Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

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Stephan J.
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Registriert: Di 7. Jun 2005, 18:34

Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Stephan J. »

Hallo liebe Leute,

ich fahre seit 1993 einen ID 19 B von Mai 1969 im Alltagsbetrieb, Jahresfahrleistung etwa 20.000 km. Da der Originalmotor des Wagens einen Frostschaden hatte, wurde er in den 90er Jahren gegen einen ID 20-Motor ausgetauscht (DY 2), der jetzt wahrscheinlich etwa 200.000 km gelaufen hat und meiner Meinung nach ziemlich gut in Schuß ist: Der Wagen ist ziemlich schnell, beschleunigt gut, läuft ruhig, verbraucht praktisch kein Öl und bei recht zügiger Fahrweise etwa 11 l Super plus auf 100 km.
Nun habe ich ein ziemlich ekliges, sich von Zeit zu Zeit wiederholendes Problem: gestern hat sich bei meinem Wagen zum dritten Mal die Riemenscheibe von der Nockenwelle abgeschert. Leider nach einer längeren Autobahnfahrt und ungefähr 450 km von zu Hause entfernt. Gott sei Dank gibt es den ADAC, die haben mich und den Wagen tatsächlich nach Hause gebracht...
Schon als die Sache vor etwa drei Jahren zum ersten Mal passierte, hat mich meine Werkstatt darauf aufmerksam gemacht, dass nicht nur die Scheibe kaputt gegangen sei, sondern das auch das Profil auf der Nockenwelle, in dem die Scheibe "einrastet", teilweise abgerieben sei. Sie haben aber damals eine neue Scheibe draufgesetzt und waren ziemlich zuversichtlich, dass die Verbindung halten würde. Im letzten Herbst ist es dann wieder passiert und nochmals provisorisch behoben worden, nun hat´s bis gestern gehalten. Fachleute, die ich diesbezüglich interviewt habe (z.B. Dirk Sassen), sagten mir, dass es sich dabei nicht um einen DS-typischen Defekt handeln würde, konnten auch kaum glauben, dass das weiche Alu der Scheibe die gehärtete Nockenwelle zerstören könne.
Ich habe die Welle leider nicht selbst gesehen, werde mir die Sache jetzt aber selbst mal angucken. Kann mir jemand von Euch vielleicht ein Foto einer intakten Nockenwelle mailen, damit ich einen Vergleich habe, wie die Stelle eigentlich aussehen sollte?
Hat die Werkstatt vielleicht irgendwie Mist gebaut und beim Aufsetzen der Scheibe irgendetwas nicht beachtet? Unterlegscheiben oder ähnliches? Eigentlich kennen die sich mit den D-Modellen ziemlich gut aus. Aber vielleicht gibt es ja irgendeinen Trick, den die nicht kennen, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen, ohne gleich den Motor auszubauen und die angeschlagene Nockenwelle zu tauschen?
Und wieso kommt es überhaupt zu diesem Problem? Wird die Scheibe vielleicht durch unrunden Lauf eines Aggregats ungleichmäßig belastet?
Ich bin für jeden Hinweis dankbar!
Stephan J.
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Durango95

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Durango95 »

Hi,

ich gebe nur eines zu bedenken: Wenn man einmal eine angeknabberte Stelle hat, dann liegt die ganze Last auf dem Rest, der noch da ist. Wie ein halber Zahn. Damit steigt die Belastung auf dem Teil an der Stelle noch mehr an, und erreicht evtl. auch Werte, die oberhalb der Toleranz des Materials liegen. Und so geht es immer schneller mit dem Zerfall.

Carsten
Til Verified
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Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Til Verified »

Hallo Stephan, ich hatte mal das Vergnuegen bei meinem CX - damals war ausschliesslich das Teil an der Riemenscheibe abgerieben und die Nockenwelle heil (das wuerde Dirk Sassens Beurteilung bestaetigen). Beim CX kann man das innerste Teil (also das mit der Verzahnung fuer auf die Nockenwelle) austauschen, bei der DS wahrscheinlich nicht (genietet?). Die wahrscheinlichste Ursache ist wohl, dass die Verschraubung der Riemenscheibe auf der Nockenwelle aufgeht und die Riemenscheibe dann anfaengt zu taumeln. Ich denke mal, dass Du mit einer moeglichst guten Riemenscheibe, die Du mit Loctite gruen (wenn ich mich nicht taeusche, sauteuer, genau fuer diesen Zweck, also zum Ueberbruecken von geringen Spalten) aufsetzt. Dann die Schraube (auch mit Loctite, hier darfs das normale rot sein) nach Handbuch fest anziehen, wobei die Riemenscheibe unbedingt gegengehalten werden muss (um die Steuerkette der Nockenwelle nicht kaputtzumachen).

Also Mut, anschauen musst Du Dir die Nockenwellenverzahnung natuerlich troztdem - viel Erfolg - Til
Georg
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Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Georg »

Hallo,

üblicherweise scheren die Nieten zwischen der großen Riemenscheibe mit der Nabe und der kleineren für die Hydraulikpumpe ab. Grund dafür ist meist zu hohe Keilriemenspannung (Auch die anderen Keilriemen über die LiMa nicht unnötig spannen; wenn sie quietschen gegen ZWEI GLEICH LANGE! austauschen).

Bei Dir sind die Nieten intakt und die Nabe ist kaputt?

Die Verzahnung auf der Nockenwelle habe ich abgeflacht in Erinnerung, sie und die Verschraubung machen meines Erachtens keinerlei Probleme, bei der ID, also ohne Fliehkraftregler (und ohne die heute Flachriemen rechtfertigende Klima) sollten auch die Kräfte kein Problem sein.
1 Unterlegscheibe gibt es nur unter der Mutter, sonst keine.

Gruß Georg
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Stephan J.
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Registriert: Di 7. Jun 2005, 18:34

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Stephan J. »

Vielen Dank an alle, die eine Rückmeldung zu meinem Problem gegeben haben. Loctite ist bei den bisherigen Reparaturversuchen schon verwendet worden, ich weiß aber nicht, welches Produkt, werde mal nachfragen. Eine interessante Information ist die Tatsache, dass unter der Mutter eine Unterlegscheibe liegen sollte, das ist bei mir nämlich nicht der Fall...

Bin dankbar für jede weitere Information, besonders für jedes Foto einer unversehrten Nockenwelle.

Gruß,

Stephan Jaenicke
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Stephan J.
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Götz Verified
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Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Götz Verified »

Hallo Georg,

stimmt nicht ganz! Die Riemenscheibe muss gefluchtet werden nach der Wasserpumpe. Also kommen mitunter sehr wohl noch Passcheiben hinter die Riemenscheibe. Die Wasserpumpe ist dabei der Fixpunkt, danach werden alle anderen Riemenscheiben ausgerichtet. Wird gerne mißachtet. Das lässt aber die Keilriemen so schön verschleißen.

Gruß Götz
Georg
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Registriert: Mo 6. Jun 2005, 09:16

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Georg »

Hallo Götz,

erinnere mich - sorry für die Falschinfo. Werde gleich daheim noch nachsehen, ob ein Sprengring vorgesehen ist, oder nicht...
Man sollte halt die Unterlagen wirklich ständig dabeihaben...

Ciao Georg
Robert Kruse

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Robert Kruse »

Hallo Stephan,

bist Du sicher, dass die Verzahnung der Riemenscheibe aus Alu ist - ich dachte es wäre Stahl… Anyway, ich habe eine ähnliche Erfahrung wie Du in anderem Zusammenhang gemacht. Ich hatte vor einigen Jahren eine Ural, da steckt die Kardanwelle verzahnt in einem Mitnehmer des Hinterradantriebs. Irgendwann drehte das Ganze durch, nach Sichtprüfung war nur der Mitnehmer defekt und die Welle noch ok. Neuen Mitnehmer eingebaut, nach 1500 km waren dann sowohl die Welle als auch der neue Mitnehmer defekt. Vielleicht solltest Du die Nockenwelle genau anschauen…

Grüsse
Robert
Georg
Beiträge: 270
Registriert: Mo 6. Jun 2005, 09:16

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Georg »

Hi Robert,

beim premier modèle gibts sogar die komplette Riemenscheibe aus Alu(-Druckguß?). Damit fällt die Abscherung der Nieten weg ;-)

Gruß Georg
Joe
Beiträge: 1011
Registriert: Do 16. Okt 2003, 13:29

Re: Riemenscheibe von Nockenwelle abgeschert

Beitrag von Joe »

Hallo!
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Nabe bzw. Verzahnung der Riemenscheibe aus Grauguss ist. Ich hatte das Problem mit den abgescherten Nieten auch schon.

Viele Grüße
Joe
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