ZU hoher verbrauch

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olimoli
Beiträge: 60
Registriert: Fr 6. Apr 2007, 18:43

ZU hoher verbrauch

Beitrag von olimoli »

hallo DS-gemeinde,

mich plagt derzeit ganz schön das problem DEUTLICH zu hohen verbrauchs
selbst bei wenig schalten und im 4. /5. gang komme ich so auf 17 - 20l
pro 100 km
motor läuft sonst ohne probleme, beschleunigung gut

folgendes wurde geprüft und ggf. gerichtet:

- zündzeitpunkt 12 vor OT, 58° schließwinkel bei 2000 u/min
- fliehkraftgewichte funktionieren, sind nicht fest
- neue zündkabel
- neue zündkerzen
- geplanter flansch plus zwei papierdichtungen am vergaserfuß
- geplanter vergaserfuß
-> motor geht bei zugehaltenem vergaser aus (also keine nebenluft...)
- gereinigter vergaser, kanäle frei
- vergaser außen trocken, scheint dicht

- schwimmernadelventil dicht
- neuer hauptschalldämpfer

was bleibt:

- schwimmerstandmaße leider nicht bekannt, weiß da jemand was genaues?
- im standgas leichtes rußen aus dem auspuff
- kerzen leicht rußig > wie muß das kerzengesicht eigentlich aussehen? (rehbraun wie beim 2-takter)
-> klar, motor läuft zu fett
->gemischschraube ist aber schon max. reingedreht

aber kann das soo viel ausmachen?
habe keine idee mehr :-(

danke schon mal für EURE ideen


DSuper von 72'
motor DY3
vergaser weber 28/36 DMA 2 (original eigentlich solex)
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Michael Klette
Beiträge: 1394
Registriert: Mo 21. Apr 2003, 10:58

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von Michael Klette »

Bei mir war mal der Kondensator der Übeltäter. Schon geprüft?
Gruß Michael
Gerhard Trosien
Beiträge: 1055
Registriert: Mi 5. Dez 2007, 07:04

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von Gerhard Trosien »

"Gemischschraube schon max reingedreht"
"Kerzen rußig"

Oh-je...

Der Vergaser BRÜLLT nach Zuwendung.
Schwarze Kerzen: Motor läuft EXTREM fett.
Bei maximal eingedrehter Gemischschraube käuft KEIN Motor mit intaktem Vergaser.

1. Schnittbilder und Einstellwerte besorgen (citdoks, oder Kopie aller 3 Bände des Werkstatthandbuchs bei BoBri)
2. Vergaser reinigen, und zwar richtig. Nicht nur Schwimmerkammer leeren und alle auf den ersten Blick sichtbaren Düsen durchblasen (am besten mit der Kraft der Lungen).

Es gibt feine kalibrierte Bohrungen (ich setze einen Weber-Registervergaser voraus), die gern dicht sind. Z.B. gibt es unter dem Vergaserdeckel (in Fahrtrichtung) hinten links eine sehr feine Bohrung mit Messingdüse, die nicht entfernt werden kann. Die ist fast immer dicht und schwer zu reinigen. Bei den Drosselklappen gibt es je 3 Übergangsbohrungen, zu denen kommt man durch Schrauben (keine Düsen) am Vergaserfuß, rechts und links. Unter dem Vergaser am Ansaugkrümmer gibt es einen ziemlich großen Anschluss, an dem außen ein Schlauch steckt, der von der Gehäuseentlüftung kommt. Diese Öffnung ist sehr gern zu.

Schwimmerstand: an der Feineinstellung kommt niemand vorbei (4 mm zw. Nadeldüse und Blech, wenn der Schwimmer "richtig" rum gehalten wird - glaube ich, im Kopf zu haben. Schaut im Werkstatthandbuch nach, das in JEDER Schrauberwerkstatt liegen sollte. UNBEDINGT. Unsere Autos sind zu wertvoll zum blinden Rumbasteln). Ein nur wenig zu hoher Schwimmerstand sorgt für fettes Gemisch und hohem Verbrauch (das wird im Mischrohr angerührt und hat mit der Einstellschraube nichts zu tun; die regelt den Leerlaufvergaser, der bis kurz vor Vollgas allerdings auch das Fahrgemisch beeinflusst), ein niedriger für mageres und zu heiße Verbrennung mit Gefahr für Kolbenboden und Ventile. Ein zu mageres Fahrgemisch kann, darf aber nicht, durch entsprechende Regelung des Leerlaufvergasers ausgeglichen werden. Das nützt aber nur bei niedrigen Drehzahlen, weil mit zunehmender Drehzahl der Einfluss des Leerlaufgemischs immer mehr abnimmt.

Drosselklappenspalt: Drosselklappenanschlagschraube rausdrehen, dann wieder rein, bis die Spitze den Hebel berührt, dann 1/3 Umdrehung reindrehen.

Nach der Reinigung und dem Zusammenbau: Gemischschraube rein und 2-3 Umdrehungen wieder raus. So müsste er anspringen. Unbedingt einen CO-Tester zum Einstellen verwenden. Bei einem mäßig warmen Tag (um 20°C) und warmem Motor ist der Idealwert 2,5% CO. Damit hat er dann, richtige Zündkerzen vorausgesetzt, das ideale, "rehbraune" Kerzenbild.
Gerhard Trosien
Beiträge: 1055
Registriert: Mi 5. Dez 2007, 07:04

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von Gerhard Trosien »

Nachtrag:
zu der Drosselklappeneinstellung ist nachzutragen, dass die Klappen auch richtig schließen müssen, wenn die Anschlagschrauben die Hebel eben berühren. Die Wände, an die die Klappenränder anschließen, dürfen nicht beschädigt sein. Gibt es in Stellung "ganz zu" (d.h. Anschlagschraube hält die Drosselklappen NICHT offen und hat entweder Luft zum Hebel oder berührt ihn eben) einen Lichtspalt, muss das korrigiert werden. Sonst stimmt der Spalt im Betrieb nicht, es ist schwer möglich, die korrekte Leerlaufdrehzahl einzustellen. Mit einem Halbautomaten würde es keinen Spaß machen.

Und noch etwas: haben die Drosselklappenwellen Spiel? Wenn man die Wellen (meist nur 1. Stufe) deutlich radial bewegen kann, hilft nur Ausbohren und Einbau von Messing- oder Bronzebüchsen. Das Ausbüchsen von stark ausgeschlagenen Drosselklappenwellenlagern bringt einen verblüffenden Effekt: das Auto läuft spürbar besser.
symphatique
Beiträge: 1656
Registriert: Do 15. Feb 2007, 23:51

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von symphatique »

Schwimmerstand und/oder Nadelventil prüfen.
Die Angabe auf der ZZP-Skala unter der Wapu zeigt Nockenwellengrade, nicht Kurbelwellengrade. Also bitte mit Werkstatthandbuch rechnen und prüfen.
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
Sensenmann
Beiträge: 1029
Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von Sensenmann »

Mal nebenbei: Welchen (ehrlichen) Spezialisten würdet Ihr denn empfehlen, der den Vergaser meiner 58er mal unter die Lupe nehmen kann? Zustand vor der Zerlegung ist mir unbekannt. Ich möchte ihn einerseits nicht einfach so wieder einbauen und mich überraschen lassen, andererseits aber auch Niemandem quasi einen Blankoscheck ausstellen. Er sollte schon ehrlich beurteilen was zu tun ist und dann das nötigte tun.
fantaweather
Beiträge: 43
Registriert: Mo 18. Sep 2006, 09:01

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von fantaweather »

schau Dir mal diese Internetseite an. Persönliche Erfahrungen habe ich leider nicht. Habe aber vor meine SM-Vergaserbatterie bei Ihm machen zu lassen.

http://www.bobs-services.de/

Gruß
Holger
mf
Beiträge: 339
Registriert: So 30. Jan 2005, 21:22

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von mf »

http://www.vgs-tuning.com/

Sollte auch fähig sein.
Mike (CH)
fantaweather
Beiträge: 43
Registriert: Mo 18. Sep 2006, 09:01

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von fantaweather »

Stimmt.

Bob mach keine Weber-Vergaser. Die macht wiederum VGS.
Joe
Beiträge: 1011
Registriert: Do 16. Okt 2003, 13:29

Re: ZU hoher verbrauch

Beitrag von Joe »

Hallo!
Ich wollte nur mal erwähnen, dass ich die Beschreibung von Gerhard Trosien wirklich super finde!!

Viele Grüße
Joe
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