Alles richtig, was Medi da schreibt. Eine informative Seite zu dem Thema habe ich auch bei meinen Arbeiten letzte Woche entdeckt. Da stehen viele interessante Details zum Beflocken:
http://www.schuster-beflockung.de/pages ... ocken.html
Der Klebstoffauftrag ist übrigens das einzig wirklich Knifflige an dem Thema. Wenn man da Fehler macht, wird die Beflockung fleckig.
Ich habe mich für Dispersionskleber (1K auf Wasserbasis) + Kunstharz Grundierung entschieden, aus folgenden Gründen:
- Original ist das Ur-DS Handschuhfach auch grau grundiert.
- Falls die Beflockung misslingt (mir als Anfänger immerhin 2x passiert), kann man den 1K-Leim mit den Flocken noch relativ einfach mit feuchtem Tuch entfernen, ohne dass die Grundierung / Pappe aufweicht. Selbst bei langsam aushärtendem 2K Kleber würde ich sowas ohne Grundierung nicht machen wollen, danach wäre die Handschuhfach-Pappe bestimmt ziemlich „versaut“.
- Die Lack-Grundierung kann man farblich leichter auf die Flockfarbe abstimmen. Das ist wichtig, damit keine Flecken entstehen, falls irgendwo der Flock weniger dicht ist. 2K-Kleber könnte man aber natürlich auch mit Farbpigmenten einfärben.
- Die UV-Belastung ist im ständig dunklen Handschuhfach und bei grauer Farbe glaube ich vernachlässigbar. Aber es ist natürlich nie ein Fehler, besonders robustes Material zu verwenden.
Manche empfehlen auch, die Flocken direkt auf den Lack zu aufzutragen, ohne Kleber. Hat Vorteile in der Gleichmäßigkeit. Das funktioniert sicherlich auch, aber das Entfernen bei Misslingen wird dann auch wieder zur Sauerei, da nur mit Verdünner möglich. Außerdem hat die Handschuhfachpappe vom Werk aus ziemliche Unebenheiten, die durch Lack alleine nicht ausgeglichen werden.
Ganz wichtig ist der gleichmäßige Kleberauftrag: Trotz der kurzen Fasern, muss der frische Kleber eigentlich eine dicke, ebene Schicht bilden (das Foto oben ist da absolut nicht repräsentativ, weil Kleber noch nicht komplett aufgetragen zu dem Zeitpunkt). Erst nachdem ich den Kleber dick und absolut gleichmäßig aufgetragen habe und noch zusätzlich ein paar Minuten gewartet habe, bis er gut „verlaufen“ ist, wurde die Beflockung gleichmäßig. Mit dem Leim also recht großzügig sein…
Und beim Beflocken ruhig viele Durchgänge machen, auch wenn die Beflockung optisch schon fertig erscheint. Dazwischen immer wieder die losen Flocken wegblasen. Wird im Ergebnis einfach dichter, denn mit jedem Durchgang bleiben doch noch ein paar Fasern kleben. Der verwendete Kleber trocknet extra langsam aus, so dass man da genug Zeit für hat. Die beflockte Schicht daher auch erst frühestens nach 24Std mit den Händen berühren, ansonsten drückt man die Fasern platt und hat sofort "Flecken"! Einmal ausgehärtet sind die Fasern dann belastbar und richten sich von selbst wieder auf.
Gruß,
Ekki