Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

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Thomas Held Verified
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hallo Dietmar,

ich habe auf Ebay, USA mal vor laengerer Zeit nachgefertigte Ventilplaettchen aller moeglichen Staerken erstanden, aus denen man sich im Prinzip alle jemals existierenden Varianten der geschraubten Daempfer zusammenstellen kann. Ich habe damit allerdings noch keinerlei Experimente gemacht, da ich zu meiner Schande gestehen muss, noch immer mit gezogenen IFHS-Kugeln herumzufahren (die gehen einfach nicht kaputt...).
Kennt diese Plaettchen jemand hier? Ist das verwendete Material dem Originalmaterial hinreichend aehnlich?
Gruss,

Tom
Gruß

Tom
Til Verified
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Til Verified »

Auch ich habe vor Jahren diese JBM Nachbauplaettchen erstanden und noch nicht eingebaut - mir war damals aufgefallen, dass diese Plaettchen fuer die Vorspannung leicht geknickt waren, anstatt der originalen "Chinesenhut" Woelbung - ob sich das nun im eingebauten Zustand irgendwie auswirkt kann ich nicht beurteilen - zum Glueck kann man es hier bei der DS ja durchaus auf ein paar Versuche ankommen lassen (ich meine im Gegensatz zum Bsp. zum CX hinten, hatte gerade das Vergnuegen).

Die Frage, ob sich die Plaettchen abnutzen, haben wir bereits diskutiert ohne zu einem klaren Ergebnis zu kommen (meine persoenliche Erinnerung/Zusammenfassung).

ME lohnen sich Kugeln mit geschraubten Daempfern allein schon aufgrund der Tatsache, dass man die Daempfer ueberholen koennte. Kaum einer von uns wird wohl wirklich auf den Nuerburgring gehen um damit zu experimentieren (obwohl auch das durchaus Reiz haette).

Til

PS: laut Petermann ist das wichtigste die beiden Anzugsmomente (Daempferplaettchen auf Achse und Daempfer auf Kugel) exakt einzuhalten
...hannes
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von ...hannes »

@ Verschleiß der Plättchen:
Eine Vorspannung a la Chinesenhut habe ich bei meinen alten Blättchen nicht mehr feststellen können und beim Auflegen auf einer planen Unterlage (ich verwende dafür vorzugsweise einen Spiegel) sieht man, dass auch die Blättchenränder nicht mehr gleichmäßig aufliegen. Für mich ausreichender Beweis eines fortgeschrittenen Verschleißes bzw. vorangegangener Drehmomentüberschreitung. Aber, wie gesagt, die ganze Thematik ist noch ziemlich Neuland für mich, zumal ich noch nicht Gelegenheit hatte, NOS- Plättchen zu begutachten.
lg
Medi
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Medi »

Hannes,
korrigiere, habe auf der Suche nach einer Schere gerade in meiner Schreibtischlade ein geschraubtes Dämpferelement gefunden, und: da hab ich irgendwann mal ein Plättchen vom gebördeltem Dämpfer drauf geschraubt, man kann den Abdruck des Sinterkörpers erkennen. Das Plättchen ist absolut eben. Das zweite Plättchen hat den Abdruck vom originalen Körper, dieses originale Plättchen hat den Knick, und: beide Plättchen haben idente Abmessungen, passt also.
Mein Gedächtnis macht mir echt langsam Sorgen!
L.G.
Dietmar
Medi
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Medi »

Til,

ja, stimmt, das Anzugsmoment ist sehr wichtig.
BDW, ich habe Ende der 80iger mal eine SPIDAN-Nachbaukugel erworben bei der die Plättchen nicht richtig verbördelt waren. Beim Schütteln der Kugel konnte man die Plättchen hören.
Ich habe die Maschine, die die Dämpfer/Plättchen der gegenwärtig gängigen Nachbaukugeln bördelt, mal live gesehen, da wird wirklich Aufwand betrieben damit Kraft/Moment/Sigma/… stimmen.

Ich kenne übrigens keine Chinesenhüte, alle bislang von mir mit größter Wahrscheinlichkeit aus Originalkugeln ‚geernteten‘ Plättchen sind geknickt.

L.G.
Dietmar
Medi
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Medi »

Hallo Tom
I)
Gezogene Kugeln sind doch ganz prima, vorausgesetzt der Dämpfer ist ‚vernünftig‘ und der Tarierdruck ‚stimmt‘. Ergibt bei korrekter Füllung ja die gleiche Eigenfrequenz. Der Vorteil der geschraubten Dinger liegt lediglich an der Instandsetzbarkeit und einem üblicherweise eher stimmigerem Dämpfer. Der geschraubte Dämpfer eröffnet natürlich nette Möglichkeiten.
II)
Die Plättchen kenne ich nicht, aber:
Ich habe an der DS div. Federn und Stahleigenschaften untersucht und war erstaunt: Eine 50 Jahre alte Feder aus der DS lässt sich mit aktuell gängigem Schubmodul aus DIN EN 13906-1:2002 absolut präzise berechnen, da hat sich offenbar nicht viel getan. Ich gehe also davon aus dass dies für die Plättchen auch zutrifft.
Weißt Du, oder sonst hier jemand, wie man die Federkonstante eines solchen Plättchens vermisst/berechnet?
L.G.
Dietmar
Medi
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Medi »

Rechdschreibfehler wie dhe ed al. bitte zu endschultigen
;-)
Til Verified
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Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von Til Verified »

Hallo Dietmar - interassant

Meinen ersten CX Break habe ich mit ca. 400k km von einem Dorfschmied gekauft - nach Wiederherstellen des korrekten Fuelldruckes war die Federung der Hinterachse eindeutig zu wenig gedaempft (Aufschaukeln auf schlechten Autobahnen - in Italien einmal so stark, dass ich abbremsen musste) - ob das nun an 'entlahmten' Federplaettchen (Dorfschmied) oder falschen Daempfern/Kugeln lag, weiss ich leider nicht (die Kugeln wurden von Ulf Petermann via Ventil gefuellt, nicht ausgebaut).

Die Feder die bei meiner DS sicher erlahmt ist, ist die vom Verteiler - hier liegt die abgepblitzte Verstellkurve eindeutig ausserhalb der Originalkurve in Richtung zu steil (also bei korrekter Einstellung bei 2k U/min zu frueh bei 4k) - aber das ist ein anderes Thema - da muss ich bei Gelegenheit mal ran ;-).

Das mit dem Knick ist sehr interessant - dann weiss ich wenigstens, dass ich die JBM Plaettchen aufheben und bei Gelengheit einbauen.

Til

PS: fuer die Puristen hat Falk Lehmann ja noch NOS Daempfer im Angebot!
priusb78 Verified
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Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von priusb78 Verified »

Frage an die Technikexperten:

Ich habe geschraubte Federkugeln (neuen Membranen, neu befüllt) mit Schraubdämpfern mit der Plättchenbestückung (NOS) für die Baujahre 63 - 65 ausprobiert. Leider federn sie nicht richtig, sondern sind - speziell hinten - richtig hart.

Ich habe den Verdacht, dass aus irgendeinem Grund das Öl nicht richtig durch die Dämpfer strömen kann. Beim Abmontieren der Kugeln nach dem Test war - trotz drucklosem System, d.h. Tiefststellung und Schraube am Regler geöffnet - noch Druck im "Öl-Teil" der Kugeln und LHM spritzte heraus.

Hat das schon mal jemand erlebt? Was könnte die Ursache sein?

Ich habe die Dämpfer lt. Handbuch montiert (konkave Seiten der Plättchen zum Stoßdämpferkörper, Anziehen der Muttern mit Drehmomentschlüssel usw.).

Gibt es noch was zu beachten, was ich nicht weiß?

Mit geschweissten Kugeln und Schraubkugeln mit gebördelten Dämpfern funktioniert die Federung einwandfrei.

Danke.
Gruß Thorsten
D Super 5, Bj. '74, brun-scarabée aus Italien
...hannes
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Registriert: Fr 20. Mai 2005, 21:07

Re: Schraubbare Stoßdämpfer in teilbaren Federkug

Beitrag von ...hannes »

Neue Membrane, neu befüllt... und trotzdem schraube ich sämtliche Kugeln vor dem Einbau zuerst einmal auf das Kugeldruckprüfmessgerät.
lg
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