Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

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Stefan R.

Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Stefan R. »

Hallo,

wie ich schon geschrieben habe wurde bei meiner D-Super vom TÜV ein Ölverlust festgestellt, der erstmal recht überschaubar aussah. Nach einer genaueren Überprüfung ist das Ganze aber wohl schlimmer als angenommen:
- am Motorblock tritt das Öl an ca 7-8 verschiedenen Stellen aus. Unter anderem im Bereich der Kurbelwelle, aber streng genommen fast überall, wo Dichtungen sind. Bei ein paar Stellen kann man die Tropfenbildung sogar beobachten.

-am Getriebeflansch tritt ebenfalls Öl aus, ebenso wie an der Längsseite des Getriebes.

-außerdem gibt es noch eine undichte Stelle an der Hydraulik im hinteren Bereich an einem Gummibalg in der Nähe der Federkugel.

Mein Schrauber, der weder Oldtimer- noch Citroenexperte ist, riet mir Madame schnellstmöglich zu verkaufen. Man müsse um die Undichtigkeiten zu beseitigen den Motor und das Getriebe ausbauen und zur Abdichtung der Leckagen zerlegen. Diese Aktion kann er nicht machen und der Spaß würde mehrere tausend Euro kosten.

Meine Frage ist jetzt: ist diese Aktion wirklich notwendig, oder gibt es da andere Möglichkeiten? Der Motor läuft wirklich super, das Getriebe lässt sich wunderbar schalten und die Hydraulik arbeitet butterweich. Daher widerstrebt es mir nicht nur aus finanziellen Gründen, das Ganze auseinanderpflücken zu lassen, oder gar den Antriebsblock zu tauschen.
Da mein Schrauber jetzt die Segel gestrichen hat brauche ich auch ein paar Tips, an wen ich mich im Ruhrgebiet (ich komme aus Dortmund) wenden kann, ohne arm zu werden.

Die Beläge der Feststellbremse müssten ebenfalls gewechselt werden. Das hat mein Schrauber ebenfalls nicht hinbekommen. Die alten lassen sich wunderbar aus und wiedereinbauen, aber für die neuen, die aber definitiv die richtigen sind, gibt es zu wenig Spiel.

Ich mag das Auto auch nicht abstossen, da laut TÜV die Substanz gut ist. Es sind auch nur noch die beiden Geschichten (Feststellbremse und Ölverlust), die mich von der Plakette und H-Kennzeichen mit Note 3+ trennen. Das muss doch zu schaffen sein.

Viele Grüße

Stefan R.
Peter Höppener Verified
Beiträge: 88
Registriert: Mi 1. Jan 2003, 23:04

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Peter Höppener Verified »

Hallo Stefan,

wegen Ölverlust würde ich keinesfalls ein gutes Auto verkaufen.
Zunächst würde ich in Deiner Nähe Koslowski in Marl aufsuchen und Ihn bezüglich des Reparaturaufwands interviewen.
Die Leckage an der Federzylindermanchette ist Kleinkram der mit geringem Aufwand in weniger als einer Stunde erledigt ist.
Materialaufwand mit org.-ET ca. 35 €.
Nach Deiner Beschreibung muß die Antriebseinheit zwecks Abdichtung tatsächlich raus.
Aber wenn der Wagen sonst i. O. ist, dann muß das eben sein und lohnt sich garantiert.
Die Frage ist dann nur, was erledigt man dann gleich noch mit?
Z. B. Motorlager und Kettentrieb der Nockenwelle.

Aber lass Dich erst mal von einer DS-Werkstatt beraten.

Gruß
Peter
Carsten

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Carsten »

Hi,

lass einfach das ganze Öl unten raus, dann tropft nix mehr.

Nur fahren, das geht dann leider auch nicht :-)


Carsten

P.S:- wenn der ROSTzustand der DS gut ist, das Interieur gut ist, dann lohnt es immer. Andere Variante ist, einen "gut gemachten" Tauschmotor zu kaufen, und umzubauen (lassen). Das kostet evtl. ein wenig mehr, geht aber schneller, und vor allem ist dann im Neu-Motor alles mitgemacht, nicht nur gedichtet.
andreas wisniewski

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von andreas wisniewski »

Hallo Stefan !

mein Beileid! :) habe an meiner 70er 21ie das ähnliche Problem, bin aber übern Tüv gekommen! dennoch ist an einen " Normalbetrieb " im Augenblick nicht zu denken, denn das Blech unter dem Motor dient als 2. Ölwanne.Das Verhältnis zwischen " finanziellem " Einsatz zur Behebung des Ölproblems und " Wert " des Fahrzeugs hat mich seinerzeit ( Anfang des Jahres hatte ich eine Begutachtung bzgl. Unfallschaden und somit mal nach dem Aufwand einer Motorrevision gefragt ) zu keinem Ergebnis kommen lassen.Der ungefähre Rahmen zur Maschinenrev. sollte sich auf +- 5000 € belaufen, wobei die Vermutung geäussert wurde , die primäre Ursache für den Ölverlust seien nicht die Dichtungen, sondern Folgeerscheinung von Überdruck im Kurbelgehäuse z.B. wg. gebrochener Kolbenringe.Da ich den exsessiven Einsatz finanzieller Mittel aber momentan in Grenzen halten will, da es nach eigener Erfahrung eine große Grauzone mit versteckten " Überraschungen " gibt , die gerne kostenintensiv sind,werde ich wohl erst mal selbst Hand anlegen!
Nun zu guter Letzt die Frage an die Experten: ist der Ausbau des Motors ohne Zuhilfenahme einer Hebebühne nur mit Hilfe eines Hebewerkzeugs machbar ?

Grüße aus Essen

Andreas
Stefan R.

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Stefan R. »

Hallo Andreas,

auch dir erstmal mein Beileid. 5.000,-€ !?! Donnerwetter ! Wie läuft dein Motor denn? Bei den vermuteten Schäden muß es doch richtig Probleme beim Fahren geben, oder ?
Mein Motor läuft, wie gesagt, wie ein Uhrwerk. Ich bin mit dem Auto bei der Abholung von Karlsruhe nach Dortmund gefahren. Das war gar kein Problem. Selbst der überaus penible TÜV-Mensch meinte, ich soll aufpassen, daß mir keiner bei der Abgasuntersuchung irgendetwas verstellt. Der Motor würde perfekt laufen. Daß das Blech sooo voll Öl war wird wohl das Werk der letzten Jahre gewesen sein. Laut meinem bisherigen Schrauber war das Öl dort schon sehr alt. Er hat es aus der Nähe gesehen, da er beim Abnehmen des Bleches erstmal eine Öldusche kriegte ;-).
Ich habe nun etwas gegoogelt und bin dabei auf ein angebliches Wundermittel gestoßen, daß dafür sorgen soll, daß die alten eingeschrumpften Dichtungen wieder aufquellen und flexibel werden sollen. Das Zeug heißt "Chambers LecWec". Im Citforum gibt es einen Thread, in dem das Mittel nicht schlecht wegkommt. Dort wurde es für eine sehr inkontinente HP bei einem XM verwendet. Mit Erfolg.
Ich weiß, daß viele Leute diesen Mitteln kritisch gegenüber stehen, aber hat hier vielleicht jemand Erfahrungen damit gemacht? In einer Hydraulik herrschen doch viel heftigere Druckverhältnisse, als in einem Motorölkreislauf, oder ? Wenn es dort wirkt könnte es doch einen Versuch wert sein.

Das Mittel soll so arbeiten, daß wirklich nur die Dichtungen wieder weich gemacht werden und aufquellen, also die Lecks nicht mit irgendwelchen Schwebeteilchen in Stile von Kühler-Dicht verstopft werden.

Es ist bei mir wirklich so, daß das Öl durch die Dichtungen quillt und sickert. Daß man die Tropfenbildung beobachten kann ist nur an 2 Stellen. Das tritt auch nur bei warmem Motor auf, wenn das Öl schön flüssig ist. Daher tippe ich bei mir eher auf ein Dichtungs- als ein Druckproblem. Wenn die Dichtungen aus Gummi oder Kork sind, soll man mit LecWec gute Chancen haben. Bei Papier weniger und bei Messing oder Kupfer gar nicht. Was für ein Material wurde denn für die Dichtungen verwendet ?
Es wäre immerhin ja schon ein Fortschritt, wenn sich erstens die Anzahl der Undichtigkeiten reduziert und die größeren Leckagen verkleinert werden.
Daß ich irgendwann die Dichtungen machen lassen muß weiß ich, aber eigentlich würde ich das gerne erst dann machen, wenn der Motor anfängt zu mucken. Innerlich ist der Motor auf jeden Fall noch absolut dicht. Auf der Fahrt von Karlsruhe nach Dortmund ist ein Kollege hinter mir her gefahren und ich habe ihn auch bei einer Pause gefragt, ob der Wagen bläut. Nach seiner Beobachtung kam da nicht ein Wölkchen aus dem Auspuff.

Naja, wenn es was bringt lege ich jedenfalls lieber bei jedem Ölwechsel 20-30 Euro für LecWec drauf, als jetzt 5000,-€ für eine Motorüberholung zu bezahlen. Daher würde ich mich über Erfahrungsberichte freuen.

Viele Grüße

Stefan R.
Til

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Til »

Hallo Stefan, wie waer's mit ein bischen TUV-Psychologie?

Der Punkt Oelverlust wird ja schon angekreuzt, wenn Du auf die Buehne faehrst. Die Plakette wurde Dir verweigert, weil die Feststellbremse nicht richtig funktionniert.

Also: mach die Feststellbremse so dass die richtig gut beisst, mach den Motor sauber, fuell 20W50 ein, fahr den Motor nicht furchtbar warm und ab zum TUV. Oelverlust wird immer noch als Mangel erscheinen, jedoch ziemlich sicher mit Plakette ;-)

Viel Erfolg - Til

PS: Motorabdichten selbstverstaendlich sobald er wegen was anderem eh raus muss
andreas wisniewski

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von andreas wisniewski »

Hallo Stefan !
danke für die Info!Ein wenig getropft hat meine Maschine schon seit längerem, habe dem aber keine grosse Bedeutung zugetan, der 1. und 4. Kerzenschacht haben immer ein wenig Öl rausgedrückt, auch nach Tausch der Deckel und Kerzenschachtdichtingen.Problematisch wurde die Sache erst, nachdem ich im Zuge von Karosseriearbeiten das Blech unter dem Motor entfernt und gereinigt hatte.Mir schien es , als hätte die Schmutzschicht auf dem Blech wie ein Schwamm gewirkt und nur geringe Mengen Öl nach " unten " gelassen.Jetzt, nachdem alles sauber ist, läuft halt das Öl einfach ab.Im laufenden Betrieb kann ich eigentlich keine Probleme bzgl. Ölverbrennung feststellen - d.h beim Startvorgang sowie im Schubbetrieb mit anschl. Beschleunigen zeigt die Maschine keine blaue Wolke.Ich war immer davon ausgegangen, das bei einem gebr. Kolbenring auch rel. viel Öl verbrannt wird und man dieses dann spätestens am Auspuff " sieht ".Zu einem evtl. Leistungsverlust kann ich auch nicht viel sagen, da ichden Wagen rel. verhalten bewege ( sonst auf die Dauer zu laut ), ans. lt. Tacho durchaus im Rahmen der Höchstgeschwindigkeitsangabe.Da ich , ähnlich wie Du auch, dienstlich stark in Mitleidenschaft gezogen bin, werde ich erst Ende des Monats weitere Tätigkeiten an der " Baustelle " vornehmen ( Prüfung der Kompression ).

gruß Andreas
Stefan R.

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Stefan R. »

Hi Til,

ja, an diese Methode denke ich auch. Mein Plan ist jetzt der, daß ich mir nochmal ein Kurzzeitkennzeichen hole und wenn ich noch ein paar Infos darüber erhalte dieses LecWec in das Öl schütte. Dann muß ich etwas fahren (100-200km). Wenn das Zeug wirkt ist der Ölverlust dann schon reduziert (angeblich braucht das Zeug etwas Zeit zum Abdichten). Dann wird noch die Feststellbremse gemacht. Mein Schrauber hat das ja leider nicht hinbekommen. Die anderen Mängel, die beim TÜV notiert wurden sind bereits beseitigt. Dann müsste ich eigentlich die Plakette kriegen.
Natürlich werde ich den Ölstand immer im Auge behalten.
Mal schauen. Mein Schrauber kommt morgen mal auf einen Kaffee vorbei. Er meint zwar, daß diese Mittelchen alle nichts bringen, aber mal sehen....

Viele Grüße

Stefan
Georg Martinelli

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von Georg Martinelli »

Hallo Stefan und Andreas!

Mit Beileid kommt man einer DS nicht bei, die sind kapriziös und tun sich selber noch mehr leid, wenn man Mitgefühl zeigt, also erstmal Rücken gerade und wie bei Hunden keine Angst zeigen.

Bitte Stefan, lass so lange wie möglich die Finger von irgendwelchen Ölzusätzen. Natürlich tropft das Öl, weil es Überdruck hat. Wenn in der Kurbelkammer Unterdruck herrscht, brauchst Du fast gar keine Dichtungen (BMW hat das bei den Uraltboxern über Drehschieber gelöst).

Punkt1: ISt das Öl neu und wichtig, 20 W50? Altes Öl kriecht beinahe wie MOS2, also raus damit. 15 W40 oder Gott behüte, 10W40 (bin ich unschuldig, wie ich damals war, das erste Mal auch gefahren) lassen den Motor rasseln wie ein Kettenhemd und rinnen ins Freie.

Punkt2: Kurbelgehäuseentlüftung: weg mit den Druckerzeugenden Blow-by-gasen. Die Leitung geht vom unteren Motorblockdrittel in Fahrtrichtung links hinten bis zur Ansaugbrücke (Vergaser - Einspritzer ist geringfügig anders), dort ist ein T-Stück, dessen dünne Leitung in eine Düse in der Ansaugbrücke führt. Diese Düse könnte (wie oft der Fall) verlegt sein. Freiputzen und/oder größer bohren (danach Vergasereinstellung...). Nach dem T-Stück läuft das Luftrohr zum Vergaser. Bläst es da schlimm raus, wenn DU es abziehst?
Große Mengen "Blow-by-Gas" deuten auf defekte, zumindest abgenutzte Kolbenringe hin. Dann hilft das ganze Abdichten nichts mehr. Wenn KOlben und Laufbuchsen i.O. sind, kostet das nicht die Welt, bei mir war vor 1,5 Jahren alles zu tauschen (Kolben / Laufbuchsen kosten ca. 700€, sind waren aber für 19er und 21er Motoren knapp, bei Sassen und Co. nachfragen). Die Arbeit hab ich teilweise selbst gemacht (steht alles genau in der Reparaturanleitung, dran ist an so einem Motor nicht viel und ein Motoreninstandsetzer gibt manchmal die notwendigen Beurteilungen der Bauteile und Tipps gratis. Ein paar Sachen läßt man zu moderatem Preis machen, dann läuft sich die Rechnung wie bei mir mit allen Dichtungen, Motorlagern, Kupplungs- und Bremszubehör, Motordämmung (fehlt bei den D Spécial/Super sowie Kettenspanner und Steuerkette -sollte man ja im Zuge der Arbeiten anständig machen - auf etwa 1500-2000€. Da ist viel auf Verdacht getauscht. 5000€ ist wohl bei einem Mechaniker, der selbst erst lernen muß, wie ein DS funktioniert...

Punkt 3: im Ventildeckel sitzt in Fahrtrichtung rechts vorne ein Sieb mit einem Durchmesser von ca. 3-4 cm. Darüber ist eine Gummihaube, die in den Luftfilterkasten führt. Auch das sollte frei sein.

Mein Tipp: Ölwechseln, mit neuem 20W50 bzw. 10W60 (noch zäher, für Rennsport; sollte den Déessen nicht schaden, da keine so kleinen Ölbohrungen vorhanden sind.) gleich nach der Motorwäsche zum TÜV.

Kompressionstest würde ich auch machen lassen, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten, kann man sicher von Verschleiß ausgehen, 8,5 bar mit Druckverlusten über die Blow-by-Leitungen deuten auf abgenutze Kolbenringe hin (glaube mich zu entsinnen, dass mein "neuer" Motor 12-13 bar erzielte).

Hebebühne bringt gar nichts, der Motor gehört oben raus (Motorhaube mit selbstgebogenem "Spezialwerkzeug" auf 90° öffnen).

Andreas, die Kerzenschächte haben unterm Ventildeckel Dichtungen, wirst sehen, wenn Du die tauscht, ist das erste Problem schon von der Hand.

Bitte um weitere Berichterstattung

Gruß Georg
andreas wisniewski

Re: Wie Ölverluste in den Griff kriegen ?

Beitrag von andreas wisniewski »

Hallo Georg !

vielen Dank für die geduldige Ausführung zum Thema.In Bezug auf die Hebebühne hatte ich nur den Gedanken gehabt, " Vorarbeiten " einfacher durchführen zu können um die Maschine auszubauen.Schachtdichtungen und Deckeldichtung hatte ich bereits get - ohne nennenswerten Erfolg.Beim IE sieht man halt bauartbedingt recht wenig um die Leckage einzukreisen.

Gruß Andreas
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