"im Prinzip" stimmt das natürlich. Praktisch wird es aber vielen so gehen wie Dir und mir...
Gruß,
Stephan J.
--------------------------------------------------------
Citroën ID 19 B, EZ 19.05.1969 ("Der Frosch")
Citroën C5 Break 2.0i 16V, EZ 16.05.2006
Opel Olympia Rekord P1, EZ 18.02.1959
http://www.buch-jaenicke.de
lunte02 schrieb:
> ich habe schon mal bei "Beco" geschaut, leider
> haben die keine Preise für die
> Reinigungsemulsionen.
Hallo, ich müßte auch im Katalog nachsehen. Ich kaufe das Zeug immer in so 3 Liter Kanistern. Das erste Kanisterpaar hält nun schon 3 Jahre... was bedeutet, daß es nicht jeden Tag eingesetzt wird, aber auch, daß es aüßerst ergiebig und wiederverwendbar ist.
Ein
> Ultraschall-Reinigungsgerät habe ich im Keller.
> Allerdings habe ich echt Respekt davor, die
> komplette Uhr einzutauchen.
Bitte nicht.... ! Also, das ist ja auch ne ID!!! Der Uhrmacher schmeißt ja auch nicht die Uhr komplett in die Lösung, er demontiert Gehäuse (Spindeltrieb ziehen!), Zeiger (mit Hebewerkzeug) und Ziffernblatt (meist gesteckt, verriegelt oder verschraubt). Das Werk kommt dann die Lösungen.
Diese Lösungen lösen das Problem wirklich gründlich und für sehr lange Zeit.
Die Spüllösung ist rückfettend und konservierend.
Vor mittlerweile 15 Jahren entwarf ich eine Reihe von Uhren, in DUCATI Kreisen als Veglia und später Miglia (Namensrechts Probleme) Drezahlmesseruhren bekannt. Die mechanischen Varianten waren Wartungsintensiv. Später habe ich das Wissen in die Meßgeräte Mechanik erfolgreich übertragen. Aus irgendwelchen Gründen bin ich erst von 3 Jahren auf die Idee gekommen, die Chemie massiv in der Oldtimerri einzusetzen, äußerst erfolgreich. Vorher habe ich 20 Jahre mit Wasser-Spüli oder Kaltreiniger und Fön rumgepanscht. Wieso? Blödheit!
Mich würde hierbei interessieren,wie die Platine mit der Transistorsteuerung,den Magnetspulen sowie den übrigen elektronischen Bauteilen auf ein solches "Vollbad" reagieren...
Simon schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mich würde hierbei interessieren,wie die Platine
> mit der Transistorsteuerung,den Magnetspulen sowie
> den übrigen elektronischen Bauteilen auf ein
> solches "Vollbad" reagieren...
Hallo Simon,
die meisten Platinen die ich eintauche haben keine Spulen mehr, das war selbst bei 15 Jahre alten Meßgeräten schon out. Es ist tatsächlich ein häufiges Problem, daß die Platinen verstaubt oder verfettet (aus der Luft!) sind. Das Reinigen wirkt da oft Wunder. Platinen spüle ich nur in reinem Wasser und nicht in der Spüllösung nach, denn
-es soll nachher kein leitender Film zurückbleiben
-und es gibt auch keine korrosiven Metallteile zu konservieren.
Danach lasse ich die Platinen an der Luft trocknen.
Das überleben 90% der Platinen und funktionieren danach wieder. Bei den restlichen 10% ist aber die Frage, ob sie nicht schon ohnehin kaputt waren.
Die Reinigungslösung setze ich teilweise nur 10- 20 Sekunden ein, manchmal sogar ohne Ultraschall. Wenn sich kein Schmodder mehr ablöst wird die Reinigung beendet. Das kann man gut beobachten.
Hallo,
nach der Lektüre dieser Beiträge habe ich meine Uhr (Bj. 68) vom Uhrmacher reinigen und neu ölen lassen. Wegen der Elektronik musste ich die Verantwortung für eventuelle Schäden übernehmen. Die Arbeit kostete 38€ und die Uhr läuft jetzt seit einer Woche problemlos.
pit
Guten Abend zusammen...
Alles Wichtige und Richtige wurde ja schon geschrieben, deswegen mache ich es kurz: Uhrenöl und die Werkzeuge, mit denen man das Öl punktgenau tröpfchenweise auf die Lagerstellen bringt, gibts auch bei SELVA, die verkaufen alles, was mit Uhrenbau-Hobby zu tun hat, auch teilweise Sachen für den Modellbau bzw. generell Feinmechanik. Nur zu empfehlen! Im Internet danach suchen (selva.de) oder in Trossingen anrufen und sich einen Katalog schicken lassen!
Was das einjustieren von elektromechanischen Uhren angeht (ich mach das im Bastelkeller und 12-Volt-Modelleisenbahntrafo), bis so ein Teil annähernd genau geht, ist eine Woche gut vorbei...da muss man geduldig sein...und ob das, was man im Sommer einstellt, im Winter bei Kälte auch stimmt, sei dahingestellt...
Gruß
Stefan
...was mir als Hobby-Elektroniker gerade noch einfällt:
Hatte kürzlich ein 50er Jahre-Röhrenradio zur Restaurierung, das 40 Jahre in einem Kettenraucher-Haushalt in der Küche gestanden hatte. Teer und Fettrückstände zum erbrechen. Das sah furchtbar ekelhaft aus. Also: Skala, Netztrafo und Ausgangsübertrager ausgebaut (Trafos mögen wegen der Papierlagen zwischen den Wicklungen kein Wasser), den Rest in die Badewanne, fett mit "Küchenentfetter" eingesprüht und nach längerer Einwirkzeit heiss abgebraust, wuuuuuh, wüüüüüürg, ging da eine stinkende Ekelbrühe runter...grausig...aber: Hinterher sah es aus wie neu.
Dann über Nacht auf dem Kachelofen trocknen lassen und dann konnte man daran arbeiten, ohne Würgeanfälle zu kriegen...
Hatte natürlich vorab mal an einem unrettbaren Total-Schrott-Radio probegebadet...
Elektronik inklusive gewickelte Spulen ist nicht wasserscheu, solange nichts Leitfähiges auf den Platinen zurückbleibt und man alles komplett abtrocknen lässt, bevor man wieder Spannung draufgibt...
Nass und trotzdem Strom drauf ergibt natürlich den berühmten "pfump-blitz-kaputt-Effekt"....