einen Effekt hast Du bei der Betrachtung noch weggelassen, die abnehmende Luftdichte in der Höhe. Es ist aufgrund dessen von einer Abnahme der Kühlleistung in der Höhe auszugehen, da die abhängig vom luftseitigen Massenstrom durch den Kühler ist. Der Effekt liegt bei ca 5 K pro 1000 Höhenmeter und wird in Vergleichsmessungen zwischen Bremsanhänger oder Windkanal und realem Berg immer wieder bestätigt, dh ein Fahrzeug das bei einem bestimmten Betriebspunkt in Meereshöhe ein TG (Temperaturgefälle Kühlmittel vor Kühler minus Außenluft) von 75 K hat -> 95°C KM bei 20°C Außenluft, hat auf 2000 m ein TG von 85 K. In der Praxis gleicht sich das im Hinblick auf die Kühlmitteltemperatur durch die abnehmende Lufttemperatur in der Höhe mehr oder weniger aus.
Um aber auch in der Höhe unter der Kochgrenze zu bleiben, wird (heute) in der Auslegung der Kühlanlage ein Sicherheitszuschlag angesetzt und die Kühlergrößen und v.a. Lüfterleistungen entsprechend dimensioniert
Im Hinblick auf die DS - Kühlanlage hast Du mit Deiner Überlegung sicherlich recht. Theoretisch könnte es bei entsprechender Belastung und schlecht instandgehaltener Kühlanlage in der Höhe tatsächlich zum Kochen kommen. Problematisch ist hier eben die unzureichende Kühlluftversorgung durch den ineffizienten Lüfter und die schlechte Kühlluftführung (wenig Staudruck und schlechte Entlüftung) Es spricht aber von der Bauteilfestigkeit her nichts dagegen, auch die 19er 20er 21er mit einem höheren Tarierdruck abzusichern. Kühlerdeckel gibts ja in allen möglichen Öffnungsdrücken. In der Praxis muß ich sagen daß es bei mir weder beim 19er Motor noch beim 21 Motor bei vielen Fahrten in der Hitze und Höhe (zB Mont Ventoux im August), teilweise "scharf" gefahren und mit vollem Gepäck, dazu gekommen ist daß die Nadel in den roten Bereich wandert. Zum Kochen ist da auch nie was gekommen. Allerdings halte ich natürlich aus berufsbedingtem Blickwinkel heraus meine Kühlanlage in Schuß
Kurz noch zum Einstellen der Mischung. Ich fahre 50/50 trotz der definitiv verringerten Wärmeabfuhr gegenüber niedrigeren Mischungsverhältnissen. Der Korrosionsschutz ist mirs aber wert. Einstellen geht natürlich mit dem Aräometer mit den beschriebenen Einschränkungen, allerdings ist das Refraktometer tatsächlich besser zu handeln und genauer.
Das Thema Tarierdruck von 1,4 bar beim modernen Auto und Schlauchhaltbarkeit würde ich entspannt sehen. Es hat sich, das dürft Ihr mir glauben, viel getan beim Material und Gestrickaufbau - das Zeug hält auch nicht schlechter als vor 20 Jahren. Wenn ich mich recht erinnere sind die Schläuche in den D - Modellen teilweise sogar gänzlich ohne Gestrickeinlagen...Daß das keine 1,4 Bar auf Dauer hält ist klar.
Vielen Dank für die Diskussion die meinen Arbeitsmittag ein bischen aufgelockert hat...
Schöne Grüße aus dem Kühlungsversuch eines nicht ganz unbekannten deutschen Kfz - Herstellers
Martin



