Bremstrommel

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erich

Bremstrommel

Beitrag von erich »


Hallo DS-Freunde!
Bei meiner D-Super 5 müßte man die hinteren Bremsbeläge nachstellen!
Jedoch.... oh-Schreck - die Nachstellschrauben beider Bremstrommeln sitzen "steinhart" fest!!!! Einwirkung diverser Lösungsöle brachten keinen
Erfolg! (die Verrostung löst sich nicht).
Hatte irgendwer schon dasselbe Problem? Gibt es einen Trick um die Gewinde wieder gängig zu machen ?
(Will die Schraubenköpfe nicht komplett verunstalten!)
Viele Grüsse
erich
Martin K.

Re: Bremstrommel

Beitrag von Martin K. »

Rostlöser wirken lassen, Hammerschläge zum Lockern, evenuell mit einem Brenner heiß machen. Mit etwas Geduld sollte es so klappen.

Viel Erfolg!

Martin
UK

Re: Bremstrommel

Beitrag von UK »

Klar,
das war ja früher ständig so eine Lieblingbeschäftigung:
Bremse ab, für Hartgesottene und gute Zieler auch nur die Trommel, beser Backen und fedren ausbauen.
Von hinten mit dem Autogen-Schweißbrenner die Schraube (ist eine Achse) heiß glühen und abkühlen lassen. Das löst den meist festsitzenden Einsteller, Ggf kurz vor dem endgültigen Abkühlen, wenn er noch warm ist, mit Schlüssel drehen, dabei Caramba hineinsprühen.
PS: Schraubenschlüssel an der Stelle sind immer NUR Sechskant, oder Flankenschlüssel, nie Vielzahn bitte.
Wenn's gar nichts nützt, seitlich etwas anmeißeln, machte meist auch schon gängig genug.
Also: Mut und Kraft (statt Wut und Verzweiflung)
U
int. .. .. .. .. .. ... /D

Re: Bremstrommel

Beitrag von int. .. .. .. .. .. ... /D »

stellte kuerzlich fest, dass die bei meiner niemals bewegt wurden seit herstellung des fahrzeugs.

und dann fragte ich mich, wozu sind die nachsteller bei der H bremse eigentlich da? kleine antwort: dann packen die backen schneller. na gut, geschenkt. interessiert nichtmal den tuev. allerdings, wenn man nachstellt, dann bewegen sich RBzylinder und widerlager nicht mehr. schlecht, was rastet das rostet (fest). ohne bewegung in der trommelbremse, das war sogar beim 2cv schon so, geht alles fest und kaputt. laesst man's arbeiten, bleibts viel, viel laenger fit.

also jetzt ganz ernsthaft gefragt:
wozu benoetigt die hydropneumatische backenbremse nachsteller??

/D
Martin K.

Re: Bremstrommel

Beitrag von Martin K. »

Hi /D.

Du hast dir die Antwort z. T. schon selbst gegeben: wenn der TÜV meckert weil die Bremsen ungleichmäßig ziehen.

M/
Christoph Muthers

Re: Bremstrommel

Beitrag von Christoph Muthers »

Hallo Dietmar,


ich würde sagen abgesehen vom Vermeiden von TÜV-Beschwerden braucht die hydraulische Trommelbremse einen Nachsteller, weil die kleinen Kolben nicht so konstruiert sind, daß sie wo weit ausfahren sollten, daß die gesamte Belagsdicke abgenutzt wird.
Zusätzlich sollte man nachstellen, um die Geometrie zwischen Belagsmaterial, Drehachse des Belagsträgers und Kolben so nachzuregeln, daß nicht am Ende das Belagsmaterial am Träger in der Nähe des Kolbens komplett runtergebremst ist, und in der Nähe der Belagslagerachse noch fast alles drauf ist.

So sah es zumindest bei mir aus, als ich meine Hinterbremse das erste mal aufgemacht habe.


Grüße,
Christoph
Georg

Re: Bremstrommel

Beitrag von Georg »

Der Kolben macht ja mit und ohne Nachstellung einen verlängerten Weg bei abgenutzten Belägen.
Auch die Gleichmäßigkeit der Bremse ist wohl wenig von der Nachsteller-Stellung abhängig (erprobt!), weil sie sich annähernd drucklos an die Trommel anlegen und dann druckabhängig (steckende/schwergängige Kolben übertragen nichts, nur den Druck auf den anderen Kolben) bzw. reibwertabhängig (ölende Zylinder bremsen auch schief) bremsen.

ABER:
Wenn die Beläge nicht anliegen, verliert man wertvolle Zeit, die Scheibenbremse liegt zwangsläufig an (O-Ring-abhängig) und bremst schon lang, während die Trommelbremse noch immer verzweifelt Öl aus der Federung zutzelt (siehe Weißwurstdiskussion). Erstere Bremse verursacht dann, dass das Heck zu Bremsbeginn an den oberen Gummipuffern anschlägt und zweitere, dass nach Beendigung eines längeren Bremsvorgang das Heck noch am Boden liegt, wenn man eigentlich schon wieder loshoppeln will.
Mir ist aufgefallen, dass bei kurzen Bremsmanövern (kurzes, kraftvolles Antippen) die neuen Textarbeläge fast heißverschweißen (nein, im Ernst, meine Vorderbremse zieht unglaublich) und die hinteren beim richtigen Zupacken schon nicht mehr gebraucht wurden. Jetzt hab ich die Bremsen hinten auch überholt und was soll ich sagen, die DS taucht gleichmäßig vorne und hinten leicht ab, um sich nach Wegnahme der Bremskraft wieder gerade aufzurichten.

Ciao Georg
/D, denk an

Re: Bremstrommel

Beitrag von /D, denk an »

@Martin: Danke Dir, die Bremskraft ist allerdings mehr von der hydaulischen Uebersetzung + vom Zustand der Reibflaechen abhaengig, nicht vom Weg, oder?

@Christoph, Georg: Meint Ihr mit Nachsteller etwa die Excenter unten? Die packe ich niemals an zum Nachstellen, entweder die stimmen ausrechend fuer die ganze Belagstaerke oder sie waren vorher schon ungenau justiert. Wo steht im Werkstattbuch etwas von Verdrehen der unteren Excenter??
Es geht doch wohl eher um die Totweg-Reduzier-Nachsteller, die von aussen mit einem 6(!)-Kant verstellt werden koennen.
"weil die kleinen Kolben nicht so konstruiert sind, daß sie wo weit ausfahren sollten": Das ist definitiv nicht zutreffend, dass sich der absolute Weg der Kolben durch Nachstellen reduziert, lediglich der Rueckweg wird kuenstlich verriegelt.

Und wenn Ihr Euch in Situationen befindet, in denen das Ansprechverhalten der hinteren Bremse den entscheidenden Bremsweg bringen, dann wuerde ich sagen, gnade Euch Gott.

Nun sind wir allerdings definitiv klar ueber Sinn und Unsinn des Nachstellens. Wenn einem von Euch eine gut erhaltene, unverschlissene und dichte Bremse durch festgammeln verreckt, denkt mal wieder an diesen Artikel.....

/D
Georg

Re: Bremstrommel

Beitrag von Georg »

@/D:

Richtigerweise geht es natürlich nicht nur um die "Totweg-Reduzier-nachsteller" sondern sehr wohl auch um die unteren Exzenter. Optimal geht die Bremse bei gleichmäßigem (aber für unsere Einsatzzwecke vernachlässigbarem Verschleiß, da gebe ich Dir recht) Eingriff, wenn die Anlagefläche bei neuen Belägen im unteren Drittel justiert wird, erhöht sich die Chance, dass irgendwann eine große Fläche bremst und nicht nur eine Linie. Man merkt aber schon eine gleichmäßigere Bremsung bei angelegten Belägen (wobei ich rein gefühlsmäßig eingestellt habe und in engen Grenzen, da meine Exzenter nur in kleinen Wegen mit riesigem Kraftaufwand vom Rost freigegeben wurde).

So beseitigt man das Phänomen, dass Kindern in Désses schlecht wird und dass die vordere Bremse durch Überbeanspruchung verglast.

Ciao Georg
Christoph Muthers

Re: Bremstrommel

Beitrag von Christoph Muthers »

Hallo,


stimmt, mit dem Weg des kleinen Kolbens hab ich mich getäuscht.

Christoph
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