Laboranalyse fürs Motoröl

Diskussionen rund um's Thema...
Götz Verified
Beiträge: 221
Registriert: Mo 18. Nov 2002, 20:51

Laboranalyse fürs Motoröl

Beitrag von Götz Verified »

Hallo Leute!

Habe etwas interessantes erlebt. Habe einen meiner Xantias verkauft. Der Käufer kam zu Begutachtung und entnahm dem Motor eine Ölprobe. Ich staunte nicht schlecht! Nach 2 Wochen rief der Käufer an und sagte er wolle das Auto haben. Denn die Ölprobe hat ergeben das der Motor absolut gesund ist. Nur der Eisenwert(?) sei etwas hoch. Das könne aber am lange nicht gewechseltem Luftfilter liegen. Ansonsten wäre kein Frostschutz drin (Kopfdichtung gut!), sehr wenig Benzin (geringer Verschleiß der Zylinder) und wenig Stoffe die die Verschleimung verursachen (hab ich vergessen) enthalten (gute Verbrennung). Das Motoröl wäre recht alt und müsse gewechselt werden.
Alles das stimmte, ich staunte schon wieder!

Siehe www.wearcheck.de

Gut geschmiert grüßt

Götz
H-U Fischer

Re: Laboranalyse fürs Motoröl

Beitrag von H-U Fischer »

Hallo Götz,

dieser wearcheck wird in der Luftfahrt bei Kolbenmotoren schon länger angewandt. Ich glaube bei jeder 100h-Kontrolle. Sind bestimmte Werte erreicht, bzw. überschritten, muß der gesamte Motor zerlegt und auf Fehlerursache analysiert werde. Aufgrund der unterschiedlichen Materialien (Abrieb) kann man sehr häufig sogar auf das betroffene Teil hinweisen. So wurde bei uns im Luftsportverein ein Lycoming-Motor ( O-360/180hp) jetzt im November gecheckt und ein Nockenwellen-Laufflächen-Verschleiß festgestellt. Fazit: Der gesamte Motor mußte für über EUR 20.000,- ausgetauscht werden.
Ursache: Wegen langer Standzeit hat sich eine unter Druck stehende Stoßstange/Stößel mit der Zeit durch den Ölfilm gedrückt. Das erzeugte während der Anfangsumdrehungen eine Riefe auf der Gleitfläche und war über die Zeit der Anfang vom Ende. Jetzt nehmen wir auf Anraten des Motorspezialisten nur noch Öl mit Silicon-Zusätzen.
Zum Einfahren/Einfliegen nehmen wir, bis zum 1. Ölwechsel, unlegiertes Öl.
Ulf Petermann

Re: Laboranalyse fürs Motoröl

Beitrag von Ulf Petermann »

Hallo Götz,

Motoröl-Untersuchungen, und deren Bewertung sind ein alter Hut, das macht Dir (gegen GELD !) jeder Ölkonzern. Was meinst Du, wieviele derartige Untersuchungen im Rahmen der Entwicklung eines Öles nötig sind, und was die kosten? Da gibt es diverse Tests auf speziellen Testmotoren, die großenteils in USA durchgeführt werden müssen, um die Erffüllung der Spezifikationen nachzuweisen, die dann ganz klein auf der Öldose aufgedruckt sind, und mit denen die meisten nichts anfangen können, dann Tests bei Daimler Benz, bei MAN, bei Ford, bei VW, um nur einige zu nennen. Aus der Motorölanalyse kann man noch viel mehr erkennen, als Dein Xantia-Käufer Dir erzählt hat. Hast Du ihn mal gefragt, was er beruflich macht, und wer den Test gemacht hat?

Gruß eines ehemaligen Schmierstoffberaters
Götz Verified
Beiträge: 221
Registriert: Mo 18. Nov 2002, 20:51

Re: Laboranalyse fürs Motoröl

Beitrag von Götz Verified »

Hallo Hans-Uwe, Hallo Ulf,

das diese Öl Untersuchungen bei der Entwicklung von neuen Ölen und neuen Motoren gemacht werden war mir auch bekannt, aber das die Autokäufer das für relativ schmales Geld machen können ist mir neu gewesen. Untersucht hatte das übrigens diese Firma Wearcheck.de.
(Da sind übrigens auch Preise irgendwo aufgeführt)
Das das in der Luftfahrttechnik Sinn macht, kann ich mir sehr gut vorstellen. Denn mal eben in der Luft einen Kolbenfresser aus heiterem Himmel zu haben fänd ich nicht so spannend (oder eben doch).
Mir kam nur gleich der Gedanke, wenn ich einen DS Motor kaufe, der ausgebaut in der Ecke steht, dann kann ich mit so einer Laboranalyse sagen ob der Motor noch zu gebrauchen ist. (Von Standschäden einmal abgesehen)

Grüße

Götz
Antworten