Seite 2 von 6
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Fr 10. Mär 2017, 18:08
von Stefan_K
Hallo Allerseits,
die Luftproblematik, die ich Ende letzten Jahres gelöst zu haben glaubte, hat nun wieder einen neuen Höhepunkt erreicht.
Nach ca. 2,5 Monaten Winterschlaf hat sich Madame wieder sehr viel Luft zugelegt. Bei der ersten (sehr kurzen) Ausfahrt war daher die Bremswirkung gleich null.
Bei darauf folgender Entlüftung machte ich eine interessante Entdeckung:
Madame war mittels Höhenverstellung ganz unten, Motor war aus. Kurz nach dem sie ganz abgesenkt war, spieh sie nochmals eine Ladung LHM in den Vorratsbehälter bzw. eine Ladung Schaum. (Schraube am Druckregler war aber noch zu, ebenso die beiden Entlüftungsschrauben). Bei ein paar Betätigungen des Bremspilzes passierte das selbe (am offenen Vorratsbehälter schön zu sehen): Bei jedem Druck floß ebenfalls wieder ein ganzer Schwall LHM in den Behälter. Erst größtenteils Schaum, danach immer mehr unaufgeschäumtes LHM.
Normalerweise sollte doch das nicht sein, oder? Sollte sich denn durch den Druck auf den Pilz nicht Druck in der Bremse aufbauen, anstatt sich in den Behälter zu ergießen?
Ist das normal oder habe ich hier eine interne Leckage? Und wenn Ja, wo? Könnte es auch sein, daß nicht Luft die Ursache war (wobei schon genug Luft drin sein müßte), sondern daß der Druck gar nicht erst in der Bremse ankommt?
Die weitere Entlüftung gem. Anleitung habe ich erstmal unterbrochen...
Vielen Dank vorab für eure Ideen und viele Grüße,
Stefan
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Fr 10. Mär 2017, 18:25
von wettem
hallo Stefan,
Hast du denn den mürben Hauptdruckspeicher schon gewechselt.
Deine Beschreibung hört sich für mich an als ob Stickstoff durch poröse Membranen ins System kommt.
Hatte Oliver aber weiter oben auch schon angemerkt.
viel Erfolg.
Mike
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Fr 10. Mär 2017, 18:40
von Stefan_K
Hallo Mike,
nein, der Hauptdruckspeicher ist noch der originale.
Kann aber wirklich in diesen Mengen Stickstoff durch die Membrane diffudieren? Müßte er da nicht schon leer sein? Dennoch: Der Wechsel kommt auch in der nächsten Zeit mal dran.
Aber wie ist das Phänomen zu erklären, daß das LHM beim Druck auf den Bremspilz in den Vorratsbehälter wandert? Das kommt mir noch am seltsamsten vor. Oder ist soll das so sein?
Danke und Grüße,
Stefan
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Fr 10. Mär 2017, 19:39
von wettem
hallo Stefan,
Der Bremsventilblock bezieht seinen Druck aus dem vorderen und hinteren Federdruck.
Das heißt wenn Du die Bremse betätigst kommt eventuell mit Stickstoff behaftetes LHM von dort (falls die Membranen schadhaft sind) und entweicht wieder über den Rücklauf wenn Du die Bremse wieder löst. Ist die Membran des Hauptdruckspeichers porös hast Du den Schaum von Anfang an im ganzen System.
viel Erfolg
Mike
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Fr 10. Mär 2017, 22:23
von Stefan_K
Hallo Mike,
danke für die Infos!
Aber eines ist mir noch nicht klar: Ist die "Luft" im System dann zwingenderweise Stickstoff aus dem Hauptdruckspeicher? Kann auch eine der Federkugeln in Frage kommen?
Leider habe ich das Schema der Hydraulik nicht bei mir und kanns mir deshalb nicht bildlich vorstellen, welchen Weg das Öl vom Hauptdruckspeicher bis zu den Bremsen nimmt und wann etwaige Blasen in den Rücklauf gehen und wann sie sich quasi in der Sackgasse der Bremse sammeln.
Danke & Gruß
Stefan
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Sa 11. Mär 2017, 01:21
von Til
Hallo Stefan - wie oben bereits geschrieben, kommen bei Dir neben dem Ansaugschlauch leider fast alle Kugeln als Taeter in Frage, also Hauptdruckspeicher, vordere Federkugeln (2) und Bremsdruckspeicher - der Schaum, den Du beim Bremsen im Vorratsbehaelter siehst, kommt beim Loslassen der Bremse (nicht beim Drauftreten) und kommt von der Luft im Bremssystem (bei 100 bar wird viel Luft komprimiert, die will beim Loslassen des Bremspedals irgendwo hin).
Bei Dir scheint es schon sehr viel Luft zu sein (keine Bremswirkung), aber bei meiner 67er DS muss ich auch mehrmals pro Jahr die Bremsen entlueften, und ganz sicher nach der Winterpause (hab ich hier in North Carolina zum Glueck nicht mehr). Da Entlueften geht dafuer ja viel einfacher als bei jedem anderen Wagen

.
Viel Erfolg - Til
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Sa 11. Mär 2017, 10:17
von dosdres
wie alt sind die kugeln?
um das problem einzukreisen
ist zuerst der hauptdruckspeicher zu wechseln.
danach muss man die DS mehrmals (!) heben und wieder senken,
dabei entlüftet sich madam von selbst.
bei mir hat es jedenfalls geholfen.
seit dem ist ruhe.
70er ID/DS-break.
erik
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Sa 11. Mär 2017, 17:54
von Stefan_K
Hallo Erik und Til,
auch euch vielen Dank für die Tips!
Der Hauptdruckspeicher ist noch von 67, bei den Federkugeln weiß ich es nicht genau, sie sehen etwas jünger aus.
Habe heute mal entlüftet und die Ausbeute war beachtlich, aber die Bremse ist jetzt erstmal wieder ok, morgen werde ich mal eine kleine Probefahrt riskieren um zu ermessen, um wieviel es sich im Vergleich zu heute verschlechtert hat.
Habe nach dem entlüften auch drauf geachtet, wie oft sich die Pumpe einschaltet: So ca. alle 30sec und läuft dann für ca. 3-4sec.
Mal schauen wie es morgen aussieht!
Wünsch euch allen einen schönen Abend!
Stefan
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Sa 11. Mär 2017, 18:41
von dosdres
hallo Stefan,
der hauptdruckspeicher wird gern venachlässigt, weil arbeit.
mit bühne ist das einfach.
aber ist der erneuert, haste erst mal eine fehlerquelle weniger.
und das alte ding muß eh`raus....
vorher die 12er schraube von oben lösen, nicht rausschrauben,
damit läßt du den druck ab.
sonst sitzt die kugel fest.
wenn du noch fragen hast.....
erik
Re: DS bremst mit Verzögerung
Verfasst: Sa 11. Mär 2017, 20:22
von sebastianklaus
Hallo Stefan,
wir hatten hier im Forum mehrfach schon das Thema "Druckregler".
Mein Hinweis:
Ich hatte / habe insgesamt 3 DS Bj. 67 und habe sehr schlechte Erfahrung mit den alten Aludruckreglern gemacht (die platzen sehr gern, das ist dann eine Riesensauerei und Du fährst dann keinen Meter mehr, jedenfalls nicht, wenn Dein Wagen auch noch eine Halbautomatic hast. Ansonsten auch nur noch ein paar Kilometer... Ausserdem ist der Kugelsitz oft ausgeschlagen, die Regler sind dann im Arbeitsmode oft massiv undicht und dann laufen Unmengen von Öl direkt zurück in den Behälter anstatt ins System).
Wenn Du schreibst, dass an dem Hauptdruckspeicher noch nie jemand dran war, muss der Speicher selbstverständlich sofort raus UND hast Du hast dann definitiv noch den alten Aluregler. Ich kann Dir nur dringend raten, das Ding raus zu schmeissen und gegen die modernere Bauart mit Schieberregler auszutauschen, mit dem beide Probleme nicht mehr auftreten. Wenn man ganz sicher gehen will, kann man sich den gebrauchten Schieberregler bei einem Kollegen, der ein Hydraulikprüfsystem mit Manometer besitzt, auf den korrekten Ein- und Ausschaltdruck einstellen lassen.
Da Du am einfachsten zum Hauptdruckspeichertausch den kompletten Regler ausbaust (so mache ich das jedenfalls immer) und das Ding dann eh ausgebaut hast, kannst du ihn bei der Gelegenheit auch gleich ersetzen.
Du musst allerdings den zugehörigen Halter (mit dem der Regler am Motorblock befestigt ist) gleich mit tauschen. Außerdem musst Du die große (dicke) Hydraulikleitung von der Pumpe zum Regler ebenfalls ersetzen, die alte passt nicht mehr.
Wie gesagt: ich würde das unbedingt machen.
Viele Grüße
Sebastian