federzylinder zerlegen

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tomsail
Beiträge: 2236
Registriert: Di 4. Sep 2007, 13:45

federzylinder zerlegen

Beitrag von tomsail »

hallo alle,

wollte heute abend meine federzylinder zerlegen.
im werkstatthandbuch wird die benutzung eines kettenschlüssels empfohlen.

dachte mein federkugel-kettenschlüssel hilft.

der ist aber zu gross und rutscht durch.

die muttern scheinen bombenfest zu sitzen.

drum: wie habt ihr eure federzylinder-muttern gelöst?

flamme scheidet aus, da die deckeldichtung wohl nichtmehr erhältlich ist und somit wiederverwendet werden muss.
(hab mich immer gewundert warum die deckeldichtung nicht im revisionsset enthalten ist)

grüße
thomas
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scardale
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Registriert: Sa 14. Okt 2006, 23:41

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von scardale »

Hallo Thomas,
ich hab mir damals das Werkzeug gebaut, dass auch im Handbuch aufgeführt ist. Danach gings auf meine 10tonnen Presse (10EURO auf dem Schrott und ein Liter neue Farbe). Dann mit einer richtig großen Rohrzange und in Lumpen gewickelt gegen den Zapfen der Hydroleitungsaufnahme gedreht. Es ging schwer, ich hatte etwas Bauchschmerzen, aber es ging.
Gruß und viel Glück
Stefan Sikeler
PS: anbei noch ein Foto und ein Bild vom neu angefertigten Bremsbelagseinstellwerkzeug (ich war zu geizig, finde 40 Euronen für überzogen)
tomsail
Beiträge: 2236
Registriert: Di 4. Sep 2007, 13:45

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von tomsail »

hallo stefan,

aha, das mit den holzspannbacken geht also auch andersrum.
das whb spricht davon das leitungsseitige ende einzuspannen und per kettenschlüssel an der mutter zu drehen.
du spanntest di mutter und drehtest am anschlussdom.

mit der presse/dem schraubstock drückt man die relativ dünnwandige blechmutter doch zusammen... mhh?

mal sehen ob ich das hinbekomme.... erstmal ne grosse rohrzange organisiernen.

die hälst du beim zusammenbau das als sehr wichtig beschriebene drehmoment ein?

grüße
thomas

p.s.: ja das mit dem zentrierwerkzeug ist doof. für 40€ hätt ich nix so liebloses erwartet :-(
auch der zweikantschrauben t-schlüssel hat mich nicht überzeugt. ist weiches material und nicht gehärtet...nach 12mal fest/los sind alle vier treibenden flächen verschlissen!
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scardale
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Registriert: Sa 14. Okt 2006, 23:41

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von scardale »

Hallo,
alternativ kann man auch ein Stück Eisen, ca 1cm stark 10x10cm, mit dem Außendurchmesser der Mutter aufbohren/fräsen/drehen, das ganze mittig durchsägen, mit zwei Durchgangslöchern seitlich versehen und somit erhält man ein exaktes Klemmstück zum Festhalten der Mutter. Oben kann man eine alte Nuss anpunkten und somit den Drehmomentschlüssel verwenden. Alles möglich, kostet halt alles viel Zeit / aber die haben wir ja, der Weg ist das Ziel !!
Gruß
Stefan Sikeler
Sheriff DS
Beiträge: 200
Registriert: Fr 22. Dez 2006, 18:25

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von Sheriff DS »

Hallo
Habe mir damals ebenfalls ein Werkzeug gebaut (bauen lassen). Damit konnte ich ziemlich einfach die Federzylinder zerlegen, aber auch wieder mit dem vorgeschriebenen Drehmoment zusammen bauen.
Wo wohnst du denn?
Sheriff DS
tomsail
Beiträge: 2236
Registriert: Di 4. Sep 2007, 13:45

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von tomsail »

hallo sherriff

wohne am bodensee.


grüße
thomas
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sebastianklaus
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Registriert: Sa 28. Okt 2006, 09:41

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo Thomas, hallo Stefan,
ich habe mir einfach eine Deckel mit einer Hülse (also quasi einen Becher)drehen lassen, der saugend-schließend auf die Mutter des Federzylinders passt. Dann habe ich radial 3 Schrauben M8 in die Hülse hineingedreht, die durch radialen Druck auf die Mutter dieselbe fixieren soll. Auf dem Deckel (also quasi auf dem "Becherboden") ist oben eine Sechskantmutter M32 aufgeschweißt, so dass man den Deckel mit einem Schraubenschlüssel resp. einem Drehmomentschlüssel drehen kann.
Das ganze hat nicht funktioniert, weil die drei M8 Schrauben die Mutter verspannt haben. So lässt sich auch bei der Remontage kein Drehmoment reproduzierbar aufbringen. Insofern finde ich eine Klemmvorrichtung für die Mutter ehrlich gesagt nicht so gut, jedenfalls dann nicht, wenn man das vorgeschriebene Anzugsmoment exakt aufbringen möchte.
Erst als ich (GAAANZ vorsichtig, nur ganz geringe Tiefe bohren, vielleicht 0,5 mm, sonst wird die Dichtung oder das Gewinde beschädigt) mit einem 8,0 mm- Bohrer radial Löcher in die Mutter des Federzylinders gebohrt habe und dann das Drehmoment über die drei M8-Schrauben nicht durch (radialen) Kraftschluss, sondern Formschluss (in Umfangsrichtung) aufgebracht habe, ging das problemlos. Mit dem aufgeschweißten Sechskant kann man problemlos einen Drehmomentschlüssel verwenden.
Habe leider kein Photo, da ich das Werkzeug (natürlich) weiter verliehen habe. Ich glaube aber, man kann sich vorstellen, was ich da gemacht habe.

Meine Erfahrung beim Dichtungstausch: einmal musste ich die Dichtung mehrfach aus- und einbauen, bis der Kolben wirklich sauber und leichtgängig im Zylinder und in der Dichtung lief. Eine Mutter habe ich, selbst mit allen Tricks, nicht abbekommen.
Mit dem Werkzeug ist so eine Dichtung in ca. 7 min gewechselt.
Viele Grüße
Sebastian
P.S.: Thomas, danke für die Photos auf Deiner HP. Geht ja super voran. Sehr schön. Warum hast du keinen Steinschlagschutz in den hinteren Innenkotflügeln ?
Das Entfernen und Neueinsetzen von Lagerringen in die vorderen Querlenker ging bei mir super-bequem im Backofen- wie die Weihnachtsgans: 200°
tomsail
Beiträge: 2236
Registriert: Di 4. Sep 2007, 13:45

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von tomsail »

hallo sebastian,

hört sich ja spannend an deine geschichte!
die mutter spanend zu bearbeiten ziehe ich als "letztes mittel" ins kalkül.
die mutter ist auch dichtfläche. da reinzufräsen...ich weiss nicht.

werde es erstmal "nach handbuch" versuchen. d.h. mir einen satz holzbacken machen. in der firma habe ich einen kettenschlüssel gefunden, mal sehen ob das so geht.
notfalls doch mit "warmmachen". aber erstmal einen und dann gucken ob es die deckeldichtung irgendwo gibt.

danke für das lob meiner fotos.
steinschlagschutz? wofür soll der gut sein? höchtens dass es lieblos aussieht und später drunter rostet! :-)

nee, mal im ernst. das auto wird weder über den acker gescheucht, noch im winter bewegt. gedämmt ist von innen, es sind ausser dem emaille-artigen POR15 weitere drei lackschichten drauf. da passiert nix.
kenne in der engländerszene viele die schon seit ettlichen jahren autos ohne steinschlagschutz fahren....nichtnur sonntags und bei regenschein. geht prima.

schau mal unter ein modernes auto und du wirst erstaunt sein, wie wenig "pampe" da inzwischen drunter ist.

grüße
thomas



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Joe
Beiträge: 1011
Registriert: Do 16. Okt 2003, 13:29

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von Joe »

sebastianklaus schrieb:
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>> Federzylinders passt. Dann habe ich radial 3
> Schrauben M8 in die Hülse hineingedreht, die durch
> radialen Druck auf die Mutter dieselbe fixieren
> soll.

Was soll man dazu noch sagen. Hättest mal vorher gefragt, hätte ich dir sagen können, dass es nicht funktionieren wird. 3mal punktuell über den Umfang Druck ausüben quetscht nur das Gewinde, verformt die Mutter und macht deine Plan-bzw. Dichtfläche uneben.

Ich würde es auch wie von Stefan beschrieben machen. Solche Vorrichtungen findet man im Maschinenbau öfter. Der Druck sollte möglichst gleichmäßig über den Umfang verteilt werden. Dann hat man einen optimalen Kraftschluss!

Entschuldigung, aber deine Lösung klingt sehr nach Abenteuer!

Viele Grüße
joe
tomsail
Beiträge: 2236
Registriert: Di 4. Sep 2007, 13:45

Re: federzylinder zerlegen

Beitrag von tomsail »

hallo alle,

so, hab nun mein werkzeug gefunden. :-)
werde gemäß werkstatthandbuch vorgehen... die schreiben das ja nicht zum spaß....
damit:
http://www.hazet.de/de/produkte/online- ... 5048d578a3

kann man dann auch mit drehmoment festziehen.

grüße
thomas
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