Schwingarmlager vorn, Langhuber

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patric
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von patric »

Bild
[...]nun zeigt sich, dass sämtliche Tragarme aus diversen Schlachtautos eingedrückte Rollenlaufbahnen haben,so dass nur der Ersatz der Lager selbst wohl nicht den gewünschten Effekt bringt[...]

Andreas 11. Januar 2003
... siehe auch: read.php?1,1145,1286
Gruß
patric
Frank S
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Frank S »

Ich denke es spricht nichts dagegen 0,1-0,3 mm abdrehen zu lassen falls notwendig und dann neue Lager zu verwenden.Gerade bei den Schrägrollenlagern kann man so sehr viel ausgleichen.
Wer es ganz ganz ganz genau haben will kann diese Stellen auch noch härten lassen halte ich aber aufgrund der überdimensionierung für unnötig.
Im gegensatz zu früher gibt es heute Möglichkeiten wirklich nur die Lauffläche zu härten so das die Hitze punktuell genau arbeitet.
Für ganz extreme Fälle würde ich empfehlen die auf Normlager auszuweichen für die auch Lagerringe zu erwerben sind die dazugehörigen Dreharbeiten sind noch im bezahlbaren Bereich und man hat für alle Zeiten ruhe.
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Robert Verified
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Frank,

Ich wüsste keinen Betrieb, der die Lagerflächen der Schwingarme so bearbeiten kann, wie Du es vorschlägst. (Bin aber für jede Information dankbar). Wenn man aber die Schwingarme auf Normlager umrüsten will, muss sehr viel Material weggenommen werden. Ich weiss, dass solche Umbauten gemacht werden, aber ich habe Bedenken, dass man das Teil damit zu sehr schwächt. Solange sich die Rollen noch nicht allzusehr eingearbeitet haben, halte ich die "halbe" Lösung, also neue Aussenschalen und alte Schwingarme, noch für die vertretbarste, zumal dann ja auch frisches Fett ins Spiel kommt, das bröselige Zeug, was da mitunter ans Tageslicht kommt, hat zum Verschleiss sicher beigetragen.

Gruss
Robert
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Sensenmann
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Sensenmann »

Ach das ist interessant. Es kann also sein, daß man neue Lager einbaut und es die Lagersitze sind. Und dann? neue Schwingarmhalterung? Da kann man dann aber unter Beibehaltung der Schwingarme alles nehmen bis Ende 1975, oder?
Frank T.
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Frank T. »

Andersrum.Die Schwingarme laufen ein, wie ein Steuersatz beim Velo.Nur die bekommt man nicht so einfach.
Die Niederländischen Einheiten, die die Händler vertreiben, haben die abgedrehte Version.Tut aber seit ca 35tkm seinen Dienst bei einer Kundschaft und dreht wie am ersten Tag.Wenn man mit einer Serieneinheit an den Kantstein fährt oder in ein Loch, ist die auch plastisch verformt.Ich habe das dann mal rückverformt, aber das vordere Lager war 10tkm später im Sack.
Da habe ich auch die halbe Lösung vollzogen, gebrauchter Arm mit neuen Lager, dreht passabel, fährt gut.Aber gute gebrauchte untere Arme wachsen nicht am Baum.Ich denke, mit einer grossen Karusseldrehmaschine kann man die Arme bearbeiten.
Nur brauch man auf jeden Fall das Werkzeug, um den Nachlauf einstellen zu können, siehe Manual.Und die Passringe, um das auszudistanzieren.
Sensenmann
Beiträge: 1029
Registriert: Di 19. Dez 2006, 14:01

Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Sensenmann »

Meine Schwingarme hab ich noch nicht zerlegt. Wieviel Kraftaufwand um die "Rastung" zu überwinden ist den akzeptabel? Durch ihr eigenes Gewicht fallen die Schwingarme nicht nach unten bei mir. Das könnte aber auch am vermockten Fett liegen. Leichte Bewegung mit den Fingerspitzen reicht, aber einrasten tut es.
Andreas B. Verified
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Andreas B. Verified »

Hallo in die Runde,

Ich hatte meine Schwingarme im Anschluss an den thread von 2003 ebenfalls nach der „halben“ Methode neu gelagert:
Zuerst ca. 4 Paar Aggregate zerlegt um einigermassen gute Arme zu bekommen, die meisten waren verschlissen oder verrostet.
- Hinten unten passte ein Kegelrollenlager SKF 32206 J2/Q (30/62/21,25mm)
- für hinten oben lässt sich leider kein Normlager auftreiben (40/72/21.25mm), also das gebrauchte nehmen.
- vorn oben und unten habe ich die Aussenschale vom
32207 J2/Q (35/72/24,25mm) verwendet, zusammen mit
neuen original Cit Kegelrollen vom Ebäy, da der Rollenkäfig, der beim Normlager dabei war nicht gepasst hat.
Dazu gute gebrauchte oder neue Wellendichtringe vorn oben und unten, der hintere obere Wellendichtring passte als Normteil.
Als Distanzscheiben passen vom Durchmesser auch solche vom 2CV Differentiallager (nur mit Spezialwerkzeug zu ermitteln).

@ Sensenmann Deine Frage nach einem noch vertretbaren Kraftaufwand, den es zum Drehen braucht ist , finde ich in Worten nicht so leicht zu kommunizieren.

@ Frank S
Ein minimales Nachschleifen gebrauchter Arme unter Beibehalt der schrägen Flanke (=Rollenlauffläche) fände ich auch sehr interessant. ich hatte mich seinerzeit mit Jürgen Peters darüber ausgetauscht. Dann habe ich aber niemanden gefunden, der das wirklich kann. Und wie funktioniert das Induktionshärten? Dazu habe ich im www etwas gefunden:

Sceg.bodycote.org/de/media/files/Induktionshaerten_de.pdf

Offenbar muss ein ein Werkzeug (Spule) gemacht werden, das an der kegeligen Fläche anliegt. Die Spule induziert Ströme, die das metall oberflächlich erhitzen, danach wird kalt abgeschreckt. Scheint recht aufwendig zu sein. Ist wohl nur bei einer grösseren Serie sinnvoll. Mittlerweile erscheint mir das rechtwinklige Abdrehen zwecks Aufschieben eines kompletten Normlagers der gangbarste Weg, und wenn es wie der Dr. schreibt einigermassen lang hält ist das ja auch OK.

Gruss

Andreas B.
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sebastianklaus
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo
tut mir echt leid, aber als Maschinenbauingenieur, der tagtaeglich mit gebrochenen Maschinenelementen zu tun hat, halte ich das Abdrehen der Zapfen fuer sehr gefaehrlich. Citroën hat ja an dieser Stelle damals nicht ohne Grund auf den Innenring verzichtet. Man erkennt ja an der Schnittzeichnung die (gestalterisch sehr schoene) kontinuerliche Dickenabnahme des Zapfens. Genau an der Stelle des hoechsten Biegemomentes (!!) wird jetzt ein super-scharfkantiger Absatz eingedreht. Spannungsueberhoehung vom Faktor 1,8 bis 2,5 (abhaengig vom Radius an der Ecke und der Beschaffenheit der Oberflaeche) ist die Folge.
Das ist echt kein Spass, wenn der Zapfen bricht. Ueberlegt Euch das, ob Ihr Euch und eure Mitmenschen in erhebliche Gefahr bringen wollt.
Induktive Waermebehandlung ist was fuer absolute Spezialfirmen. Wenn man in groesseren Stueckzahlen die Arme nachschleifen will, dann wird das sicher gehen mit entsprechenden Vorrichtungen. Nachhaerten halte ich nicht fuer erforderlich.
Ich mache es bei meiner DS so (wenn es so weit ist): ich werde den Konus mit einer geeigneten Vorrichtung nachschleifen und packe neue Lager drauf und lebe damit, dass ich schlimmstenfalls alle 50.000 km tauschen muss. Aber ich ueberlebe es wenigstens.

Viele Gruesse
Sebastian
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Robert Verified
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Sebastian,

danke für Deine klaren Worte, Du argumentierst technisch, wo meine Bedenken eher emotional geprägt sind (zu wenig Material). Aber sag: Was heisst "geeignete Vorrichtung", wie würdest Du den Schwingarm nachschleifen wollen, mit einer normalen Drehbank geht das doch wohl kaum?

Grüsse
Robert
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sebastianklaus
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Re: Schwingarmlager vorn, Langhuber

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo Robert,
je nach Zustand der Laufflaeche meine ich, dass es mit einem mittelfeinen oder feinen Schmirgelleinen schon gehen wird. Schlussendlich wuerde ich midestens eine 600ér Koernung nehmen. Wenn die Laufflaechen nicht 100%ig narbenfrei sind, ist das ja kein Problem, denn es sind ja statisch belastete Lager (im Gegensatz z.B. zu Radlagern), die praktisch keine Lastspielzahlen erreichen. Wie von mir oben beschrieben, wuerde ein Antuschieren der Waelzkoerper zeigen, wie vollflaechig die Waelzkoerper auf dem Innenring aufliegen.
Und ganz am Ende ist es wie mit Arthrose (ist ja im Prinzip dasselbe): 100%ig wird es nie mehr ! Aber was soll´s, man will ja keine 400.000 km fahren und bei guter Pflege und viel Fett glaube ich persoenlich nicht, dass man da noch mal irgend wann dran muss.
Viele Gruesse
Sebastian
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