Probleme mit Kraftstoffversorgung

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smrt808h
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Re: Probleme mit Kraftstoffversorgung

Beitrag von smrt808h »

noch einmal: ich empfehle auf jeden fall den waagerechten einbau des filters VOR der pumpe. wenn die abrasiven rostpartikel permanent in der pumpe frei flottieren, kann das der angestrebten dichtigkeit nur abträglich sein. und genau hiervon hängt das startverhalten ab, da eine (auch teilweise) leergelaufene pumpe immer erst wieder sprit ansaugen und die kammer füllen muss. aufgrund des tieferliegenden tanks kommt auch noch die geodätische ansaughöhe ins spiel, die natürlich sinkt, wenn der von der pumpe erzeugte unterdruck abnimmt.

langfristig hilft es also nur, das interne rückschlagventil der pumpe dicht zu bekommen und dauerhaft dicht zu halten. zusätzliche ventile oder pumpen sind absolut unnötig und übertünchen nur die eigentlichen probleme.

da (nicht nur) mein technisches französisch eher unzureichend ist: vielleicht findet sich ja jemand, der diesen ansatz in das angesprochene französische forum transferiert.

gruss, martin
symphatique
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Registriert: Do 15. Feb 2007, 23:51

Re: Probleme mit Kraftstoffversorgung

Beitrag von symphatique »

Der Sprit in der Schwimmerkammer reicht immer zum Anspringen. Sollte die Pumpe nicht genug fördern, wäre das erst nach einigen Sekunden Laufzeit von Belang.

Da der Wagen vorher wahrscheinlich nur selten mit Benzin betrieben wurde, vermute ich eher ein nicht gut schliessendes Schwimmernadelventil. Denn dieses Ventil steht bei Gasbetrieb die ganze Zeit offen, die Nadel klappert ungeschmiert umher. Dadurch läuft sie ein und dichtet nicht richtig, "Absaufen" ist die Folge. Verstärkt noch durch den Benzindruck, der im vorgestellten Spritfilter "gespeichert" wird.
Vorm nächsten Start zur Kontrolle den Vergaserdeckel abnehmen und Pegelstand kontrollieren/ mit Reissnadel in der Schwimmerkammer markieren.
Außerdem behaupte ich mal, daß sich die Schwimmerkammer nicht über den "Eingang" leersaugen lässt.

Gruß
Volker
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
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Claude-Michel
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Re: Probleme mit Kraftstoffversorgung

Beitrag von Claude-Michel »

Volker schrieb:
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> Verstärkt noch durch den
> Benzindruck, der im vorgestellten Spritfilter
> "gespeichert" wird.

Der Druck im Filter ist maximal so hoch wie der der von der Pumpe erzeugt wird. Oder habe ich da was falsches verstanden?
Gruß
Claude-Michel
DSuper5, 2x Xantia break 1,8i 16V, Xantia break 2,0i 16V, C4 1,6i 16V coupé
Gerhard Trosien
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Re: Probleme mit Kraftstoffversorgung

Beitrag von Gerhard Trosien »

Das Benzin in der Schwimmerkammer KANN gar nicht in die Leitung zurücklaufen: wenn gefördert wird, tritt es aus dem Schwimmernadelventil aus und stürzt im freien Fall in die Schwimmerkammer. Zurück kann es auf keinen Fall. Selbst wenn die Rückschlagventile in der Benzinpumpe komplett versagen (dann fördert die Pumpe nicht mehr; es gibt aber Zwischenzustände, bei denen das Benzin in der Leitung vom Vergaserdeckel ab zurückläuft, die Pumpe aber noch fördert!) UND der Tank Unterdruck erzeugt, kann die Schwimmerkammer nicht "leergsaugt" werden.
Das Überprüfen der Benzinpumpe ist einfach: Schlauch am Vergaser ab, und reinpusten. Wenn man mit aller Kraft keine Luft reinbringt, ist jedenfalls eines der beiden Ventile dicht (und mit einiger Wahrschenlichkeit auch das andere. Um beide zu Überprüfen, muss die Pumpe zerlegt werden. Der Ausbau beim DS geht ja bekanntlich in Sekunden :-().
Bei mir beginnt die "Orgelei", wenn das Auto deutlich länger als 1 Woche gestanden ist. Aber das gilt für den HY und die Ente genauso (HY hat deshalb einen Handhebel an der Pumpe. Den gab's früher auch bei DS, hätte aber heute wg der vorbildlichen Zugänglichkeit keinen Sinn mehr). Ein Vergaser ist gerade so dicht, dass Benzin während der Fahrt nicht rausschwappt. Wenn DAS nicht wäre und eine andere Lösung für den Schwimmerstand gegeben wäre, könnte ein (simpler) Vergaser (bei dem im Deckel außer Schwimmernadelventil nix ist) auch ohne Deckel arbeiten. Deshalb kann das Benzin nahezu ungehindert verdunsten.
Ein nicht schließendes Schwimmernadelventil sorgt für eine überlaufende Schwimmerkammer. Der Wagen säuft wie ein Loch und Benzin läuft am Motor runter (o.k.: das sieht man an der Vergaserseite nicht sooo gut..). Sobald der Benzinstand (vielleicht wegen Verdunstung) abgesunken ist, ist das Ventil offen.

Versuche folgendes: löse vor dem ersten Startversuch, bei dem Du erfahrungsgemäß Orgelei erwartest, den Benzinschlauch am Vergaser, und betätige den Anlasser. Wenn sofort Benzin rausschießt (!), ist die Pumpe o.k. (sollte man bei 'ner neuen auch erwarten dürfen, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen; ich bin im Urlaub mit HY wegen einer funkelnagelneuen Benzinpumpe liegen geblieben - hatte aber die alte dabei).
Mach dann den Vergaserdeckel ab. Wenn der Benzinstand in der Schwimmerkammer sehr niedrig ist (mehr als schätzungsweise 8 - 10 mm unter dem oberen Rand), obwohl Du am Vortag gefahren bist, ist irgendwas faul. PLANMÄßIG kann das Benzin NICHT auslaufen, nur verdunsten (Verdunstung ist von einem auf den anderen Tag nicht ausreichend, es sei denn, Dein Auto steht in einer überheizten Garage unter einer Heizbirne). Das ist DIE Gelegenheit, Deinen Vergaser gründlich kennenzulernen. Besorg Dir Schnittbilder mit Funktionsschemata.
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wettem Verified
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Registriert: Fr 9. Nov 2007, 20:58

Re: Probleme mit Kraftstoffversorgung

Beitrag von wettem Verified »

Ich habe heute verschiedene Tests durchgeführt und festgestellt, dass die Pumpe garnichts mehr fördert, außerdem ist der Benzinpegel in der Schwimmerkammer nur ca. 3mm hoch, also fast leer. Selbst wenn ich die Schwimmerkammer per Spritze fülle springt der Motor nicht an. In der Schwimmerkammer waren Rostpartikel. Ich denke ich muß das ganze System vom Tank beginnend komplett reinigen und instamd setzen.
Na dann prost!
Gerhard Trosien
Beiträge: 1055
Registriert: Mi 5. Dez 2007, 07:04

Re: Probleme mit Kraftstoffversorgung

Beitrag von Gerhard Trosien »

Geh systemtisch vor:

- Feinfilter in die Benzinleitung einbauen, und zwar VOR der Pumpe. Dafür ist ausnahmsweise sogar im D-Modell genug Platz. Vor der Pumpe deshalb, damit der Dreck, den Du nicht im Vergaser haben willst, die Pumpenventile nicht außer Gefecht setzen kann.

- Benzinpumpe ausbauen und zerlegen. Wenn die Membrane in Ordnung sind, hast Du nach dem Zerlegen 2 Teile und die Schrauben. Im Sockel und im Deckel gibt es je ein Ventil. Die sind nur dann i.O., wenn Du in das Ausgangsröhrchen nicht reinpusten und am Eingangsröhrchen am Sockel nicht saugen kannst. Reinigen (mit Bremsenreiniger) reicht in der Regel.
Bei dieser Gelegenheit trägst Du Dichtungsmasse auf die Enden der Pumpenwelle im Sockel auf. Die ist bei den 35 Jahren "Neuteilen" i.d.R. nicht mehr vorhanden. Hier ölt dann auch der gewissenhaftest abgedichtete Motor.

- Als letztes wird der Vergaser gereinigt. Hierzu schrieb ich bereits in einem anderen Thread (Weber-Vergaser!). Es gibt einige Bohrungen und Kanälchen, die gern übersehen werden, z.B. eine winzige Bohrung mit nicht demontierbarer Messingdüse auf der Oberseite (Dichtfläche) des Vergaserunterteils in Fahrtrichtung hinten links; oder die kleinen Überströmbohrungen im Bereich der Drosselklappen, die jeweils von rechts und links nach Demontage eines Messing-Schraubdeckels zu erreichen sind. Die Mischrohre gehen manchmal nicht freiwillig raus, da hilft oft kein Schütteln und kein Klopfen. Ich helfe mir da mit einer Holzschraube, die nur den obersten Rand des Mischrohrs ganz leicht beschädigt.
Düsen und Mischrohre dürfen auf gar keinen Fall verwechselt werden!

Wenn Du dann feststellst, dass die Drosselklappenwellen nur wenig Spiel haben, steht dem Zusammenbau und Startversuch nichts im Wege.
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