Schlagartiger Druckverlust

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D.Vallenthin

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von D.Vallenthin »

Genauso ist´s bei mir auch!
dietmar
Beiträge: 468
Registriert: Mo 10. Nov 2003, 21:07

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von dietmar »

nur mal so nachgedacht:

a) wenn der Wagen ploetzlich absackt, muesste der Druck (auf den Federzylindern und Speicherkugeln) weg sein.

Entweder der Druck ist laengst weg und der Wagen haelt durch Verspannung bzw. Verklemmung mechanischer Teile (Lager, Bremsgeometrie) oben (beim BX ist das normal, aber bei der DS???). Das Viech ist ja schwer, vorne.
Dann muesste er aber nach kurzer zeit von selbst wieder hochpumpen (Hoehenkorrektor reagiert planmaessig). Dann ist das Phaenomen aber erstmal nicht reproduzierbar!

Oder der Druck faellt urploetzlich zusammen. Mal ehrlich, wo soll denn das ganze Oel aus den Federzylindern in der rasenden Geschwindigkeit hin, weil nicht in die Federzylinder? Das schafft doch kaum eine Leitung vom Querschnitt her. Der Querschnitt muesste ja mindestens dem der Stoessdaempfer (in der Kugel) entsprechen.

b) Oder es muesste eine Kraft geben, die ihn ploetzlich herunterdrueckt. Passiert das nur im langsamen Fahren oder auch im Stand? Waehrend der langsamen Fahrt ist ja die Antriebswelle in der Lage, Kraefte auszuueben. Muesste aber rhytmisch (tripod) knacken, nicht wahr?

/D
;-)
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Thomas Held Verified
Beiträge: 5067
Registriert: Do 22. Jul 2004, 12:11

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hi Dietmar,

> Dann muesste er aber nach kurzer zeit von selbst wieder
> hochpumpen (Hoehenkorrektor reagiert planmaessig).

Das Hochpumpen erfolgt unmittelbar nach dem Absacken. Typisches Szenario: U-Turn auf der Strasse, Kurz vor Ende der Wendekurve knallt der Wagen runter (wobei knallen jetzt sofortiges Fallen heisst, es treten keine Gerauesche dabei auf), pumpt sofort wieder hoch und hat am Ende des Wendemanoevers schon wieder seine Ausgangsposition erreicht.

> Dann ist das Phaenomen aber erstmal nicht reproduzierbar!

Es ist absolut nicht reproduzierbar, tritt bei meinem Fahrzeug, wenn ueberhaupt, nur bei oben geschildertem Fall ein oder bei Anfahren enger Parkboxen bei vollem Lenkeinschlag.
Einziges weiteres Phaenomen: Es ist mir einmal in den letzten Wochen passiert, dass sich der Wagen nach dem Starten lediglich hinten hob und vorne unten blieb, bis ich per Handhebel auf die naechst hoehere Stellung und wieder zurueck stellte.

> Passiert das nur im langsamen Fahren oder
> auch im Stand? Waehrend der langsamen Fahrt ist ja die
> Antriebswelle in der Lage, Kraefte auszuueben. Muesste
> aber rhytmisch (tripod) knacken, nicht wahr?

Das Runterfallen passiert bei mir nur in langsamer Fahrt, Knacken irgendwelcher Art ist mir dabei nie aufgefallen, kann aber natuerlich auch im Schreck des Absackens untergegangen sein.

Tom
Gruß

Tom
Til

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Til »

Hallo Thomas,

ich kann Dein Runterfallen aus eigener Erfahrung nur bestaetigen - es geht rasant, bis ganz unten, ohne Geraeusche und die Dame pumpt sich sofort wieder hoch.

Dazu noch ein paar evtl. hilfreiche Infos:

1. trat es erstmals direkt nach der langjaehrigen Restauration (ich bin kein Profi ;-) auf und zwar als ich die Scheinwerfer einstellen wollte - da plumpste die Dame wiederholt (so ca. 10 mal) im Stand nach unten um sofort wieder hochzukommen - ich war schwer beeindruckt - das hat sich dann zum Glueck von selbst erledigt (ich hab es auf Luft im Dash-Pot zurueckgefuehrt)

2. trat es anschliessend nur noch bei starkem Einschlag der Raeder UND mehr oder weniger scharfem Bremsen auf (Bsp. Hier haettest Du rechts abbiegen sollen ;-))

3. Wird es mE seltener :-))

Til
Robert Kruse

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Robert Kruse »

Liebe Runterfaller,

meine Hypothese, dass die Sosse durch den Korrektor in Stellung Auslass verschwindet, scheint hinfällig zu werden. Aber was passiert denn da? Wenn die Sosse während des Runterfallens/wiederhochkommens im Federzylinder und in der Kugel bleibt, muss das ja eine ganz massive Kraft sein, die sie da zusammendrückt. Wo kommt die her? Was kann sich so massiv gegen die Federkraft der Kugel stemmen? Ich hatte das Problem bei meiner ersten DS, die ich aufgrund ihrer schönen Farbe gekauft hatte. Nach Überholung der Vorderachshälften und Erneuerung der Kugelbolzen war die Sache erledigt. (Aber vielleicht muss man ja nur irgendetwas machen, vielleicht reicht es auch, den Auspuff zu erneuern oder die Ventile einzustellen. Wenn mein Kater auf sich aufmerksam machen will, springt er auf den Tisch, die DS fällt vorn runter) Ne, Quatsch, Leute, das Problem scheint ja verbreitet und muss mit technischer Logik zu lösen sein (Bin nur froh, dass meine beiden aktuellen Deessen nicht betroffen sind)
Liebe Grüsse
Robert
Georg

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Georg »

Hallo,

hab mir - neben meinen eigenen Problemen - die Sache durch den Kopf gehen lassen (was nicht unbedingt heißt, dass ich jetzt weiß, weswegen der Kater auf den Tisch springt).

Bin zur Überzeugung gekommen, dass Dietmar - Genie oder Guru - Recht hat; das Öl kann bei den vorhandenen Querschnitten mit vorausgesetzter Dichtheit des Systems nicht so schnell abfließen. Und es tut es doch...

Bei U-Turns denk ich mir, könnte es sein, dass die wohl auftretende Seitenneigung dem Korrektor sagt "ablassen, schnell", die Verspannung das aber eine Zeitlang verhindert, bis man wieder geradeaus lenkt.

Die nach Restaurationen auftretende Schaukel ist mit Luft im Korrektor plausibilisierbar (lest mal übers Entlüften des Korrektors nach der Überholung nach).

Völlig unverständlich wäre es aber beim Ausparken (außer mit U-Turn-Geschwindigkeit!?).

Ich würde erstmal das LHM raushauen, Hydrorinçage einfüllen (der Korrektor speichert trotzdem Dreck wie die menschliche Leber) und nach 3-5000 km wieder auf LHM umstellen.
Damit die Spülung wirken kann, könnt ich mir vorstellen, die Kugelbolzen inzwischen zu überprüfen (sollte eh mal gemacht werden), mit dem richtigen Abzieher sind die Achscorner (Radnaben) ja schnell ausgebaut - dabei kann man gleich das Spurstangengelenk fetten.

Und wenn die Halbachsen heraußen sind, kann man ganz leicht den Zustand der Manschetten überprüfen - womit ich wieder bei den eigenen Problemen wär'

Schönes Wochenende

Georg
D.Vallenthin

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von D.Vallenthin »

Nochmal ganz dumm gefragt, als hydraulischer Laie gewissermaßen: Kann es nicht doch mit der Lenkung zusammenhängen? Meine D Special macht das nämlich erst, seit ich die Servolenkung hab nachrüsten lassen. Man kennt doch das faszinierende Schauspiel, daß das Lenkrad in Endstellung von selbst minutenlang flattert, weil die Ventile sich irgendwie gegenseitig beeinflussen... Und wenn sie nun einfach mal offenbleiben...? (Wie gesagt, hydraulischer Laie, schäm...:-( )
Georg MArtinelli

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Georg MArtinelli »

Hi,

wenn alles ok ist, sollte der Korrektor in Normalhöhe Vor- und Rücklauf verschließen. Dann sollte der Wagen bis in alle Ewigkeit so stehen bleiben (bis die Leckagen aus Korrektor und Federzylinder den Wagen nach unten setzen).
Dann kann die Lenkung aber den kompletten Druck und damit das gespeicherte Ölvolumen fressen, bei der Federung dürfte nichts passieren. (Voraussetzung dichter Korrektor!).

Die Lenkradflatterei kommt von einem falsch justierten Drucküberschneidungswert, das heißt, wenn Du aus Volleinschlag rechts die Lenkung geradelenkst, wird die rechte Seite des Arbeitskolbens in der Servolenkung entlüftet. Damit der linke Kolben dann nicht gleich voll auf Anschlag geht, "fängt" irgendwann der rechte Kolben mit ich glaube ca. 60 bar den linken auf. Dann haben beide Kolben 60 bar und es herrscht Ruhe im System. Wenn der eine den anderen schupft, entsteht das Flattern. Ist am Lenkkopf mit den beiden Schrauben unter der Manschette einstellbar (mit 2 Manometern!).

Gruß Georg
Til

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Til »

Zurueck zum Hoehenkorrektor (das Lenkungsflattern am Anschlag wurde bereits mehrfach als normal abgehandelt):

- das mit dem Leitungsquerschnitt glaube ich nicht - jeder, der schon einmal die Hoehen an einem HP-Fahrzeug eingestellt hat weiss, dass das Auto extrem schnell nach unten brettern kann, wenn man die Schelle am Stabi verdreht.

- Dreck im Hoehenkorrektor sollte mE eher zu einem verzoegerten ansprechen (z.B. mehr Widerstand im Dash-Pot) fuehren und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich hier genau um das Gegenteil handelt, naemlich um ein zu schnelles ansprechen

- das fuehr mich zurueck zur Frage, ob und gegebenenfalls warum der vordere Hoehenkorrektor generell (bei meiner DS ist es ganz sicher so) schneller reagiert als der hintere (ich hatte vor Monaten schon mal danach gefragt warum meine DS nach dem Aussteigen vorne deutlich schneller runterkommt als hinten und es hat primaer sicher nichts mit dem Gewicht zu tun (da man das oeffnen des Ventils ja gut hoert)!!) - koennte das mit unterschiedlichen Torsionsverhaeltnissen des vorderen und hinteren Handverstellgestaenges (whow ;-) zu tun haben?

Nun bin ich gespannt :-) - Til

PS: ja, das mit dem Entlueften der Hoehenkorrektoren weiss ich inzwischen, ist aber eher ein Schoenheitsproblem, da es sich recht schnell von selbst erledigt
Robert Kruse

Re: Schlagartiger Druckverlust

Beitrag von Robert Kruse »

Liebe Fallgemeinde,

ich habe die Höhe bisher noch nicht eingestellt - steht mir noch bevor. Wenn man es aber als gesichert ansehen kann, dass der Korrektor auf Befehle vom Stabi wesentlich direkter reagiert als auf solche vom Höhenverstellhebel, ist es wieder "nur" ein Problem der Korrektoransteuerung. Und dann ist es wieder die Frage, wie der Stabi in der Kurve in die falsche Position gerät. Der Stabi ist ja eine Torsionsfeder, die zwischen den Rädern ausgleicht. Der Korrektor wird durch den Abgriff in der Mitte, also einen Durchschnitt der Höhe beider Räder, angesteuert. In einer engen Kurve wird das kurvenäußere Rad eingefedert, das kurveninnere federt aus. Wenn also an der kurvenäußeren Seite der Stabi hakt, dann könnte das zum Runterfallen führen, weil nur noch der Ruf "zu hoch" des kurveninneren Rades vom Korrektor gehört wird. Völlig plausibel würde diese Hypothese, wenn das Runterfallen vorzugsweise in einer Lenkrichtung geschehen würde
Vielleicht wäre es die erste und einfachste Massnahme, die Lagerdeckel abzunehmen und die Lagerschalen zu kontrollieren und zu fetten, dann das Seitenspiel (lt. Anleitung 0,5 mm) ein wenig grosszügiger zu bemessen und sich schliesslich noch die Reibungsdämpfer des Stabi anzuschauen. Ach ja, noch was: Die Schellen zur Seiteneinstellung des Stabis können nicht beliebig verdreht werden. Richtig ist in Höchststellung etwa waagerecht, sonst verhaken sie sich nämlich mit den Lagerschalen oder geraten innen an den Achskörper.

Gruss an alle Beteiligten
Robert
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