Bremsen Kurzhuber

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Robert Verified
Beiträge: 3588
Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Bremsen Kurzhuber

Beitrag von Robert Verified »

Liebe Gemeinde,

ich möchte einige alte Bremszangen zerlegen. Ich weiss zwar, wie man die Kölben herausdrücken kann, aber dabei geht immer eine Menge Hydraiikflüssigkeit oder Fett, wenn man es mit der Fettpresse macht, verloren. Hat jemand einen Tip, wie man das am saubersten hinkriegt? Evtl. mit Wasser? Zweite Frage: Sind die Stahl- oder die Alukolben besser, sprich, waren die Alukolben seinerzeit eine Verbesserung oder sollten die nur die Produktion verbilligen?

Gruss und Dank
Robert
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sebastianklaus
Beiträge: 1288
Registriert: Sa 28. Okt 2006, 09:41

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo Robert,
ich habe das Prozedere vor einem halben Jahr gemacht:
Da die Zangen sehr stark verdreckt waren, habe ich sie bei einem CO²-Strahler, der alle paar Tage an unserer Werkstatt vorbei kommt, abgegeben. Er hat die Dinger blitzsauber gestrahlt und die Kolben sind bei dem Prozedere aufgrund der starken Abkühlung bei dem Reinigungsprozess raus gefallen. So viel zur Demontage. Wenn das nicht geklappt hätte, hätte ich die Kolben an den Hydraulikanschluss des Schnelleerlaufbypassventils angeschlossen und mit Hilfe eines Gehilfen, der die Fußbremse betätigt, die Kolben langsam heraus gefahren.
Soweit ich weiss (Hab das ET- Handbuch im Moment nicht bei der Hand): nur die späten DX5- Versionen hatten Alu- Kolben, alle anderen Versionen hatten Stahlkolben.Offenbar ist der Hintergrund der Umstellung eine bessere Wärmeabfuhr der aus den Bremsplaketten in die Kolben eingebrachten Wärme.

Meine (aus einem DX5- Schlachtfahrzeug entnommenen) eloxierten Alukolben hatten an einigen Stellen Beschädigungen in der Eloxierung, worauf ich sie weg geschmissen habe und meine große Poliermaschine angeworfen habe und ein paar Stahlkolben aufpoliert und eingebaut habe (Einbaumaße: identisch).
.
Da ich mit dem Auto nicht wie mein Namensvetter aus Heppenheim herum rasen will, stehe ich absolut zu den Stahlkolben.
Viele Grüße
Sebastian
Hubbes
Beiträge: 66
Registriert: So 16. Mai 2010, 09:00

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von Hubbes »

Hallo Robert,
bei mir ging es recht einfach mit Druckluft. Ein Holzstück zwischen die Kolben gelegt, damit nicht einer direkt ganz rausploppt und kurze Luftstösse mit der Ausblaspistole in die Hydraulikverschraubung gegeben. Kamen ganz leicht raus.

schönen Gruss,
Ralf
tomsail
Beiträge: 2236
Registriert: Di 4. Sep 2007, 13:45

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von tomsail »

genau so! :-)
aber vooooorsichtig!!!

bei mir waren auch alukolben drin, schön titanfarben-schimmernd eloxiert.
es kann nix schaden, dass man auch hier drauf achtet welcher kolben wo drin war.

die neuen dichtungen muss man nicht teuer beim teilehändler kaufen. das sind ganz normale o-ringe.
da gibts welche aus besserem material für ein paar cent beim dichtungsfuzzi ums eck.
bei mir tun ringe aus viton ihren dienst.... hoffe lange und dicht.

grüße
thomas
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rsa404
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Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von rsa404 »

Hallo Robert,

ich habe es wie Ralf (Hubbes) gemacht und es hat stets prima funktioniert. Mit den Alukolben habe ich nur negative Erfahrungen gesammelt, die gingen bereits nach kurzer Standzeit immer wieder fest. Außerdem haben sie in gleich kurzer Zeit auch noch die neuen O-Ringe beschädigt.

gutes Gelingen, Ralf
DS 19, 29. Jan. 1958 - http://rsa-rgs.blogspot.de / AMI 8 Break Okt. 1976 / Renault Megane Grandtour TCe 140 EDC, 06.25, Titanium-Grau /BMW 2er Active Tourer 218i, 03.2025, Alpinweiß, adaptives Fahrwerk / Mini Cooper Cabrio, 03.2022 Chili Red, 7-Gang DKG
Medi
Beiträge: 564
Registriert: Mi 18. Mai 2005, 16:24

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von Medi »

Was ev. für Stahl spricht: Zumindest theoretisch darf man mit dem Alukolben nicht alle Bremsklötze verwenden (siehe TM/TI). Es wird von Cit eine durchgängige Auflage auf der Kolbenfläche vorgeschrieben. Bei einigen Nachbauklötzen ist die Auflagefläche für die Niete, die die Stahlplatte inkl. Bremsbelag mit der Alu-Platte verbindet, unterbrochen.

Ich habe vor Jahren einen Selbsttest gemacht und bin 1 Jahr lang mit Alukolben und den ‚verbotenen’ Klötzen rumgefahren, ca. 35.000km. Passiert ist nichts, der Kolben war OK, ich hatte die Auflagefläche allerdings sehr gut geschmiert.

@ O-Ringe
Die Ringe erfüllen die extrem wichtige Aufgabe den Kolben nach Abfallen des Bremsdrucks wieder zurück in den Zylinder zu ziehen. Neben den exakten Abmessungen spielen Material und die Härte eine wichtige Rolle. ‚Ums Eck’ bekommt man meist 70er-Ringe. Ich konnte bislang auf NOS-Ringe zurückgreifen, die sich haptisch von der 70er-Ware ums Eck IMHO deutlich unterscheiden - oder liegt es nur an der langen Lagerung?
Weiß jemand welche Härte original verwendet wurde?
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Robert Verified
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Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von Robert Verified »

Liebe Gemeinde,

vielen Dank für Eure Hinweise. An Druckluft hatte ich bisher, nach meinen Erfahrungen mit den LHS-Schwimmsattelbremsen, gar nicht gedacht. Am Freitag werde ich es ausprobieren und berichten. Was die Kolben angeht, dachte ich daran, bei meinem SM evtl. ein "Downgrade" auf Stahlkolben zu machen, sofern diese eigentlich besser sind und die Alukolben nur aus Kostengründen verbaut sind. Und ein paar neue Stahlkolben hatte ich vor einiger Zeit auf ebay geschossen… Das mit dem Viton hört sich sehr gut an, ich habe mir mal Vergleichstabellen im Netzt angeschaut, da scheint dieser Werkstoff mit LHM sehr gut zu harmonieren. Frage mich, wieso man bei Citroën nicht auf die ID gekommen ist, weil Viton ist ja nichts neues, die Dichtungen in der Wasserpumpe sind doch auch aus dem Zeug und selbst meine WMF-Kaffeemaschine aus den 60ern hat eine Viton-Dichtung unter dem zentralen Überdruckventil.

Viele Grüsse
Robert
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sebastianklaus
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Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo Medi,
mein Verständnis ist, dass diese großen O-Ringe sich beim Bewegen der Kolben nicht verdrehen: vielmehr denke ich, dass die Kolben auf den Ringen nur gleiten. Wenn das so ist, dann kann ich mir nicht erklären, wie die O-Ringe die Kolben zurück ziehen können. Ich dachte bislang immer, das Zurückschieben der Kolben ist eine Funktion des Planschlags der Bremsscheiben ! ?
Viele Grüße
Sebastian
Louis de Funes
Beiträge: 219
Registriert: Sa 10. Nov 2007, 18:45

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von Louis de Funes »

Ich habe es ebenfalls wie Hubbes mit der Druckluftausblaspistole gemacht. Den loseren Kolben kann man mit einer Schraubzwinge sichern, dann kommt der andere zügig raus.
Eigentlich war die Einführung der Alukolben bei Motorradsätteln ab Anfang 1970 ein riesiger Fortschritt gegenüber den Stahlkolben. Durch die bessere Wärmeableitung des Alus wurde das Fluid nicht so warm. Aber das gewußt wie lag damals wie heute im Coating (kein Eloxal!). Lockheed lieferte astreine Ware die selbst 40 Jahre später wie neu aussieht, andere hatten das weniger gut im Griff. Die Stahlbremskolben rosteten auf der Luftseite am Rande, und wenn man neue Beläge eingesetzt hat wurde durch den Rost die Dichtung beschädigt. Wenn man gute (!!!!) fachgerecht gecoatete Alukolben als Original oder Nachfertigung bekommen kann würde ich diese vorziehen. Erhält mann aber nur schlechte Alukolben dann lieber Stahl und beim Belagwechsel genau hinsehen.
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Thomas Held Verified
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Registriert: Do 22. Jul 2004, 12:11

Re: Bremsen Kurzhuber

Beitrag von Thomas Held Verified »

Hallo,

im Zuge meiner Motorrevison und aller dabei anfallenden angeschraubten Teile, zu denen ich jetzt auch mal die Bremsen zaehle, sollten die Saettel neu gedichtet werden. Ich nahm NOS Filzringe und NBR-O-Ringe aehnlicher Groesse (59,2 x 70,6 x 5,7 mm^3 statt 59,2 x 69,8 x 5,3 mm^3). Ein bisschen Bauchschmerzen macht mir die Abweichung schon, denn ich denke auch, dass der O-Ring neben dem Dichten die Funktion des Zurueckziehens des Bremskolbens bei drucklosem Bremssattel hat. Andererseits werden die O-Ringe der Teilehaendle wohl auch nicht die Originalmasse, sondern aehnliche Abweichungen haben...
(Teilnehmer der Versetalsperren-Ausfahrt werden jetzt einwerfen, dass das sicher zum Ueberhitzen meiner Bremsscheiben bei den Bergabfahrten fuehrte. Das ist mir allerdings auch vor der Ueberholung schon passiert, wenn ich zum Spritsparen keine Motorbremse bei Bergabfahrten eingesetzt hatte...).
Die Stahlkolben waren im freiliegenden Bereich mit Rostnarben ueberzogen, so dass ich gebrauchte Saettel mit intakten Alukolben ueberholte und verbaute. Aufgrund der Bremsplaketten-Kompatibilitaet (und Originalitaet) waere ich auch lieber beim Stahl geblieben...
Der Grund fuer Aluminium ist sicher nicht der Preis, eventuell die Waermeabfuht, sicher aber auch die Korrosionsbestaendigkeit.
Gruss,

Tom
Gruß

Tom
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