Neufertigung in hoher Qualität

Diskussionen rund um's Thema...
Sebastian

Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von Sebastian »

Hallo an Alle,

ich fange am besten noch einmal unter einem neuen Thema an, da sich viele bestimmt nicht für Auslasskipphebelwellen interessieren...

Ich bin gerade dabei, mir einen Überblick zu verschaffen, welche Verschleißteile mit sinnvollem Aufwand nachgefertigt werden könnten - einige Teile existieren auch schon als CAD-Modelle (teilweise durch FEM-Berechnungen optimiert) und sind schon zur Anfrage raus. Bei vielen Teilen werden bessere Materialien eingesetzt werden und auch die Fertigungsqualität wird sich von den bekannten Nachfertigungen abheben – sie soll sogar ein höheres Niveau als die Originalteile erreichen.

Mir geht es in erster Linie darum, Teile mit hoher Qualität zu günstigeren Preisen anbieten zu können, denn ich selbst bin in einigen Fällen von den verfügbaren Nachfertigungen nicht überzeugt.

Bestimmte Teile fallen hier aus dem Rahmen, da der Aufwand zu groß und die Nachfrage zu gering wäre.

Daher bin ich auf Vorschläge von euch angewiesen, für welche Teile ein Bedarf bestehen könnte, bzw. bei welchen Teilen ihr mit der Qualität nicht zufrieden seid.

Auch das Thema Lenkung wird in diesem Rahmen angegriffen werden – hauptsächlich Nachfertigung der Hydrauliksteuerkolben nebst dazugehörigen Buchsen; mal sehen, ob ich mir daran auch die Finger verbrennen werde…

Gruß

Sebastian


P.S. ich habe die Beiträge zum alten Thema hier mit eingefügt, damit ihr wisst, was bis jetzt gelaufen ist…








Hallo,

mal ne technische Frage: Weiss jemand von Euch, welche Rauhtiefe die Oberfläche der Auslass-/Einlasskipphebelwellen hat?

Gruss

Sebastian

Autor: H.-U. Fischer (---.dip0.t-ipconnect.de)
Datum: 07.10.04 - 10:53

Hallo Sebastian,

welche Ra bzw. Rz die Nockenoberflächen haben, weiss ich leider nicht. Vielleicht kann Dir da aber ein Anruf bei:

www.thielert.com oder/und
www.hommelwerke.de

weiterhelfen. Vielleicht soviel: Wenn ein Motor über Monate oder sogar Jahre stillstand, dann drückt die Stösselstange den Ölfilm auf der Nockenoberfläche durch. Die folgenden Trockenreibungen bis zum Ölnachschub werden vermutlich tiefere Furchen hinterlassen, als die normale Fertigungs-Oberflächengüte.
Lycoming empfiehlt aus diesem Grund ein Flüssig-Silikon als Ölzusatz.

Grüsse
Hans-Uwe

Autor: H.-U. Fischer (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 07.10.04 - 19:47

Hallo Sebastian,

gerade sehe ich, dass ich die Kipphebelwelle mit der Nockenwelle verwechselt habe.

Sorry
Hans-Uwe

Autor: Uwe Menrath
Datum: 09.10.04 - 21:31

Moin Robert,

gerne:

Hat der alte Hexenmeister
sich doch einmal wegbegeben
und nun sollen seine Geister
auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort' und Werke
merkt' ich, und den Brauch,
und mit Geistes' Stärke
tu ich Wunder auch:

Walle, walle, welche Strecke
dass zum Zwecke Wasser fließe,
und mit reichem, vollem Schwalle
zu dem Bade sich ergieße...

(J. W. v. Goethe: Der Zauberlehrling)

Btw: Später folgt dann auch das viel bekanntere Zitat:

Die ich rief, die Geister
werd' ich nun nicht los!

Beste Grüße

Uwe

Hallo Uwe,

vielen Dank für das schöne Zitat - aber viel mehr interessiert mich meine eigentliche Frage, da ich im Begriff bin, Auslasskipphebelwellen nachfertigen zu lassen und zwar in besserer Qualität, als die originalen...

Also, wer kann mir weiterhelfen?

Gruss

Sebastian

Autor: Joe
Datum: 09.10.04 - 23:46

Hallo Sebastian!
Ermittle doch den Wert an den Stellen wo die Welle mit den Lagerschalen verschraubt wird. Dort wir ja nichts abgenützt. Aber wenn du sowieso in besserer Qualität fertigen willst, kann dir ja der originale Rauhtiefewert egal sein.
Darf ich fragen warum du die Wellen nachfertigen willst?

Viele Grüße
Joe

Autor: H.-U. Fischer (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 10.10.04 - 09:50

Hallo Sebastian,

wie schon gesagt: Die Hommelwerke können deine Welle messen und Thielert kann in jeder Qualität fertigen. Wo ist da noch das Problem?

Grüsse
Hans-Uwe

Tipp: Auf deren einschlägigen Messen findet man auch die richtigen Ansprechpartner.


Hallo Joe, Hans-Uwe,

ich dachte, jemand wüßte das und ich müßte die Rauhtiefe nicht extra messen lassen...

@ Joe:
Ich habe vor, einige Teile der DS nachfertigen zu lassen - in besserer Qualität/Material (teilweise optimierte Geometrie durch FEM-Berechnungen)und zu günstigeren Preisen.

Gruss

Sebastian

P.S. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee, welche Teile sich einer grossen Nachfrage erfreuen würden...


Autor: patric
Datum: 10.10.04 - 12:46

Hallo Sebastian,

> P.S. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee, welche Teile
> sich einer grossen Nachfrage erfreuen würden...

z.B. Kolben, Lauf-Buchsen, Synchronringe...

Gruß
patric


Autor: Sebastian (---.dip.t-dialin.net)
Datum: 10.10.04 - 13:37

Hallo Patric,

über Kolben und Laufbuchsen hatte ich auch schon nachgedacht - besonders, wenn ich sehe, dass ein Satz Kolben und Buchsen für DX5 bei Sassen 2.200 Euro kostet...

Synchronringe sind auch eine gute Idee - ich bräuchte nur einen Satz neuer Originalringe, um sie vermessen zu können und im CAD zu modellieren...

Ausserdem hatte ich auch über Türgriffe aussen und Kofferdeckelscharniere nachgedacht - Messingdruckguss verchromt - die halten dann ewig.

Für weitere Vorschläge bin ich offen...

Grüße

Sebastian
patric
Beiträge: 2112
Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von patric »

Ich rette auch diesen Beitrag mal herüber:

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Autor: Mike (---.adsl.green.ch)
Datum: 11.10.04 - 20:16

Synchronringe gibt's ja bei Martens in Holland - wurde in einem anderen Beitrag hier besprochen (5 Gang HA ). Wenn man was nachfertigt sollte man doch besser etwas noch nicht realisiertes realisieren. Anstelle sich zu konkurrenzieren. Ich versuche z.B. im Moment einen Engländer und einen Schweizer davon abzubringen, dass beide für die TA 15/6 Pinion/Kegelräder in die Herstellung gehen.

Hallo Sebastian

Hast Du einen guten Kontakt zu einem Messinggiesser?

Das grosse Problem wird die Formherstellung sein. Druckgussformen sind doch irre-teuer. Im Sandguss kommt das Teil nicht so toll raus, da ist die Nachbearbeitung sehr aufwendig - schleifen, planen, polieren. Die Verchromung ist dann nur noch das Tüpfli auf dem i.

Ich habe mit anderen Produkten mit Messingguss zu tun und habe auch schon laut über solche Nachfertigungen nachgedacht. Wenn's so einfach wäre, hätten die flinken Holländer all die Dekorteile schon längstens in Auftrag gegeben.

Leider fallen auch einige Nachfertigungen schlecht aus. z.B. die nachgefertigten Raddeckel sind zu dünn geraten. Ob da die richtige Oberflächenspannung bleibt um die (hoffentlich in Federstahl gefertigten) Spannfedern unter Spannung zu halten?

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Gruß
patric
patric
Beiträge: 2112
Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

Konkurrenz

Beitrag von patric »

Hallo Mike,

> Synchronringe gibt's ja bei Martens in Holland - wurde in
> einem anderen Beitrag hier besprochen (5 Gang HA ). Wenn man
> was nachfertigt sollte man doch besser etwas noch nicht
> realisiertes realisieren. Anstelle sich zu konkurrenzieren.

Ja, Konkurrenz wäre hier ausnahmsweise mal schlecht. Bei den Martens-Ringen steht aber noch nicht fest, ob das nun Neue oder Aufgearbeitete sind und welche Qualität die haben. Kann da jemand die Informationslücke schließen?

Gruß
patric
H.-U. Fischer

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von H.-U. Fischer »

Hallo Sebastian,

ich persönlich finde es sehr erfreulich, wenn sich Fachleute ( auch Christoph) über eine Reproduktion von DS-Ersatzteilen Gedanken machen. Ich selber bin davon überzeugt, wenn etwas früher möglich war, dass es heute auch möglich ist. Ich glaube, so, oder so ähnlich hat sich auch Schrägstrich-D geäussert.
Originalteile als Vorgaben sind sicherlich in den meisten Fällen noch vorhanden. Ich selber habe da das Eine oder Andere. Auch habe ich ein Motor mit wenigen Km ´rumliegen. Den kann ich gerne für Master-Messungen verleihen. Da stecken genügend Mess-Vorgaben drin.
Schwierig wird es sicherlich mit dem Absatzmarkt. Hier im Forum werden die Ersatzteile mit Opel- und Golfpreisen verglichen. Das ist selbstverständlich völlig falsch! Würde VW nur 10 (ok. meinetwegen auch 100) Kolben- und Buchsensätze herstellen, dann sind die 2.000 EUR von Sassen sicherlich ein Schnäppchen, das begleicht nicht einmal die Rüstkosten!
Erst wenn wir vor der Entscheidung stehen: Stilllegen oder Ersatzteilpreis akzeptieren, dann können Hersteller wirtschaftlich fertigen. Es ist wirklich so (... auch wenn man micht nicht mag...). Davon sind wir aber in den meisten Fällen noch (weit) entfernt.
Solange wir unser Geld, 123 und hopp.., in überflüssige Dinge stecken (hallo Patrick...), solange geht es uns vermutlich garnicht so schlecht.
Die Original-Teile haben ja immerhin einige hunderttausend Kilometer gehalten. Solange wir diese auch weiterhin (noch) bekommen, reichen diese doch für weitere hunderttausende Kilometer völlig aus. Warum durch Grenzwertbetrachtungen auf 1.000.000 km verbessern? Wenn´s nichts kostet... ok. Ansonsten sollten wir unsere Händler konsulitieren. Wenn wir diese eines Tages verlieren sollten, dann haben wir wirklich ein Problem. Und zwar ein sehr, sehr grosses. Dass diese Händler extrem reich durch uns geworden sind, müssen wir halt verschmerzen.

Grüsse
Hans-Uwe

PS: An der Resonanz dieses Themas kann man gut den Absatzmarkt erkennen.
H.-U. Fischer

Re: Messinggiesser

Beitrag von H.-U. Fischer »

Moin Patric,

über wieviele Generationen möchtest Du denn deine DS mit Messinggriffen erhalten. Mit Alu- oder Zinkdruckguss halten die etwa 30 bis 50 Jahre und sind sogar noch original-getreu. Ist das zeitlich betrachtet wirklich zu kurz ;-)
Vermutlich haben wir in absehbarer Zeit nicht einmal mehr Benzin für unsere Lieblinge.

Grüsse
Hans-Uwe
Sebastian

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von Sebastian »

Hallo Hans-Uwe,

ich sehe das ähnlich wie Du - ohne die bekannten Händler wären wir aufgeschmissen. Was mich nur stört, ist die Qualität einiger Nachfertigungen, die eben nicht einige 100.000 km halten und für gutes Geld verkauft werden. Dir sollte aufgefallen sein, dass sich mehrere zu diesem Thema schon geäussert haben. Und ich kenne noch viele, die sich nicht hier im Forum dazu äussern, aber der selben Meinung sind.
Ich möchte niemandem etwas unterstellen, aber ich habe den Eindruck, dass bei einigen Teilen die Gewinnspanne ausserordentlich hoch ist. Das bezieht sich natürlich nicht auf das komplette Angebot - Originalteile sind eben fast immer gut...

Gruss

Sebastian
Sebastian

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von Sebastian »

Hallo Hans-Uwe,

das ist mir neu, dass die verchromten Zinkdruckgussteile so lange halten - mehr als 10 Jahre gebe ich denen nicht. Und ausserdem sieht man keinen Unterschied zwischen verchromtem Zinkdruckguss und Messingdruckguss. Der Aufwand ist der gleiche und Messing lässt sich einfacher verchromen.

Gruss

Sebastian
patric
Beiträge: 2112
Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von patric »

Moin H.-U.

> über wieviele Generationen möchtest Du denn deine DS mit
> Messinggriffen erhalten. Mit Alu- oder Zinkdruckguss halten
> die etwa 30 bis 50 Jahre und sind sogar noch original-getreu.

Ich glaube Du brings da was durcheinander - ich habe nie mit dem Gedanken gespielt solche Griffe anzufertigen, zu kaufen oder einzubauen. Die Griffe an meiner D sind auf meiner Prioritätenliste recht weit unten - solange sie funktionieren sind sie mir gut genug. Wenn Du genau hinschaust war der Beitrag von Mike ich habe ihn nur aus einem anderen Thema herüber kopiert, damit es kein Themengefledder gibt.

> Solange wir unser Geld, 123 und hopp.., in überflüssige Dinge
> stecken (hallo Patrick...), solange geht es uns vermutlich
> garnicht so schlecht.

Woher weißt Du wo ich mein Geld reinstecke - und was davon war überflüssig?

> Ansonsten sollten wir unsere Händler konsulitieren. Wenn wir
> diese eines Tages verlieren sollten, dann haben wir wirklich
> ein Problem.

Hat irgend jemand gedroht die Spezies Händler ins Aussterben zu zwingen? Ich finde Eigeninitiative sollte man nie mit solchen Argumenten unterdrücken, es gibt 'eh viel zu wenig davon...
Wenn man ein ET haben möchte und es nicht kaufen kann spricht doch gar nichts dagegen sich selber um die Herstellung zu bemühen, gleiches gilt für Teile mit deren Qualität man nicht zufrieden ist. Vielleicht wird davon etwas ins Rollen gebracht von dem dann nicht nur die Konsumenten profitieren sondern ebenso der Handel, denn der ist ja auf etwas angewiesen mit dem er handeln kann. Mit typisch deutscher Bedenkenträgerei kommt man da nicht weit, die pragmatischen Niederländer machen es uns vor.

Gruß
patric
H.-U. Fischer

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von H.-U. Fischer »

Hallo Sebastian,

wenn "mehrere" einen Markt für gute Reproduktionen ergeben, dann ist das ok.
Falls exklusive Nachfertigungen nichts taugen bzw. unbrauchbar sind, dann müssen in der Tat funktionierende Teile her. Ist es aber nur der Preis, dann wird die Diskussion äusserst schwierig. Ich habe mit Nachfertigungen nicht viel Erfahrung, da ich bisher alle Revisionen/Reparaturen selbst bewerkstelligen konnte ( noch ;-) )

Grüsse
Hans-Uwe

Nochmal: Ich finde es äusserst begrüssenswert, wenn sich Fachleute, dazu noch mit entsprechenden Möglichkeiten, sich zum Thema Ersatzteile einbringen.
Sebastian

Re: Neufertigung in hoher Qualität

Beitrag von Sebastian »

Hallo Patric,

Du siehst das richtig - ich habe in keinster Weise die Absicht, unsere Händler in Schierigkeiten zu bringen - dafür ist der geplante Umfang viel zu kein! Im Gegenteil, ich werde u. U. Kontakt mit den Händlern aufnehmen und herausfinden, ob sie Interesse an den Teilen haben. Aber erst einmal muss ich sehen, zu welchen Kosten ich die Teile produzieren kann und wie gross der Absatz sein könnte.

Ich hatte mir eigentlich Unterstützung in dem Sinne erhofft, dass es qualifizierte Aussagen dazu gäbe, was benötigt wird und was qualitativ besser gemacht werden könnte...

Gruss

Sebastian
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