Kupplungsnehmerzylinder- Fachmann gesucht!!!

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Stefan

Kupplungsnehmerzylinder- Fachmann gesucht!!!

Beitrag von Stefan »

DS 21 1966 HA LHS
Was hat der Kupplungsnehmerzylinder genau für eine Funktion? Wie wirkt es sich auf den Schaltvorgang aus, wenn dieser undicht ist oder gar eine kaputte Feder hat? Könnte es sein, dass das LHS dann durch den Nehmerzylinder „durchpfeift“ und sich übermässig erhitzt? Ist es möglich, dass durch einen Mangel an diesem Zylinder der nötige Druck zum Ein- und Auskuppeln fehlt? Könnte es sein, dass ein undichter oder kaputter Nehmerzylinder mit kaltem LHS zeitweise noch einigermassen funktioniert und bei steigender Temperatur des Öls langsam den Geist aufgibt?
patric
Beiträge: 2112
Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

Re: Kupplungsnehmerzylinder

Beitrag von patric »

Hallo Stefan,

> DS 21 1966 HA LHS
> Was hat der Kupplungsnehmerzylinder genau für eine
> Funktion?

Im Grund ein Einfacher Kolben, der die Ausrückgabel nach vorn drückt.

> Wie wirkt es sich auf den Schaltvorgang
> aus, wenn dieser undicht ist

Ich wage zu behaupten, daß Du es eher daran merkst, daß Du Ärger mit den Nachbarn kriegst (weil die Straße versaut ist mit roter Grütze), als am Schaltvorgang.

> oder gar eine kaputte
> Feder hat?

read.php?1,122,148
...aber Federn hatten nur die letzten Bjahre mit Tellerfederkupplung, Dein 66er solltet keine Haben, außer Du/man hast/hat mal umgerüstet.

> Könnte es sein, dass das LHS dann durch
> den Nehmerzylinder „durchpfeift“ und sich
> übermässig erhitzt?

Nein, wenn's durchpfeift erhitzen sich die Nachbarn, bei mir endete die Leckleitung (rilsan) irgendwo auf höhe Kupplungsglocke ich glaub sogar die war original nicht zurück bis zum Behälter geführt.

> Ist es möglich, dass durch
> einen Mangel an diesem Zylinder der nötige Druck
> zum Ein- und Auskuppeln fehlt?

Ja.

> Könnte es sein,
> dass ein undichter oder kaputter Nehmerzylinder
> mit kaltem LHS zeitweise noch einigermassen
> funktioniert und bei steigender Temperatur des Öls
> langsam den Geist aufgibt?

Nichts ist Unmöglich.


Gruß
patric
stefan

grosse Ursachensuche

Beitrag von stefan »

Könnte es daran liegen....?
Mein HA LHS2 (rotes Öl) legt den Gang einmal ziemlich sanft ein, handumkehrt wird der Gang unmittelbar „hineingeknallt“, als würde man weder Ein- noch Auskuppeln. Ruckfreie Schaltvorgänge können meist nur dann erzielt werden, wenn man während dem Vorwählen des nächsten Ganges die Tourenzahl ungewöhnlich lange ins Standgas abfallen lässt und dann ganz vorsichtig wieder Gas gibt. Vergleicht man diesen Ablauf mit einem manuell handgeschalteten Fahrzeug, dann kommt man zum Schluss, dass der Wagen ungenügend oder gar nicht aus- und einkuppelt und darum nur bei ganz niedrigen Tourenzahlen einigermassen sanft schalten kann, weil es dafür keinen einwandfreien Kupplungsvorgang braucht.
Nach unterschiedlichen Fahrzeiten (30 bis 120 Minuten) lässt sich der 3. Gang dann erst nach einiger Zeit (mit Rütteln am Vorwahlhebel) einlegen. Bei diesem Schaltvorgang ist dann eine „spickende“ Feder und ein unmittelbarer Schlag zu hören. Man hat das Gefühl, als fehle es der Hydraulik in dieser Situation einfach ein wenig an Druck um die Arbeit sauber verrichten zu können oder die Mechanik bliebe irgendwo hängen (kein Ein- und Auskuppeln?). Der Motor hat zu diesem Zeitpunkt normale Betriebstemperatur aber das LHS „dampft/kocht“. Legt man jetzt keine mehrstündige Fahrpause ein (bis das LHS wieder kalt ist), verabschieden sich nacheinander alle Gänge in verschiedenen Variationen, die Federung/Lenkung wird lahm und die Pumpe arbeitet wie verrückt. Nachdem jetzt Kommandoblock, Lenkung, Druckspeicher, Federkugeln und Hydraulikpumpe ausgetauscht wurden, komme ich zum Schluss, dass der Ausfall der Gänge, die ständig arbeitende hydr. Pumpe, die schlaffe Federung und Lenkung etc. nur eine Folge von überhitztem LHS waren. Als Ursache vermute ich eine in Zusammenhang mit der hydr. Kupplungsbetätigung stehende Komponente wo sich das Öl überhitzt. Das würde auch erklären, warum die Halbautomatik nicht schön ein- und auskuppelt bzw. schaltet.
Soll ich die Ursachen nun als nächstes beim Nehmerzylinder suchen oder könnte es auch der Kupplungskorrektor sein...????
patric
Beiträge: 2112
Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

Re: Kupplungsnehmerzylinder- Fachmann gesucht

Beitrag von patric »

Hi Stefan,

hört sich ja schauerlich an ;-)
Das die Hydraulikflüssigkeit kocht, halte ich für unwahrscheinlich, es könnte sein daß die Hydropumpe Luft ansaugt (z.B. Haariss im Ansaugschlauch). Das gibt dann "Dampf" im Hydrobehälter, den man so interpretieren könnte wie Du das getan hast. Das würde wohl auch den Komplettausfall Deiner Fahrwerks-Hydraulik erklären - die HA-Organe sind -meiner Meinung nach- nicht verantwortlich zu machen für sowas.

Nachdem das Hauptproblem für den Komplettausfall gefunden ist, kann man sich an die Feinabstimmung der HA machen. Dafür ist eine HA-Grundeinstellung nach Werkstatthandbuch anzuraten.

Unabhängig von Deinem konkreten Problem gibts ja auch noch die Problematik mit innerlich korrodierten LHS Teilen, selbst wenn Du ein Gebrauchtteil, gegen das andere tauschst heißt das ja nicht, daß das neue alte dann beser ist. Vielleicht sprichst Du mal Robert Kruse an (oder er fühlt sich jetzt angesprochen), der hat ja Erfahrung damit LHS-Autos wieder ans schweben zu kriegen.

Gruß
patric

P.S.
genug LHS hast Du ja im Fäßchen, oder ?
;-)
Gruß
patric
Frank58

Re: Kupplungsnehmerzylinder- Fachmann gesucht!!!

Beitrag von Frank58 »

Oh je.
Du hast ein grosses internes, hydraulisches Leck in Deinem Auto.Der Kupplungszylinder fährt nur ein und aus.Abgesehen davon, daß die Kupplung rupfen könnte oder der Pilot fest ist, macht der eigentlich nicht viel, ausser ausrücken.
Die beschriebene Fehlfunktion liesst sich eher nach festem Fliehkraftregler.Der Bremskolben hängt fest und/oder die Fliehgewichtmechanik klemmt.
Der Hydraulikölverlust ist hier schwer zu orten.Ich würde mit einem Amnometer erstmal ab Druckregler messen und mich dann schrittweise den anderen Komponenten widmen, indem Du sie abklemmst.Ich denke die Forensuche gibt hier genug, ausserdem ist im Werkstatthandbuch genug beschrieben oder du gibst das Auto in professionelle Hände...
Georg
Beiträge: 270
Registriert: Mo 6. Jun 2005, 09:16

Re: Kupplungsnehmerzylinder- Fachmann gesucht!!!

Beitrag von Georg »

Hallo,

Grundeinstellung: Kupplungsspiel (am Ausrückhebel) einstellen.
Schließwinkel, Zündungszeitpunkt obligatorisch, danach Vergaser und Standgas.

Wichtig ist nicht der absolutwert der Drehzahl, sondern die Abstände unterer Leerlauf +100-150 U/min entspricht Anfahrzeitpunkt am Gehirn (vor '61) und am Fliehkraftregler nach '62 und +150 U/min für beschleunigten Leerlauf.

Wichtig: An der Verlängerung der Drosselklappenwelle sitzt das Gasgestänge und darauf ist der Korrektor für schnelles Einkuppeln. Die Spannung der Feder zwischen Gasgestänge und Korrektor bestimmt, ob die Hydraulik den Gang "reinknallt" , z.B. bergauf beim Retourschalten oder sanft kuppelt. Der Hebel des Korrektors geht bei LHS fest, mit Caramba = MoS2 ölen. Immer wieder. Die Feder muß eingestellt werden.

Vor '61 gabs noch ein Rückflußventil nach dem Gehirn an der SPritzwand unter dem Gehirn in der Rückflußleitung. Das kann auch kapuut sein, wenn bei Dir vorhanden.

Gruß Georg


Stefan

...erscheint mir vorerst am plausibelsten:

Beitrag von Stefan »

„Feder zwischen Gasgestänge und Korrektor“ für das hineinknallen der Gänge und „Haarriss im Ansaugschlauch“ oder irgendeine andere undichte Stelle in dieser Region sind vorerst die nächsten zwei Dinge die vorgeknüpft werden.
Sollte das auch keine Besserung bringen, werde ich den Wagen halt einfach nur anschauen, denn wo gibt es schon noch einen so schönen ungeschweissten, rostfreien 66-er... :-)
Jürgen Verified
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Re: grosse Ursachensuche

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo Stefan,

eventuell ist dein Druckregler kaputt. Bei den alten Alureglern schaltet der Steuerschieber gelegentlich nicht richtig durch. Nach Erreichen des Betriebsdrucks soll der Regler eigentlich die Pumpe auf drucklosen Umlauf schalten. Bei den alten Reglern wird gelegentlich nur das überschüssige Öl abgesteuert, die Pumpe arbeitet aber ständig mit Druck, in diesem Zustand wird das Öl nach längerer Fahrt sehr heiß.
Gruß Jürgen
patric
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Fachmann gesucht...

Beitrag von patric »

... und gefunden ;-)
Gruß
patric
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Robert Verified
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Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: Kupplungsnehmerzylinder- Fachmann gesucht

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Stefan,

von Patric ermutigt, gebe ich gerne auch meinen Senf bzw. mein LHS dazu. Ich glaube, zunächst sollte mal geklärt werden, ob der Hochdruckkreislauf in Ordnung ist, also Pumpe, Regler und Speicher. Wie Jürgen schon sagte, können die Alu-Regler recht seltsame Betriebszustände generieren, was Du also klären solltest ist, ob die Pumpe klar erkennbare Ein- und Ausschaltintervalle hat. Der Aluregler - so Du ihn überhaupt noch drin hast - klackt zwar nicht so vernehmlich wie sein Stahlkollege, aber das Geräusch der Pumpe ist deutlich zu hören. Wird Dein LHS wirklich so heiss - wie warm fühlt der Behälter sich an? Der Filter sollte auch mal kontrolliert werden, ansonsten ist bei schäumender Flüssigkeit der Ansaugschlauch, wie schon erwähnt, der nächste Kandidat. Wenn der HD-Kreislauf nun ok ist, kannst Du die Funktion des Nehmerzylinders recht einfach prüfen. Lass den Druck am Regler ab und zieh dann die Schraube wieder fest. Dann lass den Anlasser ohne Zündung mit dem Relais auf der Batterie ein wenig drehen, dann müsstest Du schon sehen, wie der Zylinder die Kupplung ausrückt - der braucht nur ganz wenig Druck, beim Ankurbeln kann man das auch beobachten. Wenn er (der Zylinder) dann rasch ausgerückt ist, lass den Druck am Regler wieder ab, jetzt sollte die Kupplung wieder einrücken. Wenn das so nicht funktioniert oder etwas hakt, ist tatsächlich der Nehmerzylinder defekt. Bei längeren Standzeiten nicht ungewöhnlich, die Reparatur ist eher trivial, ausbauen, mit 1000er Schmirgel ausreiben, neuer O-Ring und am besten mit blauer Bremsenpaste wieder einsetzen, Wenn der Zylinder ok. ist, schalte bei laufender Maschine und getretener Bremse mal die Gänge durch - das Arbeiten der Schaltzylinder und das Schalten des Getriebs kann man deutich hören. Wenn das nicht funktioniert, könnte es auch am Schaltblock (man verlasse sich nie darauf, dass ein Teil ausgetauscht worden ist) liegen. Letzer Verdächtiger ist dann der Kupplungskorrektor. So das wären meine Ideen dazu, ich finde, Dein Auto ist zu schön, um nur als Anschauungsobjekt zu dienen.

Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
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