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Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mi 1. Dez 2021, 18:25
von Hein
scardale hat geschrieben: Hallo,

poliert ist noch nicht endgültig und auch noch nicht viel, allerdings 2 Stunden geschliffen, 600,800,1000,12000,1500,2000,2500,3000,5000,7000
Hallo Stefan,

wirklich toll. Für mich jetzt als Laien in der Kunststoffbearbeitung mal etwas langsamer:

* normales Nass-Schleifpapier in den entsprechenden Körnungen?
* Schleifrichtung - längs, quer, kreisförmig?
* Druck, Geschwindigkeit von Hand, aber wie fest, schnell, stark?
* Welche Politur?


vielen Dank und viele Grüße aus Lübeck

Hein

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mi 1. Dez 2021, 19:16
von scardale
Hallo,

ganz normales Nassschleifpapier, je nach Zustand der Trompete mit 400 oder 600 beginnen und dann immer feiner. Schleifen in Längsrichtung von Hand mit mässigem Druck, rein theoretisch kann man auch trocken schleifen, ich schleife lieber nass. Poliert habe ich zuerst mit einer Festo Rorex und zwei verschiedenen Autopolituren (mittel und fein), danach nochmal mit einem Profipolierbock, Motltonscheibe und Abklärpaste abgezogen. Polierbock ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, der Kunststoff ist recht empfindlich (Profipoliermittel kaufe ich im Online Shop bei Metallschleiferei Spiller).

Gruß
Stefan

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mi 1. Dez 2021, 21:16
von Doctor-D
Die schmelzen halt bei zuviel Druck.Aber man kann da noch genug herauskitzeln.Der Schriftzug wird halt immer weniger.

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mo 6. Dez 2021, 18:02
von MarcM
scardale hat geschrieben: Hallo,
poliert ist noch nicht endgültig und auch noch nicht viel, allerdings 2 Stunden geschliffen, 600,800,1000,12000,1500,2000,2500,3000,5000,7000
danach ist die Sache schon ganz brauchbar und die Farbe kommt zurück, hat mich einfach mal interessiert :-)
Gruß
Stefan
Also die 12.000er Stufe zwischen drinnen hätte ich weggelassen…;-)

Kurzer Tipp, von jemandem, der auch professionell damit zu tun hat: Eine ordentlich Qualität der Schleifmittel vorausgesetzt, ist eine Verdopplung der Körnung eigentlich immer möglich. Hätte ich Stift und Papier zur Hand, könnte ich Dir die Begründung leicht aufmalen. Wenn man etwas Sicherheit einbauen möchte, bleibt man leicht drunter. Du hättest also einige Körnungen weg lassen können, ohne Gefahr, die vorige nicht raus zu schleifen. 600, 1.200, 2.000, 3.000, 5.000 wäre z.B. sinnvoll (vllt. für die nächsten). Das ist dann definitiv fein genug, um mit Polierpaste weiter zu arbeiten.

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Di 7. Dez 2021, 23:24
von klaus_id19
Sehr interessant,

wäre mal wieder ein gutes Winterprojekt für meine ID 19 und würde sie optisch sicher aufwerten.

Gibt es auch Gedanken/Ideen wie man den "erschliffenen" Zustand dann am besten konservieren kann ?

Gruss

Klaus

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mi 8. Dez 2021, 17:48
von Boßhammer
Ich gehe einmal im Jahr mit einem Kunststoffreiniger über das Dach (ID) und die Trompeten, danach mit einer Kunststoffpflege über beides.
Das merkt man dann optisch wie auch im Regen recht gut.
Grüße Ralph

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Mi 8. Dez 2021, 18:18
von MarcM
Härtende Öle sind nach meinen Erfahrungen mindestens genauso gut als Kunststoffpflege geeignet, wie die einschlägigen Produkte, die explizit dafür ausgewiesen sind. Habe mal einen Test an den völlig "ausgetrockneten" (und verblassten) Plastikrückspiegeln meines 2er Volvos gemacht: Eine Seite bekam einen sehr teuren Tiefenpfleger für außen, die andere verdünntes Lein- oder Tungöl. Sah zunächst praktisch gleich aus. Ich muss tatsächlich mal wieder schauen, was besser gehalten hat.

Mit einen guten Halböl macht man nichts falsch - Hauptsache nicht zu satt, bzw gut nachwischen. Wer mit Holz zu tun hat, hat so etwas immer in der Werkstatt. Und wer nur mit Oldtimern zu tun hat, sollte mit Owatrol zu den gleichen Ergebnissen kommen. Letzteres ist allerdings nur eine Vermutung. Bin zwar fast sicher, dass es funktioniert, aber vielleicht vorher mal ausprobieren. (Gerüchten zufolge ist Owatrol eine Art Leinölfirnis aka Halböl)

Noch mal hierzu:
aquablader hat geschrieben:Hallo!
Käme für so etwas nicht Trowalisieren in Frage?
Das geht auch mit Kunststoff...
VG Ingo
Den Begriff kannte ich auch noch nicht; handelt sich offenbar um eine raffinierte Form des klassischen Trommelns. Anscheinend lässt sich das mit allerlei Parametern an die unterschiedlichsten Anwendungsfälle anpassen. Aber allen Trommelverfahren ist gemeinsam, dass exponierte Bereiche stärker abgetragen werden, als die Flächen. Es ist also immer eine Art "Rundlutschen". Daher z.B. auch besonders gut zum Entgraten geeignet. Meine Trompeten würde ich daher nicht so gerne solch einem Verfahren unterziehen - da bleiben halt keine scharfen Kanten mehr übrig. Und etwas zu (bruch-)empfindlich um in einer Trommel umher geworfen zu werden, sind die Dinger vermutlich auch.

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Sa 18. Dez 2021, 12:10
von anieder
Trowalisieren = Gleitschleifen mit Gleitschleifmaschinen der Firma Trowal.
Ist wie Tempo oder Labello…

Gruß
Andreas

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Sa 18. Dez 2021, 12:54
von maldini
.. ich kannte das schon aus StarWars!
Wurde Han Solo nicht in einem Block trowalisiert?

;-)

vorweihnachtliche Grüsse!
Karl

Re: Farbe Trompeten

Verfasst: Sa 18. Dez 2021, 14:47
von Andreas B.
MarcM hat geschrieben: Härtende Öle sind nach meinen Erfahrungen mindestens genauso gut als Kunststoffpflege geeignet, wie die einschlägigen Produkte, die explizit dafür ausgewiesen sind. Habe mal einen Test an den völlig "ausgetrockneten" (und verblassten) Plastikrückspiegeln meines 2er Volvos gemacht: Eine Seite bekam einen sehr teuren Tiefenpfleger für außen, die andere verdünntes Lein- oder Tungöl. Sah zunächst praktisch gleich aus. Ich muss tatsächlich mal wieder schauen, was besser gehalten hat.

Mit einen guten Halböl macht man nichts falsch - Hauptsache nicht zu satt, bzw gut nachwischen. Wer mit Holz zu tun hat, hat so etwas immer in der Werkstatt. Und wer nur mit Oldtimern zu tun hat, sollte mit Owatrol zu den gleichen Ergebnissen kommen. Letzteres ist allerdings nur eine Vermutung. Bin zwar fast sicher, dass es funktioniert, aber vielleicht vorher mal ausprobieren. (Gerüchten zufolge ist Owatrol eine Art Leinölfirnis aka Halböl)
Hallo Marc,

ich bin auch ein Freund härtender Öle, allerdings nur bei Holz und verwandten Werkstoffen. UV-Schutz bieten natürliche Öle nicht (er lässt allerdings auch bei Klarlacken peu à peu nach). Problematischer finde ich zudem, dass Leinöl im laufe der Zeit zur Vergilbung neigt - gerade unter Lichtabschluss und gerade das trifft sicher für die "Aufbewahrungsbedingungen" vieler alter Autos zu.

Gruss Andreas