Wie festen Motor lösen?

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Til

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Til »

Erstens diejenigen Methoden, die dem Rostloeser helfen, seine Arbeit besser zu verrichten: hier insbesondere Waerme. Du kannst z.B. versuchen, Warmwasser durch den Motor laufen zu lassen. Ich kann wirklich nicht sagen, ob das was bringt, aber (siehe unten)......

Zweitens Zylinderkopf ab und direkte Schlaege auf die Kolben. (Gute) Erahrungen habe ich hier nur mit einem abgesoffenen Aussenborder (uralter 1-Zylinder 2-Takter). Hoffen, dass keiner der Kolben auf dem oberen bzw. dem unteren Totpunkt steht, Laufbuechsen fixieren und mit moeglichst dickem Rundholz auf den Kolben rumklopfen. Idealerweise hierzu die Pleuel loesen, aber (siehe unten).......

Drittens Motor ausbauen, auseinandernehmen, wahrscheinlich neue Kolben und Laufbuechsen montieren, etc.....

Viel Erfolg - Til

PS: in der Ruhe liegt die Kraft, also nicht zu frueh aufgeben ;-)
Behemoth

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Behemoth »

Hallo Alex,

beim Schlagen auf die Kolben wäre ich vorsichtig, genauer gesagt, ich würde das lassen. Bei einem Einzylindermotor vielleicht ok, aber der Schlag auf den losen Kolben überträgt sich über die Pleuel und Kurbelwelle auf den festsitzenden, ob das gut ist? Und die Wahrscheinlichkeit, die Laufbuchsen dabei etwas zu bewegen und damit die Zylinderfussdichtung undicht zu machen, ist gross. Dann lieber gleich auseinandernehmen.
Geduld! Warum bist Du so heiss auf den Motor, an dem Auto gibts doch sicher genug zu tun ;-)

Gruss
Behemoth
Martin K.

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Martin K. »

Ja, ich kann mich nur anschließen: Nicht zu früh aufgeben!
Aber: Bist Du sicher, dass wirklich die oder zumindest ein Kolben fest sind/ist?
Hast du die Möglichkeit dir ein Endoskop auszuleihen um mal einen Blick in die Zylinder zu werfen?
Als nächsten Schritt würde ich ansonsten den Zylinderkopf abbauen und sehen, was eigentlich los ist.
Im Grunde wäre es dann natürlich auch sinnvoll, den Motor auszubauen und zu zerlegen und die Kolben samt Buchsen zu ersetzen.
Alternativ nimmt man eine dicke Stahlplatte (15mm) und verschraubt die mit einer Dichtung (Pappe etc.) oberhalb des festgegammelten Zylinders mit Hilfe passend gebohrter Löcher für die Bolzen. Vorher füllt man den Zylinder bis zum Rand mit Fett. In diese Platte bohrt man ein Loch, schneidet ein Gewinde und setzt einen Schmiernippel ein. Nun pumpt man weiteres Fett in den Zylinder. Der entstehende Druck ist enorm. Ein rettbarer Kolben wird auf jeden Fall so gelöst. Und man vermeidet die zerstörerischen Schläge auf den Kolben mit den oben richtig beschriebenen Folgen.
Ich hoffe, es geht mit dem Rostlöser ...
Martin
Frank

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Frank »

Wenn die Koben schon fest sind, kannst Du das Teil eh werfen.es tut mir leid, aber es ist meiner Erfahrung nach so.Möglicherweise kann man noch die Kwelle retten, aber wenn der Motor so feucht gestanden hat, würde ich nicht mehr viel erwarten.Kopf ab und in die Zylinder schauen.Mir ist klar, daß die Kolben und Buchsen Situation sehr gespannt ist, aber da ist nix mehr zu retten.Selbst wenn Du die Kolben von den Büchsen trennen könntest, werden die Kolbenringe nette Marken in den Buchsen hinterlassen haben.Diesen Schrott zusammenzubauen hat wenig Sinn.Um die Marken zu entfernen musst Du honen, aber das Kolbenlaufspiel ist dann so hoch, daß das Teil rauh läuft und der Kolbenringstoss etwas "gross" ist.
Übermasskolben sind auch rar und letztendlich würde ich, wenn low budget, eher ein anderes Triebwerk suchen.
Also. Kopf ab, Ölwanne ab, Pleuel lösen, Welle demontieren und dann sehen, ob da noch was zu retten ist.Wenn der kopf ab ist siehst Du die Stösseltassen der Nockenwelle.Einlauf in den Stösseln?Und weiter gehts....
Til

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Til »

Behemoth, Martin, Frank:

Ihr habt sicher alle recht - frueher oder spaeter wird kein Weg an einem anderen Motor (1. Wahl) oder dem kompletten Zerlegen vorbeifuehren.

Wenn ich Alex richtig verstanden habe, moechte er dennoch das Ding einfach mal zum Laufen bringen - und das kann ich gut nachvollziehen ;-).

Dass das ganze am Ende wahrscheinlich etwas klappern, Oel verbrauchen und die Hoechstgeschwindigkeit nicht ganz erreichen wird, koennte da primaer nicht so entscheidend sein.

Til
Frank

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Frank »

Jetzt mal im Ernst, wenn da Rost in den Büchsen ist und sich das Teil dann auch nachher noch dreht, reibt man die Ringe platt.Kompression weg.
Mal ganz abgesehen davon, wie soll der Ring in der Nut im Kolben denn noch frei sein und Vorspannung haben?Eher sind die Dinger gebrochen.

Ich würde die Cola lieber mit Whisky trinken.
Und dazu den Motor des Grauens.Oder Pleuel schlägt zurück.
Til

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Til »

Ja, Pleuel durch den Block fuehrt zu raschem Oelverlust und unschoenem Geklapper ;-) Falls wir von diesem GAU mal absehen, kann aber nicht viel mehr kaputtgehen als eh schon kaputt ist - oder? Til

PS: fuer mich bitte ohne Cola?
ACCM Alex

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von ACCM Alex »

Hallo,

also Til hat mich da voll und richtig verstanden! Es geht hier um keine Vollrestauration im eigentlichen Sinne. Ich möchte wirklich zuerst einmal das Ding zum laufen bekommen. Da ich einen sehr schönen 23er HA habe, ist nicht unbedingt vorgesehen, den Wagen zu restaurieren. Aber wenn erstmal der Motor läuft, kann ich diverse Aggregate testen, als da wären Lenkung, komplette Halbautomatik, Hydraulik allgemein usw. Da ich bei dem Wagen von einem Originalkilometerstand von ca. 82.000km ausgehen kann, könnte er natürlich viele schöne Ersatzteile liefern...
Wenn ich hier z. B. Lenkung sage, muß ich das glaube ich nicht weiter ausführen... eine Lenkung mit 82.000km dürfte noch gut funktionieren und ich müsste keine überholen oder eine mit fragwürdigen Methoden überholte Lenkung kaufen.
Daher soll der Motor erstmal nur laufen, damit die Hydraulik funktioniert und ich mit etwas Vorbereitung auch mal eine kurze Probefahrt über Feldwege machen kann.

Grüße

Alex
Pauli

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Pauli »

Zum Hydraulik testen braucht aber nicht der Motor zu laufen. "Einfach" die Keilriemen ab und mit der Bohrmaschine die HD-Pumpe antreiben.

Pauli
Til

Re: Wie festen Motor lösen?

Beitrag von Til »

Und wenn man die Keilriemen dran laesst, laesst sich mit dem Akuschrauber auch eine (kurze) Probefahrt machen ;-))))))))) Ach nein, der Motor ist ja fest :-(

Alex, hast Du es schon mit Gangeinlegen (z.B. 4.) und schieben (anstatt Andrehkurbel) versucht? Da sollte etwas mehr Drehmoment drin sein.

Til
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