Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

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Robert Verified
Beiträge: 3586
Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von Robert Verified »

Ich erkläre meine Theorie gerne noch einmal:
1. Nach meiner Erfahrung hat ein defekter Federspeicher einen grossen Einfluss auf die Servolenkung. Vielleicht haben andere hier das anders erlebt, das können wir natürlich diskutieren, für mich ist es eine Erfahrungstatsache, die ich aufgrund des grossen Flüssigkeitsbedarfs der Lenkung auch theoretisch begründet sehe. Viele DS-Fahrer haben sich mit schlechter oder mittelmässiger Lenkunterstützung abgefunden, ich nicht. Mit einer guten Lenkung - danke, Georg - leistungsfähiger HD-Pumpe und einem Druckregler, der eher ein wenig über als unter den Weksangaben eingestellt ist, lässt sich bei ebenfalls voll intaktem Druckspeicher ein ganz kommodes "Lenkerlebnis"darstellen, das ich zu Beginn meiner DS-"Karriere" auch nicht für möglich erachtet hätte. Inzwischen habe ich meine 3 Autos in dieser Hinsicht so "erzogen", dass ich mit der Lenkunterstützung völlig zufrieden bin.
2. Nach meiner Erfahrung verlängert zusätzliche Luft im System, die dort nach Reparaturen eingedrungen ist, das Schaltintervall auch bei intakter Hydraulik noch einmal deutlich, was sich nach einer gewissen Zeit wieder normalisiert, So hatte meine DS19 nach der Komplettrestauration und dem Umbau des Hydrauliksystems auf LHM ein Schaltintervall von über 90 sec., inzwischen hat sich das bei 25 sec. stabilisiert. Theoretisch deute ich dies, in Übereinstimmung mit dem verstorbenen Ulf Petermann, als temporären zusätzlichen Druckspeicher.
3, Der TE hat nichts über das Schaltintervall ausgesagt. Er scheint auch eher Fahrer als Schrauber zu sein und hat sich mit dem Wechsel der Federkugeln schwer getan, wie ich auch, als ich das das erste Mal gemacht habe, Ich habe deshalb stillschweigend unterstellt, dass er sich mit dem Thema "Schaltintervall" nicht auseinandergesetzt hat und dies möglicherweise genausowenig wahrnimmt wie meine Freundin, wenn sie mit der DS fährt.
4. Aus den vorgenannten Punkten habe ich die Hypothese gebildet, dass der TE am Federungsverhalten die verschlissenen Federkugeln richtig erkannt und ersetzt hat, sich aber über einen evtl. verschlissenen Hauptdruckspeicher keine Gedanken gemacht hat, sondern die schwergängige Lenkung als Verschleisserscheinung eben der Lenkung angesehen hat.
5. Genau den Fall "Lenkung ist durch defekten Federspeicher schlecht UND wird durch eingedrungene Luft zeitweise revitalisiert" hatte ich auch noch nicht, aber der Zusammenhang erscheint mir aufgrund des oben gesagten plausibel.
6. Ich neige dazu, mir plausibel erscheinende Zusammenhänge knapp zu formulieren, das hat auch ausserhalb dieses Forums schon zu Missverständnissen geführt und ich hoffe, dass dieser Beitrag meinen Dekansatz etwas besser verdeutlicht.

Viele Grüsse,
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Cardano
Beiträge: 353
Registriert: Mi 27. Jun 2007, 20:10

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von Cardano »

Wenn die druckspeicherkugel verschliessen ist, ist doch die ein-/
ausschaltfrequenz wesentlich höher als normal. Das fällt einem im
leerlauf doch auf. Kannte schon fz da ging das fast schon untunterbrochen.
Aber wie schon gesagt, wenn alles normal funktioniert, einfach weiterfahren
und vielleicht schon einmal eine dsk auf die seite legen. Braucht man sowieso
einmal.
Wenn der druckregler ruhig ist und man bei defekter kugel die lenkung be-
wegt, müsste dieser doch gleich anschlagen, weil die kugel den druckverlust
nicht ausgleichen kann.
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von M. Ferchaud »

Cardano hat geschrieben: So 20. Jul 2025, 09:07 Wenn die druckspeicherkugel verschliessen ist, ist doch die ein-/
ausschaltfrequenz wesentlich höher als normal. Das fällt einem im
leerlauf doch auf.
Du glaubst nicht, was Leuten alles entgeht.

Abgesehen davon können auch interne Undichtigkeiten oder ein verschlissener Druckregler trotz intakter Speicherkugel für stark verkürzte Schaltzeiten sorgen.
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von M. Ferchaud »

Robert hat geschrieben: Sa 19. Jul 2025, 23:13 Ich erkläre meine Theorie gerne noch einmal:
1. Nach meiner Erfahrung hat ein defekter Federspeicher einen grossen Einfluss auf die Servolenkung. Vielleicht haben andere hier das anders erlebt, das können wir natürlich diskutieren, für mich ist es eine Erfahrungstatsache, die ich aufgrund des grossen Flüssigkeitsbedarfs der Lenkung auch theoretisch begründet sehe. Viele DS-Fahrer haben sich mit schlechter oder mittelmässiger Lenkunterstützung abgefunden, ich nicht. Mit einer guten Lenkung - danke, Georg - leistungsfähiger HD-Pumpe und einem Druckregler, der eher ein wenig über als unter den Weksangaben eingestellt ist, lässt sich bei ebenfalls voll intaktem Druckspeicher ein ganz kommodes "Lenkerlebnis"darstellen, das ich zu Beginn meiner DS-"Karriere" auch nicht für möglich erachtet hätte. Inzwischen habe ich meine 3 Autos in dieser Hinsicht so "erzogen", dass ich mit der Lenkunterstützung völlig zufrieden bin.
2. Nach meiner Erfahrung verlängert zusätzliche Luft im System, die dort nach Reparaturen eingedrungen ist, das Schaltintervall auch bei intakter Hydraulik noch einmal deutlich, was sich nach einer gewissen Zeit wieder normalisiert, So hatte meine DS19 nach der Komplettrestauration und dem Umbau des Hydrauliksystems auf LHM ein Schaltintervall von über 90 sec., inzwischen hat sich das bei 25 sec. stabilisiert. Theoretisch deute ich dies, in Übereinstimmung mit dem verstorbenen Ulf Petermann, als temporären zusätzlichen Druckspeicher.
3, Der TE hat nichts über das Schaltintervall ausgesagt. Er scheint auch eher Fahrer als Schrauber zu sein und hat sich mit dem Wechsel der Federkugeln schwer getan, wie ich auch, als ich das das erste Mal gemacht habe, Ich habe deshalb stillschweigend unterstellt, dass er sich mit dem Thema "Schaltintervall" nicht auseinandergesetzt hat und dies möglicherweise genausowenig wahrnimmt wie meine Freundin, wenn sie mit der DS fährt.
4. Aus den vorgenannten Punkten habe ich die Hypothese gebildet, dass der TE am Federungsverhalten die verschlissenen Federkugeln richtig erkannt und ersetzt hat, sich aber über einen evtl. verschlissenen Hauptdruckspeicher keine Gedanken gemacht hat, sondern die schwergängige Lenkung als Verschleisserscheinung eben der Lenkung angesehen hat.
5. Genau den Fall "Lenkung ist durch defekten Federspeicher schlecht UND wird durch eingedrungene Luft zeitweise revitalisiert" hatte ich auch noch nicht, aber der Zusammenhang erscheint mir aufgrund des oben gesagten plausibel.
6. Ich neige dazu, mir plausibel erscheinende Zusammenhänge knapp zu formulieren, das hat auch ausserhalb dieses Forums schon zu Missverständnissen geführt und ich hoffe, dass dieser Beitrag meinen Dekansatz etwas besser verdeutlicht.

Viele Grüsse,
Robert
Ich stimme Dir in allen Punkten zu.
Til Verified
Beiträge: 795
Registriert: So 30. Jan 2005, 02:22

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von Til Verified »

ausserdem wurden alle genannten alternativen Hypothesen schon widerlegt - die Widerlegung von Robert's Hypothese steht noch aus - wenn das nicht gelingt, scheint sie mir auch plausibel
Christian T
Beiträge: 872
Registriert: Fr 7. Jan 2005, 13:14

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von Christian T »

Das Phänomen, dass die Pumpintervalle nach Arbeiten an der Hydraulik auf einmal traumhaft lang sind und sich im Laufe der Zeit wieder "normalisieren", kenne ich gut.
Wenn das auf Luft im System zurückzuführen ist, interssiert mich brennen die Frage, wie ich diese Luft raus bekommen kann.
Bei den Bremsen ist das ja klar. Und auch beim Halbautomaten kann zusätzlich entlüftet werden.
Aber bei meiner ID19 weiss ich nicht, was ich tun könnte, um den Rest zu entlüften.
Nach dem Umbau auf LHM habe ich momentan Intervalle von annähernd 180 Sekunden und finde das richtig wunderbar.
Schade, wenn das auf Luft im System zurückzuführen wäre.

Neugierige Grüße
Christian
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Lenkungsverhalten nach Wechsel der Federkugeln

Beitrag von M. Ferchaud »

Die Luft zirkuliert im Betrieb nach und nach vom allein heraus. Forciertes Entlüften ist nicht vorhesehen, da irrelevant.
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