Da jetzt schon einige gemailt haben, was es mit der Limo auf sich hat,Noirmoutrin hat geschrieben: Auch von mir vielen Dank für das nette Treffen. Boule und Piquenique waren wieder erste Klasse. Solche Spontanmeetings mit James Bond Filmautos und und der heimlichen Limousine von dem Staatsratsvorsitzenden sollte es öfter geben.
hier die in Fachkreisen weitgehend unbekannte Geschichte aus erster Hand:
Es gab früher so ungefähr zwischen Elbe, Werra und Oder ein kleines Land, das ganz für sich allein leben wollte. Alle sollten gleich sein und keiner sollte mehr haben als der andre. Damit das alle begriffen, hatten sie rundum einen Zaun gebaut. Sie versuchten alles selber zu machen, um möglichst unabhängig von den umliegenden Ländern zu sein.
Es gab aber einen, der war gleicher. Den nannten sie den obersten Volksgenossen und Staatsratsvorsitzenden. Obwohl er soviel gleicher war, fast göttlich, quälte ihn ein Leiden. Zwar konnte man die junge Republik in wenigen Stunden in allen Richtungen durchreisen, aber selbst das war mit Hämoriden sehr schmerzhaft in den eigenen kleinen Autos aus Pappe, die die Volksgenossen selbst bauten. Irgendwann wurde das mit dem Leiden so schlimm, das man schauen mußte, ob es in der großen weiten Welt etwas besseres gab zum Reisen. Dazu wurde ein Beschaffungskomitee gegründet.
Nun war es so, daß alle Völker westlich des kleinen Landes Imperialisten waren. Es mußte nach einem Hersteller gesucht werden, der im schwarzen Kanal noch nicht so aufgefallen war. Die Suche ging in Richtung Schweden und Frankreich. Schließlich fiel die Wahl auf Frankreich, weil man dort Erfahrung mit Revolution und Gleichheit vermutete. Außerdem sollte es auch schon vor Urzeiten ein kleines Dorf gegeben haben, welches sich schon zu Beginn der Zeitrechnung allen Großmachtgelüsten unbeugsam gestellt hatte.
Dort sahen sie bei einem Hersteller mit zwei Zirkeln übereinander ein kleines Auto mit vorn und hinten gekoppelter Federung, das Eierkisten auf den Sitzen transportieren konnte und damit gut als Hämoridenschaukel geeignet schien. Davon waren Sie so begeistert, daß sie es in Lizenz für alle Volksgenossen bauen wollten.
Mais non, sagten die Franzosen, das kann man nicht in Pappe bauen. Es war also sehr komfortabel, aber nicht in Lizenz in großen Stückzahlen zu realisieren. Das kleine Entlein hatte aber noch eine große Schwester und die war eigentlich zu protzig, selbst für einen Staatsratsvorsitzenden.
Davon brauchen wir 2 Stück entschied das Komitee, einen zum Fahren und einen zum Kopieren. Das einfachsten Modell, aber mit dem größten Motor, damit sie nicht den Anschluß an die russische Kollegen mit ihren Tschaika verlieren, befand das Beschaffungskomitee. (Anm d.R..: Weder das mit dem Anschluß noch mit dem Kopieren hat funktioniert, wie die Geschichte lehrt)
Da hatte der Hersteller mit dem innovativen Doppelzirkel nun ein Problem. Das kleinste Modell hieß ID und das hatten sie auch nur mit einem Motor, der mit dem Tschaika nicht mithalten konnte. Aber das Topmodell die DS, die hatte den schnellsten Vierzylinder Einspritzer, allerdings mit deutscher Technik vom Klassenfeind. Pfiffig wie die Franzosen sind: Mon dieu, wir schreiben einfach ID drauf, dann erkennt keiner, daß es sich um ein großes Auto handelt. Damit die Monteure Volksgenossen mit den Ersatzteilen klarkamen, gab es wenigstens einen Hinweis auf den Motor.
Also entstanden 2 gleiche ID23, die in das kleine Land geliefert wurden.
Eine unauffällige diskrete Farbe war gewünscht. Auch hier zeigten die Franzosen, die spoantane Farbzusammenstellungen in schwarz, braun und grün gewohnt waren, wieder Kreativität. Da waren noch Reste von AC 200 noir und AC 073 r gris perle metallic. Schwuppdiwupp daraus wird = AC 273 r. Flugs zusammengemischt, dann kann man gar nicht so erkennen, wo das Auto herkommt. Um die Genossen nicht zu verärgern, ließ man das AC fort, den die hatten schon vermutet, das wäre die Abkürzung für american coleur und das ging gar nicht. So kam es zur Farbauswahl und als Reminiszenz an die politische Heimat und die Parteitagsflaggen war die Innenausstattung knallrot.
Es ließ sich aber nicht verhindern, daß gelegentlich einige Volksgenossen mit der ID23 mitfuhren und vom Fahrkomfort schwer begeistert waren. Vom obersten Vg gab es immer Lob für die großartige Planerfüllung im Straßenbau, die allerdings in den heimischen Produkten nicht zu spüren waren.
Es wurden daher immer mehr, die auch den Fortschitt im Straßenbau spüren wollten.
Und wieder gab es einen stillen Wunsch an die Franzosen: bitte baut uns einen kleinen ID für alle. Und der soll uns an den großen Bruder Vorsitzenden im Osten erinnern. Auch diesmal erfüllten die Hersteller mit dem Doppelzirkel im Namen diesen Wunsch. Rund 30.000 Stück von diesem Modell wurden geliefert. Wegen der großen Bestellung gab es auch einen eigenen Namen in Erinnerung an den großen Bruder aus dem Osten:
Genosse Stalins Auto wurde die kleine DS genannt, abgekürzt „GSA“.
Aber es gab 17 Millionen Volksgenossen und alle wollten französische Autos, um damit in die Welt zu fahren. Das konnten selbst die Franzosen nicht leisten und auch der Versuch den Motor des bösen deutschen Nachbar aus dem Golf heimlich in das Pappmobil einzubauen scheiterte und so rissen die Vgs irgendwann den Zaun ein, um sich überall Autos zu besorgen.
Da nicht alle Autos so komfortabel wie die ID und die beiden CX und GSA waren, mußte auch mit den Straßen etwas passieren. Da die Klassenfeinde im Westen über die Verbrüderung so glücklich waren bezahlten auch gerne neue Straßen. Das tun sie heute noch, obwohl die Straßen eigentlich alle fertig sind.
Die beiden ID und die beiden CX, für sich die Franzosen sich extra eine lange Version ausgedacht hatten, damit sich der Staatsratsvorsitzende zur Not vor den Sitzen auch mal hinlegen konnte, sowie einige Volvos, die der Staatsratsvorsitzende benutzt hatte, wenn es den Hämoriden etwas besser ging, landeten nun unbenutzt in einer Halle in Berlin Ost, staubten dort ein und wurden so nach und nach verschrottet.
Eine der beiden ID 23 ist über Irrwege im Saarland und Aachen in Limburg gelandet, man erkennt die früheren Spuren noch am Nummernschild und am Lack. Aus alten Stasiakten ist der Beschaffungsprozeß dokumentiert.
Der Verbleib der 2. ID23 ist nach wie vor unklar.
Gut informierte Insider vermuten eine Verschleppung jenseits des Ural.
