt habe ich ihn auf 2 Bar eingestellt, bin aber noch nicht genug gefahren um eine Aussage über den Verbrauch machen zu können.

Allerdings habe ich versehentlich den Gummischlauch (vom Luftfilterdeckel über den Krümmer am 1. Einspritzventil vorbei nach unten an ein Kunststoff T-Stück) abgezogen, und den Motor gestartet.
Der Leerlauf war dann über 2000 U/min.
Was für ein Schlauch war das, und wieso läuft der Motor dann soviel schneller? Heißt das, daß mein Luftfilter zu viel Wiederstand hat?
Ich habe ihn von 1500 km gereinigt und geölt.

Neugierigst,
Christoph
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