Kühlerlatein..

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sebastianklaus
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von sebastianklaus »

liebe Forumsgemeinde,
ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, aber die Gedanken von Karl sind durchaus nachvollziehbar.
Vielleicht darf ich meine Gedanken dazu formulieren:

Die übertragene Wärmemenge ist:
Q(Punkt auf dem Q) = A*delta theta* alpha, wobei:
- A die Fläche einer Kühlerreihe ist,
- delta theta die Temperaturdifferenz zwischen der Cu/ Al- Oberfläche und der Kühlluft
- und Alpha der Wärmeübergangskoeffizient zwischen der Luft und der betreffenden Kühlerreihe ist, der (in erster Näherung) nur von der Gasgeschwindigkeit abhängt.

Selbstverständlich muss bei in Reihe geschalteten Kühlerreihen die Rechnung für jede Kühlerreihe mit den jeweils unterschiedlichen Luftvolumenströmen und Lufttemperaturen separat durchgeführt werden.

Ob der Kühler aus Cu oder Al besteht, ist bei der extrem geringen Wandstärke der Lamellen völlig unerheblich.

Grundsätzlich haben saugende Ventis einen schlechteren Wirkungsgrad als drückende, u.a. deshalb sind ja auch die nachgerüsteten Ventis immer vor dem Kühler angeordnet.

Wenn wir nun annähmen, dass die Gasmenge / Gasgeschwindigkeit nun durch den sehr hohen Widerstand der vierreihigen Kühler (und die dafür zu geringe Förderleistung des alten Ventis) halbiert werden würde, würde die übertragende Wärmemenge in erster Näherung auch halbiert werden (das wird natürlich durch die höhere Lufttemperatur beim Verlassen der letzten Kühlerreihe etwas kompensiert), aber die Lufttemperaturerhöhung (durch den vierreihigen Kühler) ist nach oben natürlich (auf bestenfalls vielleicht 100°C) begrenzt und deshalb wird einem der vierreihige Kühler nicht viel nützen. Es hilft also nur mehr Luft.

Will sagen: der Gedanke von Karl ist nicht abwegig.
Was würde ich jetzt machen:
Den alten Venti abbauen, stattdessen einen leistungsfähigen Elektrolüfter (VOR !!!) dem (vierreihigen) Kühler nachrüsten und den manuell schalten. Natürlich würde ich das nicht in Kombination mit der schlappsten Gleichstromlichtmaschine machen 😊.

Ich würde jetzt das Verschwinden aller Temperaturprobleme und gleichzeitig einen signifikanten (sagen wir: 5 bis 7 %) geringeren Kraftstoffverbrauch (insbesondere im Winter !) erwarten. Wenn man Lust hat, kann man ja den alten Ventiflügel mit (sagen wir) um 15 % gekürzten Flügeln zumindest im Sommer versuchsweise mal wieder einbauen: dann muss man zumindest nicht stotisch immerzu auf den Thermostaten anstatt auf die Strasse schauen, aber das kostet Sprit.
Meine Erfahrung mit meinem DX 5 ist: das Herausfinden der Schaltpunkte (Temperaturfühler) für den E- Filter ist eine Sache, mit der man viel rum fummeln kann. Handschaltung desselben ist dann eine gute Idee.

In Summe bedeutet das:
Ich meine:
vorausgesetzt man hat einen (blitzsauberen !!) 2- reihigen Kühler, dann wäre es definitiv einen Versuch wert, erst mal auf einen leistungsfähigen (handgeschalteten ?) Elektrolüfter (und gleichzeitig kompletten Entfall des alten Lüfters) zu setzen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist man die thermischen Probleme aufgrund der signifikant größeren Luftmenge dann schon nachhaltig los bei definitiv geringerem Kraftstoffverbrauch und entsprechend größerer Motorleistung.

Ach, noch was: Ich beschäftige mich gerade intensiv mit der theoretischen Ermittlung der Wärmeübertragung in Dampflokomotivkesseln. Was da auffällt: rechnerisch ergibt sich ein geradezu unfassbarer durch Kesselstein (Calciumcarbonat) verursachter Einfluss auf die Wärmemengenübertragung selbst bei dünnsten (!!) Kesselsteinschichten. Da kann man die Lamellen auch gleich aus PVC anstatt aus Al machen 😊
Viele Grüße
Sebastian
Hans-Uwe Fischer
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

.
Ein weiterer Aspekt zum Thema ist ist eine aerodynamische Betrachtung bei der Durchströmung:

Strömt diese ungestört laminar durch den Kühler, ist der Wärmemengenabbau rel. gering.

Wird die durchströmende Luft verwirbelt, reisst diese die isolierende Grenzschicht auf und vermischt zusätzlich die heiße Luft mit der Kühlluft Insgesamt eine deutliche Effektivitätssteigerung.

huf
Michael 1964
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von Michael 1964 »

Hallo Karl da dir ja sicherlich klar ist dass die Leistung des Kühlers von der Oberfläche (A )der Anzahl der Kernrohre und der Temperaturdifferenz abhängt.Natülich spielt die Luftleistung auch noch ne Rolle,deshalb verstehe ich nicht wenn der Orginalkühler der natürlich innen wie aussen sauber sein sollte deine Motorwärme nicht mehr abführt. Entweder hat sich deine Motorabwärme erhöht (Wodurch auch immer) oder wie schon erwähnt Wasserdurchfluss (Pumpe) oder Thermostat sind ursächlich.
ex-l´ambulancier
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von ex-l´ambulancier »

Hallo Karl, hast du schon einmal überlegt einen Kühler vom 23er Vergaser oder einen i.E Kühler einzubauen? Kann mich noch daran erinnern, als ich ´95 auf dem ICCCR in Clermont-Ferrand im Stau gestanden habe und bei brüllender Hitze war ich froh, das kurz vorm roten Bereich der Lüfter ansprang und alles wieder runterkühlte...
Gruß, Uli
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Zitrönenfalter Verified
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von Zitrönenfalter Verified »

maldini hat geschrieben: Fr 5. Jun 2026, 17:32 Dies vor dem Hintergrund, da die Luftmenge, die für die Kühlung zur Verfügung steht und (nur) durch den Lüfter gefördert wird (gerade im Leerlauf) geringer ist und - generell begrenzt.
Wenn man zügig fährt sollte schon der Fahrtwind für ein "Mehr" an Kühlung sorgen - eventuell ist es darum im Stand und in der Stadt sinniger, das der Kühler ordentlich und leicht durchströmt wird?
Dann wäre es doch einfacher (und vermutlich billiger), diese Luftmenge durch einen elektrischen Zusatzlüfter auch im Leerlauf zu erhöhen.

Wobei ich wie gesagt die Idee des optimierten Originalkühlers super spannend finde - vor allem bleibt dann die originale Optik erhalten!

Skeptisch macht mich aber Deine Beschreibung, wonach mit dem modernen Kühler kaum Verbesserung eingetreten ist. Liegt das jetzt daran daß diese "modernen" Kühler auch nicht leistungsfähiger sind als das Original? Oder deutet das darauf hin, daß nicht die Kühlerleistung sondern die durchströmende Luftmenge der Engpass ist. Was wiederum zum Zusatzlüfter statt "Custom-Kühler" deuten würde,,,

Interessante Diskussion! Bin gespannt wo das hinführt...
Gruß, Stefan
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Boßhammer Verified
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von Boßhammer Verified »

Ich denke der Ansatz ist falsch: es sind nicht die Kühler, es sind die Motoren, deren Kühlsystem einfach über die Jahre sich zu sehr zugesetzt hat. Da kann man dann auch diverse Lüfter verbauen, es löst das Problem nicht.
Zur Erinnerung: DS, Traction und Co wurden über Jahrzehnte mit einfachen Kühlern in Ländern mit hochen Temperaturen jeden Tag gefahren. Und wenn es nicht gerade über Stunden die Alpen hoch ging, war das kein Problem.
Boßhammer Verified
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Re: Kühlerlatein..

Beitrag von Boßhammer Verified »

Noch ein kleiner Nachtrag:
der 15v wird immer als etwas schwierig die Kühlung angeht beschrieben. Nachdem ich den Motor komplett gemacht hatte, war die Temperatur selbst bei 35°C, Stadtfahrt mit Ampeln und Stau nie auch nur ansatzweise im kritischen Bereich. Das gilt auch für meine ID - weder Stadt noch schnelle Autobahnfahrten bei 40°C bringen sie über 95°C. Gut, dann direkt in einen Stau etc. ist natürlich nicht gemeint.
Die zweite Überlegung ist, dass die Motoren zwar nicht zu heiß aber auch eben nicht zu kalt gefahren werden sollen. Daher sollte nach meiner Meinung immer sehr genau geschaut werden, ob nur die Anzeige "spannende" Werte anzeigt, oder ob dass auch durch Messung an verschiedenen Punkten bestätigt wird. Die DS/ID Temperaturanzeigen scheinen recht häufig in den roten Bereich zu gehen ohne dass die Temperatur wirklich kritisch ist.
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