Im Zuge der Konservierung/Restauration meiner Ds bin ich auf die Reparatur eines alten Unfallschadens gestoßen. Da wurde aber scheinbar nicht geschweißt sondern mit irgendeinem Messing-artigen Metall Punkt für Punkt Risse gefüllt/verbunden. Habe das zwar weitgehen herausgetrennt, aber an einigen Stellen (z.B. den Klemmleisten für die Türdichtung innen) kann ich es nicht ganz wegnehmen. Unangenehm ist, dass man da nicht mehr schweißen kann, weil das Zeug dann wild in der Gegend herumspritzt und keine Schweißverbindung mehr hergestellt werden kann.
Kennt jemand dieses Material/Verfahren und wie bekomme ich das Zeug weg?
Gruss Sven
Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
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DS20_break Verified
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- Registriert: Mo 30. Aug 2010, 23:10
Re: Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
Hart gelötet.
"Mach Dir keine Gedanken, wenn sie nicht auf Realität beruhen!"
erdgebundene Grüße,
Hardy
erdgebundene Grüße,
Hardy
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sebastianklaus
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Re: Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
Hallo Sven,
das Hartlöten wurde bei der DS nicht nur bei allen möglichen Reparaturen, sondern auch an unzähligen Stellen in der Fertigung (z.B. bei den Türen) verwendet.
Ist auch eine heute noch sehr sinnvolle Verbindungstechnik, nur leider ein bisschen in Vergessenheit geraten. Vorteil ist vor allem, dass man nicht so viel Wärme einbringen muss.
Ich würde nur im äußersten Notfall die alten Hartlotstellen entfernen !
Viele Grüße
sEbastian
das Hartlöten wurde bei der DS nicht nur bei allen möglichen Reparaturen, sondern auch an unzähligen Stellen in der Fertigung (z.B. bei den Türen) verwendet.
Ist auch eine heute noch sehr sinnvolle Verbindungstechnik, nur leider ein bisschen in Vergessenheit geraten. Vorteil ist vor allem, dass man nicht so viel Wärme einbringen muss.
Ich würde nur im äußersten Notfall die alten Hartlotstellen entfernen !
Viele Grüße
sEbastian
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Gerhard Trosien
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- Registriert: Mi 5. Dez 2007, 07:04
Re: Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
Dem muss ich mich anschließen. Mit Nachdruck!
Gerade bei den Fensterschächten der Türen war das die einzig sinnvolle Technologie.
Eine Technologie, die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt:
die hochfesten Bleche, die im Interesse der Gewichtsersparnis eingesetzt werden (statt unnötige Ausstattungsmerkmale wegzulassen), dürfen nicht geschweißt werden. Das betrifft mittlerweile auch Autos, die von Zeitgenossen als "alt" bezeichnet werden, beispielsweise den Citroën Berlingo, dessen Bodengruppe aus hochfesten Blechen gestaltet ist.
Schweißen vernichtet die spezielle Eigenschaft "hochfest". Hier darf NIEMALS geschweißt werden. Beim Stahlhändler eine Tafel Tiefziehblech kaufen, zuschneiden, dengeln und einschweißen, wie wir es von unseren Schätzen kennen, ist nicht. Es können nur Original-Ersatzteile eingesetzt werden. Wie lange diese für zeitgenössische Modelle vorgehalten werden, kann man sich vorstellen, speziell bei unserer Marke.
Die Industrie für Schweißbedarf hat schon lange reagiert: es gibt Hartlötgeräte, mit denen man ähnlich wie mit unseren MIG/MAG-Geräten arbeitet, die aber eben löten und nicht schweißen. Sogar die Loch-Punktschweißung kommt prinzipiell zur Anwendung, als Lochlötung. Die Löcher sind allerdings nicht rund, sondern es sind Langlöcher.
Hartlöten soll als Reparaturverbindung auch bei der Instandsetzung normaler Blechpartien erlaubt sein, auch tragender. Ich würde aber erst den TÜV-Mann fragen... Schweißen ist bei altem Blech einfacher.
Gerade bei den Fensterschächten der Türen war das die einzig sinnvolle Technologie.
Eine Technologie, die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt:
die hochfesten Bleche, die im Interesse der Gewichtsersparnis eingesetzt werden (statt unnötige Ausstattungsmerkmale wegzulassen), dürfen nicht geschweißt werden. Das betrifft mittlerweile auch Autos, die von Zeitgenossen als "alt" bezeichnet werden, beispielsweise den Citroën Berlingo, dessen Bodengruppe aus hochfesten Blechen gestaltet ist.
Schweißen vernichtet die spezielle Eigenschaft "hochfest". Hier darf NIEMALS geschweißt werden. Beim Stahlhändler eine Tafel Tiefziehblech kaufen, zuschneiden, dengeln und einschweißen, wie wir es von unseren Schätzen kennen, ist nicht. Es können nur Original-Ersatzteile eingesetzt werden. Wie lange diese für zeitgenössische Modelle vorgehalten werden, kann man sich vorstellen, speziell bei unserer Marke.
Die Industrie für Schweißbedarf hat schon lange reagiert: es gibt Hartlötgeräte, mit denen man ähnlich wie mit unseren MIG/MAG-Geräten arbeitet, die aber eben löten und nicht schweißen. Sogar die Loch-Punktschweißung kommt prinzipiell zur Anwendung, als Lochlötung. Die Löcher sind allerdings nicht rund, sondern es sind Langlöcher.
Hartlöten soll als Reparaturverbindung auch bei der Instandsetzung normaler Blechpartien erlaubt sein, auch tragender. Ich würde aber erst den TÜV-Mann fragen... Schweißen ist bei altem Blech einfacher.
Re: Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
Danke für die Erklärungen!
An der Stelle ist das aber definitiv nicht ab Fertigung sondern eine Reparatur. Scheinbar hat Madame in grauen Vorzeiten mit der A-Säule aufgesetzt. Unten ist alles sehr gut repariert worden, aber die A-Säule hat in Höhe der Oberkante Dashboard unter dem Klemmleistenblech für die karosserieseitigen Tür-Dichtungen einen Riss im zusammengefalzten Bereich. Dieser ist nur (!) im zusammengefalzten Bereich und reicht nicht bis in die dann ja nach außen / innen gebogenen Säulenteile. Genau in diesem Riss sind mehrere dieser Hartlötpunkte. Das gleiche dann noch einmal ca 20 cm tiefer. Da auf der Beifahrerseite weder die Risse noch die Hartlötung vorhanden sind, bin ich mir sicher, dass das nicht original ist.
Na ja, jetzt ist es fein säuberlich geschweißt, geschliffen und grundiert...
Jetzt suche ich erst mal jemanden, bei dem ich heute 0.5er Blech bekomme, damit ich die Klemmleistenbleche wieder vervollständigen kann....
Gruß Sven
An der Stelle ist das aber definitiv nicht ab Fertigung sondern eine Reparatur. Scheinbar hat Madame in grauen Vorzeiten mit der A-Säule aufgesetzt. Unten ist alles sehr gut repariert worden, aber die A-Säule hat in Höhe der Oberkante Dashboard unter dem Klemmleistenblech für die karosserieseitigen Tür-Dichtungen einen Riss im zusammengefalzten Bereich. Dieser ist nur (!) im zusammengefalzten Bereich und reicht nicht bis in die dann ja nach außen / innen gebogenen Säulenteile. Genau in diesem Riss sind mehrere dieser Hartlötpunkte. Das gleiche dann noch einmal ca 20 cm tiefer. Da auf der Beifahrerseite weder die Risse noch die Hartlötung vorhanden sind, bin ich mir sicher, dass das nicht original ist.
Na ja, jetzt ist es fein säuberlich geschweißt, geschliffen und grundiert...
Jetzt suche ich erst mal jemanden, bei dem ich heute 0.5er Blech bekomme, damit ich die Klemmleistenbleche wieder vervollständigen kann....
Gruß Sven
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Sensenmann
- Beiträge: 1029
- Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01
Re: Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
Solche Lötstellen finden sich an vielen Oldtimern. War für Reparaturen damals der Weißheit letzter Schluß, als Schutzgasschweissen noch unüblicch war (wurde erst 1948 erfunden)
Gegenüber einer Elektrodenschweißung und an durch Vibration belasteten Bereichen ist das Hartlöten sogar besser.
Gegenüber einer Elektrodenschweißung und an durch Vibration belasteten Bereichen ist das Hartlöten sogar besser.
Re: Messingfarbene Pseudo-Schweißnähte was ist da
Danke, habe viel gelernt - Gruss Sven