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Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 09:29
von Carsten_SM
Hi Thorsten,

Na klar. Das muss alles 100% nach Werkstatthandbuch passen, sonst hat Dein Problem noch mehr Variablen, als Du siehst.

Jetzt trennen sich hier halt die Geister- wenn Du selber schrauben kannst und entsprechend tapfer bist (oder das alles ohne viel Kohle machen musst,
so wie ich, weil da noch eine Familie am Gehalt knabbert), dann prüfst Du erstmal den sichtbaren Teil durch,

Schwimmerstand, Nadelventil, sind alle Düsen die richtigen, und eigentlich auch per Düsennadelset, ob sie nie manipuliert worden sind. Kann ja 50
draufstehen, aber weiß man, ob einer vor 28 Jahren ne Reibahle und eine „gute Idee“ hatte ? Im Zweifel neu kaufen, gibt es alles noch.

Wenn im Übergang die Kiste abmagert: kannst Du das per Choke verhindern ? Also tut sie das auch mit gezogenem Choke, evtl. Teil- gezogen ?
Das würde ich als erstes versuchen - braucht ein bisschen Gefühl, also das Ruckeln provozieren, und kurz vorher mal den Choke etwas ziehen....

Was Du auch tun kannst, ist, ne Colortune im Stand einbauen, ich weiß bei den tiefen Schächten furchtbar, und dann gucken, was beim Übergang
passiert, also ob dann kurz die Verbrennung aussetzt (optimal ist knapp über Bunsenblau), heißt man sieht richtig die Aussetzer.

Und dann muss man suchen - kollabierender Unterdruck aufgrund zuviel Seitenspiel der Welle ist nicht unwahrscheinlich.

Du kannst dann seitlich mal die Welle im Gehäuse von außen mit irgendeiner Masse „abdichten“, also Fett drauf, oder Hylomar oder sowas ekliges.

Nur um zu sehen, ob das was ändert.

Noch ein Punkt, beim SM setzen sich auch gern mal die Kanäle im Zinkdruckguss der Vergaser zu. Die sind, verfolge sie von außen, durch Bleiplomben
gesichert. Die kann man per Dremel ausbohren, mit Pfeifenreinigern putzen, mit Bremsenreiniger spülen, und mit Schrot und Epoxykleber (das war
Vorschrift am SM... nach mehreren Bränden) wieder einschlagen. Da sucht man sich auch nen Wolf, weil alles passt, aber was man nicht sehen kann, ist,
was nach der Schwimmerkammer auf dem Weg zur Hauptdüse passiert, unter Durchflussbedingungen (statisch reingießen und gucken ist ein Indiz, aber
da müssen im Betrieb andere Mengen durch als auf dem Tisch....).

Carsten

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 09:30
von Carsten_SM
@Nockenwellen- mein Vorbesitzer, heute AFE Darmstadt, hatte die eingebaut, und meinte, die sei spitzer und mehr Hub.
Die Karre rannte richtig, 185 easy. Damit ging Golf 2 jagen....vor 25 Jahren.

Carsten

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 10:41
von Claude-Michel
ssiegert hat geschrieben: - Vergasereinstellung (werde die Colortune Zündkerzen zum Einsatz bringen. Ist zwar Fummelei, aber an sich nicht schlecht.)
Dachte mit der Colortune kann man nur den Leerlauf einstellen.

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 11:54
von Doctor-D
Vielleicht ist der Monolith im Mitteltopf final defekt und der Rückstau ist so stark, das die Abgastemperatur zu hoch ist.

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 14:19
von Carsten_SM
Die Colortune zeigt dank Glasring immer an, was im Brennraum grade los ist. Man sieht auch z. B. grünes aufleuchten, wenn man bei schwefelhaltigem Öl nach gehaltener Drehzahl vom Gas geht - dann saugt es das durch verschlissene Ventilführungen ein...

Also, da kriegt man schon mehr Info als nur, ob es im Leerlauf passt.

Ganz arg tapfere montieren eine Kamera, und gucken während der Fahrt rein...

Carsten

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 17:52
von ssiegert
Also dann das Update: Elektrik ist insofern gemacht, daß die Masseverbindungen der Zusatzinstrumente richtig sind und weder Zusatzlüfter, noch Blinker eben reingepfuscht haben.
Dann warm gefahren nachdem ich einfach mal die Gemischschraube eine Umdrehung weiter reingedreht habe.
Ergebnis hier: 85° konstant ohne Lüfter und bei bis zu 110 km/h
Dann Kerze 1 und 2 durch Colortune Kerzen getauscht. (Die sind nicht nur für den Leerlauf gut, sondern zeigen auch in der Beschleunigung was sich so tut.)
Also auf den Kotflügel gehockt und bei ca 800/850 U/min über dem heißen Motor an der Gemischschraube gedreht. Im Leerlauf keine eindeutigen Ergebnisse. Gemischschraube weiter reingedreht. Irgentwann geht der Motor fast aus, aber die Verbrennung schaut immer gleich aus. Beim Beschleunigen ein anderes Bild. Ich glaube zu sehen, daß die Farbe Bunsenblau ist. Rausdrehen bringt es bis hellblau, aber kein eindeutiges weiß.
Dann noch an der Leerlaufschraube gedreht. Auch nichts eindeutiges. Dieses "rausdrehen, bis die Drehzahl am höchsten ist und dann wieder reindrehen bis irgentwas" tut auch nicht.
Zum Zerlegen habe ich heute keinen Bock mehr.
Der Vergaser ist übrigens ein Überholter von Tom Verheyden aus Belgien. Jetzt kommen gleich die Empfehlungen zu Ralf Kaschta. Meine persönliche Erfahrung: Vergaser hingeschickt, schön gereinigten wiederbekommen, ließ sich nicht einstellen (vom Profi!). Beschwert, zurückgeschickt und den Nächsten erhalten: gleiches wieder. Ergebnis: Ein Vergaser weg, 2 "überholte" wieder zurückgesendet und noch Geld da gelassen. Habe wohl eine schwache Phase erwischt. Gesundheitlich ging es ihm auch nicht gut damals.
Die nächsten Schritte: Dominik Schauer mit einer Vergasereinstellung am CO Gerät beauftragen. Wenn das Wetter tatsächlich mal wieder schlechter werden sollte, den Originalvergaser von diesem Motor reinigen und draufbauen und mal sehen.
Vergaser waren noch nie meine Stärke (bis auf die Dell'Orto Doppelvergaser auf meinem 1,8l Karmann Ghia Motor, die ich quasi auf dem Schreibtisch einstellen konnte.).
Also: geschraubt, geturnt, geschwitzt mit kleiner Verbesserung. Andere gehen bei dem Wetter in die Muckibude. :-)
Karre fährt leidlich und ich bin zuversichtlich, daß sie bis zum Jahrestreffen in Völklingen funktionieren wird.
Da will ich hin. :-)
Danke nochmal für die Tipps.
Schönen Ostermontag noch.
Sebastian
PS: Frank: Den Kat lasse ich dieses Jahr irgentwann mal tauschen. Vielleicht schraube ich derweil einen meiner zwei Original (gebrauchten und wahrscheinlich leeren) DX4 Töpfe drunter. Das gibt ne Wolke... :-)

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 18:49
von Hans-Uwe Fischer
" Andere gehen bei dem Wetter in die Muckibude. "


Das muss ja ein Sauwetter gewesen sein.

huf

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 18:54
von Carsten_SM
Der Kat ist Dein Problem, rate ich mal.

Ich hatte mal ne Pagode, da war das auch so. Warum ? Wenn das ein geregelter Kat ist, dann wird
der Kat unter dem Vergaser Nebenluft einsteuern. Und dann kannste oben drehen, bis der Arzt kommt.

Damit läuft es dann „optimal geregelt“, aber die alten Kisten verbrennen nicht optimal, und daher ist optimal mager nicht unbedingt richtig,
leicht fett (was Du ja nicht einstellen kannst, wie Du schreibst), wäre wohl besser.

An der Pagode hab ich den ganzen Kat-Kram damals komplett rausgeworfen, und danach lief das sauber. Vorher war nix zu machen. Hat mich 2 Jahre geärgert,
bis ich die Konsequenzen zog, es auszubauen.

Kannst Du den Kat ausschließen, evtl. dessen Zuluft zumachen ?


Carsten

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 19:25
von ssiegert
Hallo Carsten,
was ich vergaß: Ich habe noch Bremsenreiniger an den Vergasersockel gesprüht. Da, wo auch der Zuluftschlauch vom Kat reingeht. Die Katsteuerung selber ist momentan abgeschaltet. Es gab keine Veränderung im Drehzahlverhalten. Insgesamt habe ich 3-4 mal an verschieden Stellen gesprüht. Nix.
Momentan gehe ich davon aus, daß die Leerlaufdüsen nicht stimmen oder sonst irgentwas am Vergaser. Die nächsten Tage habe ich keine Zeit und nächstes Wochenende bin ich in Soultzmatt und verkaufe hoffentlich einige Teile. Nicht mit der DS leider.
Danach geht es weiter.

Danke und Grüße
Sebastian

Re: DX4 Motor mit Hitzeproblem

Verfasst: Mo 22. Apr 2019, 19:34
von Carsten_SM
Hm, ja, dann kommste wohl nicht anders weiter, als
den Carbu zu zerlegen und zu gucken, was da dicht ist...

Carsten