Werte Experten,
'mal wieder ein paar Verständnisfragen eines interessierten Laien, diesmal zum Thema Vergaser-Einstellung:
Nach meinem bisherigen Verständnis stelle ich Leerlauf (für meinen HA der normale / langsame Leerlauf) und Gemisch wie folgt ein:
1.) Gemisch ("Mischungsverhältnis") an der zum Motor gewandten, schräg nach oben zeigenden Schraube (MJ. 74, mit zus. Anreicherungsschraube für CO-Messung an der "Außenseite").
2.) Leerlauf über Drosselklappenanschlag (bzw. Anschläge, gesicherte Schrauben hinter dem Vergaser), natürlich in Wechselwirkung mit der Gemischoptimierung.
Ersteres widerspricht aber der Aussage aus der HP 3/94 (Vergaser-Einstellung), daß an dieser, dem Motor zugewandten Schraube die "Quantität des Leerlaufgemischs" eingestellt wird. Was stimmt nun?
Oder wird der hier eingestellten "Leerlaufgemischmenge" noch zusätzlich Luft beigefügt (über die nicht ganz geschlossenen Drosselklappen, siehe oben), so daß sich effektiv doch die Qualität des resultierenden Gemischs einstellen lässt?
Und warum gibt es eine zusätzliche Anreicherungsschraube für Einstellung mit CO-Messung, wenn ich im Prinzip doch nur das "Mischungsverhältnis" verändere, welches ich auch über die anderen Einstellungen manipulieren kann. Was macht diese Schraube anders?
Der "beschleunigte Leerlauf" ist mir dann klar.
Ich hatte übrigens den Vergaser mal nach der Beschreibung aus der HP 3/94 eingestellt, da ich glaubte, das könne nach 15 Jahren Standzeit nicht schaden (inkl. Reinigung).
Es hat soweit auch funktioniert, jedoch ist der Verbrauch leicht von knapp 10 Liter auf gut 10 Liter gestiegen.
Wenigstens funktioniert der "beschleunigte Leerlauf" seit dem wieder.
Danke für Erläuterungen.
Gruß,
Christoph
Verständnisfragen Vergasereinstellungen
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Christoph Heilmeier Verified
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- Claude-Michel
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Re: Verständnisfragen Vergasereinstellungen
Hallo Christoph,
ich gehe aus deiner Beschreibung davon aus, daß du ein Weber DMA Vergaser meinst.
Die dicke Schraube zu Motor, stellt den Leerlauf ein. Die zur Zündspule, das Gemisch (CO-Messung).
Um den Leerlauf aber richtig hinzukriegen:
_ darf keine Falschluft (am Fuß, an den Wellen der Drosselklappen) gezogen werden
_ müssen die Drosselklappenschrauben richtig eingestellt sein.
Ich könnte mir aus eigener Erfahrung vorstellen, daß diese letzten Punkten probleme machen können.
Ich behaupte mal, daß dein Verbrauch nicht sehr ansteigt wenn der Leerlauf nicht richtig eingestellt ist. Ich denke, daß der Verbrauch im wesentlichen während der Fahrt, mit geöffneten Drosselklappen entsteht.
Ist dein Problem nur der höhere Verbrauch, einen zu hohen oder auch einen unrunden Leerlauf?
ich gehe aus deiner Beschreibung davon aus, daß du ein Weber DMA Vergaser meinst.
Die dicke Schraube zu Motor, stellt den Leerlauf ein. Die zur Zündspule, das Gemisch (CO-Messung).
Um den Leerlauf aber richtig hinzukriegen:
_ darf keine Falschluft (am Fuß, an den Wellen der Drosselklappen) gezogen werden
_ müssen die Drosselklappenschrauben richtig eingestellt sein.
Ich könnte mir aus eigener Erfahrung vorstellen, daß diese letzten Punkten probleme machen können.
Ich behaupte mal, daß dein Verbrauch nicht sehr ansteigt wenn der Leerlauf nicht richtig eingestellt ist. Ich denke, daß der Verbrauch im wesentlichen während der Fahrt, mit geöffneten Drosselklappen entsteht.
Ist dein Problem nur der höhere Verbrauch, einen zu hohen oder auch einen unrunden Leerlauf?
Gruß
Claude-Michel
DSuper5, 2x Xantia break 1,8i 16V, Xantia break 2,0i 16V, C4 1,6i 16V coupé
Claude-Michel
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Christoph Heilmeier Verified
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Re: Verständnisfragen Vergasereinstellungen
Hallo Claude-Michel,
es geht um den Weber-Vergaser mit Anreicherungsschraube und "Halbautomatik-Unterstützung" (nennt sich der DMA?).
Ein wirkliches Problem habe ich nicht (und gebe Dir Recht, der Mehrverbrauch könnte sich durchaus durch die Fahrweise erklären lassen: anfänglich 2000km wegen unbekanntem Fahrzeug / unbekanntem Zustand / 20 Jahre alten Reifen eher zurückhaltend, mittlerweile 6000km "Altagsbetrieb" mit neuen Reifen / gewachsenem Vertrauen ín das Auto), mir geht es eher darum, die Technik zu verstehen.
hierzu hilft auch der Link von Patric (danke), der jedoch auch das Problem widerspiegelt, das ich auch habe: Die Quellen (Werkstatthandbuch, Bucheli, HP)scheinen in den Bezeichnungen widersprüchlich (oder ich verstehe sie schlichtweg nicht).
Deshalb nochmal mein bisherigen Verständnis mit der Bitte um Richtigstellung:
- An der dem Motor zugewandten Schraube stelle ich die MENGE eines "Vorgemisches" ein, dessen Qualität (Mischungsverhältnis) durch die weiter oben liegenden (Leerlauf-?)Düsen festgelegt wird.
- Diesem Gemisch wird schon im Leerlauf eine gewisse Menge Zusatzluft über die nicht ganz geschlossenen Drosselklappen beigemischt (Anschlagschrauben).
Effektiv beeinflusse ich also bei gegebener Menge Zusatzluft (Anschlagschrauben unverändert) mit der dem Motor zugewandten Schraube durchaus das Mischungsverhältnis des resultiernden Gemisches.
- Da ich nun die Drosselklappenanschläge wegen Abgasvorschriften nicht mehr verstellen dürfte (Die Lage der Anschläge bestimmt zusammen mit den Übergangsbohrungen ja auch das Verhalten "aus dem Leerlauf heraus"), brauche ich eine andere Einstellmöglichkeit: die der Zündspule zugewandte "Anreicherungsschraube".
- Jetzt hätte ich erwartet, daß ich an der Anreicherungsschraube die "Zusatzlustmenge" (zusätzlich zur fest eingestellten Drosselklappenzusatzluft) verstelle, da die Schraube aber offensichtlich Benzin anreichert, muß das Gemisch aus "Vorgemisch" und Zusatzluft bei geschlossener Anreicherungsschraube zu mager sein, im Umkehrschluß die Anschlagschrauben bei Vergasern mit Anreicherungsschraube auf "offener" oder die dem Motor zugewandte Schraube auf "geschlossener" stehen, als bei älteren Vergasern. Ist das so?
Ich bitte um Verständnis, wenn's bei mir mit dem Verstehen etwas länger dauert.
Vielleicht kann ich mich irgendwann mal mit eigenem Wissen revanchieren
Gruß,
Christoph
es geht um den Weber-Vergaser mit Anreicherungsschraube und "Halbautomatik-Unterstützung" (nennt sich der DMA?).
Ein wirkliches Problem habe ich nicht (und gebe Dir Recht, der Mehrverbrauch könnte sich durchaus durch die Fahrweise erklären lassen: anfänglich 2000km wegen unbekanntem Fahrzeug / unbekanntem Zustand / 20 Jahre alten Reifen eher zurückhaltend, mittlerweile 6000km "Altagsbetrieb" mit neuen Reifen / gewachsenem Vertrauen ín das Auto), mir geht es eher darum, die Technik zu verstehen.
hierzu hilft auch der Link von Patric (danke), der jedoch auch das Problem widerspiegelt, das ich auch habe: Die Quellen (Werkstatthandbuch, Bucheli, HP)scheinen in den Bezeichnungen widersprüchlich (oder ich verstehe sie schlichtweg nicht).
Deshalb nochmal mein bisherigen Verständnis mit der Bitte um Richtigstellung:
- An der dem Motor zugewandten Schraube stelle ich die MENGE eines "Vorgemisches" ein, dessen Qualität (Mischungsverhältnis) durch die weiter oben liegenden (Leerlauf-?)Düsen festgelegt wird.
- Diesem Gemisch wird schon im Leerlauf eine gewisse Menge Zusatzluft über die nicht ganz geschlossenen Drosselklappen beigemischt (Anschlagschrauben).
Effektiv beeinflusse ich also bei gegebener Menge Zusatzluft (Anschlagschrauben unverändert) mit der dem Motor zugewandten Schraube durchaus das Mischungsverhältnis des resultiernden Gemisches.
- Da ich nun die Drosselklappenanschläge wegen Abgasvorschriften nicht mehr verstellen dürfte (Die Lage der Anschläge bestimmt zusammen mit den Übergangsbohrungen ja auch das Verhalten "aus dem Leerlauf heraus"), brauche ich eine andere Einstellmöglichkeit: die der Zündspule zugewandte "Anreicherungsschraube".
- Jetzt hätte ich erwartet, daß ich an der Anreicherungsschraube die "Zusatzlustmenge" (zusätzlich zur fest eingestellten Drosselklappenzusatzluft) verstelle, da die Schraube aber offensichtlich Benzin anreichert, muß das Gemisch aus "Vorgemisch" und Zusatzluft bei geschlossener Anreicherungsschraube zu mager sein, im Umkehrschluß die Anschlagschrauben bei Vergasern mit Anreicherungsschraube auf "offener" oder die dem Motor zugewandte Schraube auf "geschlossener" stehen, als bei älteren Vergasern. Ist das so?
Ich bitte um Verständnis, wenn's bei mir mit dem Verstehen etwas länger dauert.
Vielleicht kann ich mich irgendwann mal mit eigenem Wissen revanchieren
Gruß,
Christoph
- Claude-Michel
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Re: Verständnisfragen Vergasereinstellungen
Hallo Christoph,
ja, das nehme ich auch an: an der dem Motor zugewandten Schraube stelle ich die MENGE eines "Vorgemisches" ein, dessen Qualität (Mischungsverhältnis) durch die weiter oben liegenden (Leerlauf-?)Düsen festgelegt wird.
Diese Schraube dient zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl.
Ich könnte mir vorstellen, daß die Mischung bei einem neuen Vergaser ohne Falschluft und richtig eingestellten Drosselklappen trotz drehen an dieser Schraube stimmt. Aber durch die erwähnten Alterungsprozesse, dieses nicht mehr so ganz stimmt.
Wenn ich das Innenleben und die Funktion des Vergasers anschaue ist keine der 4 Schrauben rein für Luft oder Benzin zuständig. Es scheint immer ein Gemisch zu sein. Welche Verstellung mehr Luft oder Benzin bringt weiß ich nicht.
Ich habe mein Leerlauf nur so hingekriegt:
_ dicke Schraube zum Motor ganz reingdreht
_ deren Bohrung mußte ich verstopfen
_ beide Drosselklappen sind ca. 1/8 Schraubenumdrehung offen
_ obwohl alle Drosselklappenwellen neue Buchsen haben gibt es Falschluft an der Buchsen der ersten Stufe
_ da ich die Falschluft nicht reduzieren konnte habe ich die 0,5mm Leerlaufdüse durch eine mit 0,7mm ersetzt
Jetzt ruckelt und zuckelt der Motor nicht mehr im Leerlauf, er stinkt nicht mehr so nach unverbrannten Abgase und lässt sich auf 700 bis 725 Umdrehungen pro Minute einstellen.
ja, das nehme ich auch an: an der dem Motor zugewandten Schraube stelle ich die MENGE eines "Vorgemisches" ein, dessen Qualität (Mischungsverhältnis) durch die weiter oben liegenden (Leerlauf-?)Düsen festgelegt wird.
Diese Schraube dient zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl.
Ich könnte mir vorstellen, daß die Mischung bei einem neuen Vergaser ohne Falschluft und richtig eingestellten Drosselklappen trotz drehen an dieser Schraube stimmt. Aber durch die erwähnten Alterungsprozesse, dieses nicht mehr so ganz stimmt.
Wenn ich das Innenleben und die Funktion des Vergasers anschaue ist keine der 4 Schrauben rein für Luft oder Benzin zuständig. Es scheint immer ein Gemisch zu sein. Welche Verstellung mehr Luft oder Benzin bringt weiß ich nicht.
Ich habe mein Leerlauf nur so hingekriegt:
_ dicke Schraube zum Motor ganz reingdreht
_ deren Bohrung mußte ich verstopfen
_ beide Drosselklappen sind ca. 1/8 Schraubenumdrehung offen
_ obwohl alle Drosselklappenwellen neue Buchsen haben gibt es Falschluft an der Buchsen der ersten Stufe
_ da ich die Falschluft nicht reduzieren konnte habe ich die 0,5mm Leerlaufdüse durch eine mit 0,7mm ersetzt
Jetzt ruckelt und zuckelt der Motor nicht mehr im Leerlauf, er stinkt nicht mehr so nach unverbrannten Abgase und lässt sich auf 700 bis 725 Umdrehungen pro Minute einstellen.
Gruß
Claude-Michel
DSuper5, 2x Xantia break 1,8i 16V, Xantia break 2,0i 16V, C4 1,6i 16V coupé
Claude-Michel
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